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Politik + Wirtschaft + Klimawandel

Öldorado 2.0: Der Teelicht-Effekt

Samstag, den 29. August 2009 um 22:36 Uhr von Peter Heller

Etwa 30 Minuten hat es schon gedauert, in der Hotelbar in Hamburg am vergangenen Donnerstag. Ich war allerdings auch abgelenkt. Cocktail, Zigarillo, Gibsons “Mustererkennung” und die übliche Melange swingender Klänge, wie sie den Hotelbars der Welt so eigen ist, getaucht in das Schummerlicht flackender Teelichter in undurchsichtigen aber durchscheinenden Gläsern. Teelichter? Mitnichten, wie mir eben nach einer halben Stunde auffiel. Es waren LEDs. Eine perfekte Illusion.

Wir können nichts über die Zukunft wissen. Sie ist in jeder Hinsicht völlig unvorhersehbar. Und das gilt nicht nur für die Lotteriezahlen der kommenden Ziehungen, sondern auch für das Wetter, für das Klima, für Technologien und Produkte und deren Markterfolg.

Der Zukunftsforscher untersucht daher auch nicht die Zukunft, sondern das Jetzt. Und dabei interessieren ihn nicht die Zustände der Gegenwart, ihre Stasis, sondern die Prozesse, die in ihr wirken, ihre Dynamik. Diese Mechanismen der Veränderung, ihr Ausmaß, ihre Wirkungsweisen, ihre Einflusssphären sind es, die den Zukunftsforscher zu seinen Schlussfolgerungen veranlassen. Er nennt sie Trends, und das Aufspüren und Charakterisieren solcher Trends ist ein Hauptteil seiner Arbeit.

Die Fortschreibung von Trends in die Zukunft ergibt ein Szenario. Man kann sich beispielsweise überlegen, welche Trends unser heutiges Mobilitätssystem geprägt haben und prägen, wie stabil diese sind und wie bedeutend – und daraus letztlich ein Szenario entwickeln, wie Mobilität in 20, 30 oder mehr Jahren aussehen könnte. Ein solches Szenario, das sich aus den als wirksam angenommenen aktuellen Trends ergibt, das also schlicht aus einer Fortschreibung der heutigen Mechanismen folgt, wird oft als “Standard-” oder “Business-as-usual-Szenario” bezeichnet. Es ist – Erfahrungstatsache – in aller Regel dasjenige, das der Zukunft am nächsten kommt. Man kann sich in einem weiteren Schritt überlegen, welche Trends sich im Laufe der Zeit wie verändern könnten und damit dem Standardszenario eine Reihe weiterer sinnvoller Möglichkeiten hinzufügen. Diese Menge an Szenarien spannt einen möglichen Zukunftsraum auf, überdeckt ihn aber niemals vollständig. Die Realität der Zukunft ist nach wie vor unbekannt, sollte sie eines der entwickelten Szenarien treffen, wäre das reiner Zufall. Die Szenarien sind also nicht mehr als “Koordinatensätze”, die die “Grenzen” möglicher Zukünfte bestimmen.

Sinn und Zweck dieser Szenarien ist es daher auch nicht, zu bestimmen, wie man sich in der Zukunft verhalten sollte.

Sie dienen vielmehr der Strategiefindung für die Gegenwart. Es geht darum, Strategien zu entwickeln, die nicht nur auf eine gewünschte Zukunft ausgerichtet sind, sondern die robust unter vielen verschiedenen möglichen Zukünften funktionieren.

Nun sind nicht alle Trends, die ein Zukunftsszenario beschreiben, gleichrangig. Es gibt solche, die stabil sind und nur durch extreme Brüche verändert werden könnten. Diese bezeichne ich als Basistrends, weil sie Ausgangspunkte für weitere Überlegungen sein können.

Basistrend: Wir werden mehr Energie umsetzen. Indem wir unsere vorhandenen Energieträger besser und intensiver nutzen. Und neue Energieträger finden und entwickeln.

Das ist ein stabiler Trend über Jahrzehntausende hinweg – und keine kulturelle Revolution, keine technische Entwicklung, keine Katastrophe gleich welcher Art hat diesen Trend beeinflussen können. Dies ist ein Attraktor, um den herum ein Zukunftsforscher ein Standard-Szenario aufbauen kann.

Man sagt, das hätte mit der steigenden Weltbevölkerung und deren steigendem Wohlstand, die einen höheren Energiebedarf bedingen, zu tun. So steht es geschrieben, in fachlichen Ausarbeitungen ebenso wie in den Medien und so spukt es in den Köpfen vielerlei Politiker herum.

Der Gedanke ist falsch, auch wenn er zum richtigen Ergebnis führt.

Vielmehr ist der Rahmen, in dem sich ein solcher Trend entwickeln und stabilisieren kann, ein solcher, in dem mit der Bereitstellung von Energie Geld verdient werden kann. Energie ist eine Ware, ein Produkt, man kann sie am Markt anbieten und hoffen, damit Profite zu erzielen. Das gelingt offensichtlich und ebenso offensichtlich werden durch diese Tatsache mehr Angebote induziert. Das Angebot weitet sich aus, es steht immer mehr Energie zur Verfügung.

Und neue Anwendungen entwickeln sich durch eine Verbreiterung des Angebotes. Erst kam das Feuer, dann der Ofen. Niemand hat einen Ofen entwickelt und dann gefolgert: Jetzt brauchen wir das Feuer! Niemand hat ein Auto gebaut und dann erst gefolgert: Jetzt brauchen wir Benzin! Erst war das Angebot da – und dann haben sich findige Leute überlegt, wozu man dieses neue Produkt denn noch verwenden könnte, weit über das hinaus, was vom Anbieter vielleicht ursprünglich intendiert wurde. John Davison Rockefeller wollte nur Licht machen. An Autos hat er nie gedacht.

Ein größeres Angebot induziert eine größere Vielfalt an Anwendungen. Und dadurch steigt unser Energieumsatz. Auch in der Zukunft. Immer weiter.

Basistrend: Die Vielfalt an technischen Systemen für eine bestimmte Anwendung nimmt zu.

Technische Systeme haben eine konkrete Nutzfunktion. Diese ist es, die den Geldbeutel des Kunden öffnet. Und Kunden sind Individuen mit individuellen Bedürfnissen. Bietet der Eine ein Auto an, das den Kunden sicher von A nach B bringen kann, so wird ein zweiter Anbieter versuchen, einen Teilmarkt für sich zu gewinnen, indem er ein Auto anbietet, das den Nutzer und ein bestimmtes Transportgut von A nach B bringt. Und das setzt sich fort. Heute gibt es für jeden Zweck das passende Auto, vom kleinen und wendigen Stadtauto über die komfortable (Langstrecken-)Luxuslimousine bis hin zur Familienkutsche oder dem Van (für private Transportzwecke). Und jeder dieser Typen kann zusätzlich durch eine individuelle technische Ausstattung und eine individuelle Gestaltung den konkreten Wünschen des Nutzers weiter angepasst werden. Am Ende haben wir uns von einer Welt des “Modell T” zu einer Welt entwickelt, in der kein Auto mehr mit dem anderen identisch ist. Vom Schreibstift bis zum Handy, vom Fernseher bis zum PC, dieser Trend ist universell. Und konnte ebenfalls alle Wendungen der Menschheitsgeschichte überdauern.

Mit diesen beiden Dynamiken kann ein Standardszenario für die Energieversorgung der Zukunft heuristisch entwickelt werden:

- Fossile Energieträger (Öl, Kohle, Erdgas) werden noch weiter an Bedeutung gewinnen. Es sind erhebliche Investitionen in die zugehörigen Technologien und Verfahren getätigt worden. Dadurch konnten diese Energieträger am Markt zu konkurrenzfähigen Preisen etabliert werden. Die Technologien und Verfahren werden immer effizienter werden, und damit diese Rentabilität (und die ausreichende Verfügbarkeit entsprechender Reserven) auch in der Zukunft absichern. Die Vielfalt an Anwendungen, für die sie genutzt werden können, wird weiter zunehmen und in vielen Fällen auch effizienter werden. Enorme Steigerungsraten sind dabei beim Erdgas zu erwarten, insbesondere zur Wärmeerzeugung (Haushalt und Industrie). Erdgas ist vergleichsweise einfach zu gewinnen und zu transportieren, seine Nutzung als Treibstoff (als Ersatz für Benzin und Diesel) als auch zur Stromerzeugung (als Ersatz für Kohle) wird zunehmen. Dadurch wird ein Substitutionsdruck auf Öl und Kohle ausgeübt, der langfristig im Verbund mit den weiteren Trends (s.u.) deren Wachstum begrenzen oder sogar rückläufig gestalten kann.

- Biomasse wird intensiver genutzt. Heute ist es fast ausschließlich Holz, das fast ausschließlich zur direkten Gewinnung von Wärme verwendet wird. In Zukunft werden aus Biomasse gewonnene Treibstoffe (hierzu zähle ich auch solche, die durch Algen und andere, möglicherweise gentechnisch gestaltete, Mikroorganismen hergestellt werden) und auch die Stromerzeugung aus Biomasse weiter an Bedeutung gewinnen. Und damit ebenfalls einen Substitutionsdruck auf Erdöl und Kohle ausüben.

- Kernenergie bleibt ein wesentliches Element der Stromerzeugung. Ihre Bedeutung wird zunehmen. Die kerntechnische Forschung und Entwicklung zeigt Möglichkeiten der Effizienz- und der Sicherheitssteigerung auf, die Rentabilität und Akzeptanz erhöhen und daher auch zur Umsetzung gelangen können.

- Alternative Energien werden zur Stromerzeugung verstärkt herangezogen oder ihre derzeitige Marktstellung (Wasserkraft) behaupten. Windenergie wird im Offshore-Bereich intensiv genutzt werden, Wasserkraft wird durch immer effizientere Turbinen und durch neue Ansätze (Gezeiten- und Wellenkraftwerke) bedeutend bleiben, die Effizienz von Solarzellen wird steigen, Solarthermie, Geothermie und völlig neuartige Kraftwerkskonzepte (bspw. Aufwindkraftwerke) werden Marktsegmente besetzen. Die Intensität, mit der in diesem Bereich schon derzeit geforscht und entwickelt wird, läßt diese Abschätzungen zu. Der Substitutionsdruck insbesondere auf die Kohle steigt auch durch diese Entwicklungen an.

Diese Trends sind aus den beiden oben beschriebenen Basistrends abgeleitet. Sie erzeugen das Standardszenario, in dem Trendbrüche definitionsgemäß nicht vorkommen. Solche Trendbrüche können sein:

- die Erschöpfung von Ressourcen fossiler Energieträger und des Urans: Dies ist äußerst unwahrscheinlich, da in der gesamten Menschheitsgeschichte bislang noch nicht eine Ressource aufgebraucht wurde. Vielmehr lässt der Weg des technischen Fortschrittes für das Standardszenario nur den Schluss zu, dass es immer gelingt, eine ausreichende Menge an Ressourcen in Reserven zu überführen, deren Gewinnung zu am Markt akzeptierten Kosten möglich ist.

- die Entwicklung revolutionärer Methoden der Stromerzeugung, deren Substitutionsdruck sämtliche Alternativen sofort vom Markt verdrängt: Dies ist äußerst unwahrscheinlich, da derartiges noch nie geschehen ist. Mit der Kernfusion ist derzeit auch nur ein einziger Kandidat für eine solche technische Revolution erkennbar. Eine Auswahlmöglichkeit aus mehreren Kandidaten würde diesen Trendbruch wahrscheinlicher machen.

- eine globale Katastrophe, die die Zerstörung weiter Teile der menschlichen Zivilisation zur Folge hat (Meteor, Atomkrieg, Seuche)

- eine grundsätzliche Abkehr vom Prinzip der Marktwirtschaft (also vom Handel) nicht nur in Teilen, sondern überall auf der Welt – dies würde die beiden Basistrends (”Mehr Angebot induziert Wachstum” und “Vielfalt der Lösungen steigt”) betreffen

Nun gibt es kluge Leute, die aus solchen rein qualitativ formulierten Abschätzungen mithilfe zusätzlicher Annahmen (bspw. über die Bevölkerungsentwicklung und die Marktzyklen) sogar quantitative Schlüsse ziehen. Eine entsprechende Modellrechnung für das Standardszenario finden Sie in beigefügter Grafik. Sie zeigt den Energieumsatz der gesamten Menschheit über einen Zeitraum bis 2100 und dessen Verteilung auf die oben angeführten Primärenergieträger. Die Berechnung stammt aus dem Jahr 2002. Die Werte von 1990 bis 2002 sind also reale Daten, von denen aus entsprechend hochgerechnet wurde. Wir werden demgemäß zum Ende des Jahrhunderts etwa doppelt soviel Energie aus fossilen Energieträgern bereitstellen wie heute, und trotzdem werden sie zusammen weniger als 50 Prozent des Gesamtmarktes ausmachen.

Ich bin gespannt, ob Sie herüber in ähnlich leidenschaftlicher Weise debattieren werden, wie bei meinem vorhergehenden Artikel. Was mich dabei interessiert ist weniger, ob Sie das Szenario für wünschenswert halten. Dazu werden Sie sich ohnehin äußern. Zukunftsforschung befasst sich aber nicht mit wünschenswerten Zukünften. Sondern mit realistischen. Die Frage ist also: Halten Sie dieses Bild für realistisch, für möglich?

Die absoluten Zahlenwerte des Energieumsatzes sind dabei nicht so sehr von Interesse. Es geht um das Prinzip. Und vom Prinzip her, denke ich, kann es tatsächlich genau so eintreten. Und jedwede in die Zukunft gerichtete Strategie, ob politisch oder unternehmerisch intendiert, kann nur dann robust sein, wenn sie auch auf dieses Szenario ausgerichtet ist. Denn selbst der Markt für Teelichter folgt diesem Ansatz. Farben, Größen, Duftstoffe werden hinzugefügt und variiert. Bis am Ende gar das Teelicht selbst durch eine elektronisch entsprechend angesteuerte LED ersetzt werden kann. Das programmierbare (Lichtstärke, Farbe, Flackern) LED-Teelicht wird sicher nicht lange auf sich warten lassen. Es wird das klassische Teelicht niemals ersetzen. Aber es ergänzen können, denn das Teelicht-Gefühl kann damit erstens individualisiert und zweitens auch dort genossen werden, wo Wind oder sonstige Umstände es bislang nicht möglich machten. Und die Entwickler der LED werden ganz sicher an alles mögliche gedacht haben, aber kaum an die Anwendung ihres Systems als Teelicht-Substitut.

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113 Reaktionen zu “Öldorado 2.0: Der Teelicht-Effekt”

  1. Krishna Gans

    am 30. August 2009 um 00:09 Uhr | Link | Kommentar melden

    Denn selbst der Markt für Teelichter folgt diesem Ansatz. Farben, Größen, Duftstoffe werden hinzugefügt und variiert. Bis am Ende gar das Teelicht selbst durch eine elektronisch entsprechend angesteuerte LED ersetzt werden kann. Das programmierbare (Lichtstärke, Farbe, Flackern

    Für Friedhöfe gibt es das schon…….
    Ist nur nicht so gemütlich - und ohne Duft ;.(

  2. Rolf Ehlers

    am 30. August 2009 um 10:40 Uhr | Link | Kommentar melden

    Die Hochrechnung aus den heute bekannten Daten hat zu viele Unbekannte. Für einige Jahre kann man vorhersehen, dass es nicht schneller vorangehen wird mit der Beendigung des Raubbaus an den fossilen Brennstoffen und der Verseuchung der Umwelt mit ihnen, mit Biomasse und radiaktivem Müll.

    Der Autor unterstellt, dass sich an unserem Wirtschaftssystem mit einer von den Wirtschaftsmächtigen korrumpierten Politikerklicke nichts ändern wird. Was ist aber, wenn der Staat einmal Energiepolitik im wirklichen Interesse der Allgemeinheit macht und nicht mehr im Interesse der Energiekonzerne? Das würde natürlich die fast unbegrenzte Freiheit von E-On und Konsorten drastisch einschränken. Angesichts der Trägheit aller sich zur Bundetagswahl stellenden Parteien mag die Vorstellung einer wirklich dem Allgemeinwohl verpflichteten Regierung utopisch klingen. Ohne diese werden wir aber von einer Krise in die
    nächste schlittern, was dann allerdings auch die Hochrechnung beeinflussen wird.

  3. Thorsten

    am 30. August 2009 um 10:45 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Dr. Heller

    Wenn sich Ihr Zukunftsszenario wirklich so entwickeln sollte (was ich nicht glaube), sprich im Jahr 2050 ein doppelt so hoher Verbrauch konventioneller Energien wie heute, dann denken Sie mal darüber nach, welche CO2-Konzentration wir dann auf unseren Planeten Erde haben. Ach ja, die ist ja ohne Auswirkung auf die Erderwärmung und hat ohnehin mit dem menschllichen Handeln nichts zu tun….

    Ein Zukunftsforscher sollte in der Lage sein, zukunftsfähige Perspektiven zu entwickeln und zu unterstützen!

  4. Günther Vennecke

    am 30. August 2009 um 11:35 Uhr | Link | Kommentar melden

    “Wasserkraft wird durch immer effizientere Turbinen und durch neue Ansätze (Gezeiten- …”

    Hiwer habe ich aufgehört zu lesen, denn hier offenbart der Autor, dass ihm das, worüber er schreibt, völlig unbekannt ist.

    Es hätte wissen sollen, dass ein Wirkungsgrad (Effiziens) nicht über 100% hinaus gesteigert werden kann. Moderne Francis-Turbinen liegen schon bei 94%. Wo soll da noch wesentlich etwas gesteigert werden?

    Gezeiten-Kraftwerke sind schon ein relativ alter Ansatz ohne große Aussicht auf Erfolg, weil der Bau eines Gezeitenkraftwerks an geographische Gegebenheiten gebunden ist, die nur an ganz wenigen Stellen der Erde vorgefunden werden. Deshalb werden sie wohl kaum irgendeine Bedeutung haben können, auch in ferner Zukunft nicht.

    Wir können also getrost davon ausgehen, dass der Autor zu diesem Thema mangels Sachkenntnis nichts von Wert beitragen kann.

  5. Günther Vennecke

    am 30. August 2009 um 11:46 Uhr | Link | Kommentar melden

    ” Kernenergie bleibt ein wesentliches Element der Stromerzeugung. Ihre Bedeutung wird zunehmen.”

    Kernenergie war nie ein wesentliches Element der Stromerzeugung. Ihr ANteil lag in der Vergangenheit bei maximal 17% an der Weltstromerzeugung. Bei “wesentlich” schwebt mir ein wesentlich höherer Prozentsatz vor.

    Momentan kommen etwa 15% der Stromerzeugung aus Kernkraftwerken mit ständig abnehmender Tendenz.

    Die Bedeutung der Kernenergie wird also ständig weiter abnehmen, wie nicht nur ganz aktuelle Studien nachweisen:

    http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/welt_statusbericht_atomindustrie_0908_de.pdf

    Ein ganz kleines bisschen Ahnung sollte man schon haben, bevor man sich an so schwierige Themen wagt.

    Außerdem widerspricht sich der Autor selbst, wenn er einseits behauptet, dass wir über die Zukunft nichts wissen können und dann andererseits solche Voraussagen wagt, die er dann auch noch auf Basis seiner Unkenntnis “entwickelt”.

    Schade um die Zeit, die jemand damit vergeudet, diesen schwachen Erguss zu lesen.

    Das wird mit Sicherheit das letzte sein, das ich von “Dr. Peter Heller” zur Kenntnis nehme.

  6. Krishna Gans

    am 30. August 2009 um 12:32 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Thorsten

    Ach ja, die ist ja ohne Auswirkung auf die Erderwärmung und hat ohnehin mit dem menschllichen Handeln nichts zu tun…

    Stimmt, seit Goethes Zeiten ist CO2 “gesättigt”, insofern ist erstens sowieso und zweitens trotz “verstärkter” CO2 Erhöhung mit einer damit begründeten Temperatur-Erhöhung nicht zu rechnen.
    Daß Du das mal erkennst :-)

  7. Dr. Peter Heller

    am 30. August 2009 um 13:37 Uhr | Link | Kommentar melden

    Nun ja, damit wir uns nicht gleich wieder an die Gurgel springen, hatte ich ja die Frage gestellt: Ist es realistisch?

    Ich rechne damit, daß sich dieses Szenario hier niemand wirklich wünscht. Den einen ist zuviel Öl darin, den anderen zuviel Kernenergie, dann gibt es in diesem Szenario natürlich auch noch viel Sonne und Wind, was auch wieder Gegenreaktionen provoziert. Das ist mir doch klar.

    Nur: Ein realistisches Szenario berücksichtigt eben alle diese Vorstellungen und insbesondere auch die Investitionstätigkeiten der entsprechenden Industrien. Auch, wenn man sich bspw. Kernenergie nicht wünscht, kann man dadurch ja nicht verhindern, daß diese Haltung nicht überall geteilt wird und daß weiterhin in ihre Nutzung und ihre Verbesserung investiert wird.

    Ein Beispiel findet man hier:

    http://www.hyperionpowergeneration.com/

    Die Effizienz eines technischen Systems wird außerdem nicht allein durch den Wirkungsgrad bestimmt. Sondern wesentlich durch die Kosten, die es hervorruft (Herstellung, Wartung, …). Berücksichtigt man die Fortschritte in der Produktionstechnik, so ist der hier wirkende Trend also auch, daß bspw. Turbinen in Zukunft preiswerter hergestellt werden können und weniger verschleißen. Dasselbe Argument gilt eben auch für Solarzellen und Windkraftwerke.

    Ein Zukunftsforscher gestaltet nicht die Zukunft, ich denke eigentlich, daß ich dies in obigem Text ausreichend ausführlich erklärt habe. Und ein Zukunftsforscher hat sich tunlichst von dem zu lösen, was er persönlich als wünschenswert empfindet. Es geht bei der Szenario-Erstellung darum, alle wirkenden Kräfte aufzugreifen und fortzuschreiben, unabhängig davon, ob es einem gefällt oder nicht.

    Wir können hier ohnehin nicht festlegen, wie die Energieversorgung der Zukunft aussehen kann. Mein Ziel ist eigentlich eher, ein paar Denkanstöße zu liefern und die ideologisch festgefahrene Debatte ein wenig zu öffnen.

  8. Krishna Gans

    am 30. August 2009 um 13:52 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Dr. Peter Heller

    Es geht bei der Szenario-Erstellung darum, alle wirkenden Kräfte aufzugreifen und fortzuschreiben, unabhängig davon, ob es einem gefällt oder nicht

    Genau so sollte es sein. Unvoreingenommen an die Sachen rangehen, das sollten sich einige hier postende mal zu Herzen nehmen, die grundsätzlich “immer nur an das Eine” denken.

