Edelprofil SPD: Ihr Dienstwagen ist wieder aufgetaucht. Die Zukunft der Ministerin ist weiterhin ungewiss. Die VZ-Kommentatoren diskutieren, welche Konsequenzen angemessen wären. Einen Rücktrittszwang sehen nur wenige.
Holgi meint: “Klar darf Frau Schmidt einen Dienstwagen benutzen. Aber das Ganze muss doch verhältnismäßig sein. Sie brauchte diesen ja nur um in Alicante den Bürgermeiseter zu treffen.” Bärrend ergänzt: “Ich weiß gar nicht, warum sich alle so aufregen. (…) Ich finde es schlichtweg unverhältnismäßig in Anbetracht der großen Verantwortung, die die Politiker, und insbesondere die Minister, für unser Land tragen, ihnen nicht selbiges zuzugestehen. (…) Hierzulande wird leider der Staat und mit ihm die Politiker nur allzu oft als Feinde angesehen, denen man mit allen Mitteln versucht einen reinzuwürgen. Wenn man sich überlegt, was die sie in der Wirtschaft verdienen könnten, sollten wir dankbar sein.”
Thomas hat einen Vorschlag zur Güte: “dienstlich sind vielleicht 5% der gesamten Fahrt. Sie zahlt also 95% der Fahrkosten und 95% des Wagenwertes und alle sind moralisch zufriedengestellt.” Auch Dave sieht die Angelegenheit gelassener: “Nur weil (ihr) der Wagen geklaut wurde, haben die Medien Ulla Schmidt an den Pranger gestellt. Dass manche Politiker einen halben Kilometer von einem Gebäude zum anderen fahren und wieder andere bestimmt auch mal mit dem Dienstwagen einkaufen, darüber beschwert sich komischerweise kaum einer. Und diese ganze Misere muss die arme Ulla jetzt ausbaden. Es zeugt von wenig Köpfchen, wenn man auf genau diese Interessensteuerung der Medien (…) anspringt und zudem nicht weiträumig denken kann. Und genau deswegen ist Deutschland ein (…) “armes” Land.”
Mir kommen gleich die Tränen über die Art des Mitgefühls für Fr. Schmidt.
Es ist erstaunlich, wie Bürger dieses verschwänderische Verhalten hinnehmen. Wäre der Dienstwagen nicht geklaut worden, hätte dies niemand erfahren.
Ich bin davon überzeugt, dass Fr. Schmidt nicht die einzige Politikernin bzw. Politiker ist, der mit UNSEREN Steuergeldern so umgeht.
Mangelde Tranparenz, Regeln und Bürokratie sorgen dafür, dass der Otto-Normal-Wähler sich nicht mehr auskennt.
Für mich steht fest, dass unsere Politiker zuweit von den Wählern entfernt sind. Man darf sich über die Politikverdrossenheit nicht wundern.
Das es “schwarze Schafe” immer geben wird, ist auch klar. Entscheidend ist, wie wird damit umgegangen. Wenn nachweilich in einer solchen Art Steuergelder verschwendet werden, dann sollte dies spürbare Konsequenzen für Politiker haben.
Genauso wie für Manager – was die Politik angeblich ja fordert.