Der Titel wirft gleich das Credo des Autors auf, das sich mit großer Deutlichkeit durch alle Teile seines Buches zieht: Dr. Gunter Frank, Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren und erfahrener Ernährungsexperte, Titel: “Lizenz zum Essen.”, Untertitel: “Stressfrei essen.Gewichtssorgen vergessen.”, 333 S. Piper, 2009, 16,90 €.
Das Buch ist mit 333 Seiten ein wenig lang. Es ist aber flott geschrieben und auch für einen medizinischen oder naturwissenchaftlichen Laien gut zu lesen. Weil das Buch zudem gespickt ist mit hochinteressanten Darlegungen aus Medizin und Ernährungswissenschaft, ist es sowohl für Laien wie für Fachleute eine sehr empfehlenswerte Lektüre. Dies sage ich mit voller Überzeugung, obwohl ich dem Autor in einigen wichtigen Fragen nicht folgen kann.
Wer sich wie viele von uns ständig mit Gewichtssorgen plagt, mit seiner Figur nicht zufrieden ist, seine Pölsterchen, den Bauch und die Hüftrollen hasst und durch die doch immer nur gut gemeinten (?) Vorschläge und Ratschläge Dritter, doch endlich abzunehmen, endlos gestresst ist, wird gern hören, was Frank ihm zum Trost sagt. Der schlimmste Verursacher von übertriebenem Übergewicht ist der Stress. Stress im Beruf, Stress in der Familie – besonders aber der Stress ständig seine Nahrungsaufnahme zu kontrollieren und sein Gewicht zu beachten. Frank rät zu Recht dazu, sich diesem Stress nicht weiter auszusetzen.
Mollige und hagere Typen
Zunächst einmal müssen wir akzeptieren, dass jeder von uns seinen eigenen Körperbautypus hat. Wer von Natur aus ein molliger Typ ist, wird sich niemals in einen hagern Typen verwandeln. Zudem ist der von Natur aus rundlichere Mensch ein viel besserer “Futterverwerter” als eine lange hagere Latte von Mensch. In der indischen Medizin spricht man vom schwachen oder starken “Verdauungsfeuer.” Frank bestätigt die neueren Erkenntnisse wie etwa von Hans-Ulrich Grimm (“Die Kalorienlüge”, 2008), dass es müßig ist, die Kalorienz zu zählen oder Fett zu meiden. Frank verweist auf die Ergebnisse der VERA-Studie, eine der größten Ernährungsstudien, die in Deutschland je durchgeführt wurden. Sie zeigte, dass es zwischen der Menge der aufgenommenen Kalorien und der Höhe des Körpergewichts keinerlei Zusammenhänge gibt!
Warum Esskontrolle nicht funktioniert
Sehr anschaulich erklärt Frank die psychologischen und physiologischen Gründe für den Eintritt des Jojo-Effekts nach jeder willkürlichen Gewichtsreduzierung (Diät). Frei nach Wolf Biermanns: “Denn was verboten ist, das macht uns gerade scharf”, werden wir von unserem Unterbewusstsein immer wieder auf die Einladungen zum Essen gestoßen, die wir doch bewusst weglassen wollten. Frank nennt dies “ironische Prozesse”, die unsere bewussten Kontrollversuche wirksam sabotieren. Was sich unserem Unbewussten einmal als besonders “gut” eingeprägt hat, und sei es ein Eisbein oder eine Sahnetorte, danach verlangt es uns eben immer wieder. Physiologisch gesehen haben wir ein gut funktionierendes Kontrollsystem, das unablässig bemüht ist, die Gesamtbilanz der aufgenommenen Energiemenge pro Tag konstant zu halten. Verzichten wir in unserer Nahrung auf energiereches Fett, drängt es uns, zum Ausgleich mehr Süßes zu essen. Daher ist die ganze Fettvermeidung, auf die seit Jahrzehnten gesetzt wurde, ein fürchterlicher Unfug.
