Die derzeit wachsende Zuversicht in großen Teilen der Öffentlichkeit, dass eine Bodenbildung hinsichtlich der globalen Wirtschaftskrise erreicht sei, führt zusammen mit den immer mehr ausufernden Staatsdefiziten der USA dazu, dass der US-Dollar als Anlagewährung an Attraktivität einbüßt. Dies führt derzeit dazu, dass der Dollarkurs gegenüber dem Euro deutlich fällt. Mit knapp 1,43 liegt er auf einen Jahrestiefststand.
Gefahr für europäische Exporteure
Das Exportgeschäft insbesondere auch deutscher Exporte hat nach dem herben Rückschlag sich offenbar im Verlauf des ersten Halbjahrs stabilisiert. Ähnliche Ergebnisse werden auch aus den USA gemeldet. China wird voraussichtlich Deutschland in diesem Jahr als Exportweltmeister ablösen, legt man die Daten für das erste Halbjahr zugrunde.
Der Kursanstieg zusammen mit weiterhin insbesondere bei der staatlichen Konjunkturprogrammen fortbestehenden protektionistischen Klauseln Aufträge nur an inländische Firmen zu vergeben (siehe hierzu beispielsweise die USA und auch China) könnte dabei den deutschen Exporteuren zusammen mit einem Wechselkursanstieg des Euro gegenüber anderen Währungen einen Strich durch die Rechnung machen.
Wenig erkennbare Anstrengungen die globalen Ungleichgewichte im Welthandel zu beseitigen
Eine der fundamentalen Faktoren für die globale Wirtschafts- und Finanzkrise wird von zahlreichen Ökonomen in den langfristig zunehmenden Ungleichgewichten in den Außenhandelsbilanzen der wichtigsten Wirtschaftsregionen gesehen. Asien und in Europa insbesondere Deutschland mit ihren exportorientierten Wirtschaften benötigen entsprechende Partnerländer wie insbesondere die USA, die bereit sind hohe und tendenziell zunehmende Außenhandeldefizite hinzunehmen. Diese globalen Handelsungleichgewichte drohen langfristig sich immer wieder zu handelspolitischen Krisen auszuweiten.
Derzeit hat der Deglobalisierungsschock insbesondere aufgrund der Konsumschwäche der USA seit der zweiten Jahreshälfte 2008 einer vorübergehende Entlastung gebracht. Allerdings zeigen Studien, dass diese Entwicklung nur vorübergehend sein wird. Sobald sich die US-Wirtschaft wieder auf einem Wachstumskurs befinden sollte, werden die bekannten Probleme sich erneut stellen. Ein zentrales Handelsungleichgewicht das dabei durch Wechselkursanpassungen gelöst werden muss, ist eine faire, das heißt entsprechend den jeweiligen Kaufkraftparitäten und Wettbewerbsfähigkeit der beiden Länder entsprechende Anpassung des Yuan-Dollar-Wechselkurses. Hinzu kommen Unwägbarkeiten wie lange China seinen nicht zuletzt durch massive staatliche Ausgabenprogramme und eine Kreditblase getriebenen Kurs auf Dauer durchhalten kann. Ebenso wie die USA werden Kredite, die nicht auf nachhaltigen Ertragserwartungen basieren, auch in China eine Korrektur erzwingen.
Mithin können die jetzt so bejubelten Erfolge bei der Stabilisierung der Wirtschaft sich als wenig dauerhaft für einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung erweisen.
Kurs der Deutschen Bank bricht trotz Gewinnen im zweiten Quartal wegen hoher Rücklagenbildung ein.
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