    Max Born:
    Die Lockerung des Denkens scheint mir der größte Segen, den die heutige Wissenschaft uns gebracht hat. Ist doch der Glaube an eine einzige Wahrheit und deren Besitzer zu sein die tiefste Wurzel allen Übels in der Welt

    Das sollten sich insbesondere die “Klimaforscher” mal so richtig bewußt machen, die grundsätzlich und nur von der Schuld des Menschen am “Klimawandel” überzeugt sind und andere Argumente nicht gelten lassen.
    Es gibt viele Ursachen die die s.g. “Erwärmung” herbeigeführt haben mögen, eine mag in kleinen Teilen vielleicht im CO2 und und der noch minimalere Teil des human verursachten sein.
    Und solange eben noch nicht alle Komponenten bekannt sind, immer wieder neue gefunden werden, die der “einzig wahren” entgegen stehen, bieten die offiziellen Glaskugellesereien des PIK und IPCC für nichts eine Handhabe - nur Spekulatius.

  9. Thorsten

    am 30. August 2009 um 15:28 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Krishnag

    Unvoreingenommen an die Sachen rangehen, das sollten sich einige hier postende mal zu Herzen nehmen, die grundsätzlich “immer nur an das Eine” denken.

    Finden Sie es nicht etwas anmaßend, anderen vorzuhalten, sie würden grundsätzlich “immer nur an das eine denken”? Das selbe könnte ich Ihnen vorhalten, weil Sie das eine grundsätzlich immer ablehnen und ausschließen.

    Ich denke, dass es derzeit viele und sehr drängende Gründe gibt, v.a. in der Energiepolitik umzudenken. Die Tatsache, dass Sie nicht an den AGW glauben, ist doch kein Grund, diese Notwendigkeit nicht zu sehen und nicht verantwortungsvoll zu handeln. Ihre Position ist nun mal nicht das Maß aller Dinge!

    Ihre Position, der Mensch sei nicht Hauptverursacher des GW ist absolut randständig und wird von nahezu keinem Wissenschaftler weltweit geteilt. Die Argumente der sog. Klimaskeptiker sind über Jahre überprüft worden. Dies hat viel kostbare Zeit gekostet. Viele der Argumente haben sich als falsch erwiesen, weshalb von diesen immer neue herausgekramt werden. Und es gibt noch viele weitere Argumente neben dem AGW, in der Energiepolitik umzusteuern. Die Begrenztheit fossiler Energien wird zunehmend zu globalen Konflikten führen. Die Umweltprobleme mit der Förderung fossiler Energien nehmen zu, auch ohne AGW. Und schließlich wird die Förderung konventioneller Energien immer teurer und aufwändiger werden.

    Herr Dr. Heller redet von der Renaissance der Kernenergie. Dabei ist noch nicht einmal geklärt, wohin mit den ganzen Abfällen, die für Jahrhunderttausende von jeglichem menschlichen Kontakt ferngehalten werden müssen. Hat Herr Dr. Heller dafür eine Lösung? In Asse II war man nicht einmal in der Lage, das Zeug 20 Jahre sicher zu lagern, ja man hat noch nicht einmal dokumentieren können, welche Menge gelagert wurde. Und dann will man die Menge des radioaktiven Mülls noch vervielfachen? Und das soll unsere Zukunft sein? Zudem werden die Kosten für den Bau und den Betrieb von Kernkraftwerken immer teurer. Kernenergie wird bald nicht mehr konkurrenzfähig sein. Schon heute müssen Kosten und Risiken der Kernenergie sozialisiert werden, damit sich diese überhaupt noch wirtschaftlich darstellen lässt. Kaum ein Energieversorger in Deutschland hat noch Interesse, neue Kernkraftwerke zu bauen, einfach weil diese zu teuer sind.

    Und Kohle?! Ohne CO2-Sequestrierung ist die Kohleverstromung nicht länger zu verantworten. Die Sequestrierung ist höchst umstritten. Zudem wird hierdurch der Wirkungsgrad der Kraftwerke herabgesetzt und der Preis je kWh Strom zu teuer. Auch Öl ist keine Alternative. Bleibt uns die Nutzung von Gas in modernen Blockheizkraftwerken als Übergangslösung. Diese Übergangszeit müssen wir nutzen, um Alternativen zu entwickeln und die Energiewende zügig voranzutreiben. Kleinkariertes Denken wie der Streit um Glühlampen und Heizwärmer für den Garten helfen uns nicht weiter.

  10. Günther Vennecke

    am 30. August 2009 um 15:34 Uhr | Link | Kommentar melden

    “Es geht bei der Szenario-Erstellung darum, alle wirkenden Kräfte aufzugreifen und fortzuschreiben, unabhängig davon, ob es einem gefällt oder nicht”

    Das mag schon sein, nur finde ich es reichlich vermessen, wie Sie mit kaum vorhandenen Kenntnissen überhaupt irgendwelche Kräfte aufgreifen und beurteilen wollen. Eine Beurteilung und angemessene Einordnung ist doch wohl die Voraussetzung für eine auch nur annähernd realistische Fortschreibung.

    Sehen Sie sich doch mal an, wie “realistisch” Anfang der 70er und sogar noch der 80er Jahre die Atomkraft “fortgeschrieben” wurde:

    Für 2000 wurden weltweit mehr als 3000 AKWs prognostiziert,

    Wolf Häfele schätzte Anfang der 80er allein die Bürterkapazität in Deutschland auf 80.000 MW.

    So kann man sich irren.

    Herr Gans sollte die Lockerung des Denkens nicht allzu weit treiben, denn spätestens, wenn sich die ersten Schrauben lockern, kommt das Denken zu Ergebnissen, die von denen der AGW-Negierer nicht mehr zu unterscheiden sind.

  11. Günther Vennecke

    am 30. August 2009 um 16:16 Uhr | Link | Kommentar melden

    “Auch, wenn man sich bspw. Kernenergie nicht wünscht, kann man dadurch ja nicht verhindern, daß diese Haltung nicht überall geteilt wird und daß weiterhin in ihre Nutzung und ihre Verbesserung investiert wird.”

    Ob jemand für oder gegen Kernenergie ist, sollte nicht so viel mit Wünschen zu tun haben, sondern Ergebnis einer realistischen Einschätzung sein, die wiederum auf der npchternen Analyse der Fakten aufbaut. Und von daher sieht es gar nicht gut um die Kernenergie aus.

    Kaum ein positives Versprechen der Vergangenheit konnte erfüllt werden, die Probleme, die sie vor 30 Jahren hatte, hat sie heute immer noch, Lösungen der Probleme werden für morgen oder besser erst übermorgen angekündigt.

    Die viel beschworene “Renaissance” der Kernenergie findet nur in den Sonntagsreden von Atommanagern und Politikern statt (zum Glück!), in Wirklichkeit ist die Stromproduktion aus Atomkraft weltweit rückläufig und wird es aller Wahrscheinlichkeit nach in den nächsten zwei Jahrzehnten auch bleiben.

    Noch ein, zwei größere Störfälle und das Thema ist ein für allemal erledigt.

    Der Hyperion-Reaktor klingt zu sehr nach Eier-legender-Wollmilchsau als dass man ihn jetzt schon ernst nehmen müsste. 25 - 30 mio $ für 25 MW elektrische Dauer-Leistung würden Stromgestehungskosten von ca. 0,02 $/kWh ergeben, das klingt absolut utopisch. Wird es wahrscheinlich auch sein, aber warten wir in Ruhe ab. Ich gehe davon aus, dass sich das Thema ganz von selbst erledigen wird.

  12. Thorsten

    am 30. August 2009 um 18:31 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Dr. Heller

    Ich verstehe immer noch nicht, wie Sie als Zukunftsforscher allen Ernstes für die nächsten Jahrzehnte eine Vervielfachung der aus Kernkraft erzeugten Energie prognostizieren. Die Entwicklung geht doch genau in die andere Richtung, die Energiemenge und die Anzahl der mit Kernspaltung betriebenen Kraftwerke sind doch seit etlichen Jahren rückläufig!

    Weltweit waren nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde Anfang 2007 ganze 435 AKWs in Betrieb, sechs weniger als ein Jahr zuvor. Zudem sind sie stark überaltert: 327 von ihnen laufen seit mehr als 20 Jahren, 114 sogar seit über 30 Jahren. Jünger als zehn Jahre sind nur 33. Anfang 2007 waren weltweit 29 Blöcke in Bau, elf davon schon seit 20 Jahren oder länger. Bauruinen, Fertigstellung ungewiss.

    Unter der großzügigen Annahme, dass die durchschnittliche Laufzeit eines AKWs etwa 40 Jahre beträgt, müssten innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte drei Viertel aller laufenden Anlagen stillgelegt werden. Nur um den Status Quo aufrecht zu erhalten (nicht zu steigern!), müssten in den kommenden 20 Jahren also mehr als 300 neue AKWs gebaut werden. Ein illusorisches Unterfangen, wenn man bedenkt, dass die gesamte Bauzeit eines AKWs, von der Ankündigung bis zur Stromeinspeisung, mindestens zehn Jahre beträgt. Und Sie prognostizieren gar eine Vervielfachung der Kernkraftwerke weltweit. Wie soll denn das bitte schön gehen?

    Selbst eine angenommene Verdreifachung der AKW-Leistung bis zum Jahr 2050 würde rund fünf Milliarden Tonnen CO2 einsparen – verglichen mit dem Ausbau der Stromerzeugung auf der Basis herkömmlicher Kohle- und Gaskraftwerke. Klimaforscher fordern jedoch, weltweit bis zum Jahr 2050 25 bis 40 Milliarden Tonnen Kohlendioxid einzusparen. Eine Verdreifachung des bestehenden AKW-Parks brächte also lediglich 12,5 bis 20 Prozent dieser erforderlichen Reduzierung. Wenn Atomkraft aus Klimaschutzgründen einen deutlich höheren Anteil am weltweiten Energiebedarf abdecken wollte, müssten in kurzer Zeit demnach mehrere Tausend neuer AKW gebaut werden – ein unrealistisches Szenario.

    Fossile Brennstoffe sind endlich, auch der Rohstoff Uran. Studien rechnen bei Beibehaltung des heutigen Verbrauchs mit Reserven für etwa 70 Jahre. Rechnet man die noch nicht erschlossenen geologischen Ressourcen dazu, kommt man auf maximal 200 Jahre. Wollte man den Atomstromanteil aus Klimaschutzaspekten drastisch erhöhen, stünde der Brennstoff Uran entsprechend kürzer zur Verfügung. Man müsste entweder auf Thorium als Brennstoff umsteigen, das auch nur endlich vorhanden ist, oder in die Schnelle-Brüter- Technik samt Wiederaufarbeitung einsteigen. Beide Varianten bergen unbeherrschbare Risiken und haben zudem in der Praxis bereits versagt, wie z.B. das gescheiterte deutsche Brüter-Projekt in Kalkar oder der nie über den Probebetrieb hinausgegangene Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR) in Hamm-Uentrop.
    Der bereits eingesetzte Klimawandel würde auch die Energieversorgung gefährden: AKWs brauchen zwingend Kühlwasser, deshalb stehen sie an Küsten oder Flüssen. Steigende Meeresspiegel und orkanartige Stürme würden Millionen-Investitionen in Schutzmaßnahmen erforderlich machen. Und die heißen Sommer der letzten Jahre haben gezeigt, dass Atomanlagen runtergefahren werden müssen, weil die Kühlung nicht mehr gewährleistet werden kann. Die erhoffte Klimarettung durch Atomkraft würde am schon existierenden Klimawandel selbst scheitern.

    Ganz zu schweigen von der völlig ungeklärten Endlagerung, der nicht vorhandenen Bürgerakzeptanz und den reellen Kosten der Kerneneergie, die einen wirtschaftlichen Betrieb zukünftig ausschließen.

    Und nun erklären Sie uns, wie Sie unter diesen Rahmenbedingungen den Anteil der Kernenergie in den nächsten Jahrzehnten global vervielfachen wollen…!

  13. Ronin

    am 30. August 2009 um 18:56 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Dr. Peter Heller

    “Und neue Anwendungen entwickeln sich durch eine Verbreiterung des Angebotes. Erst kam das Feuer, dann der Ofen. Niemand hat einen Ofen entwickelt und dann gefolgert: Jetzt brauchen wir das Feuer! Niemand hat ein Auto gebaut und dann erst gefolgert: Jetzt brauchen wir Benzin!”

    Wenn ich mich recht entsinne, wurde der erste Verbrennungsmotor mit Schwarzpulver betrieben (Huygens?) und der erste Otto-Motor mit Gas (ca. 1860). Erst die elektrische Zündung (um 1885) ermöglichte die Nutzung flüssiger Brennstoffe. Insofern funktioniert Ihre Argumentationskette nicht.

  14. Dr. Peter Heller

    am 31. August 2009 um 01:02 Uhr | Link | Kommentar melden

    Ein kleines Zwischenfazit zu diesem Zeitpunkt:

    1.) Die Rolle der Kernenergie in dem obigen Szenario wird kritisiert. Es wurden Argumente formuliert, die diese kritische Haltung unterstützen. An dieser Stelle erscheint zumindest 2 Kommentatoren das Szenario nicht glaubhaft.

    2.) Denkt man sich die schmale dunkelblaue Fläche weg, bleiben die wesentlichen Aspekte des Szenarios aber erhalten:

    - eine Steigerung des globalen Energieumsatzes um mehr als den Faktor 4
    - eine erhebliche Zunahme von alternativen Energien und Biomasse als Primärenergieträger, diese werden Ende des Jahrhunderts zusammen mehr als 50% des Marktes ausmachen
    - eine erhebliche Zunahme der Nutzung von Erdgas
    - zunächst steigende und dann konstante oder leicht abnehmende Bedeutung von Kohle und Erdöl

    Gegen diese Punkte erkenne ich zu diesem Zeitpunkt keine fachlichen Einsprüche. Mit Ausnahme der Frage nach der Verfügbarkeit von Reserven. Sollte sich diese bei Erdöl tatsächlich als Problem erweisen, würde in den obigen Kurven der entsprechende Peak einfach etwas weiter nach links, also in Richtung Gegenwart, verschieben. An den wesentlichen Aussagen würde sich nichts ändern.

    Also wird das Szenario insgesamt als realistisch (aber in Teilen nicht wünschenswert) eingeschätzt?

    Interessant, zu diesem Zeitpunkt. Bin gespannt, ob da noch etwas kommt.

    Auf die Debatten über einzelne Energieträger, insbesondere auf die Fragestellungen zur Kernenergie möchte ich jetzt nicht eingehen. Das ist nur ein Nebenkriegsschauplatz und führt uns zu weit vom Thema weg. Ich habe in der Tat eine andere Auffassung als Herr Vennecke oder Thorsten, aber diese ist im Kern nicht entscheidend für die Bewertung des Szenarios.

    @Ronin:

    Ihren Einwand verstehe ich nicht. Das ist doch genau meine Argumentation: Niemand aus der Ölbranche konnte damals vorhersehen, daß es mit Benzin betriebene Autos, noch dazu in der Anzahl, geben würde. Man hat Kerosin tatsächlich nur für Lampen angeboten, für nichts sonst. Die ersten Ölmagnaten haben die entsprechenden Lampen sogar verschenkt, damit die Leute Kerosin statt Walöl benutzen. So, wie heute Handys für Verträge verschenkt werden und wir vielleicht bald Autos geschenkt bekommen, damit wir uns zur Abnahme einer gewissen Menge Strom verpflichten.

    Ihr Einwand ist also kein Einwand, sondern eine Bestätigung meiner Argumente.

    @Thorsten:

    Ich “will” erst einmal überhaupt nichts. Das Szenario entspricht nicht meiner persönlichen “Hoffnung”. Wie oft soll ich das noch betonen? Es entspricht aber einer Vorstellung, die ich nach Sichtung aller Fakten für vernünftig, für realistisch halte. Das ist ein Unterschied. Warum ist es so schwer, diesen Unterschied zu verstehen?

    Es handelt sich hier im übrigen um ein Szenario und nicht um eine Prognose. Ich prognostiziere nichts. Ich bin kein Wahrsager irgendeiner Art.

  15. Thorsten

    am 31. August 2009 um 09:42 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Dr. Peter Müller

    Es entspricht aber einer Vorstellung, die ich nach Sichtung aller Fakten für vernünftig, für realistisch halte.

    Wie können Sie eine Vervielfachung der Kernenergienutzung weltweit für “realistisch” halten? Etwas für “realistisch halten” im Sinne von für wahrscheinlich halten und etwas “prognostizieren” sind unterschiedliche, aber durchaus ähnliche Aussagen.

    Auch bei Ihrem Szenario zur Kohlenutzung habe ich Ihnen widersprochen:

    https://www.readers-edition.de/2009/08/29/oeldorado-20-der-teelicht-effekt#comment-329050

    Bleibt die Nutzung von Gas als Energieträger.

    Die Nutzung von Gas zur Energieerzeugung wird sich nach meiner Einschätzung als Brückentechnologie (Kraft-Wärme-Kopplung, Spitzenlast) weiter einige Jahrzehnte ansteigen, um dann wieder langsam abzusinken.

    Ich denke, dass wir in 2050 weit mehr als 50 % der Energie global aus erneuerbaren Energien herstellen werden. Das Speicherproblem wird in naher Zukunft keines mehr sein. Allein aus Kostengründen werden sich konventionelle Energieträger in kurzer Zeit nicht mehr rechnen. Sind diese günstiger als Kohle, Öl, gas und Atom, wird deren Ausbau eine sehr rasante Beschleunigung erfahren. Schon heute sind die EE billiger als konventionelle Energieträger, wenn man die Kosten ehrlich rechnet (mit Ausnahme der Photovoltaik).

    Die Solarenergie hat sich in den letzten 5 jahren dramatisch verbilligt, die Wirkungsgrade wurden deutlich gesteigert (letzte Woche haben australische Forscher den Wirkungsgrad von 43 % überschritten), obwohl die großen Energieversorger schon vor 15 Jahren und auch danach immer wieder behaupteten, Wind und Solar seien kaum noch optimierungsfähig.

    Im Mittelmeerraum hat die Photovoltaik in diesem Jahr die Kostenschere mit Energie aus Kohle- und Kernkraftwerken gekreuzt. Zukünftig wird es dort schon billiger sein, Strom solar zu produzieren.

    Aus den genannten Gründen halte ich Ihr ganzes Szenario für absolut unrealistisch. Der Energiemarkt steht global unmittelbar vor großen Umwälzungen. Er wird eine große Dynamik entfalten. Jedoch drängt hierfür die Zeit. Viele Bremser, Lobbyisten, Besitzstandswahrer und Profiteure der alten Strukturen unternehmen alles, um diesen Wandel aufzuhalten. Leider wartet der Klimawandel nicht. Und je länger wir warten, desto höher werden die auf uns zukommenden Folgekosten und Auswirkungen.

  16. Thorsten

    am 31. August 2009 um 09:44 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Dr. Peter Müller

    Es entspricht aber einer Vorstellung, die ich nach Sichtung aller Fakten für vernünftig, für realistisch halte.

    Wie können Sie eine Vervielfachung der Kernenergienutzung weltweit für “realistisch” halten? Etwas für “realistisch halten” im Sinne von für wahrscheinlich halten und etwas “prognostizieren” sind unterschiedliche, aber durchaus ähnliche Aussagen.

    Auch bei Ihrem Szenario zur Kohlenutzung habe ich Ihnen widersprochen:

    https://www.readers-edition.de/2009/08/29/oeldorado-20-der-teelicht-effekt#comment-329050

    Bleibt die Nutzung von Gas als Energieträger.

    Die Nutzung von Gas zur Energieerzeugung wird sich nach meiner Einschätzung als Brückentechnologie (Kraft-Wärme-Kopplung, Spitzenlast) weiter einige Jahrzehnte ansteigen, um dann wieder langsam abzusinken.

    Ich denke, dass wir in 2050 weit mehr als 50 % der Energie global aus erneuerbaren Energien herstellen werden. Das Speicherproblem wird in naher Zukunft keines mehr sein. Allein aus Kostengründen werden sich konventionelle Energieträger in kurzer Zeit nicht mehr rechnen. Sind diese günstiger als Kohle, Öl, gas und Atom, wird deren Ausbau eine sehr rasante Beschleunigung erfahren. Schon heute sind die EE billiger als konventionelle Energieträger, wenn man die Kosten ehrlich rechnet (mit Ausnahme der Photovoltaik).

    Die Solarenergie hat sich in den letzten 5 jahren dramatisch verbilligt, die Wirkungsgrade wurden deutlich gesteigert (letzte Woche haben australische Forscher den Wirkungsgrad von 43 % überschritten), obwohl die großen Energieversorger schon vor 15 Jahren und auch danach immer wieder behaupteten, Wind und Solar seien kaum noch optimierungsfähig.

    Im Mittelmeerraum hat die Photovoltaik in diesem Jahr die Kostenschere mit Energie aus Kohle- und Kernkraftwerken gekreuzt. Zukünftig wird es dort schon billiger sein, Strom solar zu produzieren.

    Aus den genannten Gründen halte ich Ihr ganzes Szenario für absolut unrealistisch. Der Energiemarkt steht global unmittelbar vor großen Umwälzungen. Er wird eine große Dynamik entfalten. Jedoch drängt hierfür die Zeit. Viele Bremser, Lobbyisten, Besitzstandswahrer und Profiteure der alten Strukturen unternehmen alles, um diesen Wandel aufzuhalten. Leider wartet der Klimawandel nicht. Und je länger wir warten, desto höher werden die auf uns zukommenden Folgekosten und Auswirkungen.

