Datum/Uhrzeit Status Beschreibung
31.07.08 15:24 Sendung in Filiale/Agentur eingeliefert
Der Kunde hat die Sendung in der Filiale/Agentur eingeliefert.
01.08.08 19:48 Einlieferungs-Paketzentrum
Die Sendung wurde im Einlieferungs-Paketzentrum bearbeitet.
01.08.08 23:55 Zustell-Paketzentrum
Die Sendung wurde im Zustell-Paketzentrum bearbeitet.
02.08.08 20:00 Zustellung
Aus betrieblichen Gründen konnte die Sendung heute leider nicht zugestellt werden. Sie wird am nächstfolgenden Werktag ausgeliefert.
04.08.08 07:26 Zustellbasis
Die Sendung wurde in der Zustellbasis bearbeitet.
04.08.08 10:07 Zustellung
Die Sendung wurde ausgeliefert.
Das ist laut DHL im Internet der Sendestatus eines Paketes mit Beweismitteln, das ich am 31. Juli 2008 an meine Hamburger Anwältin im Verfahren Zeugen Jehovas gegen Heinz-Peter Tjaden geschickt habe. Inzwischen scheint festzustehen: Das Paket ist verschwunden. Doch ganz sicher ist das nicht.
Hase und Igel
Die Geschichte vom DHL-Hasen und vom DHL-Igel muss wahr sein, denn bald wird sie nicht nur von mir erzählt: Der Paketversand teilt mir am 14. Mai 2009 schriftlich mit, meine Sendung sei in der Oberbaumbrücke von einer Frau oder einem Herrn Papadopulos entgegengenommen worden. Ersatzansprüche meinerseits müssten deshalb abgelehnt werden.
Diese Mitteilung erstaunt mich, denn Schadenersatzforderungen habe ich noch gar nicht gestellt. Könnte ich nun aber versuchen. Ich erledige das im Internet.
22. Mai 2009: Ein DHL-Mitarbeiter ruft mich an, entschuldigt sich dafür, dass alles so lange gedauert habe und will mir eine Schadensmeldung schicken. Auf jeden Fall solle ich meine Bankverbindung angeben. “Dann wird es noch zwei Wochen dauern”, sagt er. Die Schadensmeldung bekomme ich am nächsten Tag, fülle sie aus und füge eine Liste des Paketinhaltes bei.
11. Juni 2009: Fast drei Wochen sind seit diesem Anruf vergangen. Ich erkundige mich per mail nach den Stand der Dinge.
12. Juni 2009: Die DHL bittet mich schriftlich um “Eine Kopie Ihrer ursprünglichen Rechnung an den Empfänger, oder einen anderen Nachweis über den Wert des Inhalts.”
Da ich das längst erledigt habe, rufe ich die DHL an. Dem Mitarbeiter reicht das Vorliegende aber nicht. Ich soll eine Eidesstattliche Versicherung abgeben und auflisten, seit wann ich welches Beweismittel besitze und wie ich an dieses Beweismittel gekommen bin.
Für einen Teil der Sendung wäre das leicht zu machen, für andere Beweismittel nicht. Oder weiß jemand noch, wo und wann er ein Buch erstanden hat, das in den vergangenen 20 Jahren auch schon in so manchem Umzugskarton gelegen hat?
Unbestimmter Wert
Außerdem handelt es sich bei dem Paketinhalt weitgehend um interne Schriften der Zeugen Jehovas, deren Wert niemand taxieren kann. Einiges habe ich während des Verfahrens von jemandem aus Süddeutschland bekommen. Der möchte aber anonym bleiben.
Ich beende das Gespräch mit dem DHL-Mitarbeiter mit der Ankündigung: “Ich schreibe einen Artikel.” Ist hiermit geschehen. Nicht einmal das Paketporto ist mir erstattet worden, auch nicht die Kosten für das Verpackungsmaterial. Service sieht anders aus.
An dieser Stelle noch eine Anmerkung des DHL-Mitarbeiters vom 22. Mai 2009 nach meinem Hinweis, dass nach Angaben einer Mitarbeiterin meiner Anwältin aus Hamburg niemand in der Kanzlei arbeite, der oder die Papadopulos heißt: “Wir werden nachforschen, ob es in dem Haus jemanden mit diesem Namen gibt.” Ob das geschehen ist, teilt die DHL ebenfalls bis heute nicht mit.
Ich versichere hiermit an Eides Statt: Ich habe am 31. Juli 2008 per DHL ein Paket abgeschickt. Wie hoch man den Wert ansetzt, ist Ermessenssache. Für einen Redakteur, der sich mit dem Thema Sekten beschäftigt, ist er sicherlich höher anzusetzen als für einen Paketversand. In solchen Fällen trifft man sich meistens irgendwo in der Mitte, statt einen Kunden so lange mit Schriftverkehr zu beschäftigen, bis er sich bei nächster Gelegenheit für einen anderen Paketversand entscheidet!
Elf Papadopulos in Hamburg
Bleibt noch ein Anruf bei der Auskunft. Bei 11 880 findet die Mitarbeiterin in Hamburg elf Papadopulos, vier ohne Straßennamen. Sie gibt mir zwei Handy- und zwei Festnetznummern. Der erste Handybesitzer wohnt nicht einmal in der Nähe der Kanzlei meiner Anwältin, der zweite sagt: “Das ist ungefähr so, als wenn sie in Deutschland eine Familie Müller suchen.” Außerdem wohne er inzwischen in Griechenland. Die Hamburger Familie mit der ersten Festnetznummer lebt schon fast in Schleswig-Holstein, unter der zweiten Festnetznummer meldet sich niemand.
Berücksichtigt man alle möglichen Schreibweisen dieses Familiennamens, erzielt man bei www.telefonbuch.de acht Treffer. Einen in der Oberbaumbrücke, in der sich die Kanzlei meiner Anwältin befindet, landet man nicht.
Ich kann dir nur empfehlen, dich bei einer packstation anzumelden. dorthin werden die pakete sicher zugesetellt und dann kannst du die sendungen rund um die uhr abholen. ist vieeeel besser als die ganzen nachbarschaftszustellungen (und -verluste).