Ultimate Fighting - Die endgültige Verrohung

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Das Ende der “Menschlichkeit”
In Köln fand am 13. Juni 2009 das erste deutsche “Ultimate Fighting“-Spektakel in der Lanxess-Arena statt. Die Veranstaltungsstätte, deren Tickets zwischen 55 und 285 Euro kosteten und nur für Erwachsene ab 18 Jahren ausgegeben wurden, war restlos ausverkauft und bewies damit, dass es auch in Deutschland ein großes Potential für die ultimative Gewaltverherrlichung gibt, die dem ohnehin hohen Klientel für angewandte Gewalt auf Deutschlands Schulhöfen und Straßen zudem auch noch als beispielloses Vorbild unkontrollierter Zerstörung dient.
Was ist “Ultimate Fighting”?
Ultimate Fighting kommt aus den USA, ist dort bereits ein Milliardengeschäft und wird als Zweikampf in einem großräumigen Käfig, wie etwa bei einem Hahnenkampf veranstaltet, hat im Gegensatz zum Boxen kaum Regeln und fordert als oberste Priorität: Draufhauen bis das Blut spritzt! Rohe Gewalt, die die endgültige Verrohung der Menschheit zur Folge hat und uns in die unmittelbare Nähe längst vergangener Epochen führt: Willkommen im Neandertal!
Als solches würde man seitens der Veranstalter “Ultimate Fighting” gern als Sportart verkaufen, kann aber allenfalls darüber froh und glücklich sein, dass sie sich wenigstens nicht den Tierschutzverbänden gegenüber verantworten müssen, die man schließlich nur bei Hahnen- oder Hundekämpfen auf den Plan gerufen hätte. Dass der Mensch im Grunde aber auch nur eine bestimmte Wildtierrasse darstellt, was diese Form von Körperzerstörungskämpfen ganz beispiellos unter Beweis stellt, ist eine Tatsache, derer sich unsere Tierschutzvereine dringend erinnern und zuständigkeitshalber annehmen sollten. Sonst wird es ganz sicherlich nicht mehr lange dauern, bis sich auch bei uns wieder die Gladiatoren in deutschen Arenen ein gefühlsfreies Gemetzel liefern, amtierende Kanzler und Bundespräsidenten in der ersten Zuschauerreihe die Daumen je nach Laune nach oben oder unten bewegen und der Unterlegene seines Hauptes dauerhaft entledigt wird. Der Grundstein dazu wurde damit gelegt.
Wie krank ist die menschliche Seele?
Zur Rettung des menschlichen Anteils, der die Menschen von den Tieren unterscheiden soll, sei hier noch erwähnt, dass sich große Teile der Öffentlichkeit, darunter auch mögliche Sponsoren, gegen das Stattfinden dieses Spektakels ausgesprochen hatten, sich dennoch im Falle der deutschen Ur(wald)aufführung mit ihrem Ansinnen nicht durchsetzen konnten. Der 63-jährige Veranstalter Marek Lieberberg, ein seit über 40 Jahren beruflicher Event-Profi und eigentlicher Konzertveranstalter, äußerte sich gegenüber dem “stern“, dass es aufgrund seiner Kölner Veranstaltung zu einer Art Hexenjagd auf ihn und damit zu einer unberechtigten Hysterie um den EFC-Event gekommen sei. Außerdem führe das Boxen zu schwerwiegenderen Verletzungen, als dies bei Ultimate Fighting der Fall sei. (Anmerkung: Dass es sich hier offensichtlich um eine finanzielle Verletzung in Hinsicht auf den zu erwartenden Umsatz an der Veranstaltung handelt, erwähnte er erwartungsgemäß nicht). Auch entspräche beispielsweise die Altersbeschränkung, nur volljährige Zuschauer zuzulassen, der freiwilligen Basis seinerselbst, da er vom Kölner Jugendamt darum gebeten worden sei. Weder das Kölner Ordnungsamt noch das nordrhein-westfälische Innenministerium hätten hier im Vorwege auf eine Jugendgefährdung erkannt.
Nun, dass in verantwortungsvollen Positionen bei Weitem nicht immer auch verantwortungsvolle Charaktere oder fähige Köpfe verwalten und entscheiden, ist uns hinlänglich bekannt. Wie krank aber möglicherweise schon deren eigene Seelen sind, um die Gefährdung und die seelische Vergiftung, schlichtweg um die sehr eindeutige Gewaltverherrlichung nicht zu erkennen, entzieht sich zwar unserer Kenntnis, lässt dennoch ein beängstigendes und bereits fortgeschrittenes Stadium bei den Verantwortlichen mutmaßen. Abschließend sei hierzu gesagt, dass ernsthaft Erkrankte bis zur Gesundung behandelt werden müssten, bevor sie ihrer beruflichen Tätigkeit weiter nachgehen sollten oder können. Es wird um Nachbesserung gebeten…
“Man muss diesen Wahnsinn verbieten”
Box-Experte, Autor und Kabarettist Werner Schneyder erkennt in der Mixed-Martial-Arts-Veranstaltung ebenfalls keine Sportart, was unseren uneingeschränkten Beifall verdient. So scheint auch ihm der Wellensittich im Käfig ein angenehmerer Zeitgenosse zu sein, als zwei “menschliche” Kampfhähne hinter Gittern, deren Flügelschlag der Massivverletzung oder gar Eliminierung des Gegners dienen soll. Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gegenüber äußerte er unter anderem:
“Ultimate Fighting ist eine Anleitung zur Unbedenklichkeit von Gewalt - das ist in einer Gesellschaft, die darunter leidet, dass es auf Schulhöfen immer brutaler zugeht, absolut unverantwortlich. Dieser ‘Sport’ brutalisiert und betrügt gleichzeitig. Denn wenn die ‘Regeln’, die Ultimate Fighting verkündet, ernst genommen würden, hätten wir Tote und Querschnittsgelähmte. Dann ginge diesem perversen Zirkus das Menschenmaterial aus. (…) Wenn eine Gesellschaft die öffentliche Propagierung dieser Gewalt durch missverstandene Liberalität in Kauf nimmt, dann macht sie sich schuldig. Es gibt nur eine Möglichkeit: Man muss diesen Wahnsinn verbieten.”
