Ecuador: Reaktionen nach Überfall auf einen Bus in Guayaquil
Artikel von Eduardo Avila vom 21.07.2009, 18:02 Uhr im Ressort Vermischtes, Internetkultur | 1 Comment
Kriminalität ist für viele Ecuadorianer tägliche Realität - ob auf der Straße oder während der täglichen Routine. Vor den Augen des Bloggers José Andrés López Alvarez spielte sich eine dieser Szenen ab, als er auf den Straßen [1] Guayaquils mit dem Bus unterwegs war. Er war auch nach dem Überfall noch in guter Stimmung, da niemand bei dem Überfall verletzt wurde und er danach noch seine Sachen hatte. Auf seinem Blog Agucho [es] [2] beschreibt er sowohl die Details des Überfalls als auch die Szenen, die sich danach im Bus abspielten.
“Als der Bus an einer roten Ampel hielt stiegen zwei Männer ein. Einer saß in der Mitte, der andere hinten. Als der Bus anfuhr begannen Sie mit dem Überfall. Warum sollte ich alle Einzelheiten berichten, wenn doch jeder Ecuadorianer schon einmal Opfer eines Überfalls geworden ist. Ihr wisst also alle, wie das ist. Das Gute an der Situation war - falls es bei einem Überfall überhaupt etwas Gutes gibt, besonders wenn man dabei mit einer Waffe bedroht wurde und der Räuber nervös mit seiner Waffe umging -, dass sie mir nichts abgenommen haben. Warum nicht?
Einfach deshalb, weil ich meine Versicherung gegen Überfälle dabei hatte: ‘Ich war ein Chiro’
Die Definition von ‘Chiro’ in Ecuador.
Eine Person, die nichts in ihren Taschen hat.
Deshalb nahmen sie mir nicht mein Geld oder mein Mobiltelefon ab. Nun, sie konnten mein Telefon nicht mitnehmen, weil es bereits vor Monaten gestohlen worden war und ich kein neues habe.”
Er erzählt, was mit seinen Mitreisenden passierte, kurz nachdem die Kriminellen das Weite gesucht hatten.
“Es war interessant zu beobachten, was nach dem Überfall passierte, der Nervosität unter den Menschen ausgelöst hatte, die sich später in Freundschaft unter den Passagieren auflöste. Als der Dieb den Bus verließ fand ein interessanter Dialog statt. Manche Leute sagten, die Waffe sei nur ein Spielzeug gewesen oder sie sei nicht geladen gewesen oder sie habe nicht einmal funktioniert. Andere sagten, dass alle zusammen die Räuber hätten überwältigen können und sie hätten dann nichts gestohlen (das passiert natürlich nie, es sind nur ein paar ‘Mutige’, die nach einem Überfall so reden). Die Hälfte der Leute will, dass der Busfahrer die Räuber verfolgt, die andere Hälfte will, dass der Fahrer schnell weiterfährt und wegen nichts mehr anhalten sollte. All das geschieht, während alle sich gegenseitig darüber informieren, was gestohlen wurde und was nicht, wie ein Mann, der vor Freude strahlte, weil der Räuber sein altes Alcatel (Mobiltelefon) nicht stehlen wollte.”
Dieser Beitrag erschien zuerst auf [3] Global Voices. Die [4] Übersetzung erfolgte durch Tina Seidenberger, Teil des “[5] Project Lingua“. Die Veröffentlichung auf der Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehemigung von Global Voices.
Artikel aus "Readers Edition": http://www.readers-edition.de
Link zum Artikel: http://www.readers-edition.de/2009/07/21/ecuador-reaktionen-nach-ueberfall-auf-einen-bus-in-guayaquil/
Links im Artikel:
[1] Guayaquil: http://en.wikipedia.org/wiki/Guayaquil
[2] beschreibt er sowohl die Details des Überfalls als auch die Szenen, die sich danach im Bus abspielten: http://blog.espol.edu.ec/alopez/2009/04/15/el-mejor-seguro-andar-chiro/
[3] Global Voices: http://globalvoicesonline.org/2009/07/21/ecuador-reactions-after-a-bus-robbery-in-guayaquil/
[4] Übersetzung: http://de.globalvoicesonline.org/2009/07/21/ecuador-reaktionen-nach-uberfall-auf-einen-bus-in-guayaq
uil/
[5] Project Lingua: http://globalvoicesonline.org/lingua/