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	<title>Kommentare zu: Das Libet-Experiment und die FÃ¤higkeit, nein zu sagen.</title>
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	<description>Das deutsche Bürgerjournalismus-Portal</description>
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		<title>Von: Rolf Ehlers</title>
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		<dc:creator>Rolf Ehlers</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jun 2009 10:27:36 +0000</pubDate>
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		<description>Eine wunderschÃ¶ne Betrachtung! Mir fÃ¤llt dazu der seiner Zeit weit vorauseilende Beitrag von Heinrich von Kleist ein, dessen Titel schon die Ã¼berraschende Aussage
preisgibt:

&quot;Ãœber die allmÃ¤hliche Verfertigung der Gedanken beim Reden!&quot;

Das Reden zeigt ganz deutlich die VolatilitÃ¤t der Aussage. AuÃŸer dass man wie manche Ãœbervorsichtige, besonders MÃ¤nner, die wie Thomas Mann jede ihrer Ã„uÃŸerungen zigfach hin und her wÃ¤gen, bevor sie sie Ã¶ffentlich machen, haben wir einen geistigen Mechanismus in uns, der uns ohne durchgÃ¤ngige rationale Kontrolle
ganze Reden schwingen lÃ¤sst. Da sprudeln die SÃ¤tze nur so aus uns heraus und wir 
hatten keine Gelegenheit, sie vorher grÃ¼ndlich zu prÃ¼fen. 

Ganz im hier angesprochenen Sinne kann der Redner aber zu dem, was sich ohne 
bewusste Kontrolle in ihm als Aussage geformt hat, auch &quot;Nein&quot; sagen. Er muss sich - wie im Beispiel mit der Reaktion im Strapenverkehr - rasend schnell entscheiden, ob er die Dinge so laufen lÃ¤sst, wie sie aus ihm herauskommen. Und er kann es wirklich! 

Ob all das aber wirklich Argumente sind fÃ¼r oder gegen einen freien Willen, muss m.E. dahin stehen. Gleich wie kompliziert die Mechanismen in unserem Hirn sind,
ob wir genetisch, hormonell oder anders funktional gesteuert sind, man kann jedenfalls derzeit nicht sicher wissen, was da &quot;frei&quot; ist, weil diese Steuermechanismen ihrerseits wieder Steuerungen unterliegen, die tatsÃ¤chlich auch dem psychischen Einfluss des Menschen unterliegen. Als Beispiel dazu fallen mir die von der Wissenschaft entdeckten Steuerproteine ein, die unsere Gne zu- und abschalten kÃ¶nnen. Ob allerdings diese Schaltungen durch EinflÃ¼sse von auÃŸen auf die Psyche und dann in einer inneren Reaktion darauf oder von innen - vom&quot;freien Willen&quot; - bedient werden, bleibt eine philosophische Frage.

Mir scheint ohnehin, dass die Natruwissenschaftler, wenn sie ihr eigenes Terrain verlassen und die Welt zu erklÃ¤ren versuchen, alles von der notwendigen philosphischen Skepsis Ã¼ber Bord werfen, was in Jahrhunderten philosophischer Arbeit als unverzichtbar ekannt wurde.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Eine wunderschÃ¶ne Betrachtung! Mir fÃ¤llt dazu der seiner Zeit weit vorauseilende Beitrag von Heinrich von Kleist ein, dessen Titel schon die Ã¼berraschende Aussage<br />
preisgibt:</p>
<p>&#8220;Ãœber die allmÃ¤hliche Verfertigung der Gedanken beim Reden!&#8221;</p>
<p>Das Reden zeigt ganz deutlich die VolatilitÃ¤t der Aussage. AuÃŸer dass man wie manche Ãœbervorsichtige, besonders MÃ¤nner, die wie Thomas Mann jede ihrer Ã„uÃŸerungen zigfach hin und her wÃ¤gen, bevor sie sie Ã¶ffentlich machen, haben wir einen geistigen Mechanismus in uns, der uns ohne durchgÃ¤ngige rationale Kontrolle<br />
ganze Reden schwingen lÃ¤sst. Da sprudeln die SÃ¤tze nur so aus uns heraus und wir<br />
hatten keine Gelegenheit, sie vorher grÃ¼ndlich zu prÃ¼fen. </p>
<p>Ganz im hier angesprochenen Sinne kann der Redner aber zu dem, was sich ohne<br />
bewusste Kontrolle in ihm als Aussage geformt hat, auch &#8220;Nein&#8221; sagen. Er muss sich &#8211; wie im Beispiel mit der Reaktion im Strapenverkehr &#8211; rasend schnell entscheiden, ob er die Dinge so laufen lÃ¤sst, wie sie aus ihm herauskommen. Und er kann es wirklich! </p>
<p>Ob all das aber wirklich Argumente sind fÃ¼r oder gegen einen freien Willen, muss m.E. dahin stehen. Gleich wie kompliziert die Mechanismen in unserem Hirn sind,<br />
ob wir genetisch, hormonell oder anders funktional gesteuert sind, man kann jedenfalls derzeit nicht sicher wissen, was da &#8220;frei&#8221; ist, weil diese Steuermechanismen ihrerseits wieder Steuerungen unterliegen, die tatsÃ¤chlich auch dem psychischen Einfluss des Menschen unterliegen. Als Beispiel dazu fallen mir die von der Wissenschaft entdeckten Steuerproteine ein, die unsere Gne zu- und abschalten kÃ¶nnen. Ob allerdings diese Schaltungen durch EinflÃ¼sse von auÃŸen auf die Psyche und dann in einer inneren Reaktion darauf oder von innen &#8211; vom&#8221;freien Willen&#8221; &#8211; bedient werden, bleibt eine philosophische Frage.</p>
<p>Mir scheint ohnehin, dass die Natruwissenschaftler, wenn sie ihr eigenes Terrain verlassen und die Welt zu erklÃ¤ren versuchen, alles von der notwendigen philosphischen Skepsis Ã¼ber Bord werfen, was in Jahrhunderten philosophischer Arbeit als unverzichtbar ekannt wurde.</p>
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