Weiter macht Schneyder aufmerksam: “Sollte es zu einer Klage kommen und dieser Arena-Mann gewinnen, dann kann man der deutschen Justiz nicht mehr helfen. Wir haben da die gleiche Problematik wie bei den Naziaufmärschen. Wenn eine Gesellschaft, eine Bürgerschaft sagt, sie wünscht das nicht, aber nicht in der Lage ist, dieses Wünschen, dieses Wollen in die Tat umzusetzen, gibt sie sich auf. Einem Veranstalter wie Lieberberg, der sich an so etwas beteiligt, müsste man sofort den Gewerbeschein entziehen.”
Dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Bleibt uns allenfalls die Hoffnung, dass die Gesellschaft an dieser Erkenntnis gesundet und statt Kämpfer des Ultimate Fightings die verantwortlichen der Zerstörung unserer kultiviert-zivilisierten Gesellschaft hinter Gitter bringt.











Klaus Frey
Wenngleich dem Artikel eigentlich nichts mehr hinzuzufügen ist, sollte in die Überlegungen mit einbezogen werden, dass sich nach geltendem Recht jeder Teilnehmer - je nach den Folgen seiner Handlungen- zumindest der vorsätzlichen Körperverletzung schuldig macht. Eine rechtfertigende Einwilligung der Teilnehmer kann es wegen §228 StGB nicht geben, da solche Gewaltorgien jedenfalls in iunserem Kulturkreis ohne jeden Zweifel sittenwidrig sind. Somit wäre noch zu prüfen, ob es sich bei den Veranstaltern nicht per se um kriminelle Vereinigungen handelt.
K. Winters
Wie soll ich sagen? Dieser Artikel ist ein Gedicht! Und bei Gedichten würde man urteilen: Es hat das richtige Versmaß. Bei Artikeln, wie diesem, behaupte ich mal: Er hat das richtige Zeilenmaß! Denn mehr Aufmerksamkeit als nötig sollte man solchen Events wirklich nicht schenken. Wie ich aus einer Reihe Ihrer Artikel entnehmen kann, scheinen Sie sich ja ohnehin sehr für Gewaltfreiheit und Frieden einzusetzen. Das kann und sollte man nur unterstützen!
@Klaus Frey: Auch Ihren Hinweis finde ich hervorragend. Aber wenn es sich möglicherweise bei den Veranstaltern um kriminelle Vereinigungen handeln sollte, machen sich ja eigentlich auch die zustimmenden behörden einer “Mittäterschaft” schuldig.
Rudolf Kipp
Teilweise verstehe ich die Aufregung nicht ganz. Schließlich nehmen die Akteure ja alle freiwillig daran teil. Und die Zuschauer sehen sich das Spektakel ja auch freiwillig an.
Klaus Frey
@ Rudolf Kipp: Wenn es künftig als Sport bezeichnet werden sollte, sich mich Schusswaffen öffentlich zu duellieren, würde Ihre Argumentation dies auch rechtfertigen. eine zivilisierte Gesellschaft sollte solche atavistischen Rückfälle nicht nur überwunden haben, sondern auch für die Zukunft zu verhindern wissen. Deshalb kennt unser Recht insoweit keine Freiwilligkeit, denn der Maßstab der Sittenwidrigkeit setzt hier dankenswerter Weise Grenzen.
@K. Winters: Das sehe ich genau wie Sie; wenn die zuständigen Behörden diesem kriminellen Treiben keinen Riegel vorschieben, machen sie sich nicht nur zu Mittätern im Rechtssinn, sondern begehen ein Verbrechen an unseren Kindern. Es möge sich dann keiner der Untätigen über irgendwelche U-bahnschläger ereifern, sondern besser direkt in den Spiegel sehen.
Helmut Rohe
Hallo, Julien Germain, Ihr Artikel ist goldrichtig. Nur leider passt Ihr aufreissereisches Foto zwar zum Thema aber leider nicht zum Inhalt Ihrer Aussage. So machen es alle Medien. Sie berichten angewidert, lassen aber keine widrigen Details und keine aufreisserischen Fotos aus. Ein Foto mit dem Käfig aber vor der bluttriefenden Phase hätte es auch getan.
