Lage in Nordkorea spitzt sich zu

Die Ereignisse um den Tod des legendären „King of Pop“, Michael Jackson, haben die Medien derzeit fest im Griff. Doch geriet dabei auch ein zentrales Thema der letzten Wochen aus dem Mittelpunkt der Öffentlichkeit: Das allseits für seine Drohgebärden bekannte Nordkorea. Grund genug also, die Geschehnisse der letzten Zeit auf

nk3.jpgDie Ereignisse um den Tod des legendären „King of Pop“, Michael Jackson, haben die Medien derzeit fest im Griff. Doch geriet dabei auch ein zentrales Thema der letzten Wochen aus dem Mittelpunkt der Öffentlichkeit: Das allseits für seine Drohgebärden bekannte Nordkorea. Grund genug also, die Geschehnisse der letzten Zeit auf der koreanischen Halbinsel einmal näher zu betrachten.

Immerhin: Kürzlich veröffentlichten Berechnungen der Zentralbank in Südkorea zufolge, wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des kommunistischen Staates zum ersten Mal seit 2005 um ganze 3,7 Prozent. Anlass für große Hoffnungen ist dies jedoch nicht unbedingt. Die positive Entwicklung sei vielmehr auf „einmalige Faktoren“ zurückzuführen wie etwa höhere Produktionsraten in der Landwirtschaft infolge von gutem Wetter oder auch Lieferungen von Ressourcen aus dem Ausland.

Der systematisch von innen heraus isolierte Staat hat bereits seit vielen Jahren mit einer enormen Güterknappheit zu kämpfen. Insbesondere auf dem Land mangelt es an grundsätzlichen Waren wie Nahrung oder Strom. Da verwundert es nicht, dass Hilfslieferungen aus dem Ausland längst eine tragende Säule der angeschlagenen Wirtschaft geworden sind. Doch die Beziehungen zum Ausland haben sich infolge des nordkoreanischen Atomprogramms jüngst dramatisch zugespitzt und sorgen so für eine noch stärkere Abschottung des ohnehin gezeichneten Staates. Aufrüstung trotz Armut – ein Motto, dem kein zweiter Staatschef so konsequent folgt, wie Kim Yong-il, der Machthaber im Land.

Die Gerüchte um eine mögliche nukleare Aufrüstung sorgten nun vermutlich auch dafür, dass Südkorea weitere Maßnahmen zur Selbstverteidigung ergriffen hat. Am Sonntag berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap, man habe sein Arsenal um insgesamt 40 Boden-Luft-Raketen aus den USA erweitert. Es ist jedoch nicht nur die wachsende atomare Bedrohung, die die internationale Gemeinschaft in Atem hält. Die Verurteilung zweier US-Journalistinnen zu zwölf Jahren Arbeitslager wegen Grenzübertritts sorgte, wie nicht selten, für zusätzliche Spannungen. Zwar ist es fraglich, ob die beiden Frauen unter ähnlichen Bedingungen inhaftiert werden, wie ihre Mitgefangenen nordkoreanischer Abstammung, aber ein Beweis für die wenig kooperative politische Linie in Pjöngjang ist es allemal. Zumindest konnte vor fünf Tagen erstmals ein westlicher Diplomat mit den Journalistinnen Kontakt aufnehmen. Der schwedische Botschafter in Pjöngjang, Mats Foyer, habe laut US-Außenamtssprecher Ian Kelly, die Gefangenen persönlich treffen dürfen. Ein vollständiger Bericht der schwedischen Regierung wird noch erwartet.

Wie sich die zukünftige politische Lage um das kommunistische Regime entwickeln wird, ist ungewiss. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit lässt sich jedoch schnell erahnen, dass hier mit einem hohen Maß an Unberechenbarkeit agiert wird. Nachdem die Beziehungen zu seinem demokratischen Nachbarn im Süden vor längerer Zeit erstmals wieder eine Besserung erfuhren und sogar die Einrichtung einer gemeinsamen wirtschaftlichen Sonderzone beschlossen wurde, steht das geteilte Land nun wieder am Rande einer Eskalation. Ob der Sohn des Diktators, Kim Jong-un, der erst vor kurzem der Öffentlichkeit als Nachfolger präsentiert wurde, an dieser Lage etwas ändern wird, bleibt abzuwarten.

Photo via Pixelio

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