  17. moosgeist

    am 31. August 2009 um 10:21 Uhr | Link | Kommentar melden

    Hallo Herr Dr. Heller

    Das von Ihnen aufgezeigte Szenario einer möglichen Entwicklung des künftigen Energiebedarfs einer sich weiter entwickelnden Menschheit und der damit verbundenen Energieträger –soweit heute bekannt- finde ich nicht nur interessant, sondern auch durchaus realistisch. Dass es sich dabei nicht um eine Prognose, sondern tatsächlich lediglich um einen möglichen, aber nicht unbedingt zwangsläufigen Weg der künftigen Entwicklung schon zur Verfügung stehender und bekannter Energieträger und deren Nutzung handelt, sollte eigentlich beim Lesen Ihres Artikels jedermann klar werden. Aber leider wird heutzutage das Aufzeigen einer, nach dem heutigen Wissensstand möglichen, Entwicklung (Szenario) allzu oft mit einer Vorhersage (Prognose) zwingend eintretender Ereignisse gleichgesetzt.
    Interessant finde ich auch Ihren Verweis auf das hierarchische Prinzip der technischen Entwicklung von ihren Anfängen an (erst war das Feuer, dann kam der Ofen).
    Dass die einigen Leuten nicht gefällt, ist nicht weiter verwunderlich, denn auch dies ist ein Merkmal in der Geschichte der Menschheit. Es gab zu jeder Zeit Menschen, die den Fortschritt verteufelt haben und versuchten den Status Quo zu erhalten oder gar den Weg rückwärts beschreiten wollten. Ich will hier auf die Motive dieser Charaktere nicht weiter eingehen, aber das Wohl ihrer Mitmenschen hatten diese nie im Auge. Da waren Macht, Eitelkeit, persönliches Versagen, aber auch Dogmatismus und Wahn oftmals mit im Spiel. Was aber alle diese Geister eint, ist der Wille zur Erlangung der Deutungshoheit über die Ereignisse und eine gehörige Portion an Menschenverachtung.

    meint der Moosgeist

  18. E.U.Mueller

    am 31. August 2009 um 10:32 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Dr.Heller
    Folgende Quelle geht mit neueren Daten ausführlich auf das Thema ein.
    http://www.physi.uni-heidelberg.de/~pelte/energie3/start.htm
    Im ersten Kapitel (Primärenergiebedarf) finden Sie ein entsprechendes
    Diagramm mit den unterschiedlichen Primärenergieanteilen.
    Es fällt auf, dass seit 1980 der relative Anteil an Primärenergie nur
    bei Kernkraft und Erdgas gestiegen ist, bei erneuerbaren Energieen
    entspricht der Anstieg etwa dem Gesamtanstieg, bleibt also prozentual
    gleich. Nach der Prognose dort ergibt sich ab 2020 eine Energielücke.

  19. Wolfgang Flamme

    am 31. August 2009 um 11:28 Uhr | Link | Kommentar melden

    Herr Heller,

    ich halte das Szenario insofern schon für unrealistisch, als daß ich keine Möglichkeit sehe, die von den ‘Alternativen’ bereitgestellten, extrem fluktuierenden Strommengen in diesem Umfang zu integrieren, also bedarfsgerecht zu veredeln. Ich kann auch keinen Hinweis auf bevorstehende (enorme) Durchbrüche bei der dazu erforderlichen Speichertechnologie erkennen - es ist ja nicht so, daß man sich an diesem Problem nicht schon lange versucht hätte, bei den Gewinnen, die da winken…

  20. Heinz Eng

    am 31. August 2009 um 13:51 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sehr geehrter Herr Heller

    Im großen und ganzen kann ich Ihnen zustimmen, zumal Sie ja auch von Szenarien sprechen, also einer möglichen Zukunft (unter vielen andern Möglichkeiten).

    Zu den Erneuerbaren Energie…..muss ich mich leider der Kritik des Herrn Flamme anschließen.

    Was mich dann übergangslos zum Kommentar des Herrn Thorsten führt.

    @Thorsten

    “”"” Das Speicherproblem wird in naher Zukunft keines mehr sein.”"”"

    Eine große Behauptung die Sie hier in den Raum stellen, ich hätte da gerne mal ein paar Zahlen und Fakten von Ihnen, die das auch belegen.

    “”"”Im Mittelmeerraum hat die Photovoltaik in diesem Jahr die Kostenschere mit Energie aus Kohle- und Kernkraftwerken gekreuzt. Zukünftig wird es dort schon billiger sein, Strom solar zu produzieren.”"”

    Hierfür gilt das selbe, bitte nachprüfbare Kosten und Rechnungen zu dieser Behauptung und dann am besten gleich noch die Erklärung, was die Menschen aus den Mittelmeeranrainern des Nachtes machen, wenn ihre Solaranlagen keinen Strom liefern können?

    “”"Der Energiemarkt steht global unmittelbar vor großen Umwälzungen. Er wird eine große Dynamik entfalten.”"”

    Wie kommen Sie darauf, haben Sie dazu eine neutrale Studie aufzuweisen, die diese Behauptung auch belegen kann?

    Kohle- und Atomstrom deckt in Deutschland zirka 70% des Strombedarfes, beider Erzeugerarten werden von Ihnen ausgeschlossen, dafür kommen Sie mit jeder Menge Erdgas (Importe) um Blockheizkraftwerke damit zu betreiben, was geschieht mit der Abwärme im Sommer?

    Alles in Allen ist Ihre Antwort nur substanzloses Wischiwaschi, ohne jegliche Belege und unrealistischen Ideen, deshalb schieben Sie wieder die üblichen Verunglimpfungen gegen “Ewiggestrige, Bremser, Lobbyisten, Profiteure…..” nach um von Ihrer “Nullaussage” abzulenken.

    Sie sind mir immer noch eine Antwort schuldig, nämlich Ihr Konzept für eine 100% Vollversorgung mit EE im Strombereich für Deutschland.

    Auf baldige Antwort hoffend

    Heinz Eng

  21. Dr. Peter Heller

    am 31. August 2009 um 14:29 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Thorsten:

    Ich komme ja nicht drumherum. Also abschließend zur Kernenergie.

    Zitat:
    “Wie können Sie eine Vervielfachung der Kernenergienutzung weltweit für “realistisch” halten?”

    Die Argumente gegen die Nutzung der Kernenergie betreffen die folgenden Gesichtspunkte:

    - Betriebssicherheit (Wahrscheinlichkeit einer unkontrollierten Kernschmelze, “GAU”)
    - Entsorgung
    - Reichweite der Uranreserven
    - Verbreitung waffenfähigen Materials

    Nach meiner Auffassung sind alle diese Punkte technisch lösbar. Der Hyperion-Generator ist dabei nur ein Beispiel von weltweit etwa 20 ernstzunehmenden Ansätzen, an denen derzeit mit erheblichem Einsatz gearbeitet wird. In der aktuellen Technology-Review finden Sie mit dem Laufwellenreaktor ein weiteres. Ansonsten surfen Sie doch einmal selbst. Das könnte zu ein paar Aha-Erlebnissen führen.

    Ich weiß nicht, welches der neuen Konzepte sich am Markt durchsetzen wird. Da es aber eine ganze Reihe an ernstzunehmenden Ansätzen gibt, die außerdem öffentliche wie private Mittel in nicht unerheblicher Höhe generieren konnten, schätze ich, daß mindestens eines dieser Systeme in den nächsten Jahren Marktreife erlangen wird. Die obigen Argumente gegen die Kernenergie sind dann nicht mehr von Interesse.

    Im Klartext: Es wird Reaktoren geben, die prinzipiell keinen GAU erleben können, die nur noch sehr wenig Müll produzieren, dessen Lagerung keine große Herausforderung mehr darstellt, die ihren Brennstoff so effizient nutzen, daß die Recihweite der Uranreserven enorm verlängert wird und die gar kein waffenfähiges Material mehr erzeugen. Es wird diese Reaktoren nicht deswegen geben, weil ich mir das wünsche, sondern weil sie technisch realisierbar sind und weil eine Menge kreatives Potential auf diesem Planeten derzeit auf genau diese Frage ausgerichtet ist.

    Oder anders ausgedrückt: Kernenergie ist deswegen eine realistische Option für die Zukunft, weil auch hier der technische Fortschritt weitergeht, bestehende Probleme gelöst werden können, und weil man mit ihr Geld verdienen kann und sie somit für Investoren attraktiv ist.

    Und das gilt auf der Metaebene eben für jeden anderen Energieträger auch.

    Deswegen wird unsere “energetische Zukunft” mit einiger Wahrscheinlichkeit von einer größeren Vielfalt geprägt sein.

    @ E.U. Müller:

    Vielen Dank für den Link. Ein interessantes Dokument, das mir nicht bekannt war. Allerdings argumentiert auch hier der Verfasser wieder von der Bedarfsseite aus. Das oben von mir vorgestellte Szenario ist aus meiner Sicht aber nur dann wirklich nachvollziehbar, wenn man von der Angebotsseite her denkt. Wie auch immer, ich danke für die Zusatzinformationen.

    @ Wolfgang Flamme:

    Dies ist dann ein fundiertes Gegenargument, dem ich nicht widersprechen kann. Das Szenario ist tatsächlich von einer Lösung in der Frage der Speichertechnologie abhängig. Volltreffer. Mein Kompliment. Ich bin da allerdings optimistischer als Sie.

  22. Günther Vennecke

    am 31. August 2009 um 15:03 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sehr geehrter Moosgeist,

    “Es gab zu jeder Zeit Menschen, die den Fortschritt verteufelt haben und versuchten den Status Quo zu erhalten oder gar den Weg rückwärts beschreiten wollten. Ich will hier auf die Motive dieser Charaktere nicht weiter eingehen, aber das Wohl ihrer Mitmenschen hatten diese nie im Auge. Da waren Macht, Eitelkeit, persönliches Versagen, aber auch Dogmatismus und Wahn oftmals mit im Spiel. Was aber alle diese Geister eint, ist der Wille zur Erlangung der Deutungshoheit über die Ereignisse und eine gehörige Portion an Menschenverachtung.”

    Danke für diese wirklich pefekte Beschreibunbg der AGW-Negierer!

  23. Krishna Gans

    am 31. August 2009 um 15:19 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Thorsten
    Du wirst auch irgendwann mal lernen, daß randständig nicht zwangsläufig falsch heißt, odr ?

  24. Günther Vennecke

    am 31. August 2009 um 15:37 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sehr geehrter Herr Heller,

    “Im Klartext: Es wird Reaktoren geben, die prinzipiell keinen GAU erleben können, die nur noch sehr wenig Müll produzieren, dessen Lagerung keine große Herausforderung mehr darstellt, die ihren Brennstoff so effizient nutzen, daß die Recihweite der Uranreserven enorm verlängert wird und die gar kein waffenfähiges Material mehr erzeugen.”

    Auch wenn Sie das Gegenteil behaupten, dass sind reine Wunschvorstellungen, die uns seit Jahrzehnten vorgegaukelt werden. Prinzipiell kann man technische Fortschritte zwar nicht ausschließen, doch sind sie auf diesem Gebiet wenig wahrscheinlich wie die Erfahrung der letzten Zeit zeigt.

    Auch der EPR sollte schon inhärent sicher sein, jetzt “hofft” man, dass der Corecatcher im Falle eines Falles nicht versagt.

    Da man laut Atomindustrie (Knizia) “gar nicht so dumm denken kann, wie es manchmal kommt”, wäre der 100%ig sichere Reaktor auf ewig ein Wunschtraum.

    Sobald man Reaktoren hat, die die Weiterverbreitung ausschließen, dürfte das Interesse an Kernenergie erheblich abnehmen, denn was will man mit Reaktoren, die militärisch keinen Nutzen mehr bringen.

    Letzten Endes wird aber die Kernenergie an ihrer Nichtfinanzierbarkeit scheitern, lange bevor das bisschen Uran, das man noch sinnvoll ausbeuten könnte, aufgebraucht ist. Im Gegensatz zu ihrer Behauptung lässt sich nämlich mit neuen AKWs kein Geld mehr verdienen, es sei denn, der Staat bietet horrende Subventionen oder zumindest finanzielle Garantien.

    Der EPR ist zum Beispiel jetzt schon ein gewaltiges Verlustgeschäft für Arewa.

    Dieses ist zwar auch keine Prognose sondern meine Meinung, die aber auf etwas realistischeren Füßen steht als die Ihre.

    Abschließend bleibt zu sagen, dass angesichts der bevorstehenden Umbrüche in Technik und Gesellschaft JEDES Szenario höchstwahrscheinlich in Kürze Makulatur sein wird, da niemand die technische Entwicklung insbesondere bei der Erneuerbaren voraussehen kann und die zu erwartenden Verteilungskonflikte um die letzten Ölreserven natürlich auch den Einsatz des Öls maßgeblich beeinflussen werden.

    Außer dem unvermeidlichen überproportionalen Anwachsen der Erneuerbaren und dem ebenso unvermeidlichen Ende der Kernenergie würde deshalb ich keine weiteren Erwartungen für die fernere Zukunft abgeben wollen.

    Alle Energieszenarien, die weiter als 10 Jahre reichen, sind m. E. entweder wenig realistisch oder völlig unrealistisch, ohne dass wir im einzelnen sagen können, welche Qualifizierung auf welches Szenario zutrifft.

    In diesem Sinne, spekulieren Sie schön weiter!

  25. Michael Meinel

    am 31. August 2009 um 15:59 Uhr | Link | Kommentar melden

    Ein nettes Gedankenspiel Herr Heller!

    Einige der Grundannahmen entsprechen ja den Prognosen der Internationalen Energieagentur. In Ihrem aktuellen World-Energy-Outlook haben Sie Ihre bisherigen Szenarien etwas differenziert. In der Vergangenheit lagen Sie meist so daneben, was die nahe Entwicklung angeht, dass Sie sich nun erstmals nicht so stark von tendenziösen Datenerhebungen abhängig gemacht haben. (s. auch hier

    Allerdings erinnern mich die Vorstellungen von der Entwicklung der Großtechnologien sehr an die Technikhefte von vor 40-50 Jahren, wo alles technisch lösbar schien und uns eine so tolle Zukunft verheißen wurde. Die Tradition dieser Hefte hat die IAEA und in Deutschland das Atomforum über Jahrzehnte fortgesetzt, nur dass die Prognosen, was die Möglichkeiten der verfahren und die Anzahl der Meiler angeht, immer weiter zurückgefahren wurden. Gerade die Investoren fehlen nun. Ohne Staatsbürgschaften, verbilligte Kredite usw. geht gar nichts und angesichts der Wirtschaftskrise wird lieber da investiert, wo sicherer und schneller Redinte eingespielt werden kann, als bei der Kernkraft. Ganz abgesehen von all den anderen schon genannten Aspekten fällt insofern dieser Prognose ein einigermaßen gesichertes Fundament.

  26. Günther Vennecke

    am 31. August 2009 um 17:13 Uhr | Link | Kommentar melden

    Während andere noch lamentieren, wie zum Beispiel Herr Flamme:

    “ich halte das Szenario insofern schon für unrealistisch, als daß ich keine Möglichkeit sehe, die von den ‘Alternativen’ bereitgestellten, extrem fluktuierenden Strommengen in diesem Umfang zu integrieren, also bedarfsgerecht zu veredeln. Ich kann auch keinen Hinweis auf bevorstehende (enorme) Durchbrüche bei der dazu erforderlichen Speichertechnologie erkennen - es ist ja nicht so, daß man sich an diesem Problem nicht schon lange versucht hätte, bei den Gewinnen, die da winken… ”

    wird schon kräftig an der Lösung gearbeitet:

    http://energyeconomyonline.com/Utility_Scale_Storage.html

    Bewährte Technik allemal, “Durchbrüche” sind hier nicht unbedingt mehr nötig. Und auch Gewinne sind allemal drin, wenn man billigen Überschussstrom speichert und teuren Engpassstrom verkauft.

    Größtes Hindernis auf dem Weg zu einer sinnvollen Stromversorgung sind da schon eher die nicht flexiblen Großkraftwerke, die sich dem Bedarf nicht anpassen können und auch dann Brennstoff vergeuden, wenn sie eigentlich nicht gebraucht werden. Deshalb war man in der Vergangenheit sehr erfindungsreich im “Auffüllen” der Lasttäler, zum Beispiel durch Energie fressende Nachtspeicherheizungen.

    Daneben besteht natürlich berechtigte Hoffnung, dass es auch hier laufend Verbesserungen geben wird. Es ist doch immer wieder erstaunlich, dass es die selben Leute sind, die im Bereich Kerntechnik (Fission und Fusion) die utopischsten Durchbrüche erwarten, aber bei den vergleichsweise einfachen alternativen Techniken in einen ungeheuren Fortschrittspessimismus verfallen.

  27. Krishna Gans

    am 31. August 2009 um 17:55 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Moosgeist
    Wenn ich hier so einige Posts unserer “Freunde” lese, muß ich mal wieder einen Blick auf den Kalender werfen und entsetzt feststellen, nein, es ist nicht der 1. April !
    ;.)

  28. Wolfgang Flamme

    am 31. August 2009 um 19:13 Uhr | Link | Kommentar melden

    Herr Vennecke,

    das ist nun wirklich spaßig: Eine Branche, die bis vor kurzem überall lautstark verbreitete, ein Wndrad der Multimegawatt-Klasse könne mittlerweile tausende Haushalte versorgen und irgendwo wehe schließlich immer Wind und PV auf dem Dach mache endlich unabhängig vom Stromversorger, die vermeldet mittlerweile: ‘Houston, we’ve had a problem’ … Und so ziehen sie nun endlich los, um sich auf die Suche nach dem heiligen Gral zu machen, die Ritter der Bio-Kokosnuß…

    Man reiche mir eine große Tüte Popcorn; der Film geht allmählich los und Überlänge hat er auch.

  29. Günther Vennecke

    am 31. August 2009 um 21:24 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sehr geehrter Herr Flamme,

    “Eine Branche, die bis vor kurzem überall lautstark verbreitete, ein Wndrad der Multimegawatt-Klasse könne mittlerweile tausende Haushalte versorgen und irgendwo wehe schließlich immer Wind und PV auf dem Dach mache endlich unabhängig vom Stromversorger …”

    Solche Aussagen dürften doch wohl eher der Feder von Reportern entstammen, die wieder einmal keinen Durchblick haben.

    Fall Sie es aber doch so sehen wollen, darf ich Sie ganz dezent darauf hinweisen, dass man auch mit Kernkraft kein Land versorgen kann, da es immer wieder vorkommt, dass mehrere AKWs gleichzeitig aus diversen Gründen vom Netz getrennt sind und dann einige tausend Megawatt an angeblich “gesicherter” Leistung “ganz plötzlich” fehlen. Auch die Franzosen können ein Lied davon singen.

    Also bleiben Sei bitte fair und geben Sie zu, dass ALLE Kraftwerke nur im Verbund einen Sinn ergeben. Ein einzelnes Kohle- oder Atomgroßkraftwerk kann auch keine Versorgung gewährleisten, weil diese Dinosaurier der Stromerzeugungstechnik auf Schwankungen in der Nachfrage nicht reagieren können.

    Die unflexible Großkraftwerkstechnik ist zu einer Zeit mit ganz anderen Bedingungen entstanden und muss heute als veraltet angesehen werden, weil sie in einer modernen Versorgungsstruktur, die auch Umweltbelange berücksichtigt, keinen Platz mehr hat. Aber ich denke, dass wissen Sie selber auch ganz genau, es fällt Ihnen nur schwer, das zuzugeben.

  30. Thorsten

    am 31. August 2009 um 21:48 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Wolfgang Flamme

    ich halte das Szenario insofern schon für unrealistisch, als daß ich keine Möglichkeit sehe, die von den ‘Alternativen’ bereitgestellten, extrem fluktuierenden Strommengen in diesem Umfang zu integrieren, also bedarfsgerecht zu veredeln. Ich kann auch keinen Hinweis auf bevorstehende (enorme) Durchbrüche bei der dazu erforderlichen Speichertechnologie erkennen - es ist ja nicht so, daß man sich an diesem Problem nicht schon lange versucht hätte, bei den Gewinnen, die da winken…

    Ach Herr Flamme, Sie sollten bitte schon bei den Fakten bleiben. Natürlich winken bei den EE Gewinne. Das ist legitim. Diese Gewinne liegen so bei ca. 8 % Rendite nach Abzug aller Kosten.
    Und jetzt die alles entscheidende Frage, Herr Flamme. Sind die Gewinne bei den EE größer oder kleiner als die zu erzielenden Gewinne bei der konventionellen monopolisierten Energiewirtschaft? Richtig, deutlich geringer. So hat das RWE in den letzten Jahren in den Geschäftsberichten eine Rendite von immer mehr als 15 % ausgewiesen und war damit einer der besten DAX-Unternehmen. Die Aktionäre und Vorstände hat es gefreut.

    Ihr Argument, Speichertechnologie müsste es bei den winkenden Gewinnen der EE schon längst geben, ist folglich unrichtig!

    Aber in einem gebe ich Ihnen Recht, Herr Flamme. Sollten die Kosten für Energieerzeugung fair und reell berechnet werden und sollten dann die Preise für EE auch auf dem Markt günstiger sein als für Kohle und Atom, dann wird auch die Frage der Energiespeicherung plötzlich kein Problem mehr sein!

    Aber so lange man mit Kohle und Atom mehr verdienen kann, hält man Speichertechnologien schön im Keller zurück!

  31. Thorsten

    am 31. August 2009 um 21:59 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Dr. Heller

    Oder anders ausgedrückt: Kernenergie ist deswegen eine realistische Option für die Zukunft, weil auch hier der technische Fortschritt weitergeht, bestehende Probleme gelöst werden können, und weil man mit ihr Geld verdienen kann und sie somit für Investoren attraktiv ist.

    Tut mir leid Herr Heller, aber derartige Spekulationen halte ich für reines Wunschdenken. Man kann mit Kernkraftwerken kein Geld verdienen, wenn die Kosten ehrlich berechnet werden. Deshalb sind die Kosten für Strom aus neuen Kernkraftwerken ja auuch deutlich höher als die der alten. Deshalb haben die Betreiber ja auch nur noch wenig Interesse, neue Kernkraftwerke zu bauen. Und ein Endlager für radioaktive Abfälle aus Kernkraftwerken ist bis heute weltweit nicht vorhanden. Das sind die Fakten und ich sehe hier auch mittel- und langfristig keine Lösungen.

    Sie geben sich als Zukunftsforscher aus. Ich habe etwas den Eindruck gewonnen, dass Ihre Zukunftsforschungen nicht frei von Interessen sind. Könnte es sein, dass Sie mit Ihrer Forschung ganz gezielt Meinung machen? Ein Forscher sollte neutral sein und rein analytisch prüfen und abschätzen. Das tun sie aus meiner Sicht nicht. Schließlich waren oder sind sie ja auch als Konsumforscher und Marketingfachmann für die Industrieinteressen tätig.

  32. Thorsten

    am 31. August 2009 um 22:51 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Günther Vennecke

    6-7 Kernkraftwerke in Deutschland gleichzeitig vom Netz (von 17, macht ca. 40% Ausfall) sind absolut keine Seltenheit. Im Hitzesommer 2003 sind viele Kernkraftwerke abgeschaltet oder heruntergefahren worden, weil man sie nicht mehr kühlen konnte. In Baden Württemberg wurde Stromnotstand angekündigt, Frankreich hatte massive Probleme. Also mit der sicherern Grundlast ist das so eine Sache. Derartige Probleme werden zukünftig zunehmen…!

    http://www.netzwerk-regenbogen.de/akwbrd090724.html

  33. Krishna Gans

    am 31. August 2009 um 23:04 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Thorsten
    Jau, der Dr. Heller ist schon ein ganz böser.
    Und der Herr Flamme erst.
    Geht der doch einfach in Kino….

