Abenteuerspielplatz Panama in der Dresdner Neustadt

Unzählige Geschichten aus allen Zeiten und allen Ecken der Welt erzählen von Helden, die auszogen, um in der Weite ihr Glück zu finden und dann selbst so verändert heimkehrten, dass sie ihr altes zu Hause nicht mehr erkannten. Das, was sie durchlebten, hatte sie verwandelt, so dass ihnen auch die

oitd.jpgUnzählige Geschichten aus allen Zeiten und allen Ecken der Welt erzählen von Helden, die auszogen, um in der Weite ihr Glück zu finden und dann selbst so verändert heimkehrten, dass sie ihr altes zu Hause nicht mehr erkannten. Das, was sie durchlebten, hatte sie verwandelt, so dass ihnen auch die einst vertraute Umgebung verwandelt schien.

Eine dieser Geschichten stammt aus der Feder von Janosch und nennt sich “Oh wie schön ist Panama”. Darin machen sich Kleiner Tiger und ein Kleiner Bär auf die Suche nach dem Land, “wo es nach Bananen riecht”, sie nennen es Panama, um dann später zu erkennen, dass sie schon vor der Reise hinter den Horizont ihren Traum gelebt haben.Panama ““ benannt nach dieser Geschichte ““ heißt auch ein Abenteuerspielplatz, der sich etwas versteckt in der Dresdner Neustadt direkt gegenüber der Kunsthofpassage befindet. Zu entdecken gibt es hier unter anderem Ziegