Beslan und andere Traumata

Die traumatischen Ereignise von Beslan “Weselpower” hat gerade in der Readers Edition an die Leiden der Menschen Beslan vor fünf Jahren erinnert und fragt sich, ob nicht Putin für den ungestümen Angriff auf die von Tschetchenen und Inguschen verübte Geiselnahme einer ganzen Schule, wobei 334  Menschen getötet wurden, die Verantwortung

Die traumatischen Ereignise von Beslan

“Weselpower” hat gerade in der Readers Edition an die Leiden der Menschen Beslan vor fünf Jahren erinnert und fragt sich, ob nicht Putin für den ungestümen Angriff auf die von Tschetchenen und Inguschen verübte Geiselnahme einer ganzen Schule, wobei 334  Menschen getötet wurden, die Verantwortung trägt. Der Autor wiederholt nachdrücklich, dass die Überlebenden von Beslan unweigerlich für ihr ganzes Leben traumatisiert bleiben müssen (Text wurde entfernt, Anm. d. Red.).

Das verdient eine Richtigstellung. Ein psychischer Schaden, wie er bekanntlich oft durch schreckliche Ereignisse ausgelöst wird, hat nur Dauerfolgen, wenn die Opfer keine Gelegenheit und Hilfe bekommen, die traumatischen Ereignisse aufzuarbeiten.

Solche Schrecknisse wie in Beslan, aber auch schon jeder kleine Banküberfall in einer Sparkassenfiliale oder das Erleben eines folgenreichen Verkehrsunfalls können zentralnervös tiefe Bahnen in unsere neuronalen Netzwerke eingraben und können albtraumhafte Erinnerungen in der Amygdala im Limbischen System des Gehirns hinterlegen, die uns immer wieder quälen können.

Wenn die Menschen dann nicht in ein aktuelles mental-hormonelles Gleichgewicht gebracht werden und wenn dann nicht die psychotherapeutische Aufarbeitung einsetzt, kann sich die Störung immer tiefer verankern. Dadurch, dass Psychiater und Allgemeinärzte in den letzten zwei Jahrzehnten bei fast allen psychischen Störungen und selbst bei Schmerzsymptomen Psychopharmaka einsetzen, ist der Glaube an Hilfen durch die Psychotherapie allgemein immer geringer geworden. Seit man aber weiß, dass man mit der Herstellung des zerebralen hormonellen Gleichgewichts die Psyche für die psychotherapeutische Arbeit optimal vorbereiten kann, gewinnt die Psychotherapie neue Bedeutung. Dazu kommt, dass heute kein Zweifel mehr besteht, dass die Umwelteinflüsse, also auch psychotherapeutische Maßnahmen, unmittelbar materiellen Strukturen des Gehirns verändert.

Glücklicherweise hat unser Hirn, wie man seit einiger Zeit erst weiß, bis ins höchste Alter hinein eine hohe “Plastizität.” Das heißt, dass eingefahre Wege im Gehirn auch aufgegeben und neue geschaffen werden können.

Machthaber scheuen keine Traumata

Es ist aber richtig, nach fünf Jahren einmal wieder an Beslan zu erinnern. Wohl jeder hält es wie “Weselpower” für möglich, dass ein Alleinherrscher wie Putin in der Lage ist, frei oberhalb der Gesetze des Landes auch mit brutalsten Mitteln seine politischen Ziele durchzusetzen. Das ist doch gerade die Crux der Diktatur, dass der Alleinherrscher keinen Kontrollen unterliegt.

Aber ist das in den westlichen Demokratien heutiger Prägung grundlegend anders? Denken Sie doch an die noch weit folgenreicheren Vorgänge bei 9/11! Wenn da Fachleute am Werk waren, die WT 1 und WT 2, die immerhin hoch oben getroffen worden waren, so absolut lotrecht einstürzten – und dann der in erheblichem Abstand von WT 1 hinter WT 5 stehende 55 Sockwerke hohe Turm WT 7, in dem es einen Brand (!) gegeben haben soll, genau so wundersam senkrecht in sich hineinstürzte, dann kann das nur auf Order von ziemlich weit oben geschehen sein!

Wir können nicht übersehen, dass auch in den Demokratien unserer Zeit von den Machthabern ebenso konsequent die Gesetze ausgehebelt und die Rechte der Menschen mit Füßen getreten werden können wie in den Diktaturen.

Man muss für diese Erkenntnis nicht unbedingt auf Vorgänge wie 9/11 zurückgreifen, die immerhin nicht voll aufgeklärt sind. Denken Sie nur an den Krieg der USA und einiger Helfer gegen den Irak Saddam Husseins! Sowohl damals wie heute wusste man genau, dass Saddam ein Feind der Al Kaida war. Es gab auch bekanntermaßen nicht die Spur eines Beweises für den Besitz von Atomwaffen. Und da belog Verteidigungsminster Powell auf Geheiß des unvergesslichen Präsidenten George W. Bush die Welt und legte getürkte “Beweise” vor. Das hat er später selbst eingeräumt und sich entschuldigt! Dieses Verbrechen ist der Grund dafür, dass das ganze irakische Volk seither im Elend leben muss und fast täglich Menschen umgebracht werden – sehr viel mehr als unter Saddam.

Wenn man sich die Gesamtheit der Menschen einmal als einen Körper vorstellt, der ein Gehirn hätte wie das des einzelen Menschen, müsste man befürchten, dass die Menschheit durch einen solchen Krieg insgesamt traumatisiert wäre. Die Menschen gehen aber nach solchen Ereignissen sehr bald ihren täglichenBeschäftigungen nach.

Der Irak-Krieg war nicht gerechtfertigt. So what?

Ganz offensichtlich ist die Menschheit nicht eine solche Einheit wie der Körper des einzelnen Menschen. Sie hat ja auch kein zentralnervöses System wie unser Gehirn. De Menschheit erträgt alle Grausamkeiten, die ihr zugemutet werden – und wählt in den demokratisch verfassten Ländern dann sogar oft noch die Verbrecher und Kriegstreiber!

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