Rolf Ehlers
Ein bemerkenswerter Beitreg mit bemerkenswerten Kommentaren! Ein Kampf, bei dem es leicht vorkommen kann, dass ein Finger ein Auge aussticht, schwerste Kopfverletzungen und übelste Hämatome durch kaum gepolstere Faustschläge und
sogar Ellbogenstöße verursacht werden, verstößt nach dem Grundsatz des “volnti non fit iniuria” nicht gegen das Strafrecht. Da der Kampf zwar wenige Regeln hat, aber dennoch nach einem nachvollziehbaren Regelwerk abläuft und schwere Verletzungen zwar vorkommen können, aber nicht einkalkuliert sind, wird die Einwilligung in das Tun wie bei anderen Sportarten auch nicht als sittenwiderig angesehen. Das jedenfalls ist der Stand der Rechtsprechung. Beim Boxen, das ja durch Klitschkos, Maske und Halmich regelrecht für das Fernsehen hoffähig gemacht wurde, kommen - gerade beim gefährlichen Schwergewicht - vergleichbar schlimme Verletzungen vor. Nicht weit davon entfernt ist auch K1. Das dusselige
Schauwrestling, das schlimmer aussieht ist gegen solche ernsten Kämpfe regelrecht harmlos.
Ultimate Fighting kommt mir vom Ansehen her allerdings wirklich viel abstoßender vor, weil es den Anblick völlig rücksichtslosen erbarmunsgslosen Kampfes bis zum letzten Atemzug macht und damit atavistischer ist als jeder andere mir bekannte
Kampf. Das ist zwar keine Krieg, sieht aber aus wie der bitterste Nahkampf im
Schützengraben.
Dennoch: die Rechtslage wird sich nicht ändern. Wir müssen mit diesen Brutalitäten leben wie mit den vielen Geschmacklosigkeiten im Fernsehen von plattester Comedy bis Big Brother und hirnverbrannten Ratespielchen zum Abzocken der gewinnsüchtigen Allerdümmsten (mit Freilegung des Busens der Anpreiserin). Da hilft eben nur eins: abschalten!
Daniel
Mir scheint es eher so zu sein, daß MMA-Kämpfe zwar recht brutal aussehen, aber nicht besonders brutal sind. Wenigstens fordern Boxkämpfe und Fußballspiele weltweit auf den Teilnehmer runtergerechnet wesentlich mehr Schwerverletzte, sind also gefährlicher. Es fließt weniger Blut, aber das sollte kaum das interessante Kriterium sein. Von daher halten auch die juristischen Einwände kaum stand: wenn man Boxen darf, dann darf man auch MMA machen.
Abgesehen davon stimmt “wenn eine Gesellschaft, eine Bürgerschaft sagt, sie wünscht das nicht, aber nicht in der Lage ist, dieses Wünschen, dieses Wollen in die Tat umzusetzen, gibt sie sich auf” ja eben gerade nicht. Es gibt kein Kollektiv “Gesellschaft”, es gibt einzelne Individuen, die im großen und ganzen vier Meinungen zu vertreten scheinen:
1) “Wow, cool, da mach ich mit”
2) “Wow, cool, das guck ich mir an”
3) “Schrecklich, sofort Lizenz entziehen”
4) “Ist mir egal”
Schneyder sagt also “1,2 und 4 existieren nicht” und “ich will, dass alle sich an meine Moralvorstellungen halten”. Ich finde das viel schlimmer für eine freie Gesellschaft (hihi), als daß sich irgendwo ein paar Deppen die Birne einhauen. Ich schließe mich Rolf an, wir müssen akzeptieren, daß nicht jeder unsere Moral teilt und so lange sie uns nicht damit belästigen sondern sich alle Schäden auf die Kämpfer zurückfallen, sehe ich da kein Problem. Das ist gerade der Unterschied zu Nazis, deren Redefreiheit nicht (wenigstens nicht wesentlich) eingeschränkt ist, aber die mit der ganzen Härte des Staates bestraft werden, wenn sie ihre Gesellschaftsordnung Unbeteiligten (wie uns) aufzwingen wollen oder Gewalt gegen dritte ausüben.
Tikvah Sielbeck
Respekt! So wie es Autor und Werner Schneyder sehen, sollten es wahrlich mehr Menschen sehen, wenn sie nicht für völlig pervers abgestempelt werden wollen. Übermäßige Gewalt an sich ist nämlich keine Aggression, sondern einfach nur die perverse und unbeherrschte Ausartung einer Aggression, die man im Normalfall sehr wohl im Griff haben kann. Und solche Events wie dieser hier, sind für einen kontrollierten und zivilisierten Menschen dermaßen abstoßend, dass die Aussage eines solch abstoßenden Fotos wie das, das diesem Artikel zugedacht wurde, mehr als passend ist, ja, von der Grausamkeit fast sogar noch zu schwach ausgewählt wurde. Hiermit sei gleichzeitig der Kommentar von Herrn Rohe beantwortet, da ich ein solches Foto vielmehr als total realistisch anstatt als reißerisch empfinde. Für die Zigarettenschachteln überlegt man sich gerade sehr ähnliche und noch grausamere Ekelbilder, um den Raucher vom Rauchen abzuhalten. Wäre schön, wenn sowas auch mit solchen unmenschlichen Events wie Ultimate Fighting klappen würde.
Herrn Ehlers muss ich leider widersprechen: NEIN! Wir müssen NICHT mit diesen Brutalitäten leben. Wir müssen uns lediglich dagegen wehren. Eben, wie Werner Schneyder es gesagt haben soll: “Wenn eine Gesellschaft die öffentliche Propagierung dieser Gewalt durch missverstandene Liberalität in Kauf nimmt, dann macht sie sich schuldig. Es gibt nur eine Möglichkeit: Man muss diesen Wahnsinn verbieten.” Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, Herr Ehlers, aber genau diese Einstellung, dass man mit dem, was uns vorgesetzt wird, leben müsste, lässt uns auf der Stelle treten. Im Gegenteil: Wir müssen aufstehen gegen das, was uns nicht passt. Gegen das, was uns kaputt macht. Gegen das, was kriminell ist. Gegen das, was uns verdummen soll. Gegen das, was uns stört. Gegen das, was unsere Rechte beschneidet!
