Paradies auf Erden

Kunstverein Würzburg feiert auf der Arte Noah im Alten Hafen seinen 20. Geburtstag Rhythmisches Pochen durchpulst den Schiffsbauch. Im Bug umfangen schwarze Holzstelen wie ausgefahrene Krallen eine sich drehende Walze, rotes Kabelgewirr am Boden lässt die Verbindung zu Blutgefäßen durch den Kopf zucken. Die die Neugier erweckenden Installationen der 1974

Kunstverein Würzburg feiert auf der Arte Noah im Alten Hafen seinen 20. Geburtstag

Rhythmisches Pochen durchpulst den Schiffsbauch. Im Bug umfangen schwarze Holzstelen wie ausgefahrene Krallen eine sich drehende Walze, rotes Kabelgewirr am Boden lässt die Verbindung zu Blutgefäßen durch den Kopf zucken. Die die Neugier erweckenden Installationen der 1974 in Hannover geborenen Künstlerin Kathrin Haaßengier, die starre Materialien wie Holz und Metall mit weichen Stoffen aus der Massenindustrie kombiniert, umrahmen großformatige Ölbilder von Sabine Kirste. Vor der Themenstellung “Gärten als Orte der Kunst- und Naturästhetik” blickt der Betrachter auf dem Würzburger Kunstschiff Arte Noah im Hafenbecken hinter dem Kulturspeicher in Gärten. Hier ein gläsernes Treibhaus, dort übereinander gestapelte Blumentröge inmitten üppigst wuchernder Natur.

Simulationsräume für paradiesische Zustände

Der Eingriff des Menschen, sein kultivierender Wunsch auf der Suche nach einem Stückchen Paradies auf Erde(n) zieht sich wie ein roter Faden durch die Arbeiten. Die aus mythologischen Wurzeln erwachsenen Gärten in urbaner Lebenswelt werden zu Simulationsräumen für paradiesische Zustände.

Steht die Erörterung existentieller Grundfragen bei Haaßengier, die Körperfunktionen auf einfach gebaute Maschinen überträgt, im Zentrum des Interesses, stellte sich für Kirste die spannende Frage, ob es eine individuelle Suche nach Sehnsuchtsorten gibt. Wann und warum tauchen diese Vorstellungen davon auf? Und was muss in den Sehnsuchtsorten enthalten sein, damit sie als solche funktionieren?

Noch bis 16. August kann diesen Fragen auf der Arte Noah nachgespürt werden. mit der Finissage der Ausstellung an diesem Tag fällt das Geburtstagsfest des Kunstvereins Würzburg zusammen. Vor 20 Jahren gegründet setzen sich heute 335 Kulturinteriessierte unter der Vorsitzenden Ramona Lang-Fränznick in vir bis sechs Ausstellungen jährlich für die Präsentation moderner Kunstpositionen ein. Seit dem Ankauf un der Renovierung des Frachtschicffs Iris besitzt der Kunstverein eine einzigartige Präsentationsfläche. Von 1995 bis 2007 unterhalb des Festungsberges, seit Mitte 2007 hinter dem Kulturspeicher liegend zieht es jährlich Hunderte Besucher an. Ab 30. August präsentiert Joachim Koch dort neue Arbeiten. Zum Geburtstagsfest ab dem späten Vormittag werden unter anderem zwei Stücke für Streichquartett von Gerd Vierkötter uraufgeführt.

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