Ich war nie ein Freund der CDU. Sie aber habe ich immer wegen Ihres Mutes geschätzt, eine so progressive Idee wie die des bedingungslosen Grundeinkommens unvoreingenommen zu prüfen und dann in voller Überzeugung auch öffentlich für gut zu erklären.
Es gibt wenige Politiker, die auch einmal einfach sagen, was sie für richtig halten ohne erst groß zu fragen, was ihnen das an Stimmen einbringt. Mit Ihrer Stellungnahme für das bedingungslose Gruneinkommen haben Sie uneigennützig Stellung bezogen in einer für die Allgemeinheit ungemein wichtigen Zukunftsfrage. Auf die Entscheidung der Wähler zu Ihren Gunsten wird das keinen Einfluss gehabt haben.
Ihr schrecklicher Skiunfall hat mich sehr betroffen gemacht und hat mein Mitgefühl erregt – sowohl für die arme Frau, die getötet wurde als auch für Sie, der die möglicherweise konkret schwer verständlichen Verkehrsregeln des Abfahrtlaufs versehentlich nicht richtig befolgt hat. Wer aber hat im Leben nicht schon einmal einen vergleichbaren Fehler gemacht und hatte einfach nur das Glück, dass nichts Schlimmes passiert ist!? Die Justiz hat angemessen reagiert. Mehr kann niemand tun. Den Pranger gibt es glücklicherweise nicht mehr.
Ich hatte hier zu Ihrem Fall einen kurzen Beitrag veröffentlicht, in dem ich die Leser bat, Sie nicht noch mit zusätzlichen Nachteilen zu belegen. Es trifft jeden Menschen wie Sie, der immer verantwortungsbewusst gelebt hat, wenn er unversehens die Ursache für den Tod eines Menschen setzt. Diese Belastung wiegt schwerer als die Ahndung durch das Gericht.
Nun hat der Wähler doch nachgetreten. So ist nun einmal die menschliche Natur. Nichts ist in den Augen der Masse erfolgreicher als der Erfolg. Zeigt man eine schwache Seite, stürzt sich die Meute darauf.
Ich kann gut verstehen, dass Sie jetzt nicht die Öffentlichkeit suchen. Aber nach einiger Zeit sollten Sie sich melden und am öffentlichen Leben wieder teilnehmen. Selbst ein “richtiger” Verbrecher darf nach einer Zeit der Einkehr wieder erhobenen Hauptes mit dem Anspruch auftreten, wie ein Mensch behandelt zu werden. Sie aber sind nur wegen eines in der Schuld nicht bedeutenden Vergehens, wenn auch mit fatalem Erfolg, zu einer Geldstrafe herangezgen worden. Kein Grund, auf Dauer weg zu bleiben!
Mit lieben Grüßen
Rolf Ehlers
Mit seinem Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens wollte Dieter Althaus sicher kein Wettrennen um die beste soziale Absicherung gewinnen. Es ging darum, einen flächendeckenden Kombilohn einzuführen und die Unternehmen von allen Lohnnebenkosten zu entlasten. Ein Grundeinkommen von € 800,00 bei Wegfall aller Sozialleistungen einschließlich Rente und einer Mehrwertsteuer von bis zu 50% hätte eine weitere Abwärtsspirale bei Löhnen und Arbeitsbedingungen in Gang gesetzt. Nein danke.