Gruppe Bündnis 90/Die Grünen: Nicky sorgt sich. Die Debatte rund um die Schäden durch CO2 nimmt für ihn christliche Dimensionen an. Es wird zum “Inbegriff der Umweltbelastung”, meint er. Mit seinen Mit-Kommentatoren diskutiert er die Entwicklung hin zu einer “neuen Erbsünde”.
“In allem steckt es, was wir auch tun, wir können nicht entfliehen. Ich will die reale Schuld nicht bestreiten, aber es zeichnet sich meiner Meinung nach ein Trend der Instrumentalisierung ab. Ob in der Diskussion oder vielleicht schon in Form von zusätzlichen Steuern und Zwangsverordnungen – das Todschlagsargument, die Erbsünde CO2 ‘moralisiert’ die Diskussion und viele gehen dieser Art und Weise auf den Leim”, so die These.
Der damit einhergehende Begriff “Öko-Diktatur” sei bis dato zwar noch eine Übertreibung. “Aber wenn Entscheidungsfindungen ‘moralisiert’ werden, schwächen sie reale Logiken, die auf demokratischer/m Entscheidungsfindung und Schutz angewiesen sind und uns eine freie Gesellschaft schaffen.”
Jan stimmt ihm im Grunde zu. Er gibt aber zu bedenken: “Vielleicht wäre es sinnvoller, in Hinblick auf CO2 weniger von Schuld, als vielmehr von Verantwortung zu sprechen. (…) Die CO2-Debatte hat (…) im Wesentlichen 2 Ziele: Den Menschen zu einem verantwortungswollen Umgang mit der Natur bzw. zu nachhaltigem Wirtschaften anzuhalten und andererseits dient sie natürlich der ‘Umweltlobby’ – die auch ihre Interessen hat. Der deutliche Unterschied liegt darin, daß es zur Versittlichung der Menschheit Alternativen gab/ gibt, zu einer nachhaltigen Entwicklung gibt es keine.”
In einem Punkt gibt er Nicky allerdings recht: “Angst vor der Sünde wird mit Sicherheit genutzt.”
Die neue Erbsünde heisst eigentlich, erneuerbare Energien nach wie vor zu vernachlässigen.
Wenn wir alles Geld, dwir in die Atomenergie gesteckt haben, in erneuerbare Energien gesteckt hätten, hätten wir jetzt schon keine CO2-Probleme mehr.
Wenn die USA alles Geld, das sie in den Iraqkrieg gesteckt haben, den Energieunternehmen geschenkt hätten mit der Massgabe, es ausschliesslich für erneuerbare Energien auszugeben, wären die USA jetzt Weltmarktführer.
Energie aus Gülle, Energie aus Gammelfleisch, Energie aus pflanzlichen und tierischen Abfällen (also nicht aus der Rapssaat und nicht aus Monokultur) ist längst anwendungsfertige Technologie. Einige Städte haben sich schon energie-autark gemacht. Geredet wird nur nicht drüber.