Chris
@ Daniel
Was Sie hier äußern, ist falschverstandene Demokratie! Demokratie ist kein rechtsfreier Raum und auch Demokratie hat seine Grenzen. Hier geht es nicht darum, dass diese Art von Darbietungen jemand toll oder gut findet, sondern hier geht es ganz einfach darum, dass eine Gesellschaft, egal wie das Individuum in ihr geschaffen ist, vor solch einem entbehrlichen Müll geschützt wird. Es geht um Jugendschutz, einer Jugend, der wir gerade genug zumuten. Es geht auch um vermeidbare Körperverletzung und um Gewaltverherrlichung, die eine zivilisierte Gesellschaft sehr wohl entbehren kann und sollte. Es geht auch nicht um “zwei Deppen, die sich die Birne einhauen wollen”. Deppen können das, wenn sie es denn wollen, gern auch weiter untereinander tun. Wie gesagt: UNTEREINANDER! Man muss dies nicht zur Schau stellen und dadurch die Menschen unnötig zu Gewaltaten inspirieren. Hier hat die esellschaft eine ganz eindeutige Verantwortung!!!
Jurij Below
Für mich das ist eine Geschmacksache.
Einziges was dabei ich schlimm finde, die Jugendlichen dadurch noch mehr als schon durch Kosum, Lügen der Politik und Willkür der Finaz- und Wirtschaft Haie bereits völlig irritiert sind, noch mehr irritiert werdem.
Dieser Art Gewalt als “Sport” ganz bestimmt ein Nachahmung findet.
Wie bekannt die junge Seelen manchmal bis 20-25 nicht genug reif sind um zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.
Das zu verbieten hat auch keinen Sinn - dann wird illegal noch schlimmer was vorgeführt.
Auch diskutieren darüber noch weniger Sinn hat. Man kann aber seine Eloquenz über, was offensichtlich der Autor hier macht…
Bulli
Wie btte? Ausgerechnet in der Schwulenhauptstadt Köln fand dieses Theater statt? Kann mir gar nicht vorstellen, dass so viele Schwule an einer perversen Schlägerei interessiert sind :-) Na gut… Köln hat in NRW natürlich ein ziemlich großes Einzugsgebiet. - Übrigens sehr interessante Kommentare.
@Daniel… Sagen Sie mal, haben Sie Kinder? Wenn nicht, dann schaffen Sie sich bitte keine an. Bei einer so ausgeprägten Verantwortungslosigkeit würden mir Ihre armen Kinder nur leid tun und die Super-Nanny überlastet werden!
Guillaume
Nun ja, recht hat er - aber eigentlich sind diese Art menschlicher Vergnügungen nicht wirklich neu. Gibt es nicht in der Geschichte der Menschheit zahlreiche Beispiele für ähnlich blutige Spiele. Die Verrohung der Menschen, bei weitem nicht nur der Jugendlichen, ist nur ein Indiz dafür das etwas schlecht läuft in unserer Gesellschaft.
Faule und Inkompetente Erzieherinnen, LehrerInnen, PolitikerInnen, die immer nur nach mehr Geld für sich schreien, dehnen Kinder und Jugendliche im Grunde egal sind. Eltern dehnen von den Medien suggeriert wird , Konsum ist Lebenszweck, die ihre Kinder nur bekommen wenn Prämien bezahlt werden. Die von der Wirtschaft postulierte Idealfamilie, bestehend aus Mutter und Tochter, also wieder Konsumdefiniert. Wer ist denn noch bereit Vorbild zu sein? Julien, engagieren Sie sich für und mit den Jugendlichen, kämpfen Sie gegen die vorherrschende Clique der Ignoranz, der Eigensucht und des schein heiligen Gutmenschentums. Ich habe es getan und es ist verdammt mühsam. Fangen wir an, es gibt viel zu tun!
Rolf Ehlers
@Tikvah Sielbeck: Ich glaube, ich muss Ihnen Recht geben. Zwar können wir nach der gegebenen Rechtslage unsere Behörden nicht erfolgreich zum Einschreiten bringen. Wir sollten die Situation aber auch nicht einfach hinnehmen, sondern uns gegen diese ekligen Geschmacklosigkeiten zur Wehr setzen!
Der Staat tut sich seit eh und je schwer, mit Geschmacklosigkeiten richtig umzugehen.
Denken Sie nur an das Baurecht. Viele Bauordnungen kennen als einzige Maßnahme der Behörden das Verbot der allerschrecklichsten Verschandelungen. Auf der Skala von Schön bis Unerträglich werden uns als Nutzern des mit Gebäuden zugestellten öffenltichen Raumes “im Interesse der Freiheit aller” zu allermeist schäbige und einfallslose Bauwerke vor die Nase gesetzt. Im öffentlichen Raum des halbstaatlichen und des privaten Fernsehens sieht es in allen Ländern der Erde genau so aus. Die Freiheit der Gestalter wird genutzt, um die Bevölkerung zu verblöden.
