Inke Jochims, M.A., Jahrgang 1963, Heilpraktikerin in Berlin, Inhaberin des Europäischen Zertifikats für Psychotherapie, ragte vor Jahren schon durch ihre Fähigkeit heraus, aus dem Wust der weltweit täglich rund 8000 medizinischen Publikationen und Studienberichte – besonders aus den USA – die Essenz herauszulesen und die gesicherten oder zumindest hochplausiblen Ergebnisse nachvollziehbar darzustellen. Jetzt hat sie sich noch einmal ihres Lieblingsthemas in einem für Jedermann gut verständlichen kleinen Buch angenommen: “Süchtig nach Süßem? So schaffen Sie den Ausstieg aus der Zuckersucht“, 1278 S. Kneipp Verlag, Wien, 1.Aufl. Novembar 2008.
Das Buch ist nicht nur für Menschen geschrieben, die immer wieder Heißhungerattacken auf Süßes haben oder eine Tafel Schokolade oder eine Packung Kekse, die sie anbrechen, auch gleich ganz vertilgen. Es bringt wertvolles Wissen und leicht nachzuvollziehende Wege zur Bekämpfung des Leidens für die Betroffenen. Aber die weit größere Zahl derjenigen, die in großer Gefahr sind, sich auch in dieser “Volkssucht” zu verlieren, profitiert gleichermaßen, weil sie es mit ein wenig Konseqeunz leicht haben, die Ratschläge der Autorin zu beachten.
Das Buch ist aber auch eine Fundgrube wertvollen Wissens darüber, was überhaupt eine Sucht ist, nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in aller Kürze die fortgesetzte Einnahme oder der Verzehr eines Stoffes, obwohl man weiß, dass dies der Gesundheit oder seinem Verhältnis zur Umwelt schadet. Also kommt es dabei nicht nur darauf an, dass ein Absetzen des süchtig machenden Stoffes zu Entzugsersscheinungen führt. Dazu gehören eben nicht nur harte und weiche Drogen, Alkohol und Nikotin, sondern auch der ganz gewöhnliche Zucker in allen seinen Formen. Die Folgen von Fettsucht bis Kreislaufproblemen, Diabetes und mehr sind dabei, unser Gesundheitssystem gründlich zu ruinieren.
In dem wichtigen Kapitel “Das süchtige Gehirn” informiert die Autorin sehr eingehend über die das Suchtverhalten entscheidend beeinflussenden Botenstoffe Dopamin, Serotonin und Cortisol, bevor sie sich mit der richtigen Ernährung für mehr aktive und für mehr ruhesuchende Exemplare unserer Gattung wie natürlich für jeden von uns auch befasst.
Bei allem Lob für dieses gut geschriebene Buch will ich aber mit einigen kritischen Anmerkungen nicht hinter dem Berg halten, zumal die Autorin an einem zentralen Punkt der Kontrolle der Sucht nach Süßem an bekannten Fakten vorbeigeht. Obwohl das dem Buch deutlich Abbruch tut, überwiegen in der Summe dennoch die positiven Momente.
Zurück zu frühreren Standpunkten?
Die Autorin hat in früheren Schriften richtig dargestellt, dass der Hauptbaustein für das Neurohormon Serotonin, die essenzielle Aminosäure L-Tryptophan aufgrund ihrer besonderen räumlichen Form (“sterisch gehinderte Struktur”) in der Konkurrenz mit den anderen um die Besetzung der “Transportplätze” durch die Blut-Hirn-Schranke in Gegenwart der anderen verzweigtkettigen und aromatischen Aminosäuren regelmäßig unterliegt, so dass der Mangel an dem wichtigen Schlüsselhormon Serotonin fast die Normalität ist. Ihr Vorschlag, einfach für eine höhere Konzentration  von L-Trryptophan im Blut zu sorgen, weil für “die Konzentration im Blut im Vergleich zu den konkurrierenden Aminosäuren” zu sorgen heiße, dass mehr Tryptophan ins Gehirn gelangen und entsprechend mehr Serotonin gebildet werden könnte (S. 27). Das wusste die Autorin aber schon einmal besser. Wenn ihre jetzige These stimmte, brauchte man im Zweifel ja nur viel von den hoch tryptophanhaltigen Bananen zu essen oder könnte gar die in der Apotheke frei verkäuflichen Tryptophantabletten zu 2 x 500 mg am Tag einnehmen. Es funktioniert so aber nicht. Die Wirkung bleibt aus!