  34. Dr. Peter Heller

    am 31. August 2009 um 23:52 Uhr | Link | Kommentar melden

    Thorsten, ich kann Ihren Gedankengängen nicht mehr folgen. Ich bin nun mal nicht diese Art von Doktor. Hat denn Ihrer Meinung tatsächlich jeder, der eine andere Auffassung vertritt als Sie, automatisch finstere Motive? Kommt es in Ihrer Weltanschauung nicht vor, daß jemand aus echter Überzeugung anderer Auffassung sein kann? Denken Sie wirklich, daß jeder mit einer anderen Meinung gekauft ist, die Welt vernichten will, oder beides?

    Ich habe obiges Szenario aus einer Serie von 40 solcher Szenarien herausgesucht, die alle etwas unterschiedlich in der Bewertung der zugrundeliegenden Trends sind. Weil es mir aus dieser Serie tatsächlich als das erschien, dem ich am ehesten folgen kann. Von allen Szenarien, die mir zur Verfügung standen, ist es das mit dem geringsten Anteil der Kernenergie als Primärenergieträger.

    Schauen Sie auf das Bild. Sie sehen dort nicht nur einen erheblichen Anstieg des Energieumsatzes, sondern auch noch viel Orange, viel Grün, viel helles Rot, ein bißchen dunkles Rot und ein bißchen Schwarz. Nehmen Sie das alles tatsächlich nicht wahr? Blenden Sie das alles tatsächlich aus? Ist es allein der kleine blaue Balken, der kleinste von allen da oben, der Sie so in seinen Bann zieht, daß Sie alles sonst vergessen?

    Ok, machen wir folgendes: Sie haben hier noch ausreichend Zeit und Platz, ganz genau auszubreiten, welche Art von böswilliger Weltverschwörung Sie in diesem blauen Balken erkennen. Ich werde über Kernenergie mit Ihnen sicher nicht mehr diskutieren. Dazu ist alles gesagt. Kernenergie ist hier nicht mein Thema. Und sie ist auch im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit kein Thema. Ich befasse mich mit anderen Dingen.

    Ich denke, den meisten wird aufgefallen sein, daß ich eine Art “Artikelserie” plane (es werden vielleicht 3, vielleicht auch 4). Ausgehend von “Öldorado” habe ich den Blick in diesem zweiten Schritt versucht zu erweitern. Im dritten Artikel werde ich das obige Szenario, das noch weit mehr Informationen enthält, als nur über die Energieträger, genauer vorstellen und dann auch davon erzählen, wer es erstellt hat und warum. Der Blick wird dann wieder ein Stück erweitert, ich “zoome” quasi heraus. Und wenn der Platz nicht reicht, dann werde ich in einem vierten Artikel wieder nach Kopenhagen zurückkehren, womit sich der Kreis schließt.

    Bislang halte ich fest:

    - Vennecke und Thorsten lehnen das Szenario ab, Kernenergie darf ihrer Ansicht nach darin nicht vorkommen und ohnehin sind die Leute, dies es gemacht haben, ahnungslos und von der Industrie gekauft

    - Eng und Flamme haben ebenfalls gewichtige Argumente gegen dieses Szenario eingebracht, aber sie wenden sich nicht gegen den blauen, sondern gegen den orangefarbenen Anteil

    - Ehlers, Ronin und Meinel lehnen das Szenario ebenfalls ab, es ist ihnen zu sehr auf Marktwirtschaft ausgerichtet (richtig?)

    - Müller, Moosgeist und Heller halten das Szenario für realistisch

    - Krishna Gans hat scheinbar kapiert, wie es weitergeht, mir dankenswerterweise aber nichts vorweggenommen

    Ich hoffe, ich habe niemanden vergessen.

    Viel Spaß noch beim Weiterdiskutieren, ich muß mal wieder arbeiten und schätze, ich werde mich nicht mehr so häufig melden können. Vielleicht schaffe ich den dritten Teil schon am kommenden Wochenende.

    bis dahin,

    Peter Heller

  35. Rudolf Kipp

    am 1. September 2009 um 00:22 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sehr geehrter Herr Heller,

    Vielen Dank für diesen interessanten Einblick in das Feld der Zukunftsforschung. Ich habe ehrlich gesagt große Zweifel, dass die so entwickelten Szenarien der Realität sehr nahe kommen, aber Sie schreiben ja selbst, dass es sich hierbei um Szenarien handelt, welche auf heutigem Wissen beruhen und zukünftige Entwicklungen nur begrenzt erfassen können.

    Ich könnte mir zum Beispiel auch ein Szenario denken, bei dem die Kernkraft eine größere Rolle spielt, als in dem von Ihnen präsentierten. Zu diesem Schluss komme ich, wenn ich die jeweilige heute bekannte Reichweite und die zur Produktion von Energie anfallenden Kosten in Betracht ziehe. Ich kann mir jedenfalls kein Szenario vorstellen, in dem die Menschheit die gewaltigen Energiemengen welche im Uran und im Thorium enthalten sind einfach brach liegen lässt. Und wie auch Sie völlig richtig geschrieben haben, sind wir erst dabei, das technische Potenzial der Kernenergie zu erfassen und nutzbar zu machen.

    Im weiteren habe ich die Hoffnungen dass die Kernfusion in absehbarer Zeit einen dann nicht unerheblichen Beitrag zur Energieproduktion leisten kann. Aber das ist, wie Sie völlig zutreffend schreiben noch Zukunftsmusik. Hier werden in den nächsten Jahren die Versuche am ITER und am Wendelstein 7-X Hinweise liefern, ob es sich bei dieser Entwicklung um eine Sackgasse oder um eine echte Option für die Energieversorgung der Zukunft handelt.

    Bei den in Ihrem Szenario benutzten Zahlen für die sogenannten Erneuerbaren Energien teile ich die Bedenken die Herr Flamme hier schon vorgetragen hat. Obwohl es in dieser Richtung sicher nicht an Bemühungen mangelt, vernünftige Lösungen zu entwickeln, erkenne ich noch keine Option welche in Zukunft bezahlbare Energie dann zur Verfügung stellt, wenn diese auch gebraucht wird.

    Auf jeden Fall dürfen wir gespannt bleiben, welche Entwicklungen die Zukunft uns noch bescheren wird. Wenn man aus der jüngeren Geschichte der menschlichen Kultur eines lernen konnte, dann doch wohl dass es oft ganz anders kommt als man bisher geglaubt hatte.

  36. Wolfgang Flamme

    am 1. September 2009 um 00:56 Uhr | Link | Kommentar melden

    Herr Vennecke,

    Sie entgegneten:

    Solche Aussagen dürften doch wohl eher der Feder von Reportern entstammen, die wieder einmal keinen Durchblick haben.

    Ich denke mal, der Anteil der Unternehmen und Verbände aus der eE-Branche, die in der Vergangenheit regelmäßig darauf hingewiesen haben, daß simultan mit dem eE-Ausbau auch zwingend das Speicherproblem zu lösen sei, ist überschaubar. Ungefähr null ist halt eine recht übersichtliche Größe.
    Aber das ist nur ein Bauchgefühl, dazu recherchiere ich irgendwann noch mal Konkretes. Können wir das erstmal zurückstellen?

    darf ich Sie ganz dezent darauf hinweisen, dass man auch mit Kernkraft kein Land versorgen kann

    Da möchte ich Sie grundsätzlich und sehr undezent auf folgendes hinweisen: Daß man auch mit Kernenergie kein Land mit Strom versorgen könne, das macht die eE dazu auch nicht geeigneter. Wirkliche Gewinner müssen nicht mit “Du bist aber auch ein Versager!” argumentieren.

    da es immer wieder vorkommt, dass mehrere AKWs gleichzeitig aus diversen Gründen vom Netz getrennt sind und dann einige tausend Megawatt an angeblich “gesicherter” Leistung “ganz plötzlich” fehlen

    Diese Aussage stimmt in dreifacher Weise nicht:

    a) Bei der ‘gesicherten Leistung’ handelt es sich nicht um die garantierte Produktion. Sondern es handelt sich um die Kraftwerksleistung, die man zu Zeiten der Jahreshöchstlast ‘vor dem voraussichtlichen Zugriff’ gesichert hat, die aber kurzfristig aktivierbar ist. Es ist auch keine konkrete Größe, sondern ein statistischer Mittelwert.
    Sie sollten das unbedingt berücksichtigen, wenn Sie wieder einmal zB von der ‘gesicherten Leistung’ der Windenergie lesen oder hören. Es handelt sich dann nämlich um die (konventionelle) Kraftwerkleistung, die von der ‘mittleren Windstromproduktion’ zu Zeiten der Jahreshöchstlast verdrängt wird und somit als ‘lauwarme’ Einsatzreserve für unvorhergesehene Lastfälle bereitsteht. An der Windstromproduktion zu diesem Zeitpunkt ist konkret natürlich gar nichts gesichert, es zählt nur der langjährige Mittelwert.

    Wenn also zB die dena-Netzstudie I von 7% gesicherter Windleistung spricht, dann bedeutet das, daß um Weihnachten herum regelmäßig nicht mit dem Jahresdurchschnitt von 20% Auslastung der WEA zu rechnen ist, sondern nur mit 7%. Das ist dann im langjährigen Mittel die konventionelle Leistung, die um diesen Zeitraum herum von der Windenengie verdrängt wird und als ‘gesicherte Leistung’ kurzfristig abrufbar ist. Konkret kann diese ‘gesicherte Leistung’ natürlich zwischen ~0 (Flaute) und etwa 3/4 der installierten Leistung (Wintersturm) schwanken.

    Sie sehen daran auch, daß der Begriff ‘gesicherte Leistung’ Sinn macht, wenn es sich um konventionelle Anlage handelt, bei denen die spontane Nichtverfügbarkeit annähernd als anlagenspezifisches Zufallsereignis dargestellt werden kann, so wie es in der dena-Netzstudie ja auch kombinatorisch durchgespielt wurde. Bei Windenergiemacht der Begriff keinen Sinn, weil der Zufall Flaute/Sturm anlagenübergreifend wirkt.

    b) Diese AKW sind nicht ‘gleichzeitig’ vom Netz gegangen, das wäre nämlich ein ernstzunehmendes Problem für das UCTE-Netz gewesen. Detschland muß der UCTE AFAIR etwa 3GW (Regel-/Minuten?-)Reserve garantieren und AFAIR waren zeitweise etwa 7 KKW außer Betrieb, jedenfalls deutlich mehr als 3 GW. Unsere nationale Sicherheitsreserve hätten wir bei einem gleichzeitigen Ausfall dann mehr als ausgelutscht und wären von der Gewissenhaftigkeit und Gnade unserer Nachbarn und der Import-Engpaßsituation abhängig gewesen. Doch hatten wir Zeit, die Abschaltungen Stück für Stück durch (Re-)Aktivierung unserer Reserven auszulösen. Und so ist es ja auch gedacht und so hat es sich auch in diesem Fall wieder einmal bewährt.

    c) Was Frankreich betrifft, so hatte ich schonmal auf RE kommentiert:

    “Und der andere Fall war: ‘Hitzewelle - Frankreich muß im Ausland Strom zukaufen’. Da gab’s in Frankreich einen kleinen Skandal, weil eine französische Zeitung herausfand, daß die EDF keineswegs fremden Strom zukaufte, sondern lediglich ihre eigenen Stromkontingente für teures Geld zurückkaufte. Der französischen Öffentlichkeit wurde plötzlich klar, daß ihre Meiler zum Teil von ausländischen Investoren gebaut wurden und daß sie das mit Stromexport-Verpflichtungen abstottern, die sie nur für teures Geld wieder auslösen können. Das schmeckte den nationalstolzen Franzosen nicht - die hätten lieber Meiler gehabt, die ihnen allein gehören und über deren Produktion sie ohne Auflagen verfügen können. Außerdem waren sie natürlich stinkig, daß sie gleich mehr für ihren Strom bezahlen sollen, nur weil sie mal weniger exportieren als sonst.”

    FR vom 28.07.2006: “Frankreich muss im Ausland Elektrizität zukaufen”
    (…) Also musste bei den Nachbarn Ersatz beschafft werden, und die Zeitung Libération fand schnell heraus, dass die EDF ihren eigenen Strom zurückkauft. Denn akquiriert wurden die zusätzlichen Megawatt in der Schweiz und in Italien. Dort und in Deutschland sitzen Stromversorger, die sich an den Investitionskosten für die EDF-Meiler in Fessenheim, Bugey und Cattenom beteiligten und dafür Anteile an der dortigen Stromproduktion erwarben - sowie das Recht, diese an die EDF zurückverkaufen zu können.

    Auch die UCTE bestätigt in ihren Monatsbilanzen, daß die Franzosen zu dieser Zeit immer noch Nettoexporteur waren (ich hab’s da sicherheitshalber kontrolliert). Probleme hatten also die, die auf Frankreichs Atomstrom-Exporte angewiesen waren.

    Also bleiben Sei bitte fair und geben Sie zu, dass ALLE Kraftwerke nur im Verbund einen Sinn ergeben. Ein einzelnes Kohle- oder Atomgroßkraftwerk kann auch keine Versorgung gewährleisten, weil diese Dinosaurier der Stromerzeugungstechnik auf Schwankungen in der Nachfrage nicht reagieren können.

    Also ich habe kein Problem mit der Aussage, daß ein Stromnetz ohne Netz nix taugt. Ich habe auch niemals behauptet, ein AKW könne alleine x Haushalte versorgen. Aber das herkömmliche, ganz überwiegend konventionelle Kontingent hat immerhin schonmal unter Beweis gestellt, daß es dazu imstande ist und zwar mit einer vorbildlichen Verläßlichkeit.

    Ich weiß ja, das es schwer ist, gegen bewährte Praxis anzustinken. Aber derzeit taumelt die ganze Branche von einer EEG-Förderungsnovelle, einer Gesetzgebung (oder Ohrfeige) zur anderen. Sie verfolgt kein technisches Versorgungskonzept, um das Bestehende erfolgreich abzulösen, hechelt nur den Förderungen hinterher. Etwas Eigenständiges und Erfolgversprechendes, etwas Erwachsenes und Reifes kann ich dem als Techniker einfach nicht abgewinnen. Schauen Sie, 2010 soll die dena Netzstudie II vorgelegt werden, ein wichtiger Schwerpunkt: Integration der Offshore-Windenergie. MaW: Erst projektieren und bauen wir, dann machen wir uns Gedanken, was wir damit überhaupt anfangen. Bei der ersten Netzstudie war’s nicht anders. Mal ehrlich: So wird das doch nie was.

  37. Wolfgang Flamme

    am 1. September 2009 um 01:32 Uhr | Link | Kommentar melden

    Oje Thorsten,

    da haben Sie aber ganz gewaltig was in den falschen Hals bekommen. Auch in einem vollkonventionellen Szenario wirken enorme Gewinne, wenn man mit revolutionären, skalierbaren Speichertechniken billige, überschüssige Grundlast einkaufen und später als teure Spitzenlast verkaufen kann.

    Wie sehr sich allein schon die Militärs dieser Welt nach revolutionären Akkuspeichern sehnen … muß ich das erwähnen? Oder denken Sie mal an die Möglichkeiten der Notstromsubstitution. Oder Inselversorgungen, wo man entspr. der Verbraucherlast auf gestaffelte Aggregate zurückgreifen muß - die könnten dann durch ein einziges Aggregat ersetzt werden.Und dann die Elektromobilität …

    Nee, dieser Jackpot würde Ihnen auch dann enormen Reichtum bescheren, wenn die Welt von erneuerbaren Energien noch nichts gehört hätte. Nur geknackt werden muß er erstmal.

    Daß solche revolutionären Speichertechnologie-Konzepte irgendwo im Keller vergraben wurden, das bezweifele ich - nein, sie wurden an Aliens verkauft … deshalb die ganzen Ufos.

  38. Heinz Eng

    am 1. September 2009 um 09:24 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sehr geehrter Herr Heller

    Orange….wird prinzipiell nicht ausgeschlossen und seinen entsprechenden Anteil an der Weltenergieversorgung haben. Nur Ihre Szenarien des Anteils bis 2100 erscheinen mir etwas zu hoch aber wer weiß, in 90 Jahren kann noch viel passieren oder erfunden werden, das wirklich eine Perspektive hat.

    @Vennecke
    Sie sind lustig, präsentieren einen Link und bilden sich auch noch ein, das wäre der Weisheit letzter Schluss. Ist Ihnen schon aufgefallen das das Druckluftspeicherkraftwerk 20% Erdgas braucht um den Energiegehalt der komprimierten Luft wieder in Strom zurück zu verwandeln?

    Fluss-Pumpspeicherwerk…..dazu sollte man a) einen entsprechend großen Fluss haben, den man schnell mal 1-2 Millionen m³ Wasser pro Stunde entnehmen kann und b) riesige unterirdische Kavernen in 600 m (2000 feet) Tiefe damit das auch funktioniert. Diese unterirdischen Kavernen müssen zierka 8-12 Millionen m³ Wasser aufnehmen können, von dem gewaltigen Einfluss auf den Fluss rede ich garnicht erst.
    (ich beziehe mich auf das Beispiel das in Ihren Link gebracht wird)

    Versuchen Sie nun selber mal einzuschätzen, wie realistisch dieses Projekt in Wirklichkeit ist, vor allem wenn Flüsse im Sommer auch sehr wenig Wasser führen.

    Ausfall mehrer KKW……haben Sie vergessen, das Deutschland keine elektrotechnische Insel ist?
    Wie jedem Schulkind schon erzählt wird, haben wir ein europäisches Verbundnetz wo solche nationalen Ausfälle in gewissen Maße europaweit ausgeglichen werden können.
    An Sie die Frage, wie sahen zum fraglichen Zeitpunkt die Lastflüssen an den Koppelstellen zu unseren Nachbarnationen genau aus, war Deutschland Netto- Importeur oder Exporteur?
    Herr Flamme hatte mal eine Analyse für das Jahr 2006 gemacht, wo besonders im Sommer mehr Strom importiert wurde als exportiert. Die Nettoüberschüsse Deutschlands werden besonders in den Herbst und Wintermonaten generiert, was dann gewisse Laien als “mehr produziert, als gebraucht” auslegen.
    Die optimistischsten Schäztzungen des Stromspeicherbedarfes bei 100% EE Vollversorgung liegen bei etwa 5% des Jahresstromverbrauches Deutschlands, also in der Größenordnung von 20.000-25.000 GWh.
    Um Ihnen die Größenordnung zu demonstrieren, Deutschlands größtes PSW (Goldistal) hat ein Speichervermögen von knapp 9 GWh und einen Wirkungsgrad von 85%.
    Meiner Meinung nach sind wir noch verdammt weit weg von “das Speicherproblem ist in absehbarer Zeit gelöst”, im Gegenteil, daran wird Ihre Wunschvorstellung der schönen neuen Greenpower in absehbarer Zeit auch scheitern.

    Ach übrigens, ihre viel beschworene “Überkapazität” an Energieerzeugereinheiten in der EU wird sich in den nächsten Jahren in Luft auflösen, schon heute sind Nationen wie Italien auf Strom-Importe angewiesen und weniger Kraftwerksneubauten geplant als demnächst abgeschalten werden.
    Nochmals, bilden Sie sich endlich mal in Sachen Energieversorgung/Verbundnetze/Verteilung weiter, bevor Sie hier nur wieder ungeprüft Hochglanzprospekte präsentieren.

    @Thorsten
    Wieder die Frage an Sie, wie sieht Ihr Konzept einer 100 Prozentigen Vollversorgung mit EE für Deutschland/Europa aus?
    Grundlage ist natürlich die derzeitige Versorgungssicherheit für den verwöhnten deutschen Michel.

    Heinz Eng

  39. E.U.Mueller

    am 1. September 2009 um 09:50 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Herr Vennecke

    “Prinzipiell kann man technische Fortschritte zwar nicht ausschließen, doch sind sie auf diesem Gebiet wenig wahrscheinlich”

    “Abschließend bleibt zu sagen, dass angesichts der bevorstehenden Umbrüche in Technik und Gesellschaft JEDES Szenario höchstwahrscheinlich in Kürze Makulatur sein wird, da niemand die technische Entwicklung insbesondere bei der Erneuerbaren voraussehen kann”

    “Außer dem unvermeidlichen überproportionalen Anwachsen der Erneuerbaren und dem ebenso unvermeidlichen Ende der Kernenergie würde deshalb ich keine weiteren Erwartungen für die fernere Zukunft abgeben wollen.”

    “Alle Energieszenarien, die weiter als 10 Jahre reichen, sind m. E. entweder wenig realistisch oder völlig unrealistisch, ohne dass wir im einzelnen sagen können, welche Qualifizierung auf welches Szenario zutrifft.”

    Prophet oder nicht Prophet, das ist hier die Frage.

  40. Wolfgang Flamme

    am 1. September 2009 um 10:22 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Thorsten

    PS (betr. wärmelastbedingter Abschaltungen):

    Derartige Probleme werden zukünftig zunehmen…!

    Soweit es dabei um die Klimaerwärmung geht, hatte ich dazu schonmal Literaturverweise eingestellt.

    Deutschland ist dieser Situation damals iw durch vorgezogene Kraftwerkwartungen und Ausnahmegenehmigungen begegnet, wie mir vom BMU damals auf Anfrage mitgeteilt wurde. Vorne wetterte also Trittin, man habe viele AKW abschalten müssen, hinten lockerte sein Ministerium die Auflagen so, daß sich genau das vermeiden ließ. Interessantes Detail: Ob die außergewöhnlich hohe Kühlwassertemperatur die Betriebssicherheit dieser AKW tangiert habe, das sei Gegenstand einer künftigen Untersuchung, hieß es noch. Reizend, nicht wahr? Umweltschutz hat halt doch eine zutiefst religiöse Komponente: Vorne wird lautstark gepredigt, hinten wird verzweifelt gebetet.

    Im übrigen sind von dieser Kühlwasserproblematik nahezu alle Kraftwerke in irgendeiner Weise betroffen. Ganz voran natürlich die Lauf- und Speicherwasserkraft, deren Beitrag unter heißen, trockenen Sommern erheblich leidet … aber auch alle anderen Anlagen, die mit Oberflächenwasser kühlen. Besonders hart träfe es Anlagen, die ohnehin mit vergleichsweise niedrigen Arbeitstemperaturen aufwarten, zB Geothermie und Solarthermie. Deren Wirkungsgrad ist deshalb nämlich gering, sie erzeugen je produzierter MWh deutlich mehr Abwärmelast als die HT-Konkurrenz.

