Über den Termin wurde in den letzten Tagen immer wieder gerungen und spekuliert. Jetzt aber ist das Geld auf den Konten der ersten Kunden. Nicht nur die deutschen Anleger der Kaupthing Bank, sondern auch Kunden aus Österreich, der Schweiz und England hatten sich seit März 2008 von hohen Zinsen auf Tagesgeld- und Festgeldkonten locken lassen. Das Aus für die isländische Bank kam jedoch so schnell wie sie zuvor neue Kunden angezogen hatte. Und damit begann für ihre Kunden die Angst um die Ersparnisse.
Am 10. Oktober 2008 verkündete die Homepage der Kaupthing Edge Deutschland (Zweigniederlassung der Kaupþing Banki hf.), dass eine “Verfügung der Tagesgeld- und Festgeldkonten derzeit nicht möglich ist”. Quasi über Nacht war es den Anlegern nicht einmal mehr möglich, ihren Kontostand online abzufragen. Die isländische Finanzaufsicht hatte die Kontrolle der Bank übernommen und alle Geldbewegungen gestoppt. Bereits am nächsten Tag reagierte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin mit einem Moratorium gegen die Niederlassung der Kauthing Bank. Die Kunden schwankten zwischen Schockstarre und Hoffnung.
Ironie des Schicksals: Die Homepage warb auch noch Wochen nach dem Zusammenbruch der Bank mit den einstmals versprochenen Tagesgeldzinsen von über fünf Prozent.
Die heutige Auszahlung der Einlagen ist beinahe vergleichbar mit der Geburt eines Kindes: Fast neun Monate später war es wieder die Homepage der Kaupthing Bank, die den deutschen Anlegern die “frohe Nachricht” verkündete. Die Rückzahlung der Einlagen hat begonnen. Gerne vergisst man nach einer solch schwierigen Schwangerschaft – die mit Sorgen um die Gesundheit und das Überleben der Spareinlagen verbunden war – die versprochenen Zinsen. Diese wird der gebeutelte Anleger wohl nie sehen.
Rückblende: Die aufregende Geschichte einer Geldanlage
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März 2008: Die deutsche Niederlassung der Kaupþing Banki hf. wird gegründet und wirbt mit hohen Zinsen.
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8. Oktober 2008: Die Kaupthing Bank sperrt den Zugriff auf die Konten. Die isländische Finanzaufsicht FME übernimmt die Kontrolle über die Bank.
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9. Oktober 2008: Die deutsche Finanzaufsicht BaFin verhängt ein Moratorium über die deutsche Niederlassung der Kaupthing Bank.
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30. Oktober 2008: Der isländische Einlagensicherungsfond TIF bestätigt seine Zuständigkeit gegenüber den deutschen Anlegern und verspricht diese zu entschädigen.
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31. Oktober 2008: Die isländische Finanzaufsicht stellt die Zahlungsunfähigkeit der Muttergesellschaft fest und macht damit den Weg zur Auszahlung der Einlagen bis zu 20.887 Euro je Anleger frei.
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22. Mai 2009: Die Kaupthing Bank versendet Kundenbriefe, in denen die Ansprüche gegen die Bank begründet werden können.
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22. Juni 2009: Die BaFin hebt ihr Moratorium gegen die Kauthing Bank Deutschland auf, nachdem die isländische Regierung eine bedingungslose Entschädigung der deutschen Anleger zusichert.
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25. Juni 2009: Erste Zahlungen gehen auf den Konten der ehemaligen Kaupthing-Kunden ein.
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Es ist vorbei