Edelprofil Jürgen Trittin: Gestern Abend herrschte Uneinigkeit. Wer hat die Nase vorn? Trittin, Westerwelle oder Lafontaine? Erste Reaktionen brachten kein klares Ergebnis. Nun melden sich die StudiVZler noch einmal zu Wort und geben ihre Bewertung ab.
“Super Auftritt”, ist da zu lesen, “Besonders der Nebensatz mit den vielen Vegetariern in ihrer Partei hat mir als Veganerin mal wieder ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Weiter so und vor allem: Schwarz-Gelb verhindern!” Ein anderer Diskutant lobt: “Westerwelle haben Sie in der Opel-Frage ganz schön vorgeführt und ausgezählt!” Ein Dritter freut sich: “Glückwunsch zu einem sehr intelligenten und erfrischend kritisch und doch substantiellen Auftritt zwischen zwei in pauschalen Standpunkten fixierten Nebenfiguren”
Doch ein Vierter schränkt etwas ein, indem er schreibt: “Neben dem guten Rethoriker Westerwelle zu glänzen ist schwer, sie haben es denn noch geschafft!” Besonders gut hätten ihm jedoch seine Antworten zur Finanzierung zur Bildung, zu Opel und insgesamt der nicht agressive Redestil gefallen. Währenddessen hofft ein anderer: “Hoffentlich hat das nochmal einen Ruck gegeben!!” Dem wird eine Mahnung hinzugefügt, die da lautet: “Herr Trittin. Die Abwrackprämie war ein guter schneller Gag. Was kommt danach? Wie viele Arbeitsplätze sind tatsächlich gesichert worden und wer profitiert davon?”
In der Gruppe Bündnis 90/Die Grünen wurde derweil ein eigener Thread zum Thema eingerichtet. 30 Wortmeldungen können hier schon gezählt werden (Stand 20.28 Uhr). Dort ist unter anderem folgendes Resümee zu finden: “Westerwelle grade fand ich furchtbar, Trittin war um längen besser als Künast beim letzten “Triell”. Lafontaine stand irgendwie neben sich. Bei den ganzen Koalition-Ausgeschließe hätte ich aber am liebsten schon wieder was kaputt gemacht…” Weiterhin wird analysiert: “Lafontaine kommt in die Jahre. Er hatte seine Momente, aber insgesamt war Trittin besser, wie ich zugeben muss. Interessant war, dass Trittin sich nicht getraut hat, ja zu Rot-Rot-Grün zu sagen, aber es auch nicht ausgeschlossen hat. Zum Ende hin hat er’s letztlich doch noch befürwortet, als er sagte: Wenn nicht Schwarz-Gelb, dann eben #die anderen drei Parteien’. Besonders gut fand ich, dass er Jamaika klar ausgeschlossen hat. Das Westerwell’sche Spiel mit der “bürgerlichen Mitte” ist ja ein alter Hut. Für die FDP gibt’s nur zwei Gruppen: Die bürgerliche Mitte (FDP und CDU) und den Abschaum, für den man nicht mal eine Bezeichnung findet. So viel Arroganz sollte man nicht wählen
”
Zu guter Letzt meldet sich auch hier wieder eine enttäuschte Stimme zu Wort und schreibt: “Ich fand den TV-Dreikampf nicht sonderlich interessant. Man hat nichts Neues erfahren. Und ich finde es so seltsam, dass praktisch nur noch über Wirtschaft gesprochen wird (Steuern rauf oder runter? Wen wollen wir entlasten? Wie hoch sollen die Sozialabgaben sein? Mindestlohn – ja oder nein? etc.). Gibt’s denn nicht auch andere Themen? Die Schriftstellerin Juli Zeh hat mal geschrieben, dass es so seltsam sei, dass die Parteien sich momentan hauptsächlich über Wirtschaftsthemen profilieren wollen, ausgerechnet auf einem Gebiet, wo der Staat relativ wenig Gestaltungskraft habe.”
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