Immer mehr Hetze und Hass im Internet, so konstatierte es die von Hetze und Hass im Internet lebende selbsternannte Aufsichtsbehörde “jugendschutz.net“, die von den Bundesländern Geld dafür bekommt, Jugendliche davor zu schützen, im Netz auf Hetze und Hass zu treffen. Im Jahr 2007, so führten die Experten auf einer Tagung gegen “Hetze” und “Hass” im Netz aus, habe es “etwa 1600 deutschsprachige Internetseiten mit rechtsradikalem Inhalt” gegeben. Das Internet sei damit “für Rechtsextremisten inzwischen die Propagandaplattform Nummer eins“, sagte Stefan Glaser, ein Sprecher von jugendschutz.net. Romani Rose, ausgewiesener Internetexperte der deutschen Sinti und Roma, versicherte, ihn erinnerten “viele Internetseiten an den “Stürmer” aus der Zeit des Nationalsozialismus.”
Weltweit mehr als 165 Millionen Internetadresse
Die Verbreitung von Rechtsextremismus im Netz habe zugenommen, versicherte auch Glaser, ohne Daten vorlegen zu können, die das belegen. Damit will jugendschutz.net erst im August aufwarten – und man darf gespannt sein: Bereits Anfang 2008 existierten weltweit mehr als 165 Millionen Internetadressen mit mehreren Milliarden Seiten, deutschsprachig sind davon etwa 12 Millionen, hinter denen sich ebenfalls mehrere Milliarden einzelne Seiten verbergen – im Falle von PPQ zum Beispiel stecken hinter einer Adresse derzeit etwa 3500 Seiten.
Falls jugendschutz.net mit 1600 rechtsradikalen Seiten in Wirklichkeit Domains meint, entspricht das einem Anteil rechtsradikaler Seiten auf Deutsch am gesamten Internet von 0,0009 Prozent, das entspricht etwa dem Anteil, den die Robbenjagd am Bruttosozialprodukt Kanadas ausmacht.
Auch am deutschsprachigen Internet halten die Rechtsextremisten gerademal einen Anteil von 0,013 Prozent aller Domains. Damit ist genau eine von 104.000 Internetseiten insgesamt rechtsradikal, nur auf deutschsprachige Adressen bezogen ist es eine von 7500 Seiten.
Quelle: politplatschquatsch.com
Herr Finn, man sollte so etwas ganz und gar nicht verharmlosen. Und schon gar nicht ins Lächerliche ziehen. Schon eine von diesen Seiten ist im Grunde eine zu viel.
Haben Sie schon einmal LTI von Viktor Klemperer gelesen? Dann können Sie sich vielleicht vorstellen, auf was ich hinaus will. Ausgrenzen und Hetzen fängt nicht selten scheinbar harmlos über die Sprache an. Wo es hinführen kann, wissen besonders wir Deutschen. Und von diesen – wie Sie finden – paar rechtsradikalen Internetseiten, (ver)führt mancher Inhalt ganz gewiss auch zu Straftaten. Darunter nicht nur zu “bloßen” Sachbeschädigungen, sondern auch zu Tötungsdelikten. Aber das sind ja dann auch nur Einzelfälle, nicht wahr? Und schon gar nicht rechtsradikal motivierten Straftaten: siehe einige Fälle in Sachsen-Anhalt…