Größtes jährliches Buddhisten-Treffen Deutschlands

Teilnehmer aus 40 Ländern zu Gast in Immenstadt am Alpsee Mehr als 3000 Buddhisten aus über 40 Ländern treffen sich vom 4. bis 16. August 2009 beim 17. Internationalen Sommerkurs in Immenstadt am Allgäuer Alpsee. Die Veranstaltung des Buddhistischen Dachverbands Diamantweg (BDD) e.V. umfasst Vorträge, geleitete Meditationen und buddhistische Zeremonien.

buddi.jpgTeilnehmer aus 40 Ländern zu Gast in Immenstadt am Alpsee

Mehr als 3000 Buddhisten aus über 40 Ländern treffen sich vom 4. bis 16. August 2009 beim 17. Internationalen Sommerkurs in Immenstadt am Allgäuer Alpsee. Die Veranstaltung des Buddhistischen Dachverbands Diamantweg (BDD) e.V. umfasst Vorträge, geleitete Meditationen und buddhistische Zeremonien.

Programmablauf

Den Auftakt und ersten Höhepunkt des Kurses bildet der Besuch Seiner Heiligkeit des 17. Karmapa Thaye Dorje. Der 26-jährige in Nordindien lebende Exiltibeter ist der höchste geistliche Würdenträger der tibetischen Karma-Kagyü-Tradition, die im 11. Jahrhundert gegründet wurde. Sie stellt heute unter deutschen Buddhisten die verbreitetste buddhistische Schule dar. Der Karmapa gab am 4. August 2009 eine Einweihung in den Buddha des Grenzenlosen Lichts (sanskrit Amitabha). Diese Einweihung hat eine große Bedeutung für die Meditation im tibetischen Buddhismus. Weltweit gibt es selten solch eine Möglichkeit, an derartigen Zeremonien teilzunehmen.

Seit dem 5. August üben die Kursteilnehmer eine knappe Woche lang die Meditation des Bewussten Sterbens (tibetisch “Phowa) unter Anleitung von Lama Ole Nydahl. Diese Praxis des tibetischen Buddhismus ermöglicht es, sich schon zu Lebzeiten auf den späteren Todeszeitpunkt vorzubereiten.

Am späten Sonntagabend des 9. August 2009 beginnt eine 72-stündige Meditation auf den Buddha des Mitgefühls, die von Sherab Gyaltsen Rinpoche und Lama Ole Nydahl im Wechsel geleitet wird. Auf tibetisch wird der Buddha des Mitgefühls “Tschenresig” (“Liebevolle Augen”) genannt. Weltweit werden sich zehntausende Buddhisten in rund 500 Meditationszentren an dieser Aktion beteiligen und dabei das Mantra des Mitgefühlsbuddha “Om Mani Peme Hung” rezitieren.

olaaa.jpgAm 13. August um 20 Uhr erläutert Lama Ole Nydahl die Grundlagen des Buddhismus für alle interessierten Menschen aus der Region.

Parkplatz-Serice für alle Besucher: ab 19 Uhr vom Parkplatz P3 Viehmarktplatz in Immenstadt wird ein mit Bustransfer eingetrichtet sein. Die Besucher werden direkt zum Vortragszelt und wieder zurück gefahren.

Vom 13. bis 16. August werden Sherab Gyaltsen Rinpoche und Seine Eminenz der 14. Shamar Rinpoche den Kurs mit Vorträgen und buddhistischen Einweihungen beschließen.

Hohe Lamas geben sich ein Stelldichein im Allgäu

Sherab Gyaltsen Rinpoche wurde 1950 in Nepal geboren und noch von der letzten, 16. Inkarnation des Karmapa als Mönch ordiniert. Heute gilt der Leiter mehrerer Klöster und Baumeister zahlreicher buddhistischer Stupa-Monumente als einer der anerkanntesten Lamas in der Himalayaregion. Kunzig Shamarpa Mipham Chokyi Lodro – auch kurz Shamar Rinpoche genannt –  ist die 14. Wiedergeburt einer Reihe von Lehrern, die schon vom historischen Buddha vorhergesagt wurden. Shamar Rinpoche verließ Tibet 1959 zusammen mit dem 16. Karmapa, den er bis zu dessen Tod im Jahr 1981 begleitete. Anschließend führte er die Projekte des Karmapa fort und war für die Anerkennung des 17. Karmapa Trinley Thaye Dorje verantwortlich.

