Online-Petition: Studieren 2009 ist kein Zuckerschlecken.

E-Petition für “Masterstudienplätze für alle Bachelor-Absolventen” sucht dringend 15 000 weitere Zeichner. So manch einer möge sich angesichts der zahlreichen Demonstrationen der deutschen Studierenden in den letzten Wochen und Monaten in den deutschen Vormärz oder den Prager Frühling zurückversetzt gefühlt haben. Doch diesmal ist alles anders: Die Studierenden gehen heute

epete.jpgE-Petition für “Masterstudienplätze für alle Bachelor-Absolventen” sucht dringend 15 000 weitere Zeichner.

So manch einer möge sich angesichts der zahlreichen Demonstrationen der deutschen Studierenden in den letzten Wochen und Monaten in den deutschen Vormärz oder den Prager Frühling zurückversetzt gefühlt haben. Doch diesmal ist alles anders: Die Studierenden gehen heute nicht um der Politik willen, sondern vielmehr aufgrund ihrer eigenen, durch die Politik heraufbeschworene, Problemsituation auf die Straße.

Hauptanliegen sind und bleiben die Studiengebühren. Während diese in Hessen und Sachsen schon wieder abgeschafft beziehungsweise gar nicht erst eingeführt wurden, müssen junge Menschen beispielsweise in Bayern oder Baden-Württemberg weiterhin zweimal jährlich ihren Obolus in Höhe von jeweils 500 Euro an die Staatskassen abführen.

Masterstudiengang oftmals unabdinglich

Obwohl diese Debatte nun schon oft geführt wurde, trägt sie in ihrem Schatten für die meisten Studenten im Rahmen des Bologna Prozesses ein viel größeres Problem mit sich. Aufgrund der Umstellung des Systems auf “Bachelor” und “Master” wurden nämlich einige wichtige Dinge außer Acht gelassen und festgesetzt, dass nicht jeder Bachelor-Absolvent automatisch die Zulassung zu einem weiterführenden Masterstudiengang erhält. Oftmals ist dieser allerdings nötig, um berufsqualifizierend zu sein.

Verdeutlichen wir dies einmal an einem hypothetischen Beispiel: zwar wurde der Studiengang Medizin noch nicht modularisiert, was aber spätestens bis 2010 auch noch geschehen muss. Nehmen wir mal an, ein Bachelor-Absolvent der Medizin besteht diesen Abschluss gerade so, da er nebenbei noch arbeiten musste, um sich sein Studium – dank Studiengebühren – überhaupt finanzieren zu können. Vergleichbar dazu besteht ein zweiter Medizin Student sein 1. Staatsexamen mit der gleichen Gesamtnote. Während der Bachelor-Absolvent nun aufgrund des hohen Konkurrenzdrucks darum bangen muss überhaupt zum Master zugelassen zu werden, passiert dies bei unserem zweiten Studenten automatisch im Rahmen des Staatsexamens. Erhält nun unser Bachelor-Student keine Zusage für den Masterstudiengang hat er drei Jahre umsonst studiert und Unmengen an Geld investiert, um nun Hilfsarbeiten verrichten zu dürfen. Seinen Doktorgrad wird er nicht bekommen und somit auch nicht praktizieren dürfen. Finden Sie das gerecht?

Angespannte Konkurrenzsituation führt zu massivem Leistungsdruck

Zum Thema “Konkurrenzdruck” müssen allerdings auch noch ein paar wenige Worte verloren werden. Durch die Modularisierung und die Verkürzung der Regelstudienzeit auf drei Jahre stehen für Bachelor-Anfänger circa 30 Prozent mehr Studienplätze zur Verfügung. Soweit so gut, doch diese überhängigen 30 Prozent sollen durch die Selektion der Masterstudenten nach drei Jahren wieder wegrationalisiert werden, indem nicht jeder seine Zulassung zum Masterstudienplatz erhält. Außerdem wird den Studierenden durch die angespannte Konkurrenzsituation auch enormer Leistungsdruck auferlegt und die Vertiefung von fachspezifischen Interessen bleibt aus diesen Gründen auf der Strecke.

Wir müssen uns also entscheiden, ob wir in Zukunft Fachkräfte mit guten Noten und theoretischen Kompetenzen oder Fachkräfte mit hoher sachlicher Kompetenz haben möchten. Es dürfte wohl jedem klar sein, dass es nicht dasselbe ist, wenn wir auf unser Beispiel vom Anfang zurückgehen, jemandem theoretisch das Leben retten zu können, und es tatsächlich zu tun.

Aufgrund dieser Problematik gibt es momentan (nur noch bis zum 7. August) eine Online-Petition beim Deutschen Bundestag mit dem Titel “Masterstudienplatz für Bachelorabsolventen” mit folgender Forderung: “Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass jeder Bachelorabsolvent einen Masterstudienplatz erhält, unabhängig von Note, Herkunft und sozialem Stand.” Doch um im Bundestag diskutiert zu werden, benötigt dieser Antrag 50.000 Unterschriften, von denen momentan leider erst 35.000 eingegangen sind.

Helfen Sie bitte daher tatkräftig mit die soziale Gerechtigkeit in unserem Land aufrecht zu erhalten, indem Sie Ihre Stimme für diesen Antrag hier abgeben: http://tinyurl.com/master4all

Es erfordert lediglich eine kurze Anmeldung und dauert maximal zwei Minuten, doch es kann einiges dadurch bewirkt werden.

Photo Quelle/Copyright: René Golembewski, via pixelio.de

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