… breitet sich mit wahnsinniger Geschwindigkeit aus. So hatte die Piratenpartei bereits eine Woche nach der Freischaltung ihres Edelprofils mehr Unterstützer als die großen und etablierten Parteien.
studiVZ dazu: ”Die Piratenpartei Deutschland macht vor, wie schnell man in unserem Netzwerk zahlreiche potenzielle Wähler erreichen und für sich gewinnen kann. Gleichzeitig wird wieder einmal deutlich, dass Online-Wahlkampf bei uns optimal funktioniert. Ich freue mich daher in den kommenden Wochen bis zur Bundestagswahl auf einen spannenden Wettbewerb zwischen den Parteien im studiVZ/meinVZ.”
Daneben prahlen dennoch alle Parteien mit dem durchschlagenden Erfolg der studiVZ-Profile ihrer Spitzenkandidaten.
So hat Angela Merkel weit über 50.000 Freunde und will nunmehr auch direkt Fragen der Anhänger beantworten. Nach Aussagen von studiVZ sowie der CDU ist das Profil sogar die meistbesuchte Seite von Angela Merkel im Netz. Die Freiheit des Internet, die Angst vor dem Überwachungsstaat, der Anwalt der “digital natives” – so sehen Anhänger ihre Piratenpartei. Nicht zuletzt angestachelt durch den Übertritt des ehemaligen SPD-Abgeordneten Jörg Tauss, gewinnt die Piratenpartei zunehmend auch die klassischen Medien für sich.
Die Partei selbst rekrutiert sich aus Mitt-Zwanzigern und konkurriert damit eher mit den Jusos, der Jungen Union oder den JuLis. Diese Jugendorganisationen der etablierten Parteien haben denn meist auch mehr als einen “eigenen” Abgeordneten in verschiedensten politischen Gremien von der Kreis bis zur Europaebene. Damit tritt die Piratenpartei keineswegs konkurrenzlos an – ihre Konkurrenz ist ebenso alt und gut gebildet (meist sind Studenten bei den Piraten aktiv) und zudem politisch besser vernetzt. Erfolge im Netz sind eben nicht alles in der Politik. Daneben zählen Programmatik, die Vernetzung in den politischen Strukturen und die politische Glaubwürdigkeit. Von vielen als Grund für den Niedergang der Parteien bezeichnet, ist die 50-jährige Erfahrung mit der bundesdeutschen Demokratie gleichwohl ein unaufholbarer Vorsprung. Auch wenn die Parteien viele Fehler im Umgang mit dem Internet gemacht haben – von Heilmann (LINKE) bis zensursula (CDU) – und der Umgang mit dem Internet noch zu wünschen übrig lässt: auf dem Wahlzettel stehen sie oben und das mit gutem Grund.
Am Ende wird sich zeigen, ob die Strategie der Piratenpartei aufgehen wird. Erinnert sei nur an Clinton: Its the economy stupid! Mehr denn je, ist dies wohl das Motto der Stunde…
“bis zensursula (SPD)”
nana – es sollte wohl bekannt sein, welcher Partei die Dame angehört