Franks Fazit: “Wer mit Diäten und Esskontrolle abnehmen will, kämpft gegen zwei übermächtige Gegner, sein Unbewusstes und seinen Stoffwechsel. Schon kleine Belastungen wie Ärger zuhause, Stress am Arbeitsplatz oder Schlafmangel, werden alle Diätabsichten sabotieren. Diäten sind Hungerphasen und somit eine der schlimmsten Gefahren für unseren Körper. Aber unser Unbewusstes ist lernfähig und schützt die Diäterfahrenen durch zusätzliche Fettpolster vor zukünftigen Diäten.”
Stressabbau ist der Schlüssel zur Lösung
Franks Lösung ist der Stressabbau auf allen Ebenen. Unter Stress produziert die Nebennierenrinde Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol, die sich wenn sie nicht gebremst werden, zur berüchtigten Stresskaskade aufschaukeln. Stress setzt nach Frank aber auch im Hypothalamus, der zentralnervösen Steuerzentrale für eine Vielzahl überlebenswichtiger unbewusster Vorgänge wie Hunger, Appetit, Biorhythmus und Körpertemperatur, aber auch das Steuerhormon CRH (Corticotropin Releasing Hormone) frei. Parallel werden von der Hypophyse weitere Steuerhormone ausgeschüttet wie z.B. Corticotropin und ACTH (adrenocorticotropes Hormon). Nach Frank verhindern diese Steuerhormone normalerweise die Entstehung der Stresskaskade, sind dazu aber bei anhaltendem Dauerstress angeblich nicht mehr in der Lage. Warum er das in vorderster Front für den Stressabbau zuständige Neurohormon Seroronin in diesem Zusammenhang nicht nennt, ist nicht zu verstehen. Serotonin ist doch gerade dasHormon das im Hypothalamus Hunger, Biorhythmus und Körpertemperatur kontrolliert.
Das Ergebnis Franks versteht sich aber auch ohne dieses Versäumnis. Denn Stress lockt das Stresshormon Cortisol, das an den im Bauchfett gegenüber dem Hautfett vermehrt vorhandenen Rezeptoren bevorzugt andockt und für dessen Vermehrung sorgt. Die Stresshormone hemmen schließlich das den Hunger begrenzende Hormon Leptin, aber wie gesagt nicht beim Dauerstress!
Hätte Frank nicht die bedeutende Rolle von Serotonin für die zentralnervöse Kontrolle des Hungers übersehen, hätte er hier wohl angemerkt, dass dann wenn Serotonin die Stresshormone inaktiviert, Serotonin und Leptin gemeinsam und verstärkt den Hunger bzw. das Essverhalten kontrollieren. Vielleicht wäre dann sein Rat zum Besseren auch anders ausgefallen. Er meint nämlich, dass das Gewichtsproblem schon im Ansatz nur erfolgreich angegangen werden kann, wenn man jeden Stress vermeidet, natürlich zu allererst den Stress durch das “Restraint Eating”, also die ständige Esskontrolle mit dem Ziel abzunehmen. Er sieht den Weg zur Begrenzung des gefährlichen überproportionalen Bauchfetts (das das Cortisol so gut bindet) nicht im “Aufsuchen einer Ernährungsberatung.” Solche Menschen brauchen nach seiner Meinung “eine ehrliche Perspektive, wie sie Arbeitslosigkeit, Mobbing, finanzielle Sorgen, Überbelastung durch Doppelbelastung mit Familie und Beruf, Einsamkeit und Verzweiflung  zum Besseren wenden können.” Zur Behebung des Kontrollzwangs im Rahmen herkömmlicher Abnehmbemühungen verweist Frank auf das Buch der Psychologin Maja Storch, “Mein Ich-Gewicht”, Goldmann, 2009, in dem gelehrt wird, wie man sich systematisch Ziele setzen kann, die die Forderungen des Verstandes mit den Antrieben aus dem Unterbewussten versöhnen. Das sieht nach einem interessanten Ansatz aus, wie es ja ohnehin überzeugend ist, dass das krampfhafte Überwachen jedes Bissens, den man sich in den Mund steckt, keine Lösung sein kann, die gleichermaßen Geist, Gemüt und den Körper betreffenden Fragen des gesunden Körpergewichts zu beantworten.
