“Die Stunde ruft, nutze die Zeit!”
- Prof. Johanna Mair
Unter dem Motto “Die Stunde ruft, nutze die Zeit!” wurde der erste Tag des Treffens von Social Entrepreneurs im HUB Berlin von Dr. Rafael Ziegler (GETIDOS) eröffnet. Professor Johanna Mair beleuchtete daraufhin in einem 20-minütigen Impulsreferat “Schlüsselthemen und Zukunftsfragen der Social Entrepreneurship” dessen Nutzen und Herausforderungen.
Johanna Mair ist eine symphatische Frau. Sachlich, klar und eindringlich, nicht belehrend führt sie ihre Argumente aus. Trotz ihrer Ankündigung, zum ersten Mal in ihrem Leben ein Referat auf Deutsch halten zu wollen - sie warnt vor Anglizismen -, spricht die Professorin der IESE Business School, Universität Navarra ein zwar akzentbehaftetes, aber sehr gut verständliches Deutsch.
“Wir kommen nicht vom Mars”
Ihr Credo lautet: “Social Entrepreneurship kann dabei helfen Lösungen zu finden, für die andere noch keine Lösung gefunden haben”. Worte wie “Passion” und “Potenzial” etwas zu bewegen, flechtet sie wie beiläufig in ihren Vortrag ein. Und doch sagt sie fast im selben Atemzug: “Wir kommen nicht vom Mars”. Schließlich habe es soziales Engagement schon immer gegeben. Es ist ein Angebot zum Dialog, das sie formuliert und sie benennt die Gefahr: “Wir dürfen nicht in idiosynkratischen Phänomenen stecken bleiben […], uns nicht losgelöst von anderen betrachten”, formuliert sie aus. Das Neue an Social Entrepreneurship sei die “Schaffung einer Plattform für Diskurs auf allen Ebenen, gesellschaftlich, politisch sowie wirtschaftlich”, dazu “gleichzeitig auf globaler und auf lokaler Ebene”. Ihr Blickwinkel ist derjenige aus der Forschung und Lehre: Nachhaltig “Wissen schaffen und transferieren”, darin sieht sie die Kernaufgaben.
Alternative Modelle zum Kapitalismus mitdenken
Was zählt, sei das Denken in größerem Rahmen, über nationale Grenzen und Sichtweisen hinaus. Ganz entscheidend sei es, die Bedeutung der Forschung für die Wirtschaft, etwa für Manager-Anwendungen immer gleich von Beginn an mitzudenken und dafür Märkte zu schaffen. Absolut zulässig sei es auch, alternative Modelle zu bestehenden des Kapitalismus mitzudenken, ohne diesen jedoch dabei grundsätzlich in Frage stellen zu müssen. Letztlich komme es aber immer auf die Qualität der empirischen Forschung an. Ein Problem rühre etwa daher, dass bestimmte Theorien einfach festgefahren seien, weil immer das gleiche Setting überprüft, immer die gleichen Unternehmen untersucht würden. Nachdrücklich plädiert sie für mehr vergleichende Forschungen. Hier bestehe die Chance, neue Denk-Freiräume zu schaffen.
UPDATE: Direkt im Anschluß an ihren Vortrag gab Frau Prof. Mair dem HUB Berlin Radio noch ein Interview (Audio/ engl.):











2 Vorträge über Social Entrepreneurship im Internet « Heldenrat – Beratung für soziale Bewegungen e.V.
[…] Johanna Mair im Hub http://www.readers-edition.de/2009/07/16/die-stunde-ruft-nutze-die-zeit/ Video […]