    Zuletzt habe ich mir vor einiger Zeit mal die ARGE-Meßdaten für eine Untersuchung geschnappt und es sieht danach aus, als sei im Temperaturbereich >22°C kein deutlicher Zusammenhang zwischen O2 und Wassertemperatur mehr nachzuweisen. Die naheliegende Hypothese: Ab diesen Wassertemperaturen ist der mikrobiotische Stoffwechsel ohnehin voll aktiviert und der sich einstellende O2 hängt dann überwiegend von der Zehrung und damit von der Nährstoffverfügbarkeit ab. Dieser Parameter kann durch Reduzierung der Abwärmelast aber nicht beeinflußt werden. Insofern stelle ich mir die Frage, welche konkrete Entlastung diese Betriebsauflage überhaupt bewirken soll, wenn nicht eine meßbare.

    So, Frühstückspause zuende.

  41. Wolfgang Flamme

    am 1. September 2009 um 10:44 Uhr | Link | Kommentar melden

    Herr Heller,

    huch, ich habe nach einem erneuten, kritischeren Blick auf die Grafik und einer kurzen Recherche schnell mal was überschlagen - falls das stimmt, sind Sie vielleicht gerade dabei, uns hier allesamt gründlich vorzuführen?

  42. Michael Meinel

    am 1. September 2009 um 10:57 Uhr | Link | Kommentar melden

    Nein Herr Heller!

    > Ehlers, Ronin und Meinel lehnen das Szenario ebenfalls ab, es ist ihnen zu sehr auf Marktwirtschaft ausgerichtet (richtig?)

    Ich hatte etwas ganz anderes geschrieben: Ich hatte Zustimmung zu der grundsätzlichen Richtung des Szenarios signalisiert, aber halte die Großtechnologien gerade aus marktwirtschaftlichen Gründen für überbewertet. Hier hat die Vergangenheit, aber insbesondere die aktuelle Entwicklung gezeigt, dass Investoren nur bei Risikoverlagerung auf die Allgemeinheit gefunden werden können. Hingegen kann weltweit bei dezentralen kleintechnologischen Lösungen schneller eine Rendite eingefahren werden.
    Dies hat sich auch bei vielen anderen technischen Zukunftsphantasien von vor 40-50 Jahren gezeigt: Die Großtechnologien mit riesigen Schienennetzen, Hochhäusern, Fabriken auf dem Mond u.v.m. sind nicht oder nur ansatzweise verwirklicht, aber dafür tolle Handys u.v.m. mit viel Schnickschnack, die nicht mal in den SciFi so auftauchen.

  43. Günther Vennecke

    am 1. September 2009 um 13:27 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sehr geehrter Herr Flamme,

    ob Herr Heller hier jemanden vorführen will oder ob er tatsächlich von der Sinnhaftigkeit der Grafik oben überzeugt ist, lasse ich einmal dahingestellt sein.

    Klar ist natürlich, dass eine wie auch immer geartete Grafik, die den Energieverbrauch, aufteilt nach einzelnen Primärenergien, über mehr als zehn Jahre im Voraus darstellt, nichts weiter als reine Spekulation ist.

    Jede Diskussion, die das nicht berücksichtigt, ist von vornherein verfehlt.

    Wer hätte vor 20 Jahren mit Bestimmtheit sagen können, dass heute bereits über 100.000 MW an Windenergieanlagen installiert sind und dass es in absehbarer Zeit noch eine Vervielfachung dieser Kapazität geben wird?

    Wer hätte noch vor 10 Jahren die heute vorliegenden gewaltigen Wachstumsraten der Photovoltaik für möglich gehalten?

    Wer von den konservativ eingestellten Beobachtern hätte in der Vergangenheit den Niedergang der Kernenergie der Kernenergie vorausgesagt?

    In der technischen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklung gibt es so viele Unwägbarkeiten, dass Voraussagen über längere Zeiträume nicht mehr als Kaffeesatzleserei sind, absolute Spekulationen ohne jede Beziehung zur Realität.

    Selbstverständlich lässt sich eine beliebige Anzahl von Szenarien kreieren und wenn man die Bandbreite groß genug wählt, wird auch eines dabei sein, das die Verhältnisse der Zukunft einigermaßen richtig wiedergibt. Doch welches von vielen hundert denkbaren das sein wird, lässt sich heute unmöglich entscheiden.

    Eines, das trotzdem fast sicher erscheint, ist, dass die Erneuerbaren in Zukunft eine immer größere Rolle spielen werden und die fossilen Energien inklusive Kernenergie mehr oder weniger schnell zurück gedrängt werden. Wie schnell und welche dieser Energien in welchem Maße ist dagegen heute völlig offen.

    @H. Eng

    @Vennecke
    Sie sind lustig. Ist Ihnen schon aufgefallen dass bei 20% Erdgaseinsatz in einem Druckluftspeicherkraftwerk immerhin 80% der Energie als Speicherenergie zur Verfügung stehen? Aus eins mach fünf, das ist doch schon was, oder?

    Außerdem kann das Erdgas problemlos durch Biogas (Sie brauchen es dann auch nicht abzufackeln :-) ) ersetzt werden, dann ist die Technik praktisch 100% regenerativ. Was ist das Problem?

    Und wo bleibt Ihr sonst doch so ausgeprägter Technikoptimismus? Warum bringen Sie ihn hier nicht zur Anwendung? Immerhin hat der Einsatz der Erneuerbaren in den letzten Jahren sogar die kühnsten Erwartungen übertroffen. Wir haben also allen Grund, optimistisch zu sein, auch wenn das manchen nicht ins Konzept passt.

  44. Heinz Eng

    am 1. September 2009 um 14:36 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sehr geehrter Herr Heller

    Hier noch ein kleines Schmankerle von Greenpeace.

    “”"Deutschland kann bis zum Jahr 2050 fast CO2-frei sein - auch ohne Atomstrom. Im neuen Szenario Klimaschutz: Plan B 2050 zeigt Greenpeace den Weg dorthin auf. Er macht nahezu unabhängig von Energie-Importen, sichert die Versorgung und senkt die Stromkosten. Ob es gelingt, hängt vom politischen Willen ab. Deutschland braucht die Energierevolution.”"”
    http://www.greenpeace.de/themen/klima/nachrichten/artikel/deutschland_kann_ausstoss_von_treibhausgasen_um_90_prozent_senken-1/

    Bitte beachten Sie auch die als Link hinterlegte Kurz- und Langfassung.
    Was sagen Sie zu dieser möglichen Zukunft?

    MfG
    Heinz Eng

  45. Heinz Eng

    am 1. September 2009 um 14:45 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Vennecke

    “”"Und wo bleibt Ihr sonst doch so ausgeprägter Technikoptimismus? Warum bringen Sie ihn hier nicht zur Anwendung?”"”

    Weil ich auch gleichzeitig die Kosten im Auge behalten muss. Wenn ich als Betreiber eine KWK-Anlage aufstelle, muss diese sich auch armortisieren, ansonsten wird das ein Minusgeschäft und führt zu finanziellen Verlusten bis hin zur Insolvenz des Betreibers.
    Ihr so hoch gelobter Ausbau der Windkraft und der Photovoltaik beruht auf genau diesen Fakt, die per EEG vorgeschrieben Zwangseinspeisung und Zwangsvergütung garantiert dem Betreiber eine schöne Rendite für 20 Jahre, nur das man diesmal den Bürger direkt das Geld aus den Taschen zieht und sich den Umweg über Steuer/Subvention erspart.

    Machbar ist vieles, bezahlbar weniges

    Heinz Eng

  46. Ronin

    am 1. September 2009 um 15:19 Uhr | Link | Kommentar melden

    “Ehlers, Ronin und Meinel lehnen das Szenario ebenfalls ab, es ist ihnen zu sehr auf Marktwirtschaft ausgerichtet (richtig?)”

    Nein, es ist mir zu simplizistisch.

  47. Dr. Peter Heller

    am 1. September 2009 um 15:58 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Flamme: Nein, ich will definitiv hier niemanden “vorführen”. Ich bin nicht so veranlagt. Das Szenario existiert, ist in der wissenschaftlichen Literatur nachlesbar und wird verwendet. Alles weitere dann im Folgeartikel, ich bitte um ein wenig Geduld. Nach dem “Öldorado 1″ war meine Absicht, den Blick ein bißchen auf die Welt außerhalb des Öls zu erweitern und darüber zu diskutieren, ob unsere Zukunft von Wachstum und Verbreiterung des Angebotes geprägt sein wird - oder eher nicht. Ich hatte schon die Befürchtung, daß das Reizwort “Kernenergie” wieder die tierischen Instinkte weckt und von daher aus der mir vorliegenden Serie exakt das Szenario mit dem geringsten Kernenergie-Anteil herausgesucht.

    (@Kipp: Sie spekulieren also richtig, alle anderen mir bekannten Szenarien (wie gesagt, etwa 40) enthalten deutlich mehr Kernenergie als das obige.)

    Ich kann nichts dafür, wenn Menschen darauf unverhohlen aggressiv und mit einer beleidigenden Attitütde reagieren. Ob diese Menschen sich dann “vorgeführt” vorkommen, liegt nicht in meiner Verantwortung. Jeder muß selbst entscheiden, wie er diskutiert.

    Es geht mir nicht um “Vorführen”, ich will vielmehr ein komplexes Argument formulieren, das zu einer (aus meiner Sicht) neuen Einschätzung der Fragestellungen rund um den Klimawandel führt. Und dazu brauche ich einfach mehr Raum und mehrere Artikel. Es gibt ja bislang eigentlich nur drei Gruppen: Alarmisten, Skeptiker und Uninteressierte. Ich versuche im Prinzip, eine vierte aufzumachen, nämlich die Rationalen.

    @Meinel: Alles klar, verstanden. Dieser Haltung kann ich einiges abgewinnen. Man muß dabei natürlich beachten, daß sich der orangene und der grüne Block aus einer Vielzahl von Nischenlösungen zusammensetzen. Wobei: Das Problem der Speichertechnologie bleibt.

    @Eng: Vielen Dank. Normalerweise lese ich Greenpeace-Sachen nicht, denn diese sind ideologisch motiviert und nicht fachlich. Das obige Szenario bspw. hat nichts mit Politik zu tun. Es ist ein Beispiel für das, was Zukunftsforschung liefern kann. Wie man das dann politisch interpretiert, lasse ich für den Moment dahingestellt. Ein Vergleich mit Greenpeace ist überflüssig, das da oben stammt von Experten, nicht von Marketing-Fachleuten. Ich schau mir das Greenpeace-Ding an, wenn ich Zeit finde.

  48. Michael Meinel

    am 1. September 2009 um 17:39 Uhr | Link | Kommentar melden

    Herr Heller,

    > Normalerweise lese ich Greenpeace-Sachen nicht, denn diese sind ideologisch motiviert und nicht fachlich.
    da machen Sie es sich ein bißchen sehr einfach.

    Die Studien macht ja nicht irgendein Aktivist am Schornstein, sondern das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Insofern sollte man nicht vornherein das einfach abtun, da dies einfach nur “ideologisch motiviert und nicht fachlich” begründet wäre. Portal: http://www.dlr.de/desktopdefault.aspx/tabid-1/86_read-13869/

    Energieperspektiven (I/2007 vom April 2007)
    Neue Studien der DLR-Systemanalyse und Technikbewertung

    Energieperspektiven (I/2008 vom November 2008)
    Neue Studien der DLR-Systemanalyse und Technikbewertung

  49. Krishna Gans

    am 1. September 2009 um 18:48 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Michael Meinel
    Na, endlich taucht es in der Diskussion auf, das “Unternehmen” ecofys :-)
    Jetzt wird es eventuell mal richtig spannend.
    Na, mal schauen, wie sich das jetzt entwickelt.
    Schön Herr Meinel, daß S i e es ins Spiel gebracht haben, wenn auch vielleicht unbewußt oder unabsichtlich.
    Jetzt lehne ich mich mal zurück und besorge mir eine Tüte Popcorn :.)

    Das belegt auf jeden Fall schon mal eins deutlich:

    da dies einfach nur “ideologisch motiviert und nicht fachlich” begründet wäre.

    Das ganze Klimagedöns in Form des Alarmismus ist nur und nichts anderes als ideologisch motiviert und in keinster Weise fachlich.

  50. Günther Vennecke

    am 1. September 2009 um 19:28 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sehr geehrter Herr Gans,

    “Das ganze Klimagedöns in Form des Alarmismus ist nur und nichts anderes als ideologisch motiviert und in keinster Weise fachlich. ”

    Sie müssen da irgendetwas verwechseln. Die Laienschauspieler tummeln sich doch fast ausschließlich im Lager der AGW-Negierer. Aufrichtige Fachleute sucht man da bestimmt vergebens.

    Sehr geehrter Herr Heller,

    “Das obige Szenario bspw. hat nichts mit Politik zu tun. Es ist ein Beispiel für das, was Zukunftsforschung liefern kann.”

    Ich wusste gar nicht, dass es um die Zukunftsforschung so schlecht bestellt ist. Hat die wirklich nicht mehr zu bieten als so einen unausgegorenen Brei? Sie haben es doch selber relativiert und durchblicken lassen, dass Sie ebenso gut JEDES andere Szenario hätten wählen können und dieses nur deshalb bevorzugen, um keine Diskussion über Kernenergie vom Zaum zu brechen. Wirklich ein tolles Kriterium für einen realistischen Ausblick.

  51. Krishna Gans

    am 1. September 2009 um 19:53 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Vennecke
    *plonk*

  52. Wolfgang Flamme

    am 1. September 2009 um 22:12 Uhr | Link | Kommentar melden

    Nein, ich will definitiv hier niemanden “vorführen”. Ich bin nicht so veranlagt. Das Szenario existiert, ist in der wissenschaftlichen Literatur nachlesbar und wird verwendet

    Herr Heller, da es das nicht war besteht ja wohl keine Gefahr, ich könne etwas ‘ausplaudern’. Alson meine überschlägigen Überlegungen waren, daß wir lt Szenario schon in naher Zukunft jährlich um 500 EJ/a (=5E20 J/a) Erdgas benötigen würden. Da habe ich kurz im Web rumgesucht und zwei Quellen gefunden, wo die bekannten Welteserven auf gut ‘6000 Trillion cubic foot’ geschätzt wurden. Die US-’Trillion’ steht für 1E12. Es gehen gut 30 Kubikfuß in einen Kubikmeter, also entspricht das knapp 200E12m3. Der Normkubikmeter Erdgas hat etwa 10 kWh, also gut 30E6J. Ergibt also grob 6000E18J oder 6E21J. Dh die heutigen bekannten Reserven wären bei diesem Verbrauch in gut 10 Jahren (als Größenordnung) aufgebraucht. Das geht bei Ihnen aber noch eine ganze Reihe von Jahrzehnten so weiter mit dem Verbrauch. Also wenn die Reserveschätzung stimmt - bei der Rechnung kann ich keinen groben Fehler entdecken - dann müssen in dem Szenario wohl in großem Umfang neue Reserven erschlossen werden … Gashydrate?

    Nur, wenn unterstellt wird, daß man da künftig wirtschaftlich herankommen kann und das man es dann auch in diesen Mengen fördert und verteilt, dann würde ich in dem Szenario doch einen größeren Substitutionseffekt bei Kohle und Erdöl erwarten, meinen Sie nicht?

  53. Günther Vennecke

    am 1. September 2009 um 22:35 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sehr geehrter Herr Flamme,

    Sie haben völlig Recht mit Ihrer Kritik. Doch die Grafik ist nicht nur in Bezug auf Erdgas absurd. Mit dem Öl sieht es nicht viel anders aus. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass Öl im selben Umfang wie heute noch über längere Zeiträume zur Verfügung steht. Wesentlich steigerbar ist die Ölproduktion schon heute nicht mehr.

    Zur Kernenergie habe ich mich ja schon geäußert. Das ist noch vor dem Erdgas der größte Unfug dieser Grafik.

  54. Günther Vennecke

    am 1. September 2009 um 22:49 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sogar unsere amerikanischen Freunde begreifen langsam, dass Öl nicht beliebig vermehrt werden kann und finden zu einer realistischen Sicht der Dinge:

    http://whiskeyandgunpowder.com/washington-capitulates-peak-oil-is-real/

  55. Rudolf Kipp

    am 1. September 2009 um 22:59 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Vennecke

    Ich denke, Ihr Standpunkt ist klar geworden. Ihnen gefällt es nicht, dass in dem Szenario Kohle, Öl, Kernenergie und Erdgas vorkommen. Das bedeutet, aus Ihrer Sicht wird die Welt 2100 aus nur noch aus sogenannten Erneuerbaren Quellen Energie gewinnen.

    Können Sie sich ein Szenario vorstellen, in welchem dies realistisch möglich ist? Da wäre ich einmal gespannt auf Ihre Vorstellungen.

  56. Günther Vennecke

    am 1. September 2009 um 23:19 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sehr geehrter Herr Kipp,

    können Sie sich ein realistisches Szenario vorstellen, in dem die Welt im Jahre 2100 noch nennenswerte Mengen von Energie aus Öl, Gas und Uran bezieht? DAS wäre un wirklich interessant.

    Selbst wenn es wider Erwarten nicht gelingen sollte - den Preis für Erneuerbare unter den der fossilen zu drücken, wird in Zukunft die Effizienzsteigerung dafür sorgen, dass wir auch dann nicht mehr Geld für Energie ausgeben müssen als heute: halber Verbrauch bei doppeltem Preis würde wohl kaum jemanden schrecken, der rechnen kann.

    Die Potentiale der Erneuerbaren überdecken jeden zu erwartenden Energiebedarf um ein Vielfaches, es gibt dort kein Mengenproblem wie bei den fossilen.

    Vom Klimaproblem gar nicht zu schweigen, auch wenn Sie weiterhin vor dieser Problemstellung fest die Augen verschließen. Wer jährlich einen mehrstelligen Milliardenbetrag zur Abwehr einer angeblichen Bedrohung von außen ausgeben kann, sollte jedenfalls auch in der Lage sein, einen ähnlich hohen Betrag für die “Verteidigung der Zukunft” auszugeben. Ich vertraue da voll und ganz auf die normative Kraft des Faktischen. Wenn der Ölpreis erst wieder steigt, werden größere Anstrengungen zur Einsparung und zum Ersatz des selben gestartet werden. Die große Stunde der Erneuerbaren kommt erst noch, obwohl deren Erfolge bis heute schon beachtlich sind.

    Allein der Ausbau der Windenergie ist in den letzten Jahren sehr viel stärker ausgefallen als der Ausbau der Kernenergie, der ja seit einiger Zeit praktisch zum Stillstand gekommen ist.

  57. Thorsten

    am 1. September 2009 um 23:30 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Herr Kipp

    Schade, dass Sie bis heute noch nicht realisiert haben, dass die konventionellen Energien allein aus ökonomischer Sicht mittelfristig vom Markt verschwinden werden. Es wird einfach zu teuer werden, Energie aus Kohle und Kernenergie zu gewinnen. Was meinen Sie, wie der Energiemarkt in Bewegung kommen wird, wenn in den nächsten 10 bis spätestens 20 Jahren EE einfach deutlich billiger sein werden als Kohle und Atom? Wer soll es sich dann noch leisten, ein Kohle- oder Atomkraftwerk zu betreiben?

    Und Herr Kipp. Ich habe da ein neues Thema für einen Artikel von Ihnen gefunden, wo Sie doch so gerne über lokale und momentane Klimaereignisse berichten. Wie wäre es mit einem Artikel über den diesjährigen Hitzewinter in Australien? Dort ist es derzeit so warm (35°C an der Ostküste) wie noch nie zu dieser Zeit seit Beginn der Aufzeichnungen:

    In Australien zeichnet sich wärmster Winter ab

    Der australische Winter ist auf dem Weg in die Rekordbücher als einer der wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. In Brisbane an der Ostküste wurden an einem “Wintertag” vergangene Woche 35 Grad gemessen, so viel wie nie zuvor in der “kalten Jahreszeit”. Die Statistiker seien noch an der Arbeit, doch deuteten die gemessenen Spitzentemperaturen auf ein Rekordjahr hin, teilte der Wetterdienst am Dienstag mit.

    In der südlichen Hemisphäre ist es eigentlich im Juli und August am kältesten, auch wenn der Winter in Australien verglichen mit Deutschland milde ist. Doch stiegen die Temperaturen dort in diesem Jahr teilweise höher als in den Hochsommermonaten Januar und Februar.

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,646176,00.html

  58. Wolfgang Flamme

    am 1. September 2009 um 23:41 Uhr | Link | Kommentar melden

    Die Studien macht ja nicht irgendein Aktivist am Schornstein, sondern das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Insofern sollte man nicht vornherein das einfach abtun, da dies einfach nur “ideologisch motiviert und nicht fachlich” begründet wäre.

    Herr Meinel,

    das DLR steht an 3. Stelle der Top-Förderungsempfänder des BMU und hat inflationsbereinigt beginnend 1979 (Wyhl) insgesamt etwa 170 Mio € Fördermittel vom Bundesumweltministerium erhalten, praktisch ausschließlich Förderungen im Bereich Windenergie, Solarthermie und -anwendungen.

    Nach 30 Jahren am eE-Fördertropf darf man wohl bezweifeln, daß sich die dort zuständige Abteilung eine kritische Einstellung wirtschaftlich überhaupt noch leisten kann.

  59. Krishna Gans

    am 1. September 2009 um 23:43 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Thorsten

    Doch stiegen die Temperaturen dort in diesem Jahr teilweise höher als in den Hochsommermonaten Januar und Februar.

    Dann war es da im Sommer wohl zu kalt….
    Immer auf der Suche nach Katastrophenmeldungen, Schlagwort: “Beginn der Aufzeichnungen”
    Hast Du da einen Robot laufen ??

  60. Krishna Gans

    am 1. September 2009 um 23:46 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Thorsten
    Am 23 Febr. 1990 waren es in Berlin um die 25 °C warm.
    Ich erwarte Deinen Aufschrei !!

  61. Thorsten

    am 1. September 2009 um 23:59 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Krishnag Gans

    Klar berichte ich nur von Wetterereignissen, die neue Rekordwerte seit Beginn der Aufzeichnungen liefern. Herrn Kipp genügt es ja schon, wenn die Werte über 6 Jahre hinweg nicht mehr erreicht wurden, um einen Artikel darüber zu schreiben.

    Ich mache auch wegen dem 23. Februar 1990 keinen Aufschrei. An so etwas halte ich mich nicht auf, derartige Ausreisser gibt es immer wieder. In Australien ist es immerhin ein ganzer Winter, der die Rekorde bricht und nicht nur einzelne Tage. Aber auch hieraus mache ich kein Bahei. Ich will damit nur dokumentieren, wie unsinnig diverse Wettermeldungen aus Kreisen sog. Klimaskeptiker sind.

