Die in Brooklyn geborene Urgroßmutter ist stolze Amerikanerin italienischer Abstammung
Elvira S. Oliver, 99 Jahre alt und im New Yorker Stadtteil Brooklyn aufgewachsen “platze” in den Cyberspace als die wahrscheinlich älteste unter den weltweit 100 Millionen Bloggern. Sie ist mehr als zwei Jahre älter als der bisher älteste Blogger, Randall Butisingh, ein Dichter und Philosoph, wohnhaft in Florida und vor 96 Jahren in British Guiana (heute Guiana) geboren.
Elviras neuer Blog wird Millionen Amerikaner (und Australier) stolz darauf machen, einen italienischen Vorfahren zu haben. Sie behauptet, dass sie vor 40 Jahren eine herzerwärmende Geschichte, “The Joys of Growing Up Italian” geschrieben habe, die “gestohlen” und seitdem auf hunderten Internetseiten ohne ihr Einverständnis oder gar eine Erwähnung der Verfasserin, gepostet wurde.
“Als mich mein Sohn Floyd, der in San Diego, Kalifornien lebt, kürzlich besuchte, um mit mir meinen Geburtstag zu feiern, überzeugte er mich davon, eine Bloggerin zu werden… und ich war mir darüber bewusst, dass ich dann die älteste Bloggerin auf Erden sein würde”, schrieb sie vor einigen Tagen.
“Er kam zu diesem Schluss, nachdem er ein bisschen im Internet gestöbert hatte und las, dass die beiden ältesten Blogger im alter von 109 Jahren verstorben seien… Olive Riley am 12. Juni (2008) in Australien und Ruth Hamilton am 18. Januar in Florida.”
Elvira (Italiener sprechen den Namen El-VEE””ra aus) wurde 1910 in Brooklyn als Tochter italienischer Einwanderer geboren. Und sie sagt, dass sie in jeglichem Aspekt so italienisch aufwuchs, dass sie erst im Teenageralter gewahr wurde, dass sie eine Amerikanerin sei.
Nun einiges darüber, was, laut ihrer Webseite: The Oldest Blogger on Earth, später geschah:
“Viele Jahre zogen schleichend vorüber, und nachdem meine geliebten Eltern die Erde hin zu grüneren Weiden verlassen hatten, wurde es in meiner Familie Brauch, sich zu speziellen Gelegenheiten bei mir zu Hause zu versammeln. Sie kamen aus Long Island: Centereach, Baldwin und West Hemstead, aus Brooklyn, New York, aus Sherburne, New York, aus Alexandria und sogar aus Burlington.
Alle nahmen an den Festlichkeiten teil, genossen die Kameradschaft und füllten ihre Bäuche mit original italienischem Essen inklusive Garnitur. Dann, nach drei oder vier Tagen, manchmal sogar nach einer Woche, reisten alle wieder ab.
Eines Tages im Jahr 1968, nach einer wundervollen Erntedankfeier… und der Heimkehr von einem ziemlichen hektischen und arbeitsreichen Tag im Büro, kam ich in ein leeres Haus. Einsam und irgendwie nostalgisch auf die guten alten Zeiten blickend, setzte ich mich an meinen Küchentisch an eine alte Schreibmaschine und schrieb ‘The Joys of Growing-up Italian’, ich brachte zufällige Gedanken zu Papier ohne auf Geschlechter oder Tempus (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) zu achten.
Anschließend, nachdem nur einige Freunde und Familienangehörige eine Kopie erhalten hatten, legte ich die Geschichte in eine Schublade und vergaß sie. Erst im Jahr 1976, als ich in ein wunderschönes Haus auf einem kleinen Berg in South Otselic, New York zog, bin ich nicht wieder über sie gestolpert.
Umgeben von Wäldern, Getreidefeldern, Milchbauernhöfen und bodenständiger Landbevölkerung, dachte ich, ich wäre im Himmel. Dieses besondere Gebiet beherbergte nur einige Italiener. Sobald ich mit ihnen bekannt wurde, präsentierte ich ihnen gespannt eine Kopie meines wiederentdeckten Aufsatzes.
Der Winter von 1977/78 machte die Straßen von St. Otselic nahezu unpassierbar für ein in der Stadt aufgewachsenes Mädchen. Mehr als zehn Fuß hoch häufte sich der Schnee in meiner Zufahrt, und ich wäre wohl jeden Winter in meinem Haus eingesperrt gewesen, wäre da nicht die Großzügigkeit der Farmer gewesen, die kamen und mich mit ihren Traktoren abholten, um wichtige Termine wahrzunehmen.
Die Sorge meiner Tochter Angela um mein Wohlbefinden führte mich in eine neue Richtung. Einmal mehr packte ich meine sieben Sachen und verfrachtete mein Gepäck in ein kleines entzückendes Haus in einer Senioren-Anlage, bekannt als Silver Ridge Park in Toms River, New Jersey. Dort befand ich mich plötzlich auf ein Neues inmitten der italienischen Kultur.
Ohne noch mehr Worte darüber zu verlieren, es wurden viele Kopien von ‘The Joys of Growing-up Italian’ gemacht, die ich glücklicherweise auch außerhalb des Dorfes anbringen konnte.