Zeltlager um das buddhistische Zentrum auf Gut Hochreute

Der 68-jährige dänische Lama Ole Nydahl wurde 1972 vom 16. Karmapa beauftragt, den Buddhismus im Westen zu lehren und Kagyü-Zentren zu gründen. Seine Schüler und er haben das fast 50 Hektar große Grundstück um das Gut Hochreute, auf dem der Kurs stattfindet, im Mai 2007 für die Buddhismus Stiftung Diamantweg erworben. Dieses Grundstück wurde mit dem Ziel ein internationales Meditations- und Begegnungzentrum zu schaffen. Der buddhistische Sommerkurs ist mit bis zu 3000 gleichzeitig anwesenden Teilnehmern die wichtigste Einzelveranstaltung des Jahres in Deutschland. Die Besucher übernachten in Zelten auf dem Gelände, Zeltplatz am See, oder in Hotels und Pensionen der Region. Lama Ole Nydahl reist fast pausenlos als Referent um die Welt. Ebenso besucht er die zahlreichen buddhistischen Zentren, die er in den letzten 35 Jahren im Dienst der Karma-Kagyü-Tradition gegründet hat. Er ist Autor von bislang sieben Büchern über den Diamantweg-Buddhismus, darunter “Wie die Dinge sind – eine zeitgemäße Einführung in den Buddhismus” sowie “Der Buddha und die Liebe”.

Ehrenamtliche Zusammenarbeit lebensfroher Buddhisten

Für einen Teil der aus mehr als 40 Ländern angereisten Teilnehmer bedeutet das Treffen nicht nur Meditation, sondern auch Wissens- und Erfahrungsaustausch. Die Zusammenarbeit erfolg auf ehrenamtlicher Basis. Diese Basis schafft Nähe und legt den Samen für beginnenden Freundschaften. Die Teilnehmern kommen vor allem aus Zentral- und Osteuropa, aber auch Russland, den USA und Südamerika.

Schon seit dem Frühjahr 2009 bereitet ein internationales Team von mehr als 200 Helfern den Kurs vor. Die Aktivitäten umfassen den Aufbau von mehr als 4000 Quadratmetern Zeltfläche einschließlich der gesamten Kursabwicklung, inklusive Verpflegung und Kindergarten. Vom Architekten über den Zimmermann bis hin zur Ärztin bringen alle ihre Fähigkeiten ehrenamtlich ein. Während des Kurses werden weitere Teilnehmer ehrenamtliche Aufgaben übernehmen.

Durchdachtes Verkehrs- und Umweltkonzept

Um die Verkehrssituation im Stadtzentrum von Immenstadt und dem Ortsteil Bühl am Alpsee zu entlasten, werden die Besucher das Kursgelände nur mit einem Shuttle-Service erreichen können. Diesen Service haben die Veranstalter wie schon im Vorjahr organisiert. Die Busse fahren die Besucher vom Parkplatz P3 Viehmarktplatz zum Kursgelände und zurück.

Das Gelände befindet sich innerhalb des Landschaftsschutzgebietes “Großer Alpsee”. Der Erhalt dieser Naturschönheit und des Landschaftsbildes ist der Buddhismus Stiftung Diamantweg als Besitzer von Gut Hochreute ein großes Anliegen. Während des Kurses werden die wertvollen Nass- und Feuchtwiesenbiotope durch den Bau von Stegen geschützt. Zudem werden einige steilere Wiesenflächen auf Dauer aus der intensiven Nutzung herausgenommen. Die Anbindung an die Kanalisation und die städtische Trinkwasserversorgung ist bereits im Jahr 2008 erfolgt.

Die Veranstaltung liegt außerhalb der Vogelflug- und Brutzeit. Die Waldflächen sind nicht betroffen. Der Zeltbereich wurde auf die landwirtschaftlich genutzten Wiesenflächen beschränkt, zudem ist die Regeneration der Grasnarbe in kurzer Zeit möglich. Auch die offene Nutzung der Fläche für Wandernde und Erholungssuchende bleibt bestehen; Zaunanlagen beschränken sich auf Weidezäune zur Bewirtschaftung der Wiesen und Schutzzäune zur Aufforstung von Waldflächen.

Photo Quelle/Copyright: patrickmloeff, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. Jede Religion darf missionieren, wo sie will. Von den Hunderten Gakubenslehren wollen alle Recht haben und doch kann höchstens eine richtig sein (..Vergiß Nathan den Waisen, das ist nur Augenwischerei). Eigentlich sollte man annehmen, dass da alle
    auf em falschen Dampfer sind. Der Buddhismus mit seinen höchst eigenwilligen unwahrscheinlichen Festschreibungen sowieso.

    Aber man muss ja nicht hinhören.