Local Heroes (Vol. 51): At The Farewell Party

Erinnert Ihr Euch noch an die 50. “Local-Heroes”-Jubiläumsfolge? Nein?! Verdenken können wir Euch das nicht. Viele Monate sind ins Land gezogen, seit wir Euch das wahnwitzige Quartett Luis & Laserpower aus Mannheim vorstellten. Nun ist die Kolumne – mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck – zurück. Von Mannheim zieht es

aatfp1.jpgErinnert Ihr Euch noch an die 50. “Local-Heroes”-Jubiläumsfolge? Nein?! Verdenken können wir Euch das nicht. Viele Monate sind ins Land gezogen, seit wir Euch das wahnwitzige Quartett Luis & Laserpower aus Mannheim vorstellten. Nun ist die Kolumne – mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck – zurück. Von Mannheim zieht es uns jetzt zwar nach Frankfurt am Main. Doch wir bleiben in derselben Talentschmiede ““ dem Bandpool der Popakademie Baden-Württemberg. “At the farewell party” heißt das Gespann, das wie ihre “Vorgänger” Teil dieser Einrichtung ist und Euch an dieser Stelle stolz präsentiert werden kann…

Aber der Reihe nach. Denn genau genommen haben wir es heute mit waschechten “Entführern” zu tun, die lange um einen Einzug in die “Local-Heroes”-Reihen bangen mussten. Nach einem ersten Zusammentreffen während der U&D-Winterkonzertreihe in Bad Kissingen, welches nicht nur die anwesenden Zuschauerinnen, sondern auch das “Readers-Edition-on-Tour”-Team überzeugte, folgte kurze Zeit später wider Erwarten kein endgültiger Abschied, wie es der Bandname nahe legen könnte, sondern vielmehr ein zweites Tête-à-tête. Der Sommer war ins Land gezogen und mit ihm nicht nur der “Laserpower” in die Kurstadt zurückgekehrt, sondern auch Daniel Clarkston, Benny Lampret, Sebastian Neumann, Fabian Wegner und Frank Ziegler. Das 14. U&D hatte gerufen und diese jungen Herren geradewegs in den hauseigenen “Bandhort” katapultiert. Fröhlich und ausgelassen wurde geplanscht und allerhand Unsinn getrieben… und das Musikerherz an einen kleinen Flipper verloren. Kurzerhand landete der unschuldige blaue Held auf einem Autodach. Mittels ordentlich Klebeband sollte er bis in die weit entfernte Bankenmetropole gelangen. Das letzte Bild, welches das rasende Reporter-Duo von ihrem liebgewonnenen Plastikfreund in Erinnerung hat. Der Groll saß tief. Hatte diese Bande eine zweite Chance verdient?

atfp2.jpgJa, urteilen wir heute. Denn eigentlich, davon haben wir uns persönlich überzeugt, sind sie doch ganz nett. Und der Charme-Offensive eines Mr. Clarkston kann, obschon mit Anfang 20 noch ziemlich jugendlich, ohnehin kaum widerstanden werden… so wurde uns zumindest aus einschlägigen “Jung-Moderatorinnen-Kreisen” zugetragen. Also haben wir uns einen Ruck gegeben und uns diese selbsternannte “Working-Class-Band” mal etwas genauer angesehen. Denn obschon wir der Meinung waren, alles über sie zu wissen ““ schließlich wurde das Gesamt-Paket “ATFP” bereits während des Festival-Countdowns angepriesen ““ mussten wir feststellen, dass sie jede Menge Neuigkeiten und tiefschürfende Aspekte aus dem Innenleben einer Band in petto haben. In diesem Sinne “Fire! Fire!“, wie die Hessen zu sagen pflegen und auf in die nächste Runde! Eingeläutet wird diese mit einem kurzen und überaus spontanen Zusammentreffen von RE-on-Tour-Moderatorin Lisa Fuchs im Backstage des vergangenen U&Ds.

