Der Streit um die von Shell geplante Corrib Gaspipeline/Raffinerie (siehe Readers Edition Artikel vom 13.11.2006, 29.08.2008 und 10.09.2008) nimmt zunehmend dramatischere Formen an. In der Nacht des 11. Juni 2009 verschafften sich vier maskierte Männer gewaltsam Zutritt zum Fischerboot des bekennenden Pipeline-Gegners Pat O’ Donnell und sperrten ihn und sein Crewmitglied Martin McDonnell in die Steuerkajüte ein.
Anschließend wurde das Boot, die Iona Isle, Leck geschlagen und die beiden Männer ihrem Schicksal überlassen. Beide Männer konnten gerade noch rechtzeitig gerettet werden und mussten die Nacht im Krankenhaus in Castlebar verbringen. Über die Ereignisse in dieser Nacht berichtete Mr. O’Donnell der irischen Zeitung The Mayo News (englischsprachig).
Dieser Vorfall schürt den Verdacht, dass die für Shell tätigen Sicherheitsmitarbeiter der Firma IRMS an dem Anschlag beteiligt waren, was Shell jedoch ausdrücklich verneint. IRMS machte bereits nach dem Angriff auf Goldman Preisträger und Shell2Sea Aktivist Willie Corduff (siehe auch Interview auf http://www.youtube.com/corribgascrisis) Ende April 2009 und nach der Ermordung des früheren IRMS Mitarbeiters Michael Dwyer in Bolivien, der zuvor auch mehrere Monate in Mayo tätig war, Schlagzeilen.
Seit gestern befindet sich das weltweit größte Rohrverlegungsschiff, die Solitaire, erneut auf den Weg in die Broadhaven Bay, um die im letzten Jahr unterbrochenen Verlegearbeiten für die umstrittene Gaspipeline fortzusetzen. Unterstützt werden die Arbeiten erneut von einem massiven Polizeiaufgebot sowie der irischen Marine, die aktuell ein Schiff, die LE Emer, in Broadhaven Bay stationiert hat. Der Einsatz weiterer Kriegsschiffe ist nicht ausgeschlossen. Die Verlegearbeiten sollen am 26. Juni 2009 beginnen.
Aktuellen Meldungen zufolge wurde Pat O’Donnell sowie etliche andere Fischer bei dem Versuch, ihre Fanggründe in Broadhaven Bay zu verteidigen, von Polizei- und Marinekräften auf ihren Booten überwältigt.
Den Bürgerprotest gegen das umstrittene Projekt (englisch) organisiert das Kampagnenbündnis Shell to Sea (englisch). Seine Sicht über das Projekt teilt Shell auf seiner irischen Website mit. Deutschsprachige Informationen zum Thema sind auf den Shell to Sea Websites Deutschland und Schweiz zu finden.
Mal wieder denkt man, das man sich in einem leicht überzogenen Tatort befindet.
Ratlos macht mich, dass in unserer Tagespresse Meldungen über diese kaum finden . Bin froh, dass Sabine klar und präzise beschreibt, auf wen hier der Verdacht fällt. Über das Wirken dieser sogenannter Sicherheitsfirmen lässt sich wahrscheinlich keine weitere Klarheit herstellen, zu stark die Auftraggeber.
Profit macht wieder alles möglich …