    Und es ist ja auch anzumerken, dass Australien schon seit 10 Jahren unter Hitze und Dürre leidet und nicht erst seit diesem Winter.

  62. Rudolf Kipp

    am 2. September 2009 um 00:06 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Vennecke und Thorsten

    Also, Sie zwei gehen davon aus, dass wir entweder 2100 gar keine Kohle, kein Gas, kein Erdöl und/oder kein Uran mehr haben werden oder dass bis dahin die “Erneuerbaren” so viel billiger und besser verfügbar geworden sind dass die etablierten Energiequellen wie Kohle und Kernkraft nicht mehr konkurrieren können. Das ist glaube ich so weit klar geworden.

    Daher meine Frage an Sie beide. Gibt es aus Ihrer Sicht ein Szenario in dem dies auch möglich erscheint? Also die Vollversorgung mit “Erneuerbaren Energien” und/oder ein Szenario in dem diese zumindest gleich stabil geliefert werden und billiger sind als Alternative Energiequellen.

    Gerade zu der Frage, wie die Energieversorgung dann funktionieren soll muss es doch für Sie auch fundierte Lösungsansätze geben. Sie vertreten diese Auffassung doch schließlich nicht aus reinem Wunschdenken(?).

  63. Wolfgang Flamme

    am 2. September 2009 um 00:45 Uhr | Link | Kommentar melden

    Herr Vennecke,

    vom Erdöl habe ich da erstmal die Finger gelassen, weil es im Gegensatz zu Gas ja eine sehr heterogene Produktlinie hat und auf vielfältige Weise mit Zusatzprozessen energetisch veredelt werden kann, so daß es letztlich unsicherer ist, wieviel (andere) Energie wir an Rohölprodukte binden und wieviel davon aus dem Rohöl selbst stammt - zumindest ging mir das bei den Betrachtungen so.

    Aber mal was anderes: In dem vorgestellten Szenario ist - angesichts der Unsicherheiten sowieso - der Anteil der Kernenergie doch vernachlässigbar klein - und wir diskutieren ja genau über dieses vorgestellte Szenario. Ich verstehe also einfach nicht, wieso nahezu jeder sichtbare nukleare Anteil bei Ihnen prompt einen Anfall auslöst.

    Ich meine, können Sie das nicht realistisch sehen, daß - selbst wenn die Kernenergie in allen ihren früheren, gegenwärtigen und künftigen Konzepten eine unüberwindbare ökonomische Sackgasse darstellen sollte - es trotzdem auf der Welt immer noch irgendwen gäbe, der sich daran versuchen würde, auch wenn sich hinterher herausstellt, daß es sich nicht gerechnet hat?

    Indien zB hockt auf großen Thoriumvorkommen. Na, nehmen wir mal an am erneuerbaren Wesen wird Indien genesen. Mit Geld auf der Hand werden sie dann versuchen, auch aus ihrem Thorium was zu machen. Nehmen wir den umgekehrten Fall und die Inder scheitern mit dem eE-Einsatz. Dann werden sie es mit dem Thorium zumindest versuchen. Wenn es nicht klappt, dann werden sie was anderes versuchen. Und wenn sie dann schließlich was anderes gefunden haben und Geld in die Hand bekommen, dann werden sie sich doch wieder dem Thorium zuwenden.

    Wie man es auch dreht und wendet, die Kernenergie bleibt a) Die letzte Hoffnung der Gescheiterten oder b) die nächste Hoffnung der Erfolgreichen. “Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden” - also gewöhnen Sie Sich doch besser gleich an marginale Unvollkommenheiten des Paradieses. Ein engagierter Klimaschützer wie Sie sollte mit dem Fitzelchen Kernenergie doch weitaus weniger Probleme haben als mit Kohle oder Gas?

  64. Dr. Peter Heller

    am 2. September 2009 um 01:10 Uhr | Link | Kommentar melden

    Herr Flamme, Ihre Überschlagsrechnung ist korrekt.

    Allerdings ist das Szenario ein dynamisches und kein statisches. Es basiert auf einem sehr komplexen ökonomischen Modell, in dem wechselseitige Abhängigkeiten berücksichtigt werden.

    Im Falle der fossilen Rohstoffe sind die Reserven ja wesentlich von der Bewertung der Ressourcen abhängig. Hier steckt in dem Szenario der Ansatz, daß durch den technischen Fortschritt und das ökonomische Wachstum immer mehr Ressourcen in Reserven übergehen werden. Bei Erdgas ist diese Entwicklung seit mehr als 20 Jahren mit einer hohen Dynamik zu erkennen. In dem Szenario schwächt sich diese Dynamik zwar etwas ab, bleibt aber im Kern erhalten. Die Reserven steigen schneller, als die Förderung. Gleiches gilt derzeit für Erdöl, wie für Kohle. Man darf Reserven und Ressourcen nicht miteinander verwechseln. Die spannende Frage ist nicht die geologische, sondern die ökonomische Verfügbarkeit solcher Rohstoffe. Also die Frage, zu welchen Kosten diese dem Verbraucher zur Verfügung gestellt werden können.

    @all:

    Effizienzsteigerung sorgt nicht für Einsparungen, sondern für mehr Wachstum. Hier scheint mir ein grundsätzliches Mißverständnis wirkender ökonomischer Mechanismen vorzuliegen. Effizienzsteigerung vergrößert Märkte, da das Angebot wachsen kann (wenn man weniger benötigt, um einen bestimmten Effekt zu erzielenm kann man entweder einen insgesamt größeren Effekt oder auch ein Angebot für eine andere Nutzung anstreben). Das wachsende Angebot wiederum führt zu mehr Wettbewerb und damit zu weiteren Eiffizienzsteigerungen. Dies gilt auch für Energieträger. Größere Märkte wiederum ermöglichen mehr Wohlstand und damit steigt auch die Nachfrage. Was wiederum Raum für noch mehr Angebot schafft. Insoweit sind die einzelnen Energieträger nicht als voneinander unabhängige Konkurrenten zu betrachten. Sie bedingen einander. Man kann in einem Szenario wie dem obigen nicht einfach den einen durch einen anderen ersetzen. Es ist so berechnet, wie dargestellt. Nimmt man einen Energieträger künstlich weg (wenn man bspw. den Ansatz fährt, es gäbe kein Öl mehr ab 2050 oder so), entwickelt sich ein anderes Szenario.

    Bei den mir vorliegenden Beispielen steigt dann beispielsweise der Anteil der Kernenergie enorm an, weil es für sie in der Stromerzeugung mehr Raum gibt. Denn Biomasse oder auch Erdgas werden verstärkt im Mobilitätsbereich umgesetzt.

    Ich habe mich für dieses Szenario entschieden, weil ich der Überzeugung bin, daß die Ressourcen an fossilen Rohstoffen ausreichend sind, um bei entsprechend kostengünstigerer Gewinnung in der Zukunft (oder auch bei steigenden Gewinnspannen) die erforderlichen Reserven so darstellen zu können, wie es sich aus der Grafik ergibt.

    Dabei geht es mir nicht um die absoluten Zahlen, sondern um das Prinzip.

    Denken Sie sich die y-Achse also am besten ohne Skala.

  65. Wolfgang Flamme

    am 2. September 2009 um 01:16 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Thorsten

    “In Brisbane an der Ostküste wurden an einem “Wintertag” vergangene Woche 35 Grad gemessen, so viel wie nie zuvor in der “kalten Jahreszeit”.”

    Dabei hatten die doch gerade den Kevin Rudd gewählt, um genau das zu verhindern … kann man den heutzutage niemandem mehr trauen?

  66. Günther Vennecke

    am 2. September 2009 um 06:41 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sehr geehrter Herr Heller,

    ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Sie da eine Menge leeres Stroh dreschen? Ihre Interpretation des von Ihnen willkürlich ausgewählten Szenarios (sie liefern nun eine zweite “Begründung” für Ihre Auswahl, die mit der ersten inzwischen nichts mehr zu tun hat) ist nichts weiter als wilde Spekulation.

    Ich habe den Eindruck, als sei bei Ihnen der “Markt” einer naturgesetzlichen Wirkung unterworfen, die es nur zu beobachten und zu beschreiben gilt. Das sehe ich völlig anders. Unsere Art zu wirtschaften muss die Begrenztheit der Ressourcen (die eben NICHT über den Preis beliebig vermehrbar sind) berücksichtigen, sonst fahren wir eine ganze Reihe von Entwicklungen gegen die Wand.

    Als nur ein Beispiel erwähne ich die Überfischung der Meere. Wenn wir dort nicht bald gegensteuern, brechen ganze Ökosysteme zusammen mit weitreichenden Folgen z. B. für die menschliche Ernährung.

    Auch ist unsere Atmosphäre als Müllkippe für etliche Schadstoffe und vor allem CO2 nicht beliebig belastbar.

    Da Sie solche Dinge nicht berücksichtigen, fürchte ich, dass sämtliche Ihrer Schlussfolgerungen völlig unbrauchbar sind.

    Wir stehen nun einmal vor der Situation, dass wir als Menschheit die Erde in einem Maße verändern, dass wir uns selbst die Lebensgrundlagen zerstören, auf die wir unausweichlich angewiesen sind.

    Wenn wir das System Erde nur durch den Tunnelblick der Marktwirtschaft betrachten, werden wir der Situation nicht gerecht. Je eher das die Verantwortlichen erkennen, desto größer ist unsere Chance, die Situation noch in den Griff zu bekommen, bevor zu viel aus dem Ruder läuft.

  67. Michael Meinel

    am 2. September 2009 um 08:18 Uhr | Link | Kommentar melden

    @gans
    Der Adressat Ihrer obigen Anmerkung war falsch: Herr Kipp berichtet gerne über lokale und momentane Klimaereignisse, Thorsten sagte nicht, dass er dergleichen vorhat.

    Marktwirtschaft und Großtechnologie, insbesondere die alle Jahre ohne ökonomische Grundlagen wiederkehrenden Ankündigungen einer Renaissance der Kernkraft:

    Siemens-Ausstieg treibt Areva-Schulden hoch

    Atom-Renaissance abgesagt

    Areva und Siemens hadern weiter mit finnischem Atomreaktor

    Areva droht Finnland mit Baustopp

    @flamme
    Der Bereich Energie ist einer unter Dutzenden, Raumfahrt, Weltraum und Verkehr stehen immer noch an erster Stelle. http://www.dlr.de/desktopdefault.aspx/tabid-82/
    Als Auftraggeber wird das BMU nicht mal genannt, sondern als wichtigste das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi). http://www.dlr.de/pt/desktopdefault.aspx/tabid-3132/4840_read-6995/
    Und die eigene Förderung anderer dürfte den von Ihnen genannten Betrag überschreiten.
    Unter dieser Sichtweise gibt es in Deutschland nur Gefälligkeitsgutachten, lobbygesteuerte Forschung und absolut nichts, was sich lohnt mal genauer anzuschauen.

  68. Wolfgang Flamme

    am 2. September 2009 um 11:01 Uhr | Link | Kommentar melden

    Allerdings ist das Szenario ein dynamisches und kein statisches. Es basiert auf einem sehr komplexen ökonomischen Modell, in dem wechselseitige Abhängigkeiten berücksichtigt werden.

    Herr Heller, über dieses Modell würde ich gerne näheres erfahren.

    Und nochwas: Sie sagten, Sie seien bzgl. der Entwicklung der Speichertechnologie zuversichtlicher als ich. Nun, als Zukunftsforscher kennen Sie sicher noch ‘G. Mensch - Das technologische Patt’. Auch wenn das Buch in seinen Ausführungen und Pauschalisierungen arg spekulativ ist, so gibt es doch wenig an den zusammengetragenen Fakten und der Aussage zu rütteln, daß schon zwischen Invention und Basisinnovation regelmäßig viele Jahrzehnte vergehen. Da Sie als Zukunftsforscher nach solchen Konstanten suchen: Das wäre wohl eine.

    Die Invention dieser revolutionären (es kann sich dabei ja nicht nicht um eine Verbesserungsinnovation handeln) außerordentlich skalierbaren und wirtschaftlichen Speichertechnologie sollte also bereits stattgefunden haben. Demzufolge sollte man eigentlich schon heute ein paar Kandidaten benennen können oder vielleicht - auf Basis des erwähnten komplexen Modells - die notwendigen Charakteristiken dieses Erfolgsmodells identifizieren können, was bei der Eingrenzung der Kandidatensuche hilfreich sein könnte?

  69. Andy Baumann

    am 2. September 2009 um 12:13 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Thorsten

    “In Brisbane an der Ostküste wurden an einem “Wintertag” vergangene Woche 35 Grad gemessen, so viel wie nie zuvor in der “kalten Jahreszeit”.”

    Und in Hauke-Hein-Koog an der Nordseeküste in der nähe von Dagebüll wurden an einem “Sommertag” vergangene Woche 15 Grad gemessen, so wenig wie nie zuvor in der “warmen Jahreszeit”.

  70. Thorsten

    am 2. September 2009 um 13:14 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Andy Baumann

    so wenig wie nie zuvor in der “warmen Jahreszeit”.

    Haben Sie hierfür einen Beleg?

    Verar…….. kann ich mich selber!

    Nicht ich sondern sog. Klimaskeptiker sind es doch, die dauernd lokale Wettermeldungen missbrauchen, um eine Klimaabkühlung zu belegen. Für Herrn Kipp genügen schon 6-Jahres Tiefstwerte…. um eine Trendwende zu suggerieren…

    http://primaklima.blogg.de/eintrag.php?id=18

    Nun bringe ich ein markantes konkretes Gegenbeispiel, und schon werdet Ihr unsachlich….

  71. Rudolf Kipp

    am 2. September 2009 um 15:32 Uhr | Link | Kommentar melden

    Hier ein Artikel aus der australischen HeraldSun:

    Australia records hottest winter on record, summer tipped to be hotter

    Zitat aus dem Artikel:

    Blair Trewin, a climate scientist with the bureau, said the warm weather was caused by a lack of large frontal systems sweeping up from the southern oceans, which would have brought cool air.

    Instead, persistent high pressure systems hung about the subtropics.

    Dr Trewin said the heatwaves were caused more by natural variability than by climate change.

  72. Günther Vennecke

    am 2. September 2009 um 15:48 Uhr | Link | Kommentar melden

    WWF veröffentlicht internationale Studie über die Rückkopplungssysteme der Arktis. Es wir ddie neueste wissenschaftliche Literatur zum Thema aufgearbeitet.

    Deutsche ZUsammenfassung:

    http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/pdf_neu/WWF-Arktische-Rueckkopplungen__dt-28-08-c.pdf

    Englische Langfassung:

    http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/pdf_neu/WWF_Arctic_feedbacks_report.pdf

    Solche Erkenntnisse sind eine weiterer Grund, weshalb die Energieszenarien der Vergangenheit nur noch Makulatur sind. Wenn wir nämlich Klimaschutzmaßnahmen berücksichtigen, verbietet es sich von selbst, weiterhin kohlenstoffhaltige fossile Brennstoffe zu verheizen, unabhängig davon, wie groß die Reserven und Ressourcen sind. Dann dürften auch wirtschaftliche Erwägungen eher in den Hintergrund rücken, weil es eh keine Alternative zu einem verstärkten Ausbau der Erneuerbaren gibt.

    Nennen wir ein solches Programm “Verteidigung der Zukunft und Lebenschancen unserer Nachkommen”, dann wird jedem klar, dass für Verteidigung ohne Rücksicht auf Wirtschaftlichkeit fast jede beliebige Summe zur Verfügung steht. Oder wie wirtschaftlich ist ein Panzer bzw. ein Kampfjet? Immerhin werden zurzeit pro Jahr fast eine Billion Dollar für Rüstung verschwendet.

    Der gravierende Unterschied bestünde jedoch darin, dass sich die Investition in die Erneuerbaren für jede Volkswirtschaft mittel- bis langfristig auszahlt, denn es werden immer weiter steigende Ausgaben für die sich laufend verteuernden fossilen Energien vermieden.

    In wenigen Jahren werden die dezentralen Energien überall dort, wo es kein zusammenhängendes Verteilungsnetz gibt, ihren großen Siegeszug antreten, weil sie nicht nur fast die einzige Möglichkeit zur Stromversorgung darstellen, sondern auch noch die fossilen (Dieselaggregate u. ä.) von den Kosten her deutlich unterbieten. Auch in den Industrieländern wird Photovoltaikstrom innerhalb von 10 Jahren fossilen Strom kostenmäßig unterbieten. Das ist im EEG ja so angelegt.

    Aus diesen und obigen Überlegungen folgt, dass im kommenden Jahrzehnt ein gewaltiger Boom bei den Erneuerbaren einsetzen wird, bzw. sich fortsetzt. Es folgt ferner daraus, dass schon vor 2050 der Anteil der Erneuerbaren an der Weltenergieversorgung die 50%-Marke überschreiten wird (ob das deutlich vor oder erst nach 2040 der Fall sein wird, kann allerdings heute noch nicht entschieden werden) und danach innerhalb von 20 bis höchsten 30 Jahren nahezu 100% betragen wird. Atomkraftwerke wird es dann schon lange nicht mehr geben und die Wasserstofffusion kommt gar nicht erst aus dem Versuchsstadium heraus, weil solche Kraftwerke niemals kostengünstig werden arbeiten können, die äußerst fragliche technische Machbarkeit einmal unterstellt.

  73. Rudolf Kipp

    am 2. September 2009 um 16:13 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Günter Vennecke

    Sie schreiben

    In wenigen Jahren werden die dezentralen Energien überall dort, wo es kein zusammenhängendes Verteilungsnetz gibt, ihren großen Siegeszug antreten, weil sie nicht nur fast die einzige Möglichkeit zur Stromversorgung darstellen, sondern auch noch die fossilen (Dieselaggregate u. ä.) von den Kosten her deutlich unterbieten. Auch in den Industrieländern wird Photovoltaikstrom innerhalb von 10 Jahren fossilen Strom kostenmäßig unterbieten. Das ist im EEG ja so angelegt.

    Nur weil es im EEG “so angelegt ist”, muss die Photovoltaik billiger werden als die Alternativen? Diese Logik erschließt sich mir nicht. Können Sie etwas genauer erläutern, wie das aus Ihrer Sicht funktionieren soll?

    Weiter oben habe ich Sie und Thorsten nach einem schlüssigen Konzept für das von Ihnen favorisierte Szenario einer Vollversorgung mit EE gefragt. Hier noch einmal meine Frage: Gibt es solche Konzepte und wie sehen diese im Detail aus? Reines Wunschdenken allein reicht wohl nicht aus.

  74. Günther Vennecke

    am 2. September 2009 um 17:04 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sehr geehrter Herr Kipp,

    haben Sie den Link von Herrn Meinel weiter oben übersehen? Er beantwortet Ihre Frage nach einem Konzept für die Vollversorgung mit EE:

    http://www.dlr.de/tt/Portaldata/41/Resources/dokumente/institut/system/publications/Leitstudie2008_Zusammenfassung_2008_10_10.pdf

    Dabei halte ich den Ansatz der DLR für relativ konservativ. Ich gehe davon aus, dass die komplette Umstellung auf EE sehr viel schneller erfolgen wird. Wer Recht hat, wird sich aber frühestens in 20 Jahren erweisen.

    “Nur weil es im EEG “so angelegt ist”, muss die Photovoltaik billiger werden als die Alternativen? ”

    in der Tat. Das EEG sieht für PV inzwischen eine jährliche Degression von 8-9% vor. Wenn Sie also die Solarvergütung von heute 43 €cent/kWh jährlich um 9% verbilligen, kommen Sie 2015 auf 24,4 €cent/kWh und 2016 auf 22,3 €cent/kWh.
    Da natürlich parallel dazu die Strompreise im öffentlichen Netz weiter ansteigen werden, ist somit 2015 bis 20156 die Netzparität erreicht. Wenn die Solarindustrie nicht Pleite gehen will, MUSS sie mit diesem Preisrückgang bei den Produktionskosten Schritt halten. Ist doch logisch, oder?

    In der Vergangenheit sind die Preise ja durchaus stärker gefallen als ursprünglich erhofft. Es spricht zurzeit in der Tat auch nichts dagegen, dass das künftig ebenso der Fall sein wird.

    Spätestens ab diesem Zeitpunkt wird dann eine weiterhin verstärkte Nachfrage nach PV-Anlagen einsetzen, weil dann jeder Hausbesitzer einen Teil seines Stromes billiger selbst erzeugen kann, als ihn aus dem Netz zu beziehen. Die Sache bekommt dann eine Eigendynamik, die zu einem überproportionalen Anwachsen der Erneuerbaren führen wird. Auch wenn dieses - auch welchem Grund auch immer - nicht mehr Ihrem Wunschdenken entspricht.

  75. Alexander

    am 2. September 2009 um 18:44 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Vennecke

    ausgerechnet SIE reden von Wunschdenken?

  76. Wolfgang Flamme

    am 2. September 2009 um 19:27 Uhr | Link | Kommentar melden

    Herr Meinel,

    ich habe mich da auch mißverständlich ausgedrückt:

    Das DLR insgesamt ist von diesen Aufträgen kaum abhängig und kann durchaus auf diese Aufträge und die MA, die sie abwickeln, verzichten. Ok.

    Aber wie sah und sieht es eben mit dieser eE-Abteilung aus?

    1) Von den 180 MA beschäftigen sich die 50 Elektrochemiker mit Brennstoffzellen, der Rest mit “Untersuchung von Technologien zur Effizienzsteigerung und zur Nutzung erneuerbarer Energien” (Technikbewertung), damit, “den Anteil erneuerbarer Energieträger und alternativer Brennstoffe zu erhöhen” (Thermische Prozeßtechnik) und mit Solarthermie “für eine nachhaltige Energieversorgung der Erde”.

    Das sind ehrgeizige Zielsetzungen, die engagierte und fähige Mitarbeiter verlangen. Wenn ich ein innovatives ST-/CP-Projekt zu planen und abzuwickeln hättea, spräche nichts daegen. Aber ein sachlich ausgewogenes, neutrales Gutachten?

    Wo sollen die für eine objektive Beurteilung unbedingt nötige kritische Betrachtung bei diesem Verein herkommen … aus der ITT-Undercover-Abteilung “Sonnenenergie ist Bockmist” etwa?

