Zum 13. Juli 2009 hat die weltgrößte Rückversicherung, die Münchner Rückversicherung AG, einen Kreis von noch nicht genannten 40 deutschen Unternehmen und “die Politik” zur Vorbereitung eines Industrieprojekts von historischer Dimension eingeladen. Nach außen gedrungen ist, dass die Siemans AG und die Deutsche Bank dabei sein sollen. Auch wurde die Investitiongröße genannt: 400 Milliarden Euro soll es kosten.
Das Kind hat auch einen Namen: Desertec. Auf einer Fläche von der Größe Mallorcas sollen Solar-Kraftwerke, Windparks und Meerwasserentsalungsanlagen in Nordafrika und im Nahen Osten Aftika und Europa von Öl, Erdgas und Uran unabhängig machen.
Eine technischer Besonderheit ist die, dass statt der Nutzung herkömmlicher Photovoltaik-Anlagen, die den Strom direkt erzeugen, über Spiegel bündeln Sonnenlicht gebündelt werden soll, wodurch ein Spezialöl erhitzt werden soll, dessen Wärme Wasser verdampfen soll, das dann Turbinen antreiben soll. Modell dafür sind erfolgreich arbeitende Anlagen in der Mojave-Wüsten in den USA.
Wettbewerbsfähig in zehn bis 15 Jahren
Eigentlich sollte man sagen, dass der Menschheit kaum etwas Besseres passieren könnte. Aber bieten die Betreiber die Gewähr, dass dieses Mammutprojekt auch im Interesse der Menschen in Afrika und Europa dienen wird? Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek erklärte bereits, dass sich das Projekt langfrist selbst tragen solle. “Es braucht natürlich am Anfang eine gewisse Investitionssicherheit, zum Beispiel eine Abnahmegarantie zu einem bestimmten Preis.” Der Strom dürfe aber nicht dauerhaft subventioniert werden. Nach seiner Meinung werde Desertec ,”in zehn bis 15 Jahren” wettbewerbsfähig sein.
Kann man glauben, dass es den Konzernen um mehr geht, als sich bei der kaum noch aufschiebbaren Umstellung auf die Erneuerbaren Energien unverzichtbar zu machen, um auf diesem Sektor künftig die Preise und damit ihre Gewinne selbst zu bestimmen? Die Garantien sollen natürlich wieder die Staaten geben, also letzlich wir Verbraucher. Der Gedanke, künftig den Strom einmal billiger als bisher liefern zu können oder auch nur zu wollen, kommt gar nicht erst auf.
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Liebe RE-Redaktion,
es handelt sich nicht um EIN Sonnenkraft von der Größe Mallorcas, sondern um viele KLEINE und DEZENTRALE Kraftwerke.
Weiterhin soll in den Wüsten keine Photovoltaik-Technik eingesetzt werden, sondern CSP-Technologie (Spiegel). Ihr hier verwendetes Bild ist irreführend. Photovoltaik kommt allerdings auch im DESERTEC-Konzept vor und schließt diese Technologie nicht aus. Auch andere erneuerbare Energien spielen eine Rolle.
Ein entscheidender Beitrag zum Klimaschutz und mit Hinblick auf die Energieknappheit der nächsten Jahrzehnte durchaus sinnvoll. Öl und Kohle lassen sich auch sinnvoller einsetzen, als diese zu verfeuern.