RE ON TOUR im Interview mit At The Farewell Party

Songs ““ geschrieben für die Ewigkeit

Nach einigen “Schwimm-Einlagen” mit Lisa lautet das neue Credo im Pop-Punk-Olymp nun “Infinity is miles away”. Oder anders gesagt: Während das ehrenamtliche U&D-Team am Ufer der Saale das Sommerspektakel 2009 plante, war das Quintett an den Gestaden des Mains auch nicht untätig. Mit ordentlich Kreativität beladen ging es für sie von Dezember 2008 bis März 2009 ins Studio, um unter der Regie von Ampire Records sowie Antstreet Records ihr Debüt-Album aus dem Boden zu stampfen. Das Ergebnis: Nach der EP “The mechanism of bad taste”, die bereits ein Jahr nach ihrer Gründung im Jahr 2006 erschienen ist, legt die Truppe nun Anfang Oktober ordentlich nach. Das erklärte Ziel: ihre “Songs auf CD zu bannen, damit es für die Ewigkeit besteht”. Hut ab! Sagen wir da und gehen der “Ewigkeit” ein Stückchen weiter auf den Grund. “In unserem Debüt-Album geht es hauptsächlich um Themen wie Freundschaft, Liebe -auch freundschaftliche – und Beziehungen”, gibt Buddy alias Sebastian Auskunft über das Konzept der neuen Scheibe. “Das Ganze hätte auch den Namen ‘Togetherness’ tragen können. Da wir uns aber dachten, dass wir noch so viel vor uns haben und das mit auf die Platte muss – also dieses Gefühl von ‘die Vollkommenheit ist noch weit entfernt’, haben wir sie dann doch ‘infinity is miles away’, ‘die Unendlichkeit/Vollkommenheit ist weit entfernt’ genannt.” Bei dieser grundbodenständigen Selbsteinschätzung herausgekommen ist nach eigenen Angaben nun ein “supermegageiler Sound” und natürlich die gewohnt hohe “Arrangement-Qualität” aus dem Hause ATFP, die die Nachwuchsmusiker schon jetzt in einen geradezu euphorischen Taumel zu versetzen scheint. “Als ich die CD aus dem Presswerk in den Händen hielt, da habe ich sie umarmt! Das ist unser Baby”, beschreibt Buddy die ersten emotionalen Momente mit dem fertigen Produkt. “Das ist unser Blut der letzten zweieinhalb Jahre. Das sind wir, das ist ATFP”, erzählt er. Und man glaubt es ihm gerne, wenn er davon spricht, wie sie sich ausprobiert, teils körperlich gelitten und auch so manch Neues gewagt haben. Handentzündungen wurden kurzerhand beiseite geschoben. Schmerzen mit Feuereifer einfach weg gespielt. Immer eins vor Augen: Die eigene CD. Nun ist sie fertig und zu finden sind neben gewohnten ATFP-Klängen auch Ausflüge in das ein oder andere Genre, das sie zuvor noch nicht “beehrt” hatten. So erinnere das Stück “Final Nights” stark an Linkin Park und der Song “To The Top” hätte durchaus Anklänge an Oasis.

“Wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren fast unser komplettes Leben dieser Band gewidmet”

Mit ihrem “Herzenswerk” in Händen, geben sie jetzt auf ein Neues Gas und legen mit ihren durchschnittlich knapp 21 Jahren weiterhin ein Tempo vor, von dem manch “alter Hase im Showgeschäft” nur träumen kann. Vier Touren haben sie schon hinter sich und mehr als 180 Auftritte absolviert. Eine fünfte kommt jetzt, parallel zu den Vorbereitungen für die nächste Festivalsaison 2010 sowie das Basteln an den nächsten Songs, von Oktober bis Dezember hinzu. Der Eindruck, der sich in Anbetracht dessen aufdrängt, täuscht nicht: “Wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren fast unser komplettes Leben dieser Band gewidmet”, betont Buddy die Einstellung der Freunde zur gemeinsamen Sache. Stetiges Engagement, kontinuierliches Üben, Umtriebigkeit in der Szene und letzten Endes Bescheidenheit bestimmen ihr Handeln. Und natürlich eines: Spielen, spielen, spielen!

atfp3.jpgLast but not least haben die Fünf jedoch auch noch eine Botschaft für das “Readers Edition on Tour”-Team parat. Den Vorwurf der “Entführung” wollen sie schließlich nicht einfach so im Raum stehen lassen. Deshalb lassen sie uns nun wissen: “Wir haben ihn aufs Dach gespannt und sind losgefahren. Flipper hatte dann keinen Bock mehr auf dem Dach zu sein und hat die Seile durchgebissen. Wir wollten ihm ganz sicher nichts Böses.” Wir meinen: “Schon verziehen, meine Herren. Vielleicht habt Ihr ja schon am 19. Dezember ein neues Exemplar für uns dabei. Denn dann sehen wir uns ein drittes Mal im Jukuz zu Bad Kissingen.”

Bis es soweit ist, geht es nun noch einmal zurück ins Pressezelt mit einer kleinen Unplugged-Einlage:

At The Farewell Party unplugged @ U&D Bad Kissingen 2009

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