Es gäbe Möglichkeiten, unter Wahrung der Freiheit sorgsam auf die in die Öffentlichkeit gesetzten Phänomene einzuwirken. Das setzt aber eine große Initiative voraus, zuerst ein grüpndliches Nachdenekendarüber wo die Grenzen liegen sollen und dann ein abgestuftes Vorgehen unter Beteiligung weiter Kreise der Bevölkerung. Leicht ist das nicht, daher wird sich wohl auch so schnell nichts tun. Derweil wird unsere Welt wird immer ärmer und wegen der maßlosen Brutalitäten des Ultimate Fighting auch roher und primitiver.
Wolfgang Buck
Danke für diesen sehr lesenswerten Artikel.
Ich bezweifle, dass die Neandertaler (Homo Sapiens Neanderthalensis) aus reinem Vergnügen sich gegenseitig die Birne blutig geklopft haben. Und aus reiner Profitsucht schon gar nicht.
So etwas schafft nur der Homo Sapiens Sapiens. Und das unter dieser Gattung auch noch welche sind, die die ganze Show “cool” finden oder denen es egal ist, weil ja alle Akteure “freiwillig” handeln macht die Sache auch nicht besser.
Die letzten 2.000 Jahre von Jesus bis Kant scheinen an manchen Zeitgenossen völlig spurlos vobeigezogen zu sein.
Rainhelt
Ach Leute, habt ihr euch immer noch nicht damit abgefunden, dass der Mensch ein brutales Tier ist? Glaubt denn wirklich jemand, dass man Gewalt und Leid verhindert, indem man Sie tabuisiert und aus der Öffentlichkeit verbannt?
Na dann laßt uns nicht mehr über Armut reden, dann gibts morgen keine Hartz IV Empfänger mehr. Lasst uns Nachrichten von Kriegen aus den Nachrichten verbannen, dann haben wir morgen den Weltfrieden…
karl
wieso willkommen neantertal. von dem ist doch so gut wie nichts überliefert. eher ist das doch die gewaltätigleit von christen die hier verherrlicht wird.
karl
Zur Rettung des menschlichen Anteils, der die Menschen von den Tieren unterscheiden soll….so einen blödsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen. der unterschied zwischen mensch und tier besteht daran, daß tiere keine massenmörder sind.
Bernd
Mir ist es unverständlich wie scheinbar intellektuelle Menschen so einseitig und polemisch argumentieren. Auch ich finde dieses Spektakel brutal und werde mir es deshalb nicht mehr anschauen. Trotzdem habe ich mir die Mühe einer gründlichen Recherche gemacht und bin dabei auf offensichtliche Lücken in den allgemein vorgetragenen Argumenten gestoßen:
1. Werner Schneyer war jahrzehntelang Box-Kommentator und ist bekennender Box-Fan. Wie kann er als moralische Instanz aufgeführt werden, während beim Boxen jedes Jahr Athleten sterben?
2. Die Veranstalter haben den Zutritt ab 18 reguliert und die Sendung wird erst ab 23.00 Uhr im TV ausgestrahlt. Falls alle Eltern ihren erzieherischen Pflichten nachkommen, dürfe kein einziger Minderjähriger jemals diesen Sport gesehen haben. Stattdessen werden in den Abendnachrichten Bilder von “Blut-Boxer” (Athur Abraham) und “Knast-Boxern” (Jürgen Brähmer) heroisiert und so als Vorbild für die Jugend dargestellt.
3. Der Autor schreibt von unserer kultiviert-zivilisierten Gesellschaft, die durch diesen Sport verdummt wird. Auch hier werden Moralvorstellungen wohl angechaltet wie ein Licht-Schalter, oder wie kann ich mir die mehr als 10 Artikel über Deutschland such den Superstar erklären, die der Autor im letzten Jahr, nicht gerade kritisch, veröffentlicht hat?
Abschließend: Ja, der Artikel ist stylistisch wunderbar - aber gerade in solch wichtigen Diskussionen sollte “form follows functions” doch lieber der Anspruch sein.
Rolf Ehlers
@Rainheld: Dass der Mensch ein brutales Tier sei, ist ebenso ein (falsches) Vorurteil wie die Behauptung, dass Tiere brutal wären.
Fleischfresser müssen töten und tun dies regelmäßig nicht aus Freude daran, sondern weil es für sie unerlässlich ist. Vielleicht haben Sie dann auch eine natürliche Freude an ihrem geschickten Tun und freuen sich über ihre Leistung. Aber brutal ist das nur in unseren Augen, wenn wir mit unserer Menschenbrille hinschauen.
Man hat beim Menschen immer das Gen für Empathie und Altruismus gesucht, aber nicht gefunden. Dafür hat man aber in der Endokrinologie entdeckt, dass eine gute Versorgung mit dem Schlüsselhormon Serotonin dazu führt, dass der Mensch ausgeglichen wird, besonnen und zuleich tolerant. Man nennt dieses Hormon daher auch das “Sozialhormon.”
Das alles hat mit Gut und Böse nichts zu tun. Es heißt nur, dass wir in guter gesundheitlicher Verfassung, zu der auch eine ausgewogene zerebrale Hormonlage gehört, gar nicht generell aggressiv oder gar brutal sind - ganz im Gegenteil!
Bulli
@Bernd… Sie schreiben da: “3. Der Autor schreibt von unserer kultiviert-zivilisierten Gesellschaft, die durch diesen Sport verdummt wird.”
