Täter und Opfer zugleich

Andreas Varesis Roman “Die Gräfin Báthory” läuft am 25. Juni im CinemaxX an Sie war schön, intelligent und mächtig, aber nicht bereit, zu akzeptieren, dass Männer die Regeln nach Belieben manipulieren. Europa zu Beginn des 17. Jahrhunderts: Gräfin Erzebet Báthory, gespielt von Julie Delpy, gilt als mächtigste Frau im Land.

tert1.jpgAndreas Varesis Roman “Die Gräfin Báthory” läuft am 25. Juni im CinemaxX an

Sie war schön, intelligent und mächtig, aber nicht bereit, zu akzeptieren, dass Männer die Regeln nach Belieben manipulieren. Europa zu Beginn des 17. Jahrhunderts: Gräfin Erzebet Báthory, gespielt von Julie Delpy, gilt als mächtigste Frau im Land. Auf einem Fest lernt sie den weitaus jüngeren Istvan (Daniel Brühl) kennen. Leidenschaftlich verlieben sich die beiden ineinander. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer: Istvans Vater, Graf Thurzo (William Hurt), zwingt seinen Sohn, den Kontakt zu Erzebet abzubrechen und beginnt ein intrigantes Spiel. Sein Plan geht auf: Erzebet vermutet eine Zurückweisung aufgrund des hohen Altersunterschiedes und erliegt, getrieben von Sehnsucht und Enttäuschung, der bizarren Idee, das Blut jungfräulicher Mädchen verhelfe ihr zu ewiger Jugend und Schönheit.

Immer mehr junge Frauen werden daraufhin auf ihr Schloss gebracht. Erzebets wahnhaftes Verhalten steigert sich zusehends. Sie setzt schließlich alles aufs Spiel – ihren Ruf, ihren Stand, ihr Leben – um für Istvan schön und attraktiv zu sein. Zu spät erkennt sie, dass sie das Opfer politischer Intrigen und Machtkämpfe wurde, an deren Spitze der Vater ihres Geliebten steht…

Julie Delpys historisches Drama “Die Gräfin” erzählt die wahre und spannende Geschichte dieser außergewöhnlichen Frau, um die sich im Lauf der Jahrhunderte unzählige Legenden und Gerüchte rankten. Für Julie Delpy ist Erzebet Báthory keinesfalls die “Blutgräfin” des langlebigen Mythos, sondern eine vielschichtige Figur zwischen Gut und Böse.
tert2.jpgEindringlich, ja berührend zeichnet Delpy das Porträt dieser faszinierenden Person als moderne Frauenfigur in historischem Gewand. Nach “2 Tage Paris” ist “Die Gräfin” die neue Regiearbeit von Julie Delpy. An ihrer Seite steht eine glanzvolle Besetzung mit Sebastian Blomberg als intriganter Spitzel, Anamaria Marinca als ihre Vertraute und Anna Maria Mühe als ihr erstes Opfer. Den schwierigsten Part übernahm die Regisseurin selbst: Als Erzebet Báthory gelingt Julie Delpy ein großartiger Drahtseilakt – Täter und Opfer zugleich.

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