In der öffentlichen Wahrnehmung gibt es einen unausgesprochenen Konsens. Auf der einen Seite gibt es die Guten. Das sind jene Institutionen oder Personen, die sich die Rettung unseres Planeten auf die Fahnen geschrieben haben. Diese handeln aus Motiven der Menschlichkeit, des Schutzes der Umwelt oder für mehr soziale Gerechtigkeit. Auf der anderen Seite stehen die internationalen Großkonzerne, deren alleiniges Anliegen ist es, skrupellos Menschen und natürliche Ressourcen zum Ziele der Gewinnmaximierung auszubeuten.
Als Konsequenz ergibt sich, dass jede Firma, die sich für die Ziele der Umweltschutzbewegung einsetzt dies nicht aus Gewinnsucht macht, sondern sich aus altruistischen Gründen aktiv für den Erhalt unseres Planeten einsetzt. Und jedem, der kritisch die Ziele oder Methoden von Umweltschutzgruppen hinterfragt, wird vorgeworfen er werde von der Großindustrie bezahlt. Was hierbei gerne übersehen wird ist, dass auch die Umweltschutzindustrie von handfesten finanziellen Interessen angetrieben wird. Schließlich erwartet die Branche gerade in diesem Bereich in der Zukunft Milliardengewinne.
Finanzielle Möglichkeiten wurden früh erkannt
Die Möglichkeit Profit aus einer zunehmenden Umweltangst zu ziehen haben die Versicherungsgesellschaften bereits sehr früh erkannt. Die Motivation dahinter wird deutlich wenn man sich vor Augen hält, dass sich Versicherungsprämien aus der zu versichernden Schadenssumme und aus dem Risiko eines Schadens errechnen. Also kann eine Versicherungsgesellschaft auch bei einem vermeintlich höheren Risiko eine höhere Versicherungsprämie verlangen. Aus diesem Blickwinkel ist es nur plausibel, wenn Versicherer Risiken gerne größer darstellen, als sie tatsächlich sind.
Besondere Weitsicht bewies in dieser Hinsicht die Münchner Rück. Diese hat in einer Publikation bereits 1973 damit begonnen auf die Gefahren einer Erderwärmung durch einen erhöhten CO2-Gehaltes in der Erdatmosphäre hinzuweisen (hier, hier). 1974 stellte das Unternehmen den ersten Geowissenschaftler für das Kompetenzzentrum Geo-Risiko-Management ein. Heute sind hier Wissenschaftler aus allen einschlägigen Fachrichtungen wie Meteorologie, Hydrologie, Seismologie, Geologie, Geophysik und Geographie damit beschäftigt, Studien zur Risikoabschätzung von Klimaveränderungen zu erstellen.
Wissenschaftler und NGOs wurden mit ins Boot geholt
Aber auch externe Institute, die helfen die Risikowahrnehmung auf gewünscht hohem Level zu halten, werden von der Münchner Rück nach Kräften unterstützt. So fördert der Versicherer etwa das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) über den Verein der Freunde des PIK. Dieses Institut mit seinem Direktor Hans Joachim Schellnhuber gilt als einer der vehementesten Verfechter der CO2-Klima-Hypothese in Deutschland. Ergänzt werden diese Aktivitäten durch Unterstützung von Regierungs- und Nicht-Regierung-Organisationen wie der Financial Initiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP FI) oder dem Global Roundtable on Climate Change (hier).
Wenn es darum geht die Folgen eines Klimawandels möglichst desaströs darzustellen, stört es die Münchner Rück auch wenig, wenn dabei der Pfad der exakten Wissenschaften verlassen wird. So wurde Ende 2008 in einer Pressemitteilung verkündet: „Die Katastrophenzahlen von 2008 bestätigen, dass ein Klimaabkommen dringen benötigt wird.“ Die Katastrophenzahlen kamen aus einer Auflistung der 10 größten Naturkatastrophen 2008, welche die Münchner Rück zur gleichen Zeit publik machte. Dumm nur, dass die Auflistung kaum Schäden enthielt, die direkt mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden können (auch hier). Eine kürzlich zusammen mit dem Worldwatch Institut veröffentlichte Studie der Münchner Rück kam dann auch zu dem Ergebnis, dass die vermehrten Versicherungsschäden durch Unwetter vor allem aufgrund von Bevölkerungswachstum, Industrialisierung und der Besiedlung gefährdeter Gebiete auftreten. Schäden aufgrund des Klimawandels würden erst für die Zukunft erwartet.
Klimawandel als neues Milliardengeschäft
Dass der Klimawandel und die Weltweiten Aktion zur Vermeidung eines solchen für die Münchner Rück hingegen vor allem ein Milliardengeschäft bedeuten, gab deren Vorstandsmitglied Thorsten Jeworrek in einem Interview mit der FAZ im Jahr 2007 auch unumwunden zu:
„Wenn der Klimawandel beherrschbar gemacht wird, überwiegen für unser Unternehmen die Chancen. Einerseits steigt dann die Nachfrage nach Versicherungsschutz gegen Naturkatastrophen. Andererseits eröffnen sich für uns zusätzliche Geschäftschancen durch den Versicherungsbedarf für neue Technologien zur Energieerzeugung.
