VZ Lautsprecher: “Ich will mit meinen Freunden Musik im Internet frei tauschen dürfen”, fordert Florian Bischof von der Piratenpartei in der heutigen Folge des VZ Lautsprechers. Nach bisherigen Recht ist das kostenlose Herunterladen von Musik über Tauschbörsen im Netz jedoch, laut Video-Ansage, Diebstahl. Ist das Legalisieren für private und nichtkommerzielle Zwecke eine gute Lösung?
Gemeinsam mit Prominenten Vertretern der Musikbranche wie Paul Van Dyk, Mike Krüger, Kitty Kat, den No Angels, Curse und Dennis Lisk diskutiert er die angedachte Reform des Urheberrechts und stößt dabei auf harten Widerstand.
Und wie sieht es in der Gruppe VZ Lautsprecher aus? Das Echo ist gespalten.
So schreibt ein Kommentator: “Ok verstehe beide Seiten, vor allem die der Musiker und Künstler.. keiner wird jedoch leugnen, dass mit dem Medium Internet sich vieles gerade in diesem Bereich verändert hat und auch die Plattenfirmen die neuen Wege gehen, Alben online zu verkaufen..” Einen Aspekt hat er jedoch vermisst: “Hätte mir gewünscht, dass von der Piraten der Hinweis auf die Zukunft stärker fromuliert worden wäre. Wohin entwickelt sich das allgemeine Filesharing weiter…? Gibts es oder sollte es nicht viele Datenpools geben, die der Allgemeinheit Zugang an Wissen oder auch Kunst und Musik ermöglicht.”
Ein anderer Nutzer kann die Auffassung von Bischof überhaupt nicht teilen. Vielmehr sieht er in dessen Forderung sogar eine Art Paradoxie. Er sagt: “Natürlich müssen und sollen die Künstler für ihre Arbeit (ihr gedankliches Gut, was nun mal ihr eigentum ist) entlohnt werden. Die müssen ja auch irgndwie von ihrer Musik leben. Die Aussage, der Austausch sollte nur im privaten Rahmen stattfinden und dann gleichzeitig zu sagen, dass die Überwachung des Internets nicht hinnehmbar wäre. Frage: Wie will der Herr dann garantieren, dass es sich auch wirklich nur im privaten Bereich bewegt..ohne Internet überachung?” Sein Gegenvorschlag: “Ich fänd gut, wenn die Musikindustrie von sich aus sagt, dass Musik-Downloads einfach nur günstiger werden. Dann bräuchte man auch nicht illegal runterladen.”
Ein Dritter ist ebenfalls nicht begeistert und meint: “In meinen Augen ist es völliger Blödsinn den Diebstahl geistigen Eigentums zu legalisieren, genauso wie die Aussage den Musikern dann ‘Freiwillige Spenden’ zukommen zu lassen. Die Stars arbeiten genauso hart an und mit dem was sie tun wie der Maurer, Elektriker oder die Kassiererin. Was hier nicht passt sind eher die Entlohnungen an dieser Stelle!”
Wenig später versucht ein Diskutant mit folgenden Zeilen zu beschwichtigen: “Es ist schade, dass in dem Beitrag mal wieder nur die “Enteignung der Künstler” benannt wird. Niemand fordert eine Enteignung. Die Künstler dürfen doch ihre CDs und mp3s so verkaufen wie sie gerne möchten, und jeder, der Musik konsumiert, darf die auch gerne kaufen. Nur das Tauschen in Börsen kann sowieso nicht verhindert werden, also warum so hart bestrafen? Musik wird sich trotzdem weiterhin verkaufen. Ich verlinke in dem Zusammenhang auch immer gerne auf die Untersuchung des Max-Planck-Instituts: Nutzer zahlen für Musik und andere Güter freiwillig mehr, wenn sie das Angebot als fair empfinden: http://www.netzeitung.de/internet/internet/1430860.html”
Hart wird der Beitrag debattiert. Während sich die einen völlig auf die Seite der Künstler schlagen, sehen die anderen hierin einen Versuch gegen die Piratenpartei Stimmung zu machen. Mehr als 30 Wortmeldungen sind binnen kürzester Zeit zu verzeichnen gewesen. Ein Ende der Fahnenstange scheint noch lange nicht erreicht.
Diebstahl ist die “Wegnahme einer fremden beweglichen Sache”. Nach dem bisherigen Recht ist das kostenlose Herunterladen von Musik über Tauschbörsen im Netz also _kein_ Diebstahl. Man mag über Filesharing und Urheberrecht denken, was man will, aber zumindest die Fakten sollten denke ich klar dargestellt werden.