Sport spielt kaum eine Rolle
Ebenso gegen den Mainstream und ebenso erfrischend ist die Darlegung von Frank über den relativen Wert von Sport für die Gewichtskontrolle. Die Durchsicht aller verfügbaren wissenschaftlichen Studien und Analysen hat Frank zur Einsicht gebracht, dass der Sport im Gegensatz zu maßvoller regelmäßiger Bewegung für die Erhaltung der Gesundheit kaum einen direkten Wert hat. Indirekt meint er dagegen, dass Sport, wenn er Spaß macht, Stress abbauen hilft und so die Gesundheit und die Erreichung eines angemessenen Gewichts fördern kann.
Alternative: endogener Stressabbau durch Serotonin
Franks Hinweise auf die schädliche Wirkung von Stress sind zweifellos richtig. Leider weiß er nichts davon, dass der schädliche Stress in aller Regel wie von selbst abgebaut wird, wenn der Mensch ausreichend über das zerebrale Schlüsselhormon Serotonin verfügt, das der größte Modulator unter allen Hormonen ist. Dieses Hormon kontrolliert die Ausschüttung von Dopamin und Acetylcholin und anderen und eben auch die Wirkung der Stresshormone. Bei ausreichender Verfügung über dieses Amti-Stress-Hormon drücken die belastenden Faktoren den Menschen nicht herunter, sie wecken vielmehr seine Bemühungen, für Besserung zu sorgen und helfen ihm sich über Unvermeidbares nicht noch zusätzlich zu erregen. Ein Mensch, der nicht im neurohormonellen Ausgleich befindlich ist, wird sich ob eines Unglücks, eines Todesfalles in der Familie oder eines verlorenen Prozesses unaufhörlich grämen. Im Zustand der mentalen Ausgeglichenheit dagegen nimmt er solche Dinge hin wie “Regen und Hagelschlag” oder er legt die Platte auf: “Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist.”
Frank lehnt jede Rohkost ab
Nach seinem Credo, dass wir unbedingt stressfrei essen müssen, um uns richtig zu ernähren, legt sich Frank mit der tradierten Ernährungslehre an, die vollwertige Nahrung für besser, wenn nicht gar unverzichtbar hält. Frank weist darauf hin, dass gerade Getreide Abwehrstoffe gegen ihre Fressfeinde haben wie Lektine, Gliadin, Enzyminhibitoren, Phytinsäure, Nicht-Stärke-Polysaccharide (NSP) und Alkylresorcine, die bei zutreffender Veranlagung und ausreichender Dosierung entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn) und Allergien, rheumatische Arthritis, Diabetes, Zöliakie, Sprue und gar Epilepsie, Demenz oder Schizophrenie auslösen können. Er verweist auf die Folgerungen von Dr. Wolfgang Lutz, “Leben ohne Brot”, 1967 – 2007, Prof. Dr. Loren Cordain, “Das Getreide, zweischneidiges Schwert der Menschheit”, Novagenics, 2004., die auch andere Ernährungsforscher aufgenommen haben wie der im Fernsehen oft aufgetretene Dr. Nicolai Worm, “Die Logi-Methode”, Systemed, 2003 und der bekannte Lebensmittelchemiker Udo Pollmer, “Wer gesund isst, stirbt früher.” Blv, 2008.
Wie seine Mitstreiter folgert er aus der Tatsache, dass rohe Pflanzenkost die chemische Last trägt, die uns von ihrem Verzehr abhalten soll, wie aus der  Evolution des Menschen, dass Rohkost, besonders vollwertiges Getreide keine natürliche Nahrung für uns heutige Menschen sei.
Alle diese Ernährungslehrer gehen in der Evolution seltsamerweise nur zurück bis in die Steinzeit. Sie behaupten, dass die Menschen damals noch kein Getreide gekannt hätten. Die Samen von Wildgräsern jedenfalls hätte es nicht ausreichend gegeben. Frank geht so weit zu behaupten, dass die Fraßgifte der Pflanzen die Aufnahme der Vitalstoffe im Darm verhinderten. Wörtlich: “Über gekochte Nahrung erhalten wir somit wahrscheinlich sogar mehr Nährstoffe als über Rohkost.” (S. 178). Und weiter: “Langsames, langes Köcheln, also’Totkochen’ bringt viel Energie in die Speisen, während kurzes Garen oder Blanchierendie thermisch kalte Wirkung der Nahrung unterstützt.” (S. 261).