1980 überarbeitete ich den Aufsatz und darüber hinaus noch einige Male… korrigierte die Grammatik, die Geschlechter, Tempus, Interpunktion und so weiter. Als ich älter wurde, musste man nur noch sagen, dass er/sie italienischer Abstammung war und schon ging eine Kopie meines Aufsatzes raus. Das passierte ziemlich häufig, gleich wo ich auch herumzog: in Zügen, Bussen und sogar im Flugzeug. Adressen wurden ausgetauscht und neue Freunde hinzugewonnen.
Auf einem Treffen der Golden Age Seniors in Patterson, New York saß vor einigen Jahren Claire neben mir… Ich erfuhr, dass sie Italienerin war. Sofort erzählte ich ihr, dass ich die Autorin des Essays ‘The Joys of Growing-up Italin’ sei, für den ich über die Jahre viele Komplimente erhalten hätte.
Ein bestürzter Blick überzog ihr Gesicht und sie sagte mit gedämpfter Stimme: Elvira, der ist im Internet.’ Die Hölle brach los. Ich wurde plagiiert!”
“Ich will mit dieser Diatribe beim nächsten Mal in meinem Blog fortfahren, wenn Du es interessant findest.”
Geschrieben von Elvira S. Oliver um 7.37 p.m., 26. August 2009.
Elvira lebt selbständig in Carmel (30.000 Einwohner), rund 50 Meilen nördlich von New York City und zehn Meilen westlich von Danbury, Conneticut. Die Originalgeschichte ist (ohne Angabe der Verfasserin) auf vielen Webseiten gepostet, inklusive dieser Seite hier und einer Besprechung von Italiamerica.org, die die Überschrift in “The Joy of Growing Up An Italian American” änderten.
Wenn man diese kommerzielle Internetseite besucht, kann man einen Auszug der CD mit der musikalischen Version des Aufsatzes anhören. Für 7,95 US-Dollar kann man “eine eine 12-Minuten-Aufnahme der bekannten und von unbekannter Herkunft stammenden Geschichte ‘THE JOYS OF GROWING UP ITALIEN’ anhören, die sie sofort in ihre Kindheit zurückversetzt.”
In Orlando, Florida hat ein Mitglied des Italienisch-Amerikanischen-Clubs diesen Aufsatz (ohne die Autorin zu nennen) in seine eigenen Erinnerungen mit aufgenommen.
“Ich dachte, dass meine Erfahrungen italienisch aufgewachsen zu sein, nicht nur freudvoll, sondern auch einzigartig gewesen seien, bis ich begann, meine Erfahrungen mit vielen Mitglieder des Italienisch-Amerikanischen Clubs zu teilen. Wir nennen unseren IASC nur ‘da club’.”
“Ich bin davon überzeugt, dass unsere Geschichten darüber wie wir ‘italienisch aufgewachsen sind’ so ähnlich sind, dass ich mittlerweile erkannt habe, dass vielleicht zwei oder drei Millionen der zweiten oder dritten Generation Amerikaner italienischer Abstammung in diesem Land, diese Erfahrungen gemacht haben.
Die meisten Mitglieder, die aktiv an unseren vielen Veranstaltungen teilnehmen, bringen zum Ausdruck, dass sie Teil der ‘la familia’ sind oder vielleicht fühlen, dass sie aus der ‘alten Nachbarschaft’ sind, lediglich auf Grund der Art und Weise, wie wir unser italienisches Erbe und unsere Erfahrungen teilen… und wie wichtig das für uns alle geworden ist.
Ich möchte mit Ihnen die Freude darüber wie schön es ist italienisch aufzuwachsen teilen. Falls Sie Italiener sind, könnte das also auch Ihre Geschichte sein.”
(Dann folgt eine Kopie von Elviras Geschichte)
Nun bin ich von Moosehaven und den Mitgliedern von Moose abhängig. Das Essen ist nicht so italienisch wie wir es kennen, doch es ist gut und wir genießen es. Ich denke, es ist der Frieden, die Sicherheit und die Kameradschaft, die uns zusammenhalten.”
“Es spielt keine Rolle aus welchem Teil des Landes wir kommen, unsere Erfahrungen, Freuden und Erinnerungen sind fast die gleichen. Wir Italiener sind speziell, da wir uns alle an die Freuden erinnern, italienisch aufgewachsen zu sein.
Heute beträgt die Anzahl der Nachfahren von frühen italienischen Einwanderern, nach Angaben des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2000, nahezu 16 Millionen, und durch die Mischehen wird die Anzahl der Menschen in den USA mit mindestens einem italienischen Großelternteil auf rund 26 Millionen geschätzt.
Das Statistische Bundesamt sagt, dass die Amerikaner mit italienischer Herkunft die fünftgrößte Bevölkerungsgruppe sind, mit Zweidritteln in Angestelltenverhältnissen, in der Medizin, Rechtsprechung, Erziehung und anderen Berufen.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf OhmyNews. Die Übersetzung und Veröffentlichung auf der Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehmigung von OhmyNews.
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