Da müssen Sie sich wohl gründlich verlesen haben, von “Sport” war bei Julien Germain nie die Rede! Das wäre wohl auh das Allerletzte, wenn diese primitive Schlägerei auch noch als “Sport” anerkannt würde.
Und einen Werner Schneyer kenne ich nicht. Sollten Sie vielleicht Werner Schneyder meinen, so gebe ich Ihnen in diesem Punkt recht, da das Boxen in meine Augen ebenfalls ein Event ist (manche dürfen hier sogar Sport sagen!), der verboten gehört. Aber offensichtlich sieht Herr Schneyder zwischen dem Boxen und dem Ultimate Fighting noch große Unterschiede. Und als moralische Instanz ist der Herr Schneyder wohl sicher nicht aufgeführt worden, aber zumindest als ein Prominenter, der sich gegen das Ultimate Fighting in genau richtiger Weise ausspricht.
carpos
@bernd
Dankeschön! Wenigstens einer den ich nicht als “Mitläufer” bezeichnen möchte! ;-)
Bernd
Vielen Dank für diesen konstruktiven Kommentar Bulli (oder englisch bully?) Ich werde meine Rechtschreibung demnächst sorgfältiger überprüfen.
Aber genau diese Art von “Diskussion” habe ich ja angesprochen. Jeder hat das Recht auf seine persönliche Meinung - solange aber Anderen ihre Meinung im Namen der Allgemeinheit verboten wird, können wir das Gespräch auch auf Bild Online fortsetzen.
Thorsten
@ Rainhelt
“Ach Leute, habt ihr euch immer noch nicht damit abgefunden, dass der Mensch ein brutales Tier ist?”
Tut mir leid wenn ich mich noch nicht damit abgefunden habe!
Rainhelt
@Rolf Ehlers: Da haben sie mich missverstanden. Mit Brutalität meine ich mit Nichten die Jagd… Mir geht es um andere Effekte, die völlig normal sind. Rang- und Revierkämpfe laufen immer wieder aus dem Ruder, unter Affen gibt es Kriege, bei denen gezielt Säuglinge getötet werden, und und und…
Das Leben ist weder Gleichgewicht, Friede oder Ringlpitz mit Anfassen, sondern in aller erster Linie Kampf. Genau dieser ist schließlich die Antriebsfeder der Evolution (oder gar jeder Entwicklung)…
Mal einen Schwank, der evtl. zum Thema passt:
Ich war vor kurzem in Israel. Man kann dort niemandem einen unverantwortungsvollen Umgang mit kleinen Kindern vorwerfen (beide Kulturen vor Ort gehen auffallend reizend mit ihren Kindern um). Aber eines fällt sofort auf. Jungs sieht man eigentlich nur raufender Weise durch die Souks kullern. Erst wenn es unkontrolliert wird (ja, die Hormone)greift mal jemand ein. Dagegen gibts hier für ein mal Schuppsen auf dem Spielplatz eine halbstündige Predigt… Ich finde das traurig und unnatürlich. Eine starke Wettbewerbsorientierung erreicht man so nicht…
@Thorsten: Genau das ist das Problem. Denn die Schlussfolgerung ist zwangsläufig, dass Sie Menschen nicht akzeptieren, die sich damit abgefunden haben… ;)
Torres
Ich bin ein sehr großer Fan des Kampfsports und des Wettbewerbs, sehe das alles als sinnvolle Körperertüchtigung, als Selbstverteidigungsschule und ästhetische Sportarten. “Ultimate Fighting” hat allerdings damit wirklich gar nichts zu tun. “Ultimate Fighting” ist total abartig und dient nur den Veranstaltern zu sehr viel Geld zu kommen, das ihnen sensationsgeile, in meinen Augen kranke und pervers veranlagte Zuschauer in den Rachen werfen. Sorry, aber ich könnte kotzen!!!
GISA
Wenn man sich wirklich alle Mühe gibt, seine Kinder vernünftig großzuziehen, ihnen die nötigen Werte zu vermitteln, die sie im Leben brauchen, ihnen Anstand und Benehmen beibringt, wie es die Gesellschaft “eigentlich” von ihnen erwartet und sie dann in so ein Umfeld von Hass und Gewalt entlassen muss…
…dann kann man doch nur noch hoffen, dass sie zu diesem Zeitpunkt die charakterliche Stärke aufweisen, um sich von diesem Mist eindeutig abzugrenzen.
Wie viele Kinder aber können das nicht? Das Verantwortungsgefühl unserer extrem oberflächlichen und gleichzeitig profitsüchtigen Gesellschaft ist gleich Null. Oder ist es einfach nur Dummheit?
Ultimate Fighting - Die endgültige Verrohung >> >> Womblog [Worte oder mehr]
[…] Von Julien Germain | Readers Edition | - Das Ende der “Menschlichkeit” In Köln fand am 13. Juni 2009 das erste deutsche “Ultimate Fighting“-Spektakel in der Lanxess-Arena statt. Die Veranstaltungsstätte, deren Tickets zwischen 55 und 285 Euro kosteten und nur für Erwachsene ab 18 Jahren ausgegeben wurden, war restlos ausverkauft und bewies damit, dass es auch in Deutschland ein großes Potential für die ultimative Gewaltverherrlichung gibt, die dem ohnehin hohen Klientel für angewandte Gewalt auf Deutschlands Schulhöfen und Straßen zudem auch noch als beispielloses Vorbild unkontrollierter Zerstörung dient. […]
Friedbert Frhr. von Waldersee
Wie schrieb doch Julien Germain in einem seiner letzten Artikel:
“Ein Held kann nur sein, der es gelernt hat, seine Mitmenschen von der Notwendigkeit der Gewaltfreiheit zu überzeugen. Ein Versager ist hingegen, wer ohne Ehrfurcht vor Existenzen und Geschaffenem, ein Werkzeug der Zerstörung ist.”
