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Kultur + Internetkultur

China: Neue Zeichen

Mittwoch, den 2. September 2009 um 11:57 Uhr von Oiwan Lam

Das Unterrichtministerium der Volksrepublik China hat kürzlich eine Liste von 44 Zeichen veröffentlicht, deren Schriftbild angepasst werden muss. Diese Anpassungen waren so tiefgreifend und redundant, dass die meisten chinesischen Internet-User das Ministerium beschuldigten, “Schwierigkeiten machen zu wollen”. Sogar die Nachrichtenagentur Xinhua beschrieb die Anpassungen als “Schönheitschirurgie”.

Diese Ankündigung des Unterrichtsministeriums inspirierte jedoch viele dazu, selbst neue Zeichen zu erfinden.

Diese Neuerfindungen zeichnen ein gutes Bild der chinesischen Internet-Kultur und spiegeln den Frustrationsgrad der Internet-User in China wider.

Egaobaike hat drei neue Zeichen aus verschiedenen Quellen gesammelt. Das erste Zeichen wird “nan” ausgesprochen. Es besteht aus zwei chinesischen Zeichen: 腦殘, was soviel wie “hirnkrank” bedeutet.

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Es ist ein im Netz verbreiteter Begriff, der patriotische Jugendliche für ihre Unfähigkeit, selbstständig zu denken, kritisiert.

Das zweite Zeichen wird “wao” ausgesprochen und besteht aus den Zeichen 五毛, was so viel wie “fünfzig Cent” bedeutet. Der Begriff bezieht sich auf jene Gruppe von Kommentatoren, die von der chinesischen Regierung bezahlt werden, um die öffentliche Meinung in den wichtigsten Webseiten und Foren zu beeinflussen.

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Das letzte Zeichen wird “diang” ausgesprochen und besteht aus drei Zeichen: 黨中央 (”Zentralkomittee der KP China”). Dieses neue Wort bezieht sich auf die absolute politische Korrektheit, die nicht in Frage gestellt werden kann.

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Es ist offensichtlich, dass sich diese vor schwarzem Humor strotzenden Parodien gegen die Herrschaft der KP Chinas richten. Ja, einige Twitterer berichten, dass das dritte Zeichen, “Diang”, das erst gestern erfunden worden war, schon wieder “harmonisiert” wurde.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Global Voices. Die Übersetzung erfolgte durch Ingrid Fischer-Schreiber, Teil des “Project Lingua“. Die Veröffentlichung auf der Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehmigung von Global Voices.

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