    2) Die machen jetzt im eE-Boom 10 Mio€ Umsatz pro Jahr mit externen Auftraggebern, allein vom BMU kriegten sie in den letzten Jahren etwa 2Mio/a durchschnittliche Förderungen; das sind immerhin 20% des externen Umsatzes.
    Aber gucken wir mal zurück in vor-EEG-Zeiten, wo wir davon ausgehen können, daß die Truppe wohl noch eine überschaubarere Größe hatte. 79/80 ging es nach ein paar winzigen Aufträgen Mitte der 70er los mit der Förderung durch das BMU. 79-81 flossen (alles inflationsbereinigt) schon 5..6 Mio € jährlich, 83-87 10..13 Mio € jährlich, 88-92 7..10 Mio € jährlich. Dann wurde allmählich zurückgefahren bis auf derzeit 2..3 Mio €.

    Das BMU hat also - besonders in den Jahren 1979-1996 eine ganze Menge Förderaufträge an das DLR vergeben, und ….

    3) … es gibt noch etwas. Denn das breite Spektrum der DLR-Leistungen im Bereich Antriebs- Verbrennungstechnik, Atmosphärenphysik und Luft-/Sat-Aufklärung etc beinhaltet natürlich Überschneidungen mit den fachlichen Aufgaben/Interessen des BMU betr. Emission, Immisssion, Schadstoffausbreitung, Verbrennungstechnik usw.

    Umso erstaunlicher ist, daß seit 1974 (weiter reichen die Daten nicht zurück) bis heute etwa 99,9% der Fördermittel von etwa 170 Mio € (60 Projekte), die vom BMU ans DLR gingen, vom BMU-Referat KiIII5 (Forschung und Entwicklung im Bereich Erneuerbarer Energien) an diese DLR-Abteilung flossen. Lediglich eine einzige Förderung des BMU-Referates Zentralabteilung ging an andere Aufgabenbereiche des DLR (Aktualisierung der Landnutzungsdaten CORINE Land Cover).

    Diese intensive, finanzielle und langjährige Verbandelung eines einzigen, spezialisierten BMU-Unterreferates mit einer einzigen spezialisierten DLR-Abteilung legt nahe, daß der für ein neutrales Gutachten erforderliche Abstand nicht besteht (und wohl mindestens seit 1979 nicht bestanden hat).

    Also ein eE-Gutachten von der Truppe kann man in der Pfeife rauchen, da kann ich mir auch ein ‘unabhängiges’ Gutachten von AREVA über die Zukunft der Kernenergie erstellen lassen und es glauben.

  77. Günther Vennecke

    am 2. September 2009 um 22:02 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sehr geehrter Herr Flamme,

    meinen Sie nicht, dass Sie ein wenig zu weit gehen, wenn Sie die Mitarbeiter einer weltbekannten deutschen Forschungseinrichtung mehr oder weniger direkt der Lüge und des Betruges bezichtigen?

    Warum erstatten Sie denn nicht Anzeige zum Beispiel gegen Dr. Nitsch, der ja persönlich für die Leitstudie 2008 verantwortlich zeichnet. Wenn Sie Recht hätten, dann hätte sich Herr Nitsch doch wohl der wissentlichen Verschwendung von Steuergeldern in Tateinheit mit Vorspiegelung falscher Tatsachen oder ähnlichem schuldig gemacht. Das könnte durchaus ein strafwürdiges Vergehen sein.

    Es könnte aber auch ebenso gut ein strafwürdiges Vergehen sein, solche Anschuldigungen ohne hinreichende Belege zu erheben. Vielleicht überlegen Sie sich in Zukunft doch etwas besser, wem Sie was an den Kopf werfen. Ich denke, wenn Sie sich im Lager der AGW-Negierer etwas gründlicher umsehen, finden Sie genügend Leute, denen Sie mit vollem Recht Lug und Trug vorwerfen können.

  78. Wolfgang Flamme

    am 2. September 2009 um 23:41 Uhr | Link | Kommentar melden

    Herr Vennecke,

    alle aufgeführten Förderprojektangaben entstammen öffentlich zugänglichen Dokumentationsquellen des Bundes (foerderportal.bund.de). Die Inflationskorrektur basiert auf veröffentlichten Schätzungen der Teuerungsrate des statistischen Bundesamtes und wird somit auch nicht in grober Weise falsch sein.
    Ich behaupte somit nichts anderes, als sich durch Zusammenfügen dieser beiden Informationsquellen von jedermann (auch Ihnen) nachvollziehen ließe, der diese Arbeit auf sich nimmt.

    Natürlich habe ich vollstes Verständnis dafür, daß Sie der guten alten Tradition folgen möchten, den Boten zu köpfen, der die schlechten Nachrichten überbringt.

    Ich wünsche Ihnen jedenfalls noch einen schönen Abend und grüßen Sie bitte auch Ihre kognitive Dissonanz recht herzlich von mir.

  79. Günther Vennecke

    am 3. September 2009 um 07:35 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sehr geehrter Herr Flamme,

    “Ich behaupte somit nichts anderes, als sich durch Zusammenfügen dieser beiden Informationsquellen von jedermann (auch Ihnen) nachvollziehen ließe, der diese Arbeit auf sich nimmt.”

    Vorstehende Aussage von Ihnen lässt sich schwerlich mit folgender Wertung - ebenfalls von Ihnen - in Einklang bringen. Bei letzterer handelt es sich schlicht um eine Unterstellung, die Sie aus einer eigenwilligen Interpretation von Fakten herleiten.

    “Also ein eE-Gutachten von der Truppe kann man in der Pfeife rauchen, da kann ich mir auch ein ‘unabhängiges’ Gutachten von AREVA über die Zukunft der Kernenergie erstellen lassen und es glauben. ”

    Ich weise Sie noch einmal darauf hin, dass Sie eine international renommierte wissenschaftliche Einrichtung mit ehrenrührigen Behauptungen verunglimpfen. Das ist offensichtlich eine beliebte Methode der AGW-Negierer.

  80. Michael Meinel

    am 3. September 2009 um 08:06 Uhr | Link | Kommentar melden

    Okay Herr Flamme,
    Sie sind also der Ansicht, dass 30 Jahre Aufträge eines BMU-Unterreferats an eine DLR-Abteilung über unterschiedliche politische Konstellationen und Zielsetzungen mit unterschiedlichen politischen und wissenschaftlichen Karrieren zu politisch motivierten Gutachten unter Gefährdung der eigenen wissenschaftlichen Karriere führt. Ich nicht.

  81. Heinz Eng

    am 3. September 2009 um 08:54 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Sehr geehrter Herr Flamme

    Interessante Informationen, die Sie zum DLR aufgetan haben.
    In diesem Zusammenhang bin ich auch mal auf prirsch gegangen und habe nachfolgende PDF´s gefunden.
    http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/leitstudie2008_entscheidungstraeger.pdf

    und

    http://www.ufop.de/downloads/Entwicklung_ee_2008_deutsch.pdf

    Diese beiden Dokumentationen zeigen uns deutlich, was das BMU bisher erreicht hat und zukünftig noch mit uns vor hat.

    “”"Das EE Wärmegesetz sollte baldmöglichst weiterentwickelt werden und die Nutzungspflicht für EE auf den Altbaubereich ausgedehnt werden”"”

    “”"Unter der Vorraussetzung , das 28 GW an fossilen Altkraftwerken zwischen 2005 und 2020 stillgelegt werden, können im Leitszenario neue fossil gefeuerte Kraftwerke mit einer Leistung von 29 GW errichtet werden. Dabei sollten 9 GW in Kohlekraftwerke nicht überschritten werden, die übrigen 20 GW sind mit Erdgas zu betreiben, wenn die im Leitszenario 2008 ermittelte CO2-Reduktion von 36% nicht gefährdet werden soll “”"”

    Das waren nur zwei prägnante Beispiele, sollte aber reichen um Sie neugierig werden zu lassen.

    Erdgaskraftwerke……dürfte unseren Altbundeskanzler sehr erfreuen, bei seinen neuen Job.

    MfG
    Heinz Eng

  82. RE/ Neue Theorien « Ritinardo

    am 3. September 2009 um 10:30 Uhr | Link | Kommentar melden

    […] RE/ Neue Theorien Da es mir ja nicht möglich ist, meine Meinung auf Readers Edition frei und offen zu sagen, ich haber auch nicht auf eine Reaktion auf neue Behauptungen verzichten will hier meine Reaktion aus den nächsten „Öldorado-Artikel“ in meinem Ritinardo-Blog. […]

  83. Thorsten

    am 3. September 2009 um 11:53 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Meinel, Vennecke

    Das kennen wir doch schon. Studien und Gutachten werden dann für gut befunden, wenn sie die eigene Meinung und die eigenen Interessen wiedergeben. Ist das nicht der Fall, werden sie diskreditiert.

    So kommt es, dass man lieber eine Studie von Exxon, RWE oder einen Artikel von EIKE heranzieht als eine Arbeit vom DLR, Fraunhofer Institut oder Max-Planck-Institut.

  84. Günther Vennecke

    am 3. September 2009 um 11:57 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sehr geehrter Ritinardo,

    ich weiß zwar nicht, warum es Ihnen nicht möglich sein sollte, Ihre Meinung auf Readers Edition frei und offen zu sagen, aber ich finde das, was Sie sagen, vernüfntig reflketiert und in seiner Aussage tausendmal überzeugender als den Artikel oben auf dieser Seite.

    In der Tat dürfen wir uns nicht (mehr) fragen, wie die Zukunft sein WIRD, sondern wir MÜSSEN uns fragen, wie die Zukunft sein SOLL und diese dann aktiv gestalten.

    Den tumben Konservativen fällt meistens nur ein “Weiter so!” ein, die AGW-Negierer gehören in die gleiche Kategorie (und sind oft mit ersteren identisch).

    Die Augen vor den tatsächlichen Problemen zu verschließen und sich eine Zukunft zu wünschen, die der Vergangenheit möglichst ähnlich sieht, bringt uns nicht weiter. Genau das tun aber die beiden vorgenannten Gruppen. Jeder, der dann nicht mit ihnen übereinstimmt, wird von ihnen mit fadenscheinigen und in der Regel falschen Behauptungen angegangen.

    Sie bilden sich ein, mit einer selektivedn Auswahl von Daten ein objetives Bild der Wirtklichkeit zu zeichnen und glauben dann auch noch, sie kämen damit durch. Nicht nur hier irren sich die AGW-Negierer.

  85. Andy Baumann

    am 3. September 2009 um 12:34 Uhr | Link | Kommentar melden

    Nennt doch Ritinardo beim Namen … Thilo Pfennig

  86. Heinz Eng

    am 3. September 2009 um 12:46 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Meinel

    Was nicht sein darf, das nicht sein kann……Irrtum.

    Ich erinnere mal an die beiden letzten Skandale, Greenpeace auf dem Reichstag mit schweren Bergsteigergerät und Kopfgelder auf Krankenhauspatienten.

    Beim Reichstag kam die Hilfe von innen (Ausrüstung) und der Betrug im Gesundheitswesen läuft ja auch nicht erst seit gestern.
    Dann kann man noch die Unterlagen des Bundesrechnungshofes einsehen und muss auch dort jede Menge Unregelmäßigkeiten bei Vergaben von Aufträgen feststellen…..u.s.w.

    Haben Sie schon einmal was von Seilschaften gehört???
    Denken Sie etwa, wenn eine Regierung gewechselt wird, das man dann auch in den Ministerien das komplette Personal austauscht?

    Eins ist in Deutschland sicher, das die Korroption an allen Ecken und Enden gedeiht und nur selten ans Tageslicht kommt.

    H.E.

  87. Krishna Gans

    am 3. September 2009 um 15:35 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Wolfgang Flamme

    Ich weise Sie noch einmal darauf hin, dass Sie eine international renommierte wissenschaftliche Einrichtung mit ehrenrührigen Behauptungen verunglimpfen. Das ist offensichtlich eine beliebte Methode der AGW-Negierer.

    Sagt und behauptet einer der andere, auch von hier aus dem Blog, ohne mit der Wimper zu zucken Rattenfänger, Gauner Betrüger und Roßtäucher nennt, von Wissenschaftlern ganz zu schweigen - eine beliebte AGWisten Methode wadenbeißerisch jeden, der anderer Meinung ist fertig zu machen, und daß noch mit verbotener Doppelidentität hier im Blog.
    Sind schon die lautersten Methoden derer sich solche Typen bedinen und sich dann andererseits aufplustern und sich über die sachliche Zusammenstellung von Fakten und der entsprechenden Kommentierung auf das Höchste Empört zeigen.

  88. Wolfgang Flamme

    am 3. September 2009 um 22:33 Uhr | Link | Kommentar melden

    Vennecke, Meinel,

    Ihren Gekränkte-Ehre-Blödsinn und Ihre lächerlichen Einschüchterungsversuche habe ich zur Kenntnis genommen.

    Fachlich verhält es sich eben so, daß nur der Teil der eE-Produktion substituierende Wirkung entfalten kann, der bedarfsgerecht zugeschnitten ist. In der Studie folgenden beispielsweise folgende konkrete Untersuchungen
    a) derzeitiger und künftigen Bedarfsverlauf (Tages-/Wochen-/Jahresgang, Extremwerte) und
    b) entsprechende, typische Dargebotsverläufe und
    c) Extremwerthäufigkeiten in Verbrauch und Dargebot
    d) Betrachtungen der Versorgungssicherheit
    e) Aufwendungen zur technischen Sicherung der Versorgungssicherheit

    Daraus schließe ich, daß den Autoren die technischen und wirtschaftlichen Folgen dieses Ausbauszenarios entweder gleichgültig oder unbekannt sind, darüber hinaus bleibt unklar, welche konkrete Substitutionswirkung die erneuerbaren Energien in den Szenarien tatsächlich entfalten können.

    Die Konsequenz dieses eklatanten Mangels ist eine ungewisse Versorgungs- und Kostensituation, über alle betrachteten Szenarien und Zeiträume hinweg. Was die Ausgestaltung einer künftigen Elektrizitätswirtschaft angeht, ist die Studie deshalb unbrauchbar.

    Im übrigen halte ich folgende Behauptung aufrecht:

    Wenn jemand, der erneuerbare Energien ganz toll und förderungswürdig findet jemand anderen, der erneuerbare Energien auch ganz toll und förderungswürdig findet damit beauftragt, eine Einschätzung zur Großartigkeit und Förderungswürdigkeit erneuerbarer Energien zu verfassen, wird dies die üblichen Anforderungen an ein neutrales Gutachten nicht erfüllen. Diese Einschätzung dieser beiden beteiligten Parteien basiert auf deren Selbstdarstellung.

    Sie beide dürfen natürlich gern anderer Meinung sein und auf diese Weise ihr außerordentlich kreatives Verhältnis zum Begriff der Objektivität/Neutralität offenlegen.

  89. Wolfgang Flamme

    am 3. September 2009 um 22:35 Uhr | Link | Kommentar melden

    Korr:

    In der Studie folgenden beispielsweise folgende konkrete Untersuchungen

    … soll heißen:
    “In der Studie fehlen beispielsweise folgende konkrete Untersuchungen”

  90. Michael Meinel

    am 5. September 2009 um 11:15 Uhr | Link | Kommentar melden

    Vennecke, Meinel,
    Ihren Gekränkte-Ehre-Blödsinn und Ihre lächerlichen Einschüchterungsversuche habe ich zur Kenntnis genommen.

    Von was reden Sie, Herr Flamme??

    Ich habe geschrieben: “Okay Herr Flamme,
    Sie sind also der Ansicht, dass 30 Jahre Aufträge eines BMU-Unterreferats an eine DLR-Abteilung über unterschiedliche politische Konstellationen und Zielsetzungen mit unterschiedlichen politischen und wissenschaftlichen Karrieren zu politisch motivierten Gutachten unter Gefährdung der eigenen wissenschaftlichen Karriere führt. Ich nicht.

    Dass alle Studien eben nur Studien sind und keine abschließende wissenschaftliche Beurteilungen - wenn es das überhaupt gibt -, ist selbstverständlich. Genauso wie der wissenschaftliche Disput über diese.

    Diesen wissenschaftlichen Disput, Herr Flamme, sollten Sie aber nicht in dem Kommentarstrang eines beliebigen Artikels in einem beliebigen Blog führen, sondern an der richtigen Stelle, damit Ihre Kritik Sinn macht und etwas bewirken kann, wenn Sie beispielsweise überzeugt davon sind, dass den Wissenschaftkern des DLR “die technischen und wirtschaftlichen Folgen dieses Ausbauszenarios entweder gleichgültig oder unbekannt sind.”

    Aber dies habe ich ja Ihnen auch schon vergeblich zu anderen wissenschaftlichen Themen gesagt, bei denen Sie der Ansicht sind, dass die Fachwissenschaftler keine ausreichende Kompetenz besitzen. Da Sie aber weiterhin Ihre wertvolle Zeit und außerordentliche Kompetenz in einem solch untergeordneten Diskussionsforum, den nun mal der Kommentarstrang eines Artikels von Dutzenden in einer von acht Kategorien in einem Blog von vielen verschwenden, lässt vermuten, dass Sie Ihren eigenen Einschätzungen und Fähigkeiten nicht wirklich vertrauen.

  91. Wolfgang Flamme

    am 5. September 2009 um 16:40 Uhr | Link | Kommentar melden

    Herr Meinel,

    wieso denn immer ‘politisch’? Es ist nicht zwingend eine Frage der politischen Einstellung, ob man bestimmte Fragestellungen in einer Studie nicht abhandelt; dafür können unterschiedlichste Gründe ausschlaggebend sein.

    ZB ist für mich ist der Ausbau erneuerbarer Energien insbesondere in der Elektrizitätsversorgung kein Selbstzweck, sondern geschieht ausschließlich mit dem Ziel, die bestehende E-Versorgung durch eine weniger CO2-intensive Alternative kostenverträglich abzulösen.

    Für andere steht anscheinend der Ausbau erneuerbarer Energien als solcher im Vordergrund und die technischen Belange der Elektrizitätsversorgung genießen keine besondere Priorität (obwohl sich bereits in den Vorgängen um die dena-Netzstudie I gezeigt hat, daß dieser Punkt einige Brisanz besitzt).

    Die Volltextsuche in meiner Kopie der FöderDB erlaubt mir jedenfalls eine ungefähre Abschätzung, daß in den vom BMU vergebenen Fördermitteln im Bereich erneuerbarer Energien weniger als 1..2% der Fördermittel die Netzintegration erneuerbarer Energien zum Gegenstand hatten.
    Bei diesem unzweideutigen Ausdruck der Interessenslage wäre es somit kaum verwunderlich, wenn diese Punkte auch im Gutachten-Lastenheft des Auftraggebers BMU und später dann auch im Pflichtenheft und der eigentlichen Studie kaum Priorität genießen.

    Daß Sie meine Kritik so gerne aus diesem “untergeordneten Diskussionsforum” verbannt sähen, nachdem Sie sie höchstpersönlich dort hineingetragen haben … also Herr Meinel, wie peinlich ist das denn nun wieder? … Bitte bitte du darfst jetzt nix dagegen sagen und mir mein schönes Argument nicht kaputtmachen; ich habe leider kein Besseres und überhaupt ist es nur ausgeliehen und von dem da hab ichs, mit dem mußt du dich streiten?

    Also Herr Meinel, mal was für’s spätere Erwachsenenleben: Wenn man sich eine fremde Argumentation zu eigen macht, dann sollte man sie auch selbst vertreten können. Anscheinend gelingt Ihnen das im Moment nicht so richtig - in meiner großen Güte schlage ich Ihnen also vor, Sie laufen schnell nach Hause und holen Ihren großen Bruder zur Unterstützung her, ok?

    Darüber hinaus weiß ich gar nicht, wo die Diskussion um diese Punkte passender zu führen wäre als in einem Bürgerforum, wo bevorzugt diejenigen mitlesen, die die Folgen solcher Prioritätsfestsetzungen später dann auch zu tragen haben.

  92. Michael Meinel

    am 5. September 2009 um 17:44 Uhr | Link | Kommentar melden

    Oh je, Herr Flamme,

    es wird immer merkwürdiger, was Sie so glauben zu verstehen!

    Wissen Sie: es ist sowas von egal, was Sie hier treiben. Insofern können Sie gerne meine Empfehlungen ignorieren, unsachlich werden und was Ihnen sonst noch einfällt. Und Sie dürfen auch sonstwas in meine Posts hineininterpretieren.

    Zwischen all den meist sich auf banale bis diffamierende beschränkende Äußerungen sind Ihre Beiträge ja meist ein Lichtblick. Sie haben solch Gebahren nicht nötig, um sich Aufmerksamkeit zu verschaffen. Umso unverständlicher ist es für mich, wenn Sie dann wie oben ausfällig werden.

    Auf die Albernheiten mit dem späteren Erwachsenenleben und dem
    großen Bruder
    will ich gar nicht erst eingehen. Seien Sie aber versichert: Ich will Sie nicht verbannen - was für ein absurder Gedanke! Wenn Sie meinen hier Wirkung entfalten zu können, dann soll mir das recht sein, was mich aber bei Ihrem mathematischen Verständnis doch recht verwundert.

    Hier tummeln sich regelmäßig ein halbes Dutzend Kommentatoren, dazu konmmt die gleiche Anzahl, die gelegentlich vorbeischauen und selten verirrt sich mal ein Gelegentheits-Poster hierher. Darunter sicherlich die ein oder anderen Pseudonyme. Zu 100 Posts zu einem Artikel steuern Sie sicherlich eine Hand voll mit Substanz bei. Nach ein paar Tagen ist der Artikel für die meisten Leser aus dem Blickfeld.

    Wie hoch ist Ihr Zeitaufwand, um die von Ihnen gewünschte Wirkung zu entfalten? Wenn Ihre offenbar zugrunde liegende Vorstellung von dem was ich meine nur ansatzweise stimmt, dann muss ich wohl äußerst zufrieden sein, dass sie nicht wissen, “wo [Sie] die Diskussion um diese Punkte passender” führen können.

  93. Wolfgang Flamme

    am 5. September 2009 um 18:53 Uhr | Link | Kommentar melden

    Herr Meinel, sie haben völlig recht; ich könnte einige Zeit sparen, wenn ich mich mit diesem Wie-können-Sie-es-überhaupt-wagen-Blabla nicht auseinandersetzen würde.
    Und zum Rest: Es gibt keine gewünschte Wirkung, die ich entfalten möchte. Ich diskutier bloß. Ihnen fällt zu meiner Kritik an der Studie nichts mehr ein außer Meta-Diskussionen, also war’s das.

    Schön kurz diesmal, nicht?

  94. Michael Meinel

    am 5. September 2009 um 19:08 Uhr | Link | Kommentar melden

    Ach, Herr Flamme zum Schluss noch eine Kleinigkeit, da Sie ja immer viel Wert auf Richtigkeit legen: Sie sprachen, davon dass ich “die Kritik?”, eher “die Studie?” “höchstpersönlich dort hineingetragen habe”.

