Glosse: G8-Gipfel in L’Aquila

Der G8-Gipfel hätte an keinem symbolträchtigeren Ort stattfinden können. Eine von einem schweren Erdbeben zerstörte Stadt als Kulisse für das Treffen der G8-Staaten. Damit ist die Stadt zur angemessenen Kulisse für den Zustand der Weltwirtschaft geworden. Statt Luxushotel wie in Heiligendamm befinden sie sich plötzlich unerwartet in einem Katastrophengebiet in

Der G8-Gipfel hätte an keinem symbolträchtigeren Ort stattfinden können. Eine von einem schweren Erdbeben zerstörte Stadt als Kulisse für das Treffen der G8-Staaten. Damit ist die Stadt zur angemessenen Kulisse für den Zustand der Weltwirtschaft geworden. Statt Luxushotel wie in Heiligendamm befinden sie sich plötzlich unerwartet in einem Katastrophengebiet in dem durch Nachbeben plötzlich ihre Sicherheit gefährdet ist.

Chancen auf große Fortschritte? – Mangelware

Die G8-Gipfel sind schon seit langem zu einem Zeremoniell erstarrt. Ergebnisse für eine Neugestaltung der Weltwirtschaftsordnung und zur Eindämmung der globalen Klimawandels sind nicht zu erwarten. Man wird sehr viel kleinere Brötchen backen. Was eben noch so geht auf Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners. Dafür werden jedes Jahr hunderte von Millionen für das Gipfelzeremoniell und eine gigantische Sicherheitsmaschine zum Fenster der Steuerzahler heraus geworfen. Man hat’s ja. Staatsschulden spielen doch derzeit sowieso keine Rolle.

Berlusconi als Aufklärer

Es ist das unbestreitbare Verdienst von Silvio Berlusconi, dass er durch den Ort seiner Wahl den Zustand der Weltwirtschaft so schön symbolträchtig darstellen lässt. Die Menschen wohnen in Zelten in der vagen Hoffnung auf eine Normalisierung ihrer prekären Lage und die Helfer lassen sich zeit. Viel Zeit.

Mit seinen Fauenaffäiren und seinem Rosenkrieg dokumentiert er auch anschaulich den Zustand der Machteliten hinsichtlich der Beziehungen zwischen den Geschlechtern. Bei uns laufen diese Dinge in der Regel diskreter ab. Ob Brandt, Kohl, Seehofer, Munterfering, etc. alle haben so ihre Techtelmechtel und zerrütteten Ehen. Sind wie Schröder oder Fischer als Serienehemänner einschlägig vorbelastet. Berlusconi hat getrieben von der Presse jetzt Klarheit geschaffen. Ich bin wie ich bin und damit basta. Und übrigens bin ich auch noch Ministerpräsident von Italien.

Hinsichtlich seines Verhältnisses zum Rechtsstaat braucht man sich auch keine großen Gedanken zu machen. Was bei der Justiz nicht passt wird passend gemacht. Zur Not schafft man halt ein neues Gesetz, um sich über das Gesetz stellen zu können. Damit ist Berlusconi eine wunderbare Beschreibung des Zustands der italienischen Gesellschaft gelungen. Wer solche Spitzenpolitiker hat, der braucht keine Weltwirtschaftskrise mehr. Die Schaffen den Niedergang der italienischen Wirtschaft und Gesellschaft auch ohne sie.

Die G8-Treffen symbolisieren nur einen Tanz auf dem Vulkan. Wie wäre es demnächst mit einem G8-Treffen am Ätna? Dort könnte man doch so schön im Ascheregen der Toxic Papers, die den Himmel verdunkeln über die Rettung der Weltwirtschaft sinnieren. Pompeji ist ja nicht allzu weit entfernt. Sonst könnten ja auch der Vesuv, Stromboli oder Vulcano aushelfen.

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