Frank ist Recht zu geben, dass er vor dem unkontrollierten Verzehr roher Nahrung warnt. Es sind zwar nur Spuren der Fraßgifte, die bei einer kleinen Rohkostmahlzeit in den Körper kommen. Dennoch ist es richtig, genau hinzuschauen, welche Rohkost man verzehrt und in welcher Menge. Kleinen Mengen dieser sekundären Pflanzenstoffe sind zudem immer wieder wertvolle Wirkungen im Körper zugeschrieben worden. Aber ganz ohne Rohkost kann sich niemand wirklich gut ernähren. Das folgt schon daraus, dass die Erhitzung der Lebensmittel spätestens bei 55 ° C zum Absterben aller Funktionen der pflanzlichen Enzyme sorgt. Wir brauchen diese Enzyme aber dringend zur Unterstützung bei der Verdauung. Wie angegeben leisten die Phytoentzyme etwa 70 Prozent der gesamten Verdauungsleistung. Aber es kommt noch eins dazu: die für den Aufbau unseres Körpers unerlässlichen Eiweiße werden bei der Erhitzung über 42 ° C denaturiert. Das bedeutet, dass die Enzyme (sofern sie funktionieren) die in ihren äußeren Formen veränderten Proteine gar nicht oder nur schlecht aufspalten können. Bei Frank findet sich hierzu nichts, dafür aber ein Rundumschlag gegen alle Befürworter von Rohkost wie u.a. Bircher-Benner (1867 – 1939) über Werner Kollath (1832 – 1970), Professor Dr. Claus Leitzmann, Dr. Max Otto Bruker und Dr. Johann Georg Schnitzer. Gerade Letzterer hat en detail nachgewiesen, dass der Mensch auf Grund seines Gebisses mit ausschließlich seitlichen Molaren und kleinen vorderen Rupfzähnchen als Pflanzenfresser gebaut ist, worauf auch sein in der Länge mit einem Reh vergleichbarer Darm schließen lässt.
Aber es ist doch letztlich eine Frage der Logik: als unsere Vorfahren unsere heute noch unveränert bestehende Ausstattung an Verdauungsorganen erhielten, konnten sie noch nicht einmal mit Werkzeugen geschweige denn mit dem Feuer umgehen. Ganz bezeichnend ist, dass die achtjährige Ida, Vorläufer von Mensch und Affe, die vor 45 Millionen Jahren in der Grube Messel starb, ausweislich ihres noch prüfbaren Mageninhalts nur Pflanzenkost und nicht einmal Insekten gegessen hatte.
Dass wir auch gekochte Kost und auch fleischliche Kost (wenn wir es nicht übertreiben) gut vertragen, sogar vordergründig problemloser als Pflanzenkost, ist unbestreitbar. Ebenso ist aber sicher, dass uns wichtige Vitalstoffe abgehen, wenn wir ganz auf rohe Kost verzichten, auch auf Getreide, das viele wertvolle Aminosäuren mit sich bringt. Wenn wir den Wirkzusammenhängen in unserem Körper nachgehen, finden wir sogar den von mir entdeckten günstigsten Weg der Förderung der körpereigenen Synthese des Neurohormons Serotonin, der ohne den Konsum von ein wenig fein vermahlener eiweißreicher pflanzlicher Kost nicht funktioniert.
Franks Kritik an der allgemein hochgelobten Vollwertkost ist auch angesichts dieser Zusammenhänge, die er offenbar noch nicht kennt, dennoch berechtigt. Der Grund dafür aber ist allein der, dass wir alle in unserer übergroßen Faulheit einfach nicht bereit sind, unsere rohe Pflanzenkost (Salat, Kräuter, Gemüse, Körner) mit unseren dazu doch hervorragend geeigneten Mahlzähnen bis auf die feinsten Fasern herunter zu kauen. So bleiben nämlich die Pflanzenzellen geschlossen und ihr Inhalt gärt im Laufe der langen Darmpassage. Spätestens dann kommte es zu den Verdauungsbeschwerden durch den Verzehr solcher Kost, von der Frank berichtet.