Besser hätte man es wirklich nicht sagen können, denn einjeder von uns ist lernfähig, wenn er dazu bereit ist. Und wer dazulernt, wird eines Tages auch bemerken, was Recht und was Unrecht ist. Nach meiner persönlichen Überzeugung hat der Mensch die Aufgabe, sich zu sozialisieren, d.h. nicht gegen die Gesellschaft und ihre Werte zu arbeiten, sondern mit ihr in einen symbiotischen Einklang zu gelangen. Gegenseitige Verantwortung, Hilfsbereitschaft und Unterstützung Hilfsbedürftiger, Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Werte sind eigentlich die Grundvoraussetzungen für eine harmonisierende Gesellschaft, die es anzustreben gilt. Diejenigen, die nur zerstören können, haben da noch sehr viel Lernarbeit vor sich. Aber genau das ist unsere Aufgabe: Lernen und immer wieder dazu lernen. Bis zur Perfektion? Nein. Perfekt wird mit Sicherheit kein Mensch, aber er sollte dazu lernen bis zu einer gesunden Reife, die auch unsere Gesellschaft und ihn selbst gesunden lässt.
Und dann gibt es da noch Spektakel wie “Ultimate Fighting” sowie Artverwandtes. Was ist daran für die Gesellschaft nützlich oder hilfreich? Gut: Wie in den Kommentaren teils schon erwähnt, mögen wohl die Umsätze für den Veranstalter recht hilfreich sein. Hilfreich ist ein solches Event vielleicht auch für einige Menschen, die daraus ihre Lehren ziehen, wie man es besser und anders machen kann. Hilfreich ist es wohl ebenfalls für die Mediziner und die Pharmaindustrie, wenn Schwerverletzte, sofern sie überlebt haben, versorgt werden müssen. Im Sinne eines vernünftigen, menschlichen Miteinanders jedoch verbietet mir jede Logik, etwas Nützliches oder gar Hilfreiches zu erkennen. Die Widerwärtigkeit solcher Prügelaktionen wird meinerseits nicht nur dick unterstrichen, sondern sie sind auch angesichts der hohen Gewaltbereitschaft in unserem Lande strikt zu vernachlässigen. Wenn es in diesem Zusammenhang nicht einmal mehr deutsche Behörden zu geben scheint, die diesem Missbrauch demokratischer Rechte, gerade auch in Bezug auf Jugendschutz, Einhalt gebieten, müssen wir ganz eindeutig dafür kämpfen, dass wir wieder Verantwortliche auf die Behördenstühle bekommen, die auch tatsächlich Verantwortung für unsere Gesellschaft tragen und übernehmen. In diesem Zusammenhang anerkennende Worte meinerseits an Kommentator Tikvah Sielbeck, der da schrieb: “Aufstehen gegen das, was uns nicht passt”. Ja genau, aber umgehend bitte, besser gestern als morgen!
Readers Edition » Best of Readers Edition - eine Wochenbilanz
[…] Bereits am vergangenen Sonntag ist ein weiteres “Reizthema” auf der Readers Edition aufgetaucht. “Ultimate Fighting - Die endgültige Verrohung” titelt Julien Germain und löst damit eine spannende Diskussion über Sinn und Unsinn der Kölner Veranstaltung am 13. Juni dieses Jahres aus. Restlos ausverkauft sei diese gewesen, berichtet der Autor. In seinen Augen ein Zeugnis dafür, dass “es auch in Deutschland ein großes Potential für die ultimative Gewaltverherrlichung gibt”. Denn Ultimate Fighting ist nicht einfach nur ein Kampf. Wie der Name schon verrät, wird hier bis zum Letzten gegangen. “Draufhauen bis das Blut spritzt!”, so lautet das erschreckende Motto. Mit Sport hat das seiner Meinung nach jedenfalls wenig zu tun und er fragt ganz unverblümt: “Wie krank ist die menschliche Seele?” […]
hobbit
@ Rainhelt
Ist das Leben, wie Sie schreiben, wirklich “überwiegend ein Kampf”? Für den, der es so sieht, vielleicht. Doch selbst, wenn es für Sie selbst Kampf bedeutet, so bedeutet doch Kampf nicht gleich Brutalität. Anders gesagt: Wenn ich um einen Arbeitsplatz oder um die Zuneigung eines Menschen kämpfe, werde ich in diesen meinen Kampf auf gar keinen Fall Brutalitäten einfließen lassen. Es ist doch wohl ein riesiger Unterschied, ob ich körperliche Gewalt anwende oder aus eigenen Interessen heraus auf eben zivilisiertem Weg für etwas kämpfe, was mich weiterbringt. Aus Ihren Worten erkennt man ja geradezu eine Verschmelzung von Durchsetzungsvermögen, verbalen und schriftlichen Interessenkonfliktskämpfen und einer massiven, brutalen Körperverletzung. Wenn immer das Leben auch für Sie in aller erster Linie Kampf bedeutet, so sollte man gerade diese Unterschiede kennen und verdeutlichen. Anderenfalls läuft unsere Gesellschaft Gefahr, dass auch ihre Kinder soetwas nicht mehr lernen werden.
