“Ran an die Kunst!”

Vom 30. Juli bis zum 29. August steht Bayreuth ganz im Zeichen des “Festivals junger Künstler” Während die umtriebige Würzburgerin Margot Müller wahrscheinlich gerade ihre alljährliche Fahrt zum grünen Hügel plant, dröhnen in den Kinderzimmern der etwas jüngeren Generation laute Bässe. Hier laufen Bushido oder Mark Medlock. Klassik? Das findet

fegye.jpgVom 30. Juli bis zum 29. August steht Bayreuth ganz im Zeichen des “Festivals junger Künstler”

Während die umtriebige Würzburgerin Margot Müller wahrscheinlich gerade ihre alljährliche Fahrt zum grünen Hügel plant, dröhnen in den Kinderzimmern der etwas jüngeren Generation laute Bässe. Hier laufen Bushido oder Mark Medlock. Klassik? Das findet sich bei den Kids heutzutage eher nicht. Als uncool ist sie verschrien. Out ist, wer sich näher damit befasst.

In Bayreuth, der Stadt der Richard-Wagner-Festspiele, wird im Rahmen des zeitgleich stattfindenden 59. Festivals junger Künstler gegen solche Vorurteile angearbeitet. “Ran an die Kunst!” lautet das Motto in diesem Jahr. “Der Ring des Nibelungen” in einem Workshop spielerisch kennen lernen steht dann ebenso auf dem Programm wie verschiedene Kurse, in denen die Kinder und Jugendlichen zum Beispiel auch ihr eigenes Talent entdecken können. Als “Probebühne für die Jugend der Welt” hat der Bayreuther Schriftsteller Martin Gregor-Dellin das bunte Treiben in den Sommermonaten einmal bezeichnet. Seit 1950 hat sich das nun bewährt. Rund 25.000 junge Menschen aus 80 Nationen haben bisher am Festival junger Künstler teilgenommen und durch Kontakte mit unterschiedlichen Kulturkreisen und bedeutenden Künstlern Vorurteile abgebaut sowie eine weiter gespannte Sicht der Dinge entwickeln können.

“Richard Wagner und Frankreich”

Viele praktische Einblicke und intensive Teilnahme an künstlerischen Prozessen von Meisterkursen für Kammermusik, Symphonieorchester, Musiktheater, Lied, Literatur, Komposition bis hin zum Kulturmanagement wurden seitdem ermöglicht, unzählige Konzerte gegeben, Werkstattgespräche geführt und CDs produziert – immer dicht dran am prominenten Geschehen auf dem Hügel. Doch nicht nur auf die “Festspielkinder” wird der Verein “Internationales Jugend-Festspieltreffen Bayreuth e.V.” im Zuge des Education-Modells in diesem Jahr wieder besonderes Augenmerk legen. Getreu dem bewährten Prinzip “Wagner und…” wird dem berühmten Komponisten heuer “Frankreich” zur Seite gestellt.

Das Land, zu dem er eine lebenslange Beziehung hatte, stellt den Leitfaden der Programme des diesjährigen Festivals, im Symphonieorchester, den Kammerkonzerten, dem Klavierworkshop und dem Symposium dar. So gibt es während des gut 50 Termine umfassenden Festivals zum Beispiel “Klanglandschaften und poetische Streifzüge”, Wissenswertes über die heutige Wagner-Rezeption in Frankreich oder seine “Hungerjahre und Tannhäuserskandal – Richard Wagner in Paris”. Los geht es jedoch mit “Butterfly – Coshiva in concert” am 30. Juli um 20.00 Uhr im Harmoniehof, Altes Schloss.

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