    Unter dem von Ihnen angebrachten Link
    http://www.readers-edition.de/2009/08/29/oeldorado-20-der-teelicht-effekt/#comment-329271
    findet sich mein Hinweis an Herrn Heller, es sich nicht so einfach zu machen, indem er den Hinweis von Herrn Eng auf die Studie abtut. Ohne den Inhalt zu beurteilen, wäre dies genauso “ideologisch motiviert und nicht fachlich” begründet, wie er es bei der Studie vermutet, ohne sie gelesen zu haben.

    Dann folgte mein Hinweis: “Die Studien macht ja nicht irgendein Aktivist am Schornstein, sondern das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.”

    Nun, ich habe weder die Studie höchstpersönlich in die Diskussion gebracht, noch habe ich sie ideologisch oder fachlich kritisiert. Ich habe dies auch nicht in einem solchen Thread vor, erlaube mir lediglich einen solchen kleinen o.a. Hinweis.

    Die von Ihnen daraus abgeleitete, weiter oben nachzulesende Ausfälligkeit kann dann jeder für sich bewerten.

  95. Wolfgang Flamme

    am 6. September 2009 um 11:15 Uhr | Link | Kommentar melden

    Herr Meinel,

    wollen Sie wieder einmal systematisch meine Zeit verschwenden? Die Studie weist erhebliche (IMO typische) Mängel auf, ich habe ausgeführt welche und begründete Vermutungen abgegeben, wie es in diesem Fall dazu kommen konnte. Da keine neuen Sachargumente aufgetaucht sind, war’s das aus meiner Sicht erstmal.

  96. Michael Meinel

    am 6. September 2009 um 19:50 Uhr | Link | Kommentar melden

    Herr Flamme,

    dass der wissenschaftliche Disput über eine Studie sinnvoll und ganz selbstverständlich angebracht ist, hatte ich schon gesagt. Dass ich es für schade halte, dass Sie wieder einmal systematisch Ihre Zeit an dieser hierfür völlig ungeeignete Stelle verschwenden, auch.

    Ich habe von Anfang an nichts über die Qualität gesagt und bin auch nicht der Allroundgelehrte der zu jedem Fachgebiet meint, es besser zu wissen als die jeweiligen Wissenschaftler des Fachs. Zu dem wer diese Studie eingebracht habe und auf was ich konkret hingewiesen habe, steht in meinem letzten Post alles Nötige.

    Sie haben sich zuerst ausschließlich damit beschäftigt, dass die Studie fachlich nichts taugen kann, da diese Abteilung seit 30 Jahren Geld vom Bundesumweltministerium bekommt. Und dann kammen Sie noch völlig unverständlich mit “Gekränkte-Ehre-Blödsinn” und “lächerlichen Einschüchterungsversuche”, “späterem Erwachsenenleben” und dem “großen Bruder”. Schon alleine solche Ausfälligkeiten und die fehlenden Entschuldigungen sind eine schlechte Grundlage für eine ernsthafte Diskussion.

  97. Wolfgang Flamme

    am 6. September 2009 um 21:03 Uhr | Link | Kommentar melden

    Die Diskussion ist hier - mit all ihren Zu- und Unzulänglichkeiten - für jedermann transparent nachzulesen und bedarf Ihrer nachträglichen Klitterung nicht. Gute Nacht.

  98. Heinz Eng

    am 7. September 2009 um 09:46 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Herr Meinel

    “”"”"Hier tummeln sich regelmäßig ein halbes Dutzend Kommentatoren, dazu konmmt die gleiche Anzahl, die gelegentlich vorbeischauen und selten verirrt sich mal ein Gelegentheits-Poster hierher. Darunter sicherlich die ein oder anderen Pseudonyme. Zu 100 Posts zu einem Artikel steuern Sie sicherlich eine Hand voll mit Substanz bei. Nach ein paar Tagen ist der Artikel für die meisten Leser aus dem Blickfeld.”"”

    Da muss ich mich aber nun fragen, warum Sie hier so ausdauernd kommentieren, wenn Sie glauben R-E hat keine Aussenwirkung?

    Die Absicht des Herrn Flamme, wie auch meine Absicht ist, den “wenigen” Lesern hier aufzuzeigen, das Ihre schöne neue Welt der Erneuerbaren nur auf den Papier funktioniert. Sie schaffen es ja nur, gewisse Leistungen zu addieren aber von Frequenzstabilität, vertikaler Last, stark fluktuierenden Einspeisungen, Übertragungsverlusten und Blindleistungskompensation verstehen Sie leider nicht das geringste.
    Das dumme an den meisten Studien dieser Art, das genau diese Punkte weder erwähnt noch berücksichtigt werden, darauf weisen wir nur hin , ich verstehe darum nicht, warum Sie da irgendwelche Absichten vermuten.

    Bitte unterlassen Sie die persönlichen Angriffe, denn das zeigt mir nur, das Ihnen die fachlichen und sachlichen Argumente ausgehen.
    Auch wenn wir mitten im Wahlkampf sind, sollten Sie sich als Lokalpolitiker einen moderaten Diskusionsstil befleissigen, es könnte sich ja mal ein Wähler ihres Wahlkreises auf dieses Portal verirren.

    Mit freundlichen Grüßen
    Heinz Eng

  99. Michael Meinel

    am 7. September 2009 um 11:49 Uhr | Link | Kommentar melden

    Genau Herr Flamme,
    da die Diskussion für jedermann transparent nachzulesen ist, habe ich mir die Zitate erspart und nur auf die jeweiligen Posts verwiesen, aus dem o. g. deutlich wird.

    Herr Eng,
    Sie übersehen, dass ich schon seit jeher es mir erspare jeden Blödsinn zu kommentieren, schon seit Wochen mich gar nicht mehr gemeldet habe und nunmehr seit langem erstmals einen, den obigen Hinweis angebracht habe. Dass dieser zu den genannten persönlichen Angriffen geführt hat und ich mich ebensolchen enthalten habe, kann jeder nachlesen. Nach Ihrer Interpretation zu dem, wer sich eines moderaten Diskusionsstil befleissigt und wer nicht, würde auch folgen, wem die fachlichen und sachlichen Argumente ausgehen.
    Aber das können wir auch lassen: Ich habe unter
    http://www.readers-edition.de/2009/08/29/oeldorado-20-der-teelicht-effekt/#comment-329722 und dem folgenden Post alles Nötige hierzu gesagt.

  100. Wolfgang Flamme

    am 7. September 2009 um 14:08 Uhr | Link | Kommentar melden

    Herr Eng,

    man reibt sich doch hier nicht daran, daß da die xte Studie auftaucht, die ohne Analyse von Verlaufskurven oder wenigstens Leistungsdauerlinien auszukommen meint, ach wo … man reibt sich an der Erkenntnis, das diesem Fehlen womöglich eine aktive, systematische Wahrnehmungsverzerrung und Interessenlage zugrundeliegt, die einzig und allein auf den rücksichtslosen Ausbau der eE-Kapazitäten fixiert ist … darauf, vollendete Tatsachen zu schaffen.

    Inflationsbereinigt flossen seit 1974 etwa 96% aller BMU-Fördermittel in den Bereich Klimaschutz/Erneuerbare Energien (Abt. Ki), auf die übrigen BMU-Aufgabenbereiche Naturschutz, Wasser-/Abfallwirtschaft und Immissionsschutz (Abt. N, WA, IG) entfielen zusammengenommen lediglich etwa 1,5% aller BMU-Fördermittel…

  101. multiverus

    am 8. September 2009 um 00:11 Uhr | Link | Kommentar melden

    Darüber hinaus weiß ich gar nicht, wo die Diskussion um diese Punkte passender zu führen wäre als in einem Bürgerforum, wo bevorzugt diejenigen mitlesen, die die Folgen solcher Prioritätsfestsetzungen später dann auch zu tragen haben.

    Vielen Dank, Herr Flamme. Das ist gut so!

    Und selbstverständlich schmeckt das einem M.Meinel überhaupt nicht, der möchte Sie furchtbar gerne “hinauskomplimentieren”, damit er mit seinen politisch verfärbten Halbwahrheiten nicht Gefahr läuft, entlarvt zu werden. Nur merkwürdig, warum er sich darum so bemüht, wo doch nach seinen Worten dies hier nur “solch ein untergeordnetes Diskussionsforum” ist.

    Ich glaube, das nennt man “Sand in die Augen streuen”. Sitzt Ihre Schutzbrille fest und sicher, Herr Flamme? Ich glaube, ja.

  102. Krishna Gans

    am 9. September 2009 um 17:38 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Michael Meinel

    Sie übersehen, dass ich schon seit jeher es mir erspare jeden Blödsinn zu kommentieren

    Und erwarten andererseits aber, daß man auf Ihren Blödsinn näher eingeht ?
    Ihr Problem scheint eher zu sein, daß Sie meinen, Sie müßten einerseits überall Ihren teils unqzalifizierten Senf dazugeben, maßen sich gleichzeitig an, andere Kommentare zu bewerten, geben aber selten Ihre wirkliche eigene Meinung wieder, dann wiederum spielen Sie hier den Moderator, den Meinungshansel, der meint, er müsse alles voher bereits gesagte nochmal zusammenfassen, zuordnen, wer hat was gesagt, warum, gegen wen etc.

    Kann es sein, daß sie als ständiger Protokollschreiber, wei die sonst keinen Dummen finden, bei Ihren Parteisitzungen nicht dazu kommen, eine echte eigene Meinung zu haben und diese zu äußern ?

  103. Heinz Eng

    am 9. September 2009 um 18:02 Uhr | Link | Kommentar melden

    Lieber Herr Flamme

    “”"”….man reibt sich an der Erkenntnis, das diesem Fehlen womöglich eine aktive, systematische Wahrnehmungsverzerrung und Interessenlage zugrundeliegt, die einzig und allein auf den rücksichtslosen Ausbau der eE-Kapazitäten fixiert ist … darauf, vollendete Tatsachen zu schaffen.”"”"”

    Wunderschön ausgedrückt, Danke.
    Wir beide können wenigstens erahnen, was passiert wenn der Ausbau der eE (besonders Windkraft) so weiter geht und was es für Folgen für unsere Versorgungssicherheit haben wird (vom Strompreis mal völlig unabhängig).

    Das üble ist unsere “sogenannte Energiepolitik” ( die es nicht gibt) und auch wie einige Energiekonzerne inzwischen ins selbe erneuerbare Horn blasen, obwohl diese es eigentlich besser wissen müssten.
    Ein logisch und technisch funktionierenden Vorschlag hab ich bisher von keinen der eE-Fans hier gehört, nur Floskeln wie “Dezentral und erneuerbar” und das die Grundlast zu einem überholten Konzept der Stromgiganten gehört.
    Tut mir leid, das schmerzt mich zu tiefst in meiner Technikerseele, da kann ich einfach nicht mehr still halten.

    Ich sag es noch mal ganz deutlich, die Art und Weise um einige mickrige % CO2 am Ausstoß zu hindern ist ineffektiv, teuer und ein kommendes finanzielles Desaster.
    Weiterhin werden wir mit dieser Selbstkastration unserer technischen Infrastruktur keinerlei Beitrag zu einer geplanten Stabilisierung der künftigen globalen Überhitzung auf 2 Grad erreichen.
    Zertifikathandel mit “Verschmutzungsrechten” wird auch kein einziges Gramm an CO2 einsparen sondern nur Staatssäckel und Händler bereichern und das bestehende System weiter stabil zum Schuldenmachen animieren.

    “Klimaschutz” um zukünftige Generationen von Menschen in der dritten Welt vor den Unbilden der Natur zu schützen…….so die leere und unsinnige Phrase der Klimaschützer aber heute die selben Menschen verhungern lassen……mehr muss ich dazu nicht sagen.

    MfG
    Heinz Eng

  104. Heinz Eng

    am 9. September 2009 um 18:14 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Herr Meinel

    “”"”Nach Ihrer Interpretation zu dem, wer sich eines moderaten Diskusionsstil befleissigt und wer nicht, würde auch folgen, wem die fachlichen und sachlichen Argumente ausgehen.”"”"

    Es sind gerade die technischen Laien hier, die am lautesten in Energie-Dingens diskutieren und sofort in Polemik übergehen, wenn man sie mal auf fachlich/sachliche Probleme hinweist.

    In diesen Sinne gebe ich Ihnen vollkommen recht, danke guter Mann.

    MfG
    Heinz Eng

  105. Wolfgang Flamme

    am 10. September 2009 um 12:32 Uhr | Link | Kommentar melden

    Herr Eng,

    dieser Ausbau wird in Bezug auf die Versorgungssicherheit kaum Auswirkungen haben. Jetzt, wo die Kunden auch die EEG-Nichtproduktion gedrosselter Anlagen vergüten müssen, ist der diesbezügliche Druck erstmal weg. Die Anlagenbetreiber stellen sich nicht schlechter, die ÜNB warten auf die Genehmigung zur Durchführung der Netzverstärkung, die Stromkunden zahlen.

    Und wenn wir dann irgendwann endlich national und international als ‘Stromdrehscheibe’ gut aufgestellt sind, dann sind wir wie ein größes Dänemark, was förderungsbedürftigen Windstrom produziert. Teile davon teuer ausgleicht und den Überschuß billig auf dem Markt verramschen muß, um zu anderen Zeitpunkten auf demselben Markt teuer einzukaufen.

    Bis dahin wird, was zur Unzeit anfällt, mit immer fortschrittlicherer und intelligenterer Management-Technik einfach abgewürgt werden. Das ist sogar eine vergleichsweise attraktive Lösung.

    Es gibt allerdings ein paar Punkte bzgl Versorgungssicherheit, die ich für etwas bedenklicher empfinde: Das alternde MS-/NS-Erdkabelnetz, die Bestrebung zur Zusammenlegung der deutschen Regelzonen und vor allem unserer Energie- und Klimapolitik, die die Kalkulationssicherheit nicht mehr gewährleisten kann, die für Aufbau, Anpassung und Unterhalt einer Versorgungsinfrastruktur mit vielen Jahrzehnten Lebensdauer notwendig ist.

  106. Heinz Eng

    am 10. September 2009 um 15:42 Uhr | Link | Kommentar melden

    Lieber Herr Flamme

    Alternde MS-/NS-Erdkabelnetze………so siehts aus, die Störhäufigkeit besonders der alten Ölkabel und insbesondere die Muffen ist nicht zu verachten.
    Des weiteren machen besonders im Endnetz zunehmend kräftige Solaranlagen Schwierigkeiten, insbesondere wenn der eigentliche Hausanschluss gerade mal 4 kW hat und 30 kW peak aufs Dach kommen. Diese Probleme setzen sich dann fort im Längsnetz bis hin zum Trafo und den Leistungsschaltern.
    Ein paar Masten sind schnell mal gesetzt, aber Kabel kommen in die Erde und besonders der Tiefbau erzeugt enorme Kosten.
    Weiterhin gibt es seit der Wende immer größere Probleme mit den Grundstückseigentümer, die keinerlei Versorgungsleitungen auf Ihren Grundstücken haben wollen und sogar den Klageweg bestreiten.

    Im Vergleich zu den Höchstspannungsleitungen per Mast sind die Kosten im eigentlichen Anschlussgebiet viel höher und treiben per Durchleitungsgebühr am Ende die Endkundentarife noch weiter in die Höhe.

    Ist aber unseren Öko-Beseelten egal, solange der Stromkunde schön die Füsse still hält.
    Öko ist und bleibt das Hobby gut betuchter Weltverbesserer die auch noch 30 Cent/kWh berappen können ohne am Hungertuch nagen zu müssen.
    Hartz 4, wer oder was ist das, Rentner mit mickriger Mindestrente….na und, wir retten den Planeten, da müssen schon mal Opfer gebracht werden.

    Spätestens wenn unsere “Stromdrehscheibe” versagt, ist Ende im Gelände und die Ökos verklagen Ihren Versorger weil Ihnen das Bio-Obst im Kühlschrank verdorben ist, mangels Strom aus der Steckdose.

    Manche lernen das eben nur auf die harte Art.

    MfG
    Heinz Eng

  107. Wolfgang Flamme

    am 11. September 2009 um 20:14 Uhr | Link | Kommentar melden

    Also Herr Eng, ~250m2 Solarmodule auf einem Hausdach sind sowieso schonmal selten und wo Sie das mit dem lächerlich unterdimensionierten Hausanschluß herhaben… ? HA-seitig ist bis einschl. Zähler verplombtes EVU-Hoheitsgebiet, einschließlich des Leitungsschutzes, den das EVU für passend erachtet hat. Was wollen Sie da überlasten?

  108. Heinz Eng

    am 12. September 2009 um 16:34 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Lieber Herr Flamme

    250 m2 gehen ganz einfach, besonders im ländlicher Raum mit großen Scheunen und Nebengelassen, ich stütze mich da auf persönliche Erfahrungen.

    Ausschlaggebend für den Leitungsschutz sind die Kabellängen und Querschnitte beim Endkunden, aus wirtschaftlichen Gründen werden fast nirgends überdimensionierte Kabel gelegt, was der Kunde an Leistung beantragt, bekommt er auch ins Haus gelegt.

    Dementsprechend werden auch die Längsnetze berechnet und mit Reserveleistungen ausgelegt und dimensioniert, sollten sich aber in kurzer Zeit mehrere Hausbesitzer entschließen sich große Solaranlagen aufs Dach zu stellen, kann es unter Umständen schnell an die Grenzen der Kabelkapazitäten führen.
    Weiterhin treten aufgrund billiger Wechselrichter überhöhte Spannungen an diesen Netzendstellen auf, die auch schon zu Zerstörung von diverser Haushaltselektronik beigetragen haben.

    Wie gesagt, ich spreche hier nur über persönliche Erfahrungen, die Wirklichkeit richtet sich leider nicht nach theoretisch denkbaren.
    Dank EEG werden viele Gierig und Dank Anschlusszwang der EVU immer mehr in die defensive gedrückt.
    Das schlimmste an der Sache ist jedoch, die eE drücken somit die KWK immer weiter an die Wand des wirtschaftlichen Betriebes, was nun wiederum einige Herren und Damen hier nie begreifen werden.

    Umweltfreundliche Energiekonzepte sehen für mich etwas anders aus.

    MfG
    Heinz Eng

  109. Wolfgang Flamme

    am 13. September 2009 um 10:50 Uhr | Link | Kommentar melden

    Herr Eng,

    daß Netzverstärkung und -ausbau durchaus erforderlich werden können, gerade im Verteilnetz im ländlichen Raum, das bestreite ich ja nicht. Wenn Sie das mit ‘machen Schwierigkeiten’ bezeichnen, ok, aber das ist nun keine besondere Eigenschaft von PV-Anlagen sondern beträfe jede Netzeinspeisung an dieser Stelle.

    Bei PV-Anlagen ist noch davon auszugehen, daß sie wegen ihres Tagesganges eine entlastende Wirkung im Verteilnetz haben (s.a. vermiedene Netznutzungsentgelte) und daß der Anschluß einer weiteren Einzelanlage keine wirtschaftlich unzumutbare Ausbaukaskade zur Folge hätte. Wenn die Anlage den technischen Anschlußspezifikationen (Gridcode) nachweislich nicht genügt, muß der Verteilnetzbetreiber ihren Anschluß auch nicht dulden.

    Darüber hinaus sind die Verteilnetzbetreiber eben gehalten, alle weiteren notwendigen Maßnahmen unverzüglich und natürlich netzverträglich durchzuführen; sämtliche anfallenden, belegten Kosten können sie dann auf die Netznutzungsgebühren ihres Netzgebietes umlegen. Der Verteilnetzbetreiber hält sich also an ’seinen’ Kunden schadlos - insofern gibt es eigentlich keine Entschuldigung für das Auftreten solcher Probleme, welche Sie da schildern.

    Ob die Herstellung einer im Mittel kaum zu 20% ausgelasteten PV-Netzanbindung in Verbindung mit den hohen Stromgestehungskosten volkswirtschaftlich überhaupt sinnvoll ist, das steht auf einem anderen Blatt.

  110. Heinz Eng

    am 14. September 2009 um 10:19 Uhr | Link | Kommentar melden

    Lieber Herr Flamme

    “”"Der Verteilnetzbetreiber hält sich also an ’seinen’ Kunden schadlos “”"

    Ist leider nicht ganz so einfach, Dank Anreizregulierung sollen behördlich erzwungen die Netzkosten um x% pro Jahr sinken, erhöhte Kosten sind deshalb mit aufwendigen Genehmigungsverfahren zu beantragen, was aber noch lange keine Gewähr für dessen tatsächlicher Genehmigung ist.

    Selbsverständlich sind jegliche technische Problem im Verteilnetz mit den entsprechenden Finanzen lösbar, nur die Frage nach dem vokswirtschaftlichen Nutzen sollte sich trotzdem jeder stellen.

    MfG
    Heinz Eng

  111. Wolfgang Flamme

    am 14. September 2009 um 21:19 Uhr | Link | Kommentar melden

    Herr Eng, §23(1) ARegV bestimmt (nach meinem Verständnis) ausdrücklich, daß u.a. EEG-Netzerweiterungs- und -Integrationskosten direkt umlagefähig sind.

  112. Heinz Eng

    am 16. September 2009 um 14:05 Uhr | Link | Kommentar melden

    Lieber Herr Flamme

    Ich habe mich nochmals kundig gemacht und mal gehorcht, wie es in der Praxis abläuft.
    Der reine Hausanschluss und dessen eventueller Verstärkung bezahlt direkt der Kunde, der sich die Solaranlage aufs Dach stellt.

    Kosten die Aufgrund der eE bei einer Verstärkung des weiterführenden Netzes anfallen, können bei der zuständigen Behörde im Zuge der Beantragung der neuen Netznutzungsgebühr eingereicht werden.
    Ab hier liegt es im Ermessen der Behörde, ob dieser erhöhte finanzielle Aufwand auch der neuen Netznutzungsgebühr angerechnet werden darf.
    Ist dem nicht so (mehrfach bei eingen Stadtwerken geschehen) besteht für den Netzbetreiber nur noch die Möglichkeit, gegen diese Entscheidung zu klagen.

    MfG
    Heinz Eng

  113. Wolfgang Flamme

    am 16. September 2009 um 15:25 Uhr | Link | Kommentar melden

    Ja Herr Eng, das deckt sich auch mit meinen Reherchen. Ich sehe darin aber kein Hindernis bzw keine unzumutbare Erschwernis, denn die aaRdT lassen im Bereich der E-Technik nur geringen Spielraum für Interpretationen.
    Dh wenn eine Netzverstärkung tatsächlich technisch geboten ist, dann läßt sich dieser Nachweis auch vor Gericht führen.

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