Die Autorin teilt ferner mit, dass Stress beim Menschen generell die Eiweißvorräte reduziere, weil diese zur Bildung von Stresshormonen benutzt würden. Daher gälte: “Je mehr Stress, desto weniger Tryptophan, desto niedriger die Serotoninproduktion” (S.29). Die Autorin hatte aber längst mitgeteilt, dass von den Aminosäuren allein L-Tryptophan für den Serotoninaufbau gebraucht werde.
Leider unterscheidet die Autorin in diesem Buch auch nicht einmal zwischen dem Bedarf an Serotonin im Körper – es sind ca. 10 mg am Tag – und in der Gehirnflüssigkeit – dort sind es nur 0,1 mg. Sie macht immerhin deutlich, dass es sich wegen der Funktion der Blut-Hirn-Schranke um zwei absolut getrennte Bereiche handelt.
Wegen dieser Mängel kommt die Autorin leider nicht zu der doch seit einigen Jahren weithin bekannten Lösung, durch fein vermahlene Pflanzenkost auf den leeren Magen die Synthese des Neurohormons dadurch anzukurbeln, dass zum einen ein mächtiges Verdauungssignal aus dem von der wässrigen Pflanzennährlösung überfluteten Dünndarm über die dort vorhandenen Chemosensoren an das zentralnervöse Esszentrum im Hypothalamus gesandt wird und dass auf der anderen Seite tatsächlich, wie sie mitgeteilt hat, alle anderen Aminosäuren in die Verbrennungskammern der Muskeln eingebaut werden, während L-Tryptophan wegen seiner räumlichen Anomalie nicht in deren Aufnahmemuster passt. Schon bedauerlich, dass dieser Weg, den ich vor Jahren entdeckt und veröffentlicht habe und über den ich vor Jahren sogar persönlich mit der Autorin korrespondiert hatte, von ihr nicht gesehen wird.
frau jochims kann sich ja mit frau marina kushner zusammentun. diese kämpft gegen die koffeinsucht. dazu hat sie es geschafft, in mehreren bundesstaaten und städten in den usa den monat märz zum “caffein awareness month” ausrufen zu lassen:
http://housing.k-state.edu/dining/FitCourse/toyourhealth/03-caffeineawareness.html
schaut man etwas genauer hinter die kulissen, ist das ganze nichts weiter als ein geschickter schachzug das von frau kusher aus sojabohnen entwickelte ersatzprodukt großflächig zu pushen. dazu wird auch gerne eine “koffeinsucht” in den raum gestellt, der millionen menschen anheim fielen, und die sich schon epedemie-artig ausbreite.
http://caffeineawareness.org/
und auch die zuckersucht, über die sich so trefflich in büchern aus dem http://www.hedwig-verlag.de zu lesen lässt, und die die zucker- und anderen süchte, die man so gezielt im http://www.hedwig-institut.de zu behandeln weiß, sowie die hilfe zu rechtlichen gegenwehr bei http://www.zuckersucht-berlin.de, also die “zuckersucht” ist nichts anderes als ein marketingkonstrukt für die vorgenannten institutionen. alle aufgeführten homepages sind von frau jochims gehostet.
gegen lobbying, ob in eigener oder fremder sache ist grundsätzlich nichts einzuwenden, eigens dafür aber neue süchte und krankheiten zu erfinden und entsprechend zu pushen sollte kein mittel sein.
solche dinge entwickeln nämlich mit der zeit ein (vermutlich nicht immer gewolltes) eigenleben, das dann in werbeverboten, verkaufsregulierungen und diskriminierung all jener ausartet, die aus welchen gründen auch immer von ihrer “zuckersucht” nicht lassen wollen.