Rezension: “Naiv.Super” (Hörbuch) von Andreas Fröhlich

“Es muss etwas passieren! Nichts Großes, nur irgendetwas!” Dieser Satz, der sich im Buch findet, passt zu diesem, welches jetzt vom wohl besten Sprecher Deutschlands, Andreas Fröhlich auf recht geniale Art und Weise vertont wurde, wie die Faust aufs Auge. “Naiv.Super” ist dabei mehr als nur ein Hörbuch, es ist

“Es muss etwas passieren! Nichts Großes, nur irgendetwas!” Dieser Satz, der sich im Buch findet, passt zu diesem, welches jetzt vom wohl besten Sprecher Deutschlands, Andreas Fröhlich auf recht geniale Art und Weise vertont wurde, wie die Faust aufs Auge. “Naiv.Super” ist dabei mehr als nur ein Hörbuch, es ist ein Geschoss für die Ohren, die mit Sätzen rund um dem Sinn des Lebens eines 25-Jährigen konfrontiert werden. Dass es nicht zu Ohrenschmerzen kommt, liegt einerseits an der Stimme von Andreas Fröhlich, den viele Kassettenkinder noch als Bob Andres von den “Drei Fragezeichen” kennen, auf der anderen Seite hat sich Fröhlich ein Buch zum Vorsprechen herausgesucht, welches man sich lieber vorlesen lässt, als es selber zu lesen.

Die vielen kurzen Sätze, von Fröhlich stakkatoartig in den richtigen Momenten herausposaunt, verfehlen nicht die Wirkung. Die kleinen genialen maximal drei Wörter langen Sätze bringen den Hörer in eine ganz andere Welt, die am Ende voller Freundschaft und Sympathie zu der Hauptfigur ist.

Der 25-Jährige, der nach einer verlorenen Partie Kricket mit seinem Bruder an der Sinnhaftigkeit des Lebens zweifelt und versucht, durch Erstellung von Listen eine ganz neue Ordnung in sein Leben zu bekommen. So stellt der Student Listen wie zum Beispiel “Was habe ich” (einen guten Freund, einen schlechten Freund und einen Bruder) oder “Was habe ich nicht” (Pläne – Begeisterung – eine Freundin) zusammen, um sein Leben in neue Bahnen zu lenken. Dass er dabei mit seinem besten Freund nur über Fax kommuniziert scheint ihm egal zu sein. Nähe würde dieser Freundschaft eh nur schaden. Auch die Meter langen Faxe, die wie Endlosschleifen aus seinem Gerät kommen, nimmt er kommentarlos hin. Besser so einen Freund, als gar keinen. Ebenso ist es geradezu köstlich zu hören, wie er versucht, sich langsam neu zu strukturieren. Er taucht ab in eine Welt ohne Menschen, er will anonym bleiben und spielt oft stundenlang alleine mit einem Ball im Hinterhof.

Instinktiv erkennt er langsam, dass er sich wieder auf ganz simple Freuden besinnen muss.

So beginnt er auch genau hier langsam mit dem Wiederauftauchen, indem er den kleinen Nachbars-Jungen Børre kennen lernt. Dieser öffnet ihm unweigerlich die Türen zu einer neuen Welt. Mit ihm scheint er einen Freund gefunden zu haben, mit dem er seine Gedanken austauschen kann. Mit ihm hat er die große Möglichkeit, sein Leben doch noch zu ordnen.

Erlend Loe erschließt uns die Welt auf seine Weise. Dabei nimmt er den Zuhörer mit auf eine Reise in eine Welt voller Merkwürdigkeiten rund um das Leben. Dennoch bleiben alle Aktionen für den Hörer nachvollziehbar.

Die Listen im Buch wie zum Beispiel “Was mir als Kind gefiel” hinterlassen einen eigenartigen Effekt beim Zuhören. Sprecher Fröhlich, der geschickt Kunstpausen zwischen den einzelnen Listenpunkten setzt, nimmt den Zuhörer mit in eine Welt eines Mischzustandes aus Aufnehmen der Prosa Erlend Loes, Atemlosigkeit und Erinnerung an seine eigene Jugend. So verfällt der Zuhörer in eine Vergangenheit, die ihn auch Stunden nach der Lesung nicht loslassen mag. Es scheint, als bräuchte ein jeder seine eigenen Geschichten aus der guten alten Welt.

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