Stressfrei essen und Gewichtssorgen vergessen, das ist schon ganz richtig. Aber sollen wir gerade beim Essen, das die Basis für die Versorgung unseres Körpers mit seinen ungemein komplizierten Bedürfnissen ist, unseren Verstand abschalten? Wir sollen uns nicht verrückt machen mit der Jagd nach einem gesunden – natürlich niedrigen – Körpergewicht. Nur haben wir keinen Grund anzunehmen, dass unser Körper all das weiß, was unser Verstand nicht begreift. So aber Frank (S.289):
“Unser Körper weiß am allerbesten, welche Ernährung für uns passt und welches Gewicht das richtige für ihn ist. Wenn unser Verstand das begreift, kann er den Körper wirkungsvoll unterstützen.”
Das klingt ja schon nach Pendelglauben. Liest man an dieser Stelle aber einen Satz weiter, wird klar, was Frank damit meint – und das ist nicht ganz so falsch:
“Versuchen wir aber, unseren Körper auszutricksen, oder machen wir ihn uns zum Feind, wird er versuchen, die negativen Folgen mit Gegenmaßnahmen in den Griff zu bekommen – nicht um uns zu ärgern, dondern um Schlimmeres zu verhüten. Wir können dabei in jeder Lebenslage sicher sein, dass unser Körper versucht, für uns das Beste au unseren individuellen Veranlagungen herauszuholen, und zwar zuverlässig ein Leben lang, Tag für Tag. Dafür hat er keine Nährwert- oder BMI-Tabellen, sondern Lob und leckeres Essen verdient.”
Vielleicht sollte aber man doch klar stellen, dass diese “Korrekturen” die der innere Schweinehund da laufend gegen unseren erklärten Willen vollzieht, beileibe keiner besonderen Weisheit entsprechen, sondern einem uns innewohnenden Programm, das uns leicht in ein Übergewichttreiben kann, das wirklich nicht mehr zu unserem Körperbautyp und zu unserer individuellen Verdauungsrate passt.
Dennoch wettert Frank ganz zu recht gegen den allgemeinen Schlankheits- und Gesundheitswahn. Bei uns werden Stellenbewerber nicht mehr eingestellt, wenn sie keinen idealen BMI aufweisen. Kinder und Eltern werden von Lehrern und Mitschülern gemobbt, wenn die Kinder zu dick sind. Dabei ist unlängst, wie Frank schreibt, in einer gründlichen Analyse aus dem Jahre 2005, die auf der Basis von drei großen repräsentativben Erhebungen in den USA gefertigt wurde, festgestellt worden, dass Menschen mit einem BMI von 25 bis 30,also Übergewichtigen (“Präadipositas”) länger lebten als die Gruppe mit dem angeblichen Normalgewicht von 18,5 – 24,9 auf der Skala. Selbst wahrhaftige Fettleibige mit einem BMI von 30 – 35 hatten fast dieselbe Lebenserwartung wie die Normalgewichtigen.
Wenn das kein Grund ist, sich nicht ständig mit Gesundheitsregeln herumzuquälen und dem Essen und Trinken wieder seinen angestammten hohen Stellenwert im Leben einzuräumen!
Damit ist nicht gesagt, dass wir nicht bewusst auf die erkannten biologischen und physiologischen Notwendigkeiten Einfluss nehmen sollten. Wenn wir beispielsweise erkannt haben, dass unser Körper von einem gewissen Alter ab keine essenziellen Zucker mehr aufbaut und wir daher keine Knorpelmasse mehr bilden können, wären wir doch dumm, unserem Körper die alleinige Entscheidung über unsere Versorgung zu überlassen. Er hat doch gar keine Ahnung, wie er an die benötigten besonderen Stoffe kommt. Wir aber können mit ein wenig Nachhilfe die Produktion von Knorpel wieder in Gang bringen, wie ich im Selbstversuch zur Behebung meiner langjährigen Arthrose nachgewiesen habe.
Photo Quelle/Copyright: Hartmut910, via pixelio.de
Gute Buchbesprechung. Ich sehe das ganz ähnlich. Wobei ich es immer begrüße, wenn gegen die etablierte Ernährungsmeinung vorgegangen wird. Grundsatzempfehlungen sind aber immer falsch. Warum isst man nicht einfach das, was einem schmeckt?
Jeder Mensch ist dank seines Appetits sein eigener Ernährungsexperte.