…Nehmen Sie Windparks, die etwa in Asien aufgebaut werden. Beim Bau entsteht Versicherungsbedarf, das ist traditionelles Geschäft. Aber wir können auch die Leistung der Windkraftanlage versichern – das Risiko also, dass, wenn der Wind zu schwach ist, die Räder stillstehen. Das können wir durch unser meteorologisches Wissen abschätzen.
…Klimaschutz-Geschäfte sind ein wesentlicher Teil unseres neuen Wachstumsprogramms ‘Changing Gear’. Bis 2010 rechnen wir alleine aus den sogenannten Kyoto-Policen mit zusätzlichen Prämien im mittleren zweistelligen Millionenbereich. “
So ist es nur konsequent, wenn die Münchner Rück alles daran setzt, dass die politischen Weichen richtig gestellt werden damit die weltweiten Maßnahmen, von denen sie sich die Gewinne der Zukunft erhofft, auch wirklich umgesetzt werden.
Ein Aufrechterhalten der Katastrophenstimmung nützt den Versicherern
Zu diesem Zweck veranstaltete der Versicherer vor kurzem in Italien eine Konferenz zur Eindämmung der Naturgewalten. Neben den üblichen Warnungen vor zunehmenden Katastrophen wurden auch Auswege präsentiert.
„Gleichzeitig aber bieten sich bei aktivem Gegensteuern gegen den Klimawandel in Italien etwa durch den Ausbau der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen erhebliche Chancen.“
Die „erheblichen Chancen“ von denen hier die Rede ist würden sich nach der Darstellung von Thorsten Jeworrek wohl auch der Münchner Rück, vor allem in Finanzieller Hinsicht, bieten.
Jüngstes Beispiel der Beeinflussung der öffentlichen Meinung beim Thema Klimawandel durch die Münchner Rück stellt der vor kurzem von Kofi Annan vorgestellte „Human Impact Report“ des Global Humanitarian Forums dar. Dieser Bericht malte in düsteren Farben die Folgen des Klimawandels für Umwelt und Menschen aus und beziffert die jährlichen „Klimaopfer“ auf über 300.000. Maßgeblich an der Erstellung beteiligt waren wieder einmal die Experten des PIK und des Kompetenzzentrums Geo-Risiko-Mangement aus München. Die Studie jedoch ist voll mit methodischen Fehlern und Vereinfachungen. Roger A. Pileke Jr., ein Politikwissenschaftler an der Universität von Colorado, der sich mit dem Studium von Katastrophentrends beschäftigt, nannte den Forum-Report eine „methodische Peinlichkeit“ (auch hier). So werden in dem Report wild die Opferzahlen von Erdbeben und Unwettern von 1980 und 2005 verglichen und nahezu 100% der gefundenen Unterschiede dem Klimawandel zugeschoben. Ein Vorgehen, dass leider eher die Regel ist, wenn es darum geht in der Bevölkerung das richtige Bewusstsein zu Erzeugen.
Ende dieses Jahres werden sich wieder einmal tausende Abgesandte aus der ganzen Welt treffen, um ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll zu verhandeln. Bis es so weit ist wird der politische Boden weiter bereitet werden, um in den Köpfen der Politiker und der Bevölkerung die notwendige „Bereitschaft“ für einschneidende Maßnahmen zu erzeugen. Alle Interessengruppen die von den „Klimaschutzmaßnahmen“ profitieren werden ihren Teil dazu beitragen auch weiterhin die Untergangsstimmung aufrecht zu erhalten. Grund genug, sich bei jeder neuen Meldung über eine bevorstehende Katastrophe zu fragen: Qui bono, wem nützt es?
Photo/Quelle:Â Gerd Altmann via Pixelio
“In der öffentlichen Wahrnehmung gibt es einen unausgesprochenen Konsens. Auf der einen Seite gibt es die Guten. [...] Auf der anderen Seite stehen die internationalen Großkonzerne.”
Größtmöglicher Unsinn!!!
Dies ist das Weltbild aller Schwarz-Weißmaler, aller Kleingeister, die sich für das Schlechte in der Welt Verschwörungstheorien basteln müssen, da Ihnen die Wirklichkeitkeit zu komplex ist: Die Versicherungen, die sich mit NGOs und Wissenschaftler zur Ausbeutung der Menschen zusammentun. Traurig, wenn solche Theorien das Etikett Bürgerjournalismus tragen: Beiträge zur Bürgerverblödung wäre treffender!
Ich bitte um Entschuldigung für die Begriffe “Unsinn” und “Verblödung”! Mir ist leider nichts Treffenderes in wohlfeiler Sprache eingefallen.