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Wissenschaft

Sonnenstudios ohne Krebsrisiko.

Dienstag, den 18. August 2009 um 16:59 Uhr von Rolf Ehlers

Einer schreibt beim anderen ab

Nachdem die Presse und die Verbände, insbesondere die WHO, unisono behauptet hatten, dass Studien den sicheren Nachweis erbracht hätten, dass die Nutzung von Sonnenbänken eine wesentliche Erhöhung des Hautkrebsrisikos bedeuteten (1,2,3,4,5,6,7, 8), hatte das Bundeskabinett am 22.5.2009 beschlossen, die Nutzung von Sonnenbänken durch Kinder und Jugendliche generell zu verbieten. Dieser Schritt ist Teil der “Strategie zur Förderung der Kindergesundheit” von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD).

Bei regelmäßigem Sonnenbankbesuchen in jungen Jahren steige das Risiko, im weiteren Leben an einem gefährlichen Melanom zu erkranken, um 75 Prozent, sagte Eckhard Breitbart von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention. “Das ist eine richtige Zeitbombe” so Breitbart. “In Deutschland gibt es eine erkleckliche Anzahl von 13-jährigen Mädchen und 14-, 15-jährigen Jungen, die Solarien aufsuchen.”

Dass der Besuch des Sonnenstudios nicht weniger krebsfördernd sei als der Genuss von Zigaretten oder der Kontakt mit Asbest, wurde Ende Juli noch einmal vom Experten Vincent Cogliano des Krebsinstitutes der Welktgesundheitsorganisation WHO in der Onlineausgabe des renommierten Fachmagazins “Lancet Oncology” geäußert.

Erschreckend dürftige “Studien”

Dr. Mercola, wohl der bekannteste unter den amerikanischen Ärzten, die regelmäßig die dortige Allgemeinheit mit einem kritischen Auge über alle wichtigen Vorgänge im Gesundheitswesen unterrichten, teilt in seinem akzuellen Newsletter mit, dass er sich einmal die Mühe gemacht hat, die Studien anzuschauen, auf denen die Warnungen beruhen, inbesondere die der Weltgesundheitsorganisation (IARC/WHO). Dass die Erklärungen der WHO mit allergrößter Vorsicht betrachtet werden müssen, hatte sich mit schon bei der Einstellung der WHO zu Tamiflu und der Impfentscheidung gegen die Schweinegrippe erschlossen.

Eine neuere Studie über die angebliche Gefährlichkeit von Sonnenbänken gibt es nicht. Die IARC hatte sich nur zuletzt zusammengesetzt und  e i n e  zwei Jahre alte Studie herangezogen. Diese wieder begründete ihre Einschätzung der Gefahr durch die Beiziehung  e i n e r  einzigen älteren Studie oder mehr eines Berichtes der IARC, der nicht mehr an Information enthielt als das uralte seit Jahrzehnten gepflegte Vorurteil, dass ultraviolettes Licht als Ursache für Hautkrbs bekannt sei. Wörtlich:

“Exposure to solar ultraviolet (UV) radiation is a known cause of skin cancer.”

Vernachlässigung einschlägiger sicherer Erkenntnisse

Ganz und gar nicht im Blickfeld der IARC standen die durch endlose wirkliche Studien und Forschungen gesicherten Erkenntnisse über die Bildung von Vitamin D durch die Exposition der Haut gegenüber UVB-Strahlen, der einen ultravioletten Strahlung der Sonne, die bei zu starker Aussetzung die Haut auch verbrennen kann. Es fehlt auch jede Erwähnung, dass Vitamin D, das in Wahrheit ein hochpotentes Hormon ist, an die 2000 bis 3000 menschliche Gene steuert und dass Krebs – nicht nur Hautkrebs – insgesamt durch ausreichende Versorgung des Menschen mit Vitamin D um 50 bis 60 Prozent zurückgeht.

Auch andere Kritiker rügen, dass die IARC auf einem Auge blind ist, halbe Wahrheiten verbreitet und bewusst missversteht. In Wahrheit leiden bei uns viel zu viele Jugendliche an einem Sonnenmangel, der auch durch Benutzung einer geprüften Sonnenbank verringert werden kann.

Eine Untersuchung von 3.577 Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren kommt zu dem Ergebnis, dass der niedrige Vitamin D-Spiegel bei vielen Teenagern das Risiko einer Erkrankung an einigen der typischen Volkskrankheiten drastisch erhöht, und zwar um

  • 236 Prozent beim Bluthochdruck,
  • 254 Prozent bei überhöhtem Blutzuckerspiegel  und
  • 399 Prozent bei  Stoffwechselstörungen.

Die Daten entstammen dem National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) in den USA. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Jugendlichen später an Herz- und Gefäßkrankheiten oder Diabetes leiden erhöht sich damatisch durch diesen Befund.

Der Leiter der Forschungsgruppe an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore, U.S.A. Dr. Jared P. Reis wörtlich (übertsetzt):

Wir erleben eine aufregende und faszinierende Zeit, denn wir haben erst angefangen zu bergreifen, eine wie wichtige Rolle Vitamin D spielt für die Gesundheit des Herzens und der Blutgefäß.e“.

Professor Robert H. Eckel, der scheidende Präsident der American Heart Association erklärt“Diese Daten über den gravierenden Vitamin D-Mangel Jugendlicher macht uns sehr besorgt um die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten unserer jungen Menschen und darüber, dass sie zu wenig Zeit an der Sonne verbringen.”

Es spricht mal wieder alles dafür, dass die WHO gemeinsame Sache mit der Industrie macht. Diesmal werden es wohl die Hersteller von Kosmetika sein, die sich die lästige Konkurrenz der Sonnenstudios vom Leibe halten wollen.

Praktische Ratschläge

Wer daran denkt, eine Sonnenbank aufzusuchen, sollte sich nur vergewissern, dass diesefachlich geprüft ist.Die Stärke der UVA-Strahlung sollte nicht wesentlich über der des natürlichen Sonnenlichts liegen. Die UVA-Strahlung zerstört nämlich für sich gesehen das im UVB-Licht gebildere Vitamin D.

Bei einer guten Mischung beider Strahlenarten, wobei darauf zu achten ist, dass nicht zwischen der Strahlenquelle und der Haut eine Glasscheibe das UVB-Licht filtert (im Haus, im Auto, auch auf der Sonnenbank), ergibt sich natürlicherweise ein Überschuss an Vitamin D. Diesen soll man dann nicht mit Wasser und Seife von der Haut herunterwaschen. Das Vitamin D braucht nämlich ein bis zwei Tage, um durch die Haut in den Körper einzudringen. Kurzes Abduschen ohne Seife und der Einsatz von Reinigungsmitteln und Deos in kritischen Bereichen schadet dagegen nicht.

Photo Quelle/Copyright: manwalk, via pixelio.de

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6 Reaktionen zu “Sonnenstudios ohne Krebsrisiko.”

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  1. Rainhelt

    am 19. August 2009 um 10:18 Uhr | Link | Kommentar melden

    Hallo Herr Ehlers,
    so ist das mit medizinischen Studien. In der Regel alles Statistik, aber welcher Mediziner kann schon Mathe ;)

    Gruß
    Rainhelt

  2. Thilo Pfennig

    am 19. August 2009 um 11:36 Uhr | Link | Kommentar melden

    Da wird mal wieder von Dir Äpfel und Birnen durcheinandergewirbelt. Sie unterscherschlagen, dass die IARC mehrere Studien ausgewertet hat http://dermatology.jwatch.org/cgi/content/full/2009/730/1

    Es ist einfach unverantwortlich so einen Dünnsinn zu verbreiten, dort wo Aufklärung not tut!

  3. L. Bergmann

    am 19. August 2009 um 12:55 Uhr | Link | Kommentar melden

    Hallo Herr Ehlers!

    Es ist gut zu sehen, dass in den vergangenen Monaten sich zunehmend publizistischer Widerstand - nicht nur in Blogs - regt gegen die Lufthoheit der /einiger Dermatologenverbände über den Redaktionsschreibtischen. D wird seit Jahren die Scheuklappen immer enger geschnallt und die ungeheure Informationsflut wissenschaftlicher Informationen und Studien zu den positiven Besundheitswirkungen der UV-Strahlen und des “Sonnenschein-Vitamins” D ignoriert. Die Politik trottet etwas tumb hinterher.

    Wir haben im Weblog “Sonnen ist Leben”
    http://photomed.wordpress.com
    seit Jahren die Highlights der wissenschaftlichen Diskussion referiert - immer mit exakten Quellenangaben und dem Link zu den Abstract oder PDFs der Originalien. In Video-Interviews mit einigen der renommiertesten UV- und Vitamin D-Forschern haben wir versucht, die “gute” von der “bösen” Sonne zu differenzieren. Jetzt allmählich zeichnet sich so etwas wie eine vorsichtige Rezeption dieser Ergebnisse ab. Wird sicher noch ein Weilchen dauern. Verbündete werden mit Freude begrüsst.

  4. Rolf Ehlers

    am 21. August 2009 um 14:08 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Thilo Pfennig: Vorn Ihnen wieder mal nur Verdrehungen und Frechheiten!

    Der “Dünnsinn” liegt bei Ihnen:

    Die IARC hat eine “Meta-Analyse” gemacht. Grundlage waren nichts anderes als die von mir erwähnten angeblichen Studien aus 2006 und 2004, deren einzige fachliche Basis der Verweis auf die falsche Annahme ist, dass UV-Strahlen der Sonne Krebs erzeugten - und das Licht auf der Sonnenbank dann entsprechen auch. Keine Rede von der Bedeutung von Vitamin D und dass Stubenhocker in einer großen Studie nachweislich allgemein sehr viel stärker von Krebs betroffen sind!

  5. RA Jürgen Bock

    am 28. August 2009 um 10:34 Uhr | Link | Kommentar melden

    Ich bin Geschäftsführer Bundesfachverband Sonnenlicht-Systeme.e.V. Stuttgart; der Herstellerverband Solarien Deutschland. Vielen Dank für die zusammenfassende Info über die kritischen Ansätze der IARC-Entscheidung. Der Verband(Vorstand) hat gestern beschlossen einer fachkompetenten Person (evtl. Medizinstatistiker), Uni o.ä. den offiziellen Auftrag für eine Analyse der Kausalität der IARC-Einstufung und deren Grundlagen zu erteilen. Wir sind auf der Suche (weltweit) nach einer solchen Person.Dabei ist u.a. Dr.Mercola - wegen seiner Vorarbeiten - in unserem Focus. Er ist uns allerdings nicht bekannt - bis auf die Hinweise in Ihrem Bericht. Könnten Sie uns helfen und uns Kontaktdaten, evtl. auch seinen aktuellen Newsletter zukommen lassen? Haben Sie Infos über die Person von Dr.Mercola?

    Für Ihre Unterstützung wäre ich Ihnen sehr dankbar. Falle erforderlich meine
    Tel.Nr. 0173 9425771 (mobil), 0711 2364716 (Verband)

    Freundliche Grüße
    J.Bock

  6. Rolf Ehlers

    am 28. August 2009 um 13:34 Uhr | Link | Kommentar melden

    @RA Jürgen Bock:

    Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Bock,

    Ich habe gerade gestern noch einen Bericht in die Readers Edition gestellt, der genau zum Thema passt :

    http://www.readers-edition.de/2009/08/27/schweinegrippe-schwindel-schert-=
    kanada-aus

    Es kann keinen Zweifel geben, dass das Sonnenbad auf einer gut eingestellten Sonnenliege (nicht mehr UVA als UVB) genau so das immunisierende Hormon Vitamin D auf der Haut entstehen lässt wie unser Zentralgestirn.

    Wenn es auch bei der harmlosen Schweinegrippe wenige Menschen sein werden, die an ihr sterben, ist der Besuch eines Sonnenstudios in der lichtarmen Zeit die beste Vorbeugung dagegen überhaupt zu erkranken. Es ist daher nicht überspitzt zu sagen, dass Sonnenbänke in der lichtarmen Zeit in vielen Fällen Leben retten können!

    Dr. Joseph Mercola ist ein ernst zu nehmender Experte. In den U.S.A. Ist er eine richtige Institution. Auf der nachgenannten Seite können Sie sich für seinen Newsletter eintragen. Der Bezug erfolgt umgehend.

    http://www.mercola.com/forms/background.htm

    Ich habe festgestell, dass Dr. Mercola sehr oft die aktuellsten Informationen hat. Er nennt, bevor er seine Kommentare folgen lässt,, immer seine Quellen. Er scheint nicht immer Recht zu haben, manchmal ist er auch etwas leichtgläubig wie etwa in der Sache mit den Erdstrahlen. Aber oft genug kommt man erst über ihn an wichtige Quellen.

    Dr. Mercola ist allerdings nicht nur uneigennützig. Er steht hinter sehr vielen Nahrungsergänzungsmitteln, die allerdings absolut nicht alle schlecht oder generell überflüssig sind.

    Ob er ansprechbar ist, weiß ich nicht. Ich habe ihm eine vor zwei Wochen eine Zusammenarbeit mit meinem Unternehmen zum Zwecke der Verbreitung des Wissens über das von mir entdeckte AMINAS-Prinzip zur sichern Förderung der körpereigenen Synthese des den meisten Menchen immer wieder knappen zentralnervösen Neurohormons Serotonin vorgeschlagen,habe aber noch keine Antwort erhalten.

    Über Dr. Mercola sollten Sie mehr über seine Quellen bezüglich der Vitamin - D-Synthese erfahren können. Ich habe vor längerer Zeit einen sehr großen Bericht von ihm über dieses Thema in die Hand bekommen. Vielleicht kommen Sie so zu einem reinen Wissenschaftler, der Ihnen weiter hilft. Bestimmt werden Sie auch in der endlos langen Literaturliste des Reviews von Dr. Connell und Kollegen fündig:

    http://www.virologyj.com/content/5/1/29

    Viel Erfolg. Ich rufe aber auch einmal an.

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