Und dann sollen wir uns damit abfinden, dass der Mensch ein “brutales Tier” ist? Keinesfalls! Gott seis gedankt, dass ich in meinem Umfeld andere Menschen kenne, von denen viele andere noch etwas lernen könnten.
“Glaubt denn wirklich jemand, dass man Gewalt und Leid verhindert, indem man Sie tabuisiert und aus der Öffentlichkeit verbannt?” fragen Sie weiter.
Meine Antwort darauf: Nein, das glaube ich nicht. Aber ich glaube fest, dass man das Klientel unserer Gesellschaft, das dafür verantwortlich zeichnet, dass es so viel Leid und Gewalt gibt, mit solchen Blutrausch-Events und anderen Gewaltverharmlosungen oder- verherrlichungen nicht auch noch in ihrem Denken und Handeln unterstützen sollte. Wenn Sie Ihrem Kind immer nur Erbsensuppe kochen, wird es niemals erfahren, wie ein Steak schmeckt.
“Na dann laßt uns nicht mehr über Armut reden, dann gibts morgen keine Hartz IV Empfänger mehr. Lasst uns Nachrichten von Kriegen aus den Nachrichten verbannen, dann haben wir morgen den Weltfrieden…” führen Sie weiter aus.
In meinem eigenen Umfeld gibt es allein sieben Arbeitslosengeld II-Empfänger (Ich vermeide bewusst “Hartz IV”, da Hartz genauso kriminell war, wie die deutsche Uraufführung des Ultimate Fightings). Nach meinem Kenntnisstand ist von diesen 7 Menschen, die vom Existenzminimum leben müssen, nicht einer gewalttätig oder kriminell geworden. Ja, auch das gibt es! Kriege werden wir natürlich nicht aus den Nachrichten verbannen können, aber wir können daran erkennen, wie grausam. falsch und entbehrlich so ein Krieg doch ist und es künftig selbst besser machen.
Ich habe sehr oft den Eindruck, dass viele Menschen ganz einfach ein Feindbild brauchen, an dem sie sich abreagieren können. Gibt es zur Aggressionsbewältigung nicht bereits viel bessere Methoden? Ich denke schon!
karl
ehlers: also sie schreiben mitunter auch einen reduktionistischen dummsinn. sie wollen doch nicht allenernstes behaupten, pflanzenfresser würden nicht töten? ich glaube, daß die gemeinsame kochstelle, die fleischzubereitung und teilung mit anderen viel mehr den altruismus und teilungsbereitschaft und sozialen gestus des menschen evolutionär entwickelt hat.
Rolf Ehlers
@Karl Nagel: Ich melde mich hier nur kurz zu Wort, um auch hier klar zu machen, dass ich Sie wegen Ihrer ständigen Lügen und Verdrehungen nicht als Gesprächspartner akzeptiere und Ihnen deshalb auch nicht antworte. Wenn Sie allerdings mal wieder den Rahmen der Legalität verlassen, rufe ich vielleicht die
Ermittlungsbehörden an.
Tikvah Sielbeck
@Rainhelt
Sie wollen Wettbewerbsorientierung durch anerzogene Gewalt? Was für ein haarsträubender Unsinn. Und in Deutschland gibt es wegen Herumschubsens eine halbstündige Predigt? Wenn dem mal so wäre, ist mir aber verborgen geblieben. Übrigens komme ich selber aus Israel und kann auch Ihre dortigen Beobachtungen nicht unbedingt bestätigen. Da gibt es, genau wie in Deutschland, die einen und auch die anderen. Sie pauschalieren da viel zu sehr die tatsächlichen Dinge, die sich täglich zutragen. Soll ich Ihnen was sagen? Es gibt hüben wie drüben nur die schlecht und die gut erzogenen Kinder. Und zu einer guten Erziehung gehören auch das Beibringen von Respekt und Akzeptanz des anderen sowie das Aufzeigen vermeidbarer Gewalt. Es würde schon lächerlich anmuten, wenn sie irgendwann alle einmal im Erwachsenalter wie die Kampfhähne aufeinander losgehen, nur, weil sie es damals nicht anders gelernt haben. Es ist ohnehin nicht zu verstehen, dass sich “reife”, erwachsene Menschen diese geistige Blöße geben. Von denen kann die Jugend natürlich am allerwenigsten lernen.
karl
pflanzenfresser müssen töten, damit sie überleben können.
Readers Edition » Scharfrichter Deutschland
[…] Events wie “Ultimate Fighting” kommen da natürlich auch gerade recht, um dem Bürger die rücksichtslose “Ästhetik” des Nahkampfs im Blutrausch näher zu bringen. […]
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[…] Events wie “Ultimate Fighting” kommen da natürlich auch gerade recht, um dem Bürger die rücksichtslose “Ästhetik” des Nahkampfs im Blutrausch näher zu bringen. […]
Gisa
Lieber Autor, manchmal können Artikel wie dieser wahrscheinlich tatsächlich zum Nachdenken und zum Erfolg führen, denn jetzt soll endlich ein Verbot von Ultimate Fighting erfolgen. Siehe hier:
http://www.n-tv.de/politik/Union-will-Ende-der-Kaefig-Kaempfe-article468573.html