Jung, charmant und talentiert – und dann deutscher Schlager! Man mag sich wundern – aber man könnte auch einfach nachfragen. Deshalb hat sich Volly Tanner das Schlagermäuschen Jenny May an den Bembel geholt und mit ihr etwas pousiert – und schon war da ein interessantes Interview, nicht ganz so tiefschürfend, aber an der Oberfläche kratzend. Wer mehr will, kann ja nachhaken:
Volly Tanner: Hallo Jenny May. Schön mal mit Dir zu plaudern. Wann kommt ein alter Punkskametalrecke wie ich schon mit solch einer Sangesschwalbe wie Dir in Berührung. Du machst ja in Schlager/Pop – wie kommst Du denn dazu? Ich persönlich kenne niemanden, der von sich aus zugibt, dass er so etwas hört. Ich selber muss mich jedoch outen. Ich finde das ganz gut, was Du da machst. Also – was ist schief gelaufen?
Jenny May: Hallo Volly, zum Schlager/ Pop bin ich durch meinen jetzigen Manager gekommen. Der macht selber Musik in einer Rockband. Ich hab von einer Freundin von mir gehört, dass einer nach einer Sängerin für ein Projekt sucht. Ich hab ihn angerufen und ein Treffen ausgemacht. Hab dann vorgesungen und er war gleich hin und weg. Er hat dann gesagt, dass ich eine verdammt gute Stimme hab, die super in den Schlagerbereich passt. Denn in den Rockbereich würde meine Stimme nicht so gut passen. Jetzt arbeiten wir zusammen an meine Musik mit einem kleinen Team im Hintergrund, die alle hinter mir stehen. Ich fühle mich mit der Musik sehr gut. Obwohl ich privat mehr Rockmusik als Schlager höre. Aber es gibt einfach zu viele verschiedene gute Musikbereiche, um sich nur auf einem Bereich festzulegen.
“Das Singen hat mir aber schon immer sehr viel Spaß gemacht.”
Volly Tanner: Hast Du denn davor schon Musik gemacht? Schulband? Chor oder so etwas???
Jenny May: Nein, nicht so direkt. Ich hab privat bei Songs im Radio oder von CD mitgesungen, die ich schön fand. Das war aber dann nur für mich. Das Singen hat mir aber schon immer sehr viel Spaß gemacht.
Volly Tanner: Also – irgendwie sowas wie Gesangsausbildung oder so gabs nicht?
Jenny May: Eine Gesangsausbildung gab es nicht. Ich hab einfach für mich alleine gesungen.
Volly Tanner: Du bist ja wahrlich wunderbar jung und unzerknittert. Ist Singen für dich schon Arbeit oder nur Hobby?
Jenny May: Zurzeit ist das Singen noch Hobby. Die Schule hat Vorrang. Denn mit dem Singen kann es ja auch wieder schnell vorbei sein und dann will ich nicht mit leeren Händen dastehen. Man kann aber sagen, dass das Singen mein größtes Hobby ist, da ich mich damit auch sehr viel beschäftige.
Volly Tanner: Du haast ja auch eine wunderbare CD veröffentlicht – wie läufts denn da?
Jenny May: Mit meiner CD läuft es sehr ganz gut. Ich kann mich in der Hinsicht absolut nicht beklagen. Natürlich, ist es nicht so wie zum Beispiel bei Helene Fischer oder Andrea Berg, die sehr, sehr viele verkaufen. Dazu bin ich noch zu unbekannt. Ich stehe ja auch grad am Anfang meiner Karriere. Die, die meine CD schon haben, sind aber davon sehr begeistert. Das weiß ich aus kleinen Gesprächen.
Volly Tanner: Hinter den großen Schlagerfrauen stehen aber auch große Managements. Wie ist denn Deine Strategie im Bezug auf Deine Karriere? Wie solls brennen?
Jenny May: Strategie würd ich das nicht nennen. Wir versuchen meiner Musik das gewisse Etwas zu geben, was man bei meinem ersten Album auch etwas raushören kann. Wir haben es etwas anders aufgenommen, als man das sonst so macht bei der Produktion. Es ist halt mehr Live, nur ohne Publikum. Bisher sind alle davon wie es klingt begeistert und wir wollen den Stil beibehalten.
“Also das Pet Shop Boys Erlebnis kann ich nicht so bieten”
Volly Tanner: Und auftrittstechnisch? Gibts die große Show – das Pet Shop Boys Ereignis mit Elefanten und Feuerwerk oder Nicoles kleinen Frieden?
Jenny May: Also das Pet Shop Boys Erlebnis kann ich nicht so bieten. Das könnte ich, wenn ich eine eigene Tour mache. Aber derzeit werde ich ja nur gebucht und dann kann ich nur mit dem arbeiten, was da vor Ort ist für mich aufgebaut ist. Feuerwerk kam aber auch schon vor. Ich kann aber sehr viel Spaß und Party bieten. Ich hab ein paar ruhige Stücke, aber auch sehr viel Partystücke, wo man richtig schön Party machen kann. Bei meinen Auftritten sind ja nicht nur ältere Menschen, sondern auch junge Menschen. Und wenn man sieht wie die zu meiner Musik Party machen, weiß man, dass die Musik sehr gut ankommt. Langeweile kommt da nie auf.
Volly Tanner: Aber es ist schon Party? Oder gibts auch ne Message?
Jenny May: Das Meiste ist Party. Es gibt aber vier Songs, die eine Message haben. Zum Beispiel gibt’s bei mir den Song “Das bin Ich”. Der Song hat eine Message. Einer der alles hat, kann aber nicht jeden Menschen damit bekommen.
Volly Tanner: Verstehe ich nicht. Also den letzten Satz. Kannst Du das bitte etwas vertiefen???
Jenny May: Es gibt Menschen, die viele wertvolle Sachen oder sehr viel Geld besitzen und meinen, dass sie damit auch das Recht haben, einen Menschen zu besitzen. Für die sind dann Menschen auch nur Gegenstände, die meinen sie müssen nur mit dem Geld winken und können dann einen Menschen besitzen. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass alle so sind. Ich hab da leider schon etwas Erfahrung machen müssen.
Volly Tanner: Diese Erfahrung müssen leider alle machen. Es gibt halt solche und solche, beste Jenny. Aber wichtig ist ja immer – und das meine ich völlig altersunbezogen – der Lerneffekt. Zurück zu Deiner Schlagerei. Gabs schon mal Negatives aus Deinem Umfeld?
Jenny May: Nein, aus meinem Umfeld geb es bisher nix Negatives. Es gab mal hin und wieder etwas Kritik. Das ist aber nix schlimmes für mich. Ich höre mir Kritik immer gerne an. Denn durch Kritik weiß man was man noch besser machen kann oder könnte.
“Ein paar Freunde haben etwas komisch geguckt”
Volly Tanner: Und sowas wie “Pfffft, Schlager – das ist doch Mist!”?
Jenny May: Ein paar Freunde haben etwas komisch geguckt als ich denen erzählt habe, dass ich deutschen Schlager singe. Aber als sie Songs von mir gehört haben, waren sie begeistert.
Volly Tanner: Dann ist ja sozusagen alles in Sack und Tüten bei Dir – möchtest Du den Lesern noch irgendetwas sagen – so zum Schluss?
Jenny May: Ich grüße ganz lieb alle Leser und hoffe, dass man sich vielleicht auf einer Veranstaltung sieht.
Verliert nie die Freude am Leben.
Herzliche Grüße
Eure Jenny May
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