Lyrileison – Neue Lyrik und deren kritische Betrachtung: Teil 29

Sicheres Dach einer gotischen Kapelle in der Pfalz (Boßweiler) Sicheres Dach überm Kopf dort auf dem Berg, der aber bewacht das Tal und der Bau ist schützendes Beiwerk seit langem, denn die Winter sind grausam und Scharen kamen, die raubten vieles und führten Krieg im Lande, es war die Zeit

jenpho1111111111111112111111.jpgSicheres Dach einer gotischen Kapelle in der Pfalz (Boßweiler)

Sicheres Dach überm Kopf dort auf dem Berg, der

aber bewacht das Tal und der Bau ist schützendes

Beiwerk seit langem, denn die Winter sind grausam und

Scharen kamen, die raubten vieles und führten Krieg im

Lande, es war die Zeit der Fehde im hehren Umkreis.

Damals also dieses Bauwerk für Sicherheit und

heute noch bewirkt es die hohe Sicht auf das Tal

und alle, die herkommen, finden Frieden und

wollen sofort vergeben denen, die Unheil brachten.

Auch Väter und Mütter suchen den Frieden und Kinder

singen herbei in manchem Lied diesen Wunsch.

Der aber wiegt schwer und heranweht bald der liebliche

Tod, der gleichmacht und heilt Täter und Opfer, selbst den in

harter Erde liegenden deutschen Soldaten in russischer Steppe.

Klaus Grunenberg
Kritik

Ich kenne dieses Kirchlein in der Pfalz, es liegt in der Nähe von Qirnheim und bewacht unterhalb dieses Ortes das kleine Tal. Karge Landschaft, doch ruhig und schön gelegen, regt sie zum Wandern ein. Es gab eine Zeit, da fielen die Franzosen in die Pfalz ein und verwüsteten Vieles (z.B. Heidelberg).

Wir kennen das aus eigener Geschichte und unsere Nachbarn, auch die Russen haben unter uns gelitten. Deshalb ist der Hinweis auf deutsche Soldaten, die in russischer Erde liegen, nicht von ungefähr und nur der gemeinsame Gedanke ans erlittene Unrecht, die anschließende Bitte um Vergebung mag uns retten, damit Frieden einzieht.

Somit hat dieses Gedicht neben der Form auch Gewinn.

Ed Moercke
So etwas gefällt mir natürlich, es ist mehr als nur ein Gefasel von eigenem und fremdem Gefühl der Unpässlichkeit.

Natürlich gefällt es mir, Lyrik darf mahnen, beruhigen, meinetwegen auch erheben.

Mark Beil-Ritzi

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