Mit ungewöhnlich deutlichen Worten hat der Chefökonom der Internationalen Energiebehörde (IEA), Fatih Birol, in einem Interview mit dem britischen Independent vor einer drohenden Unterversorgung mit Öl in den kommenden Jahren gewarnt.
In ihrem im Herbst letzten Jahres veröffentlichten World Energy Outlook hatte die IEA erstmals eine unabhängige Einschätzung der Förderraten der 800 größten Ölfelder vorgenommen, die nicht wie in den Jahre zuvor auf den Daten anderer Institutionen wie der US-Geologiebehörde beruhte (siehe www.oelschock.de). Dabei hatte die IEA ermittelt, dass die meisten der großen Ölfelder ihr Fördermaximum bereits überschritten haben und die bestehenden Felder insgesamt einen jährlichen Förderrückgang von 6,7 % aufweisen, der durch die Förderung aus neuen Ölfeldern aufgewogen werden müsste, um die Fördermenge zu halten oder gar zu steigern. In früheren Berichten war die IEA noch von einem entsprechenden Förderrückgang von 3,7 % ausgegangen.
Diese äußerst besorgniserregenden Daten fanden Ende 2008 nicht den Weg in die Schlagzeilen, die damals von der Finanzkrise beherrscht wurden. Birol wiederholte nun die alarmierende Einschätzung der IEA, dass bis 2030 selbst bei gleich bleibendem Bedarf „vier neue Saudi-Arabien“ nötig seien, um den Förderrückgang der alten Felder auszugleichen. Die IEA gehe zwar immer noch davon aus, dass das globale Fördermaximum („Peak Oil“) erst 2020 eintreten werde, aber eine Unterversorgung mit weiteren Preisschocks sei bei einer Erholung der Weltwirtschaft und wieder steigendem Ölbedarf bereits ab 2010 zu erwarten. Dies würde zu einer enormen Marktmacht der noch wenigen noch verbliebenen Ölexportländer mit größeren Reservekapazitäten führen und den Wiederaufschwung gefährden. „… die Weltwirtschaft wird noch sehr anfällig und verletzlich sein. Viele glauben, dass sie sich in ein paar Jahren erholen kann, aber diese Erholung wird sehr langsam gehen, sie wird sehr anfällig sein, und sie kann jederzeit durch höhere Ölpreise wieder abgewürgt werden“, so Birol zum Independent. „Vielen Regierungen ist inzwischen bewusst, dass die Tage des billigen und einfach zu fördernden Öls vorüber sind… ich bin allerdings nicht sehr optimistisch, ob ihnen auch klar ist, dass eine tatsächliche Unterversorgung droht.“
Quelle: www.oelschock.de
Da kränkelt die Autoindustrie schon seit Jahren herum; ein Großteil der Kunden hatte die Nase voll von stinkenden Karren, die im Spritverbrauch quasi unbezahlbar werden – bis die Finanzkrise kam: Plötzlich setzt der Verstand der Menschen wieder aus und scheinbar großzügige Geschenke werden mitgenommen – man könnte ja etwas verpassen. Der Kater kommt nach dem Suff.
Und dieser Kater wird heftig kommen. Das was wir zuletzt 2008 erlebt haben, war nur eine kleines Preis-Zwischenhoch. Da ist noch jede Menge Luft nach oben drin. Zwei Euro oder Zweifünfzig für den Liter Sprit wird wohl schon sehr bald der Normalpreis sein. Da wird noch manch ein Tränchen kullern, wenn der Nachbar sich dann in sein Elektroauto setzt und für zwei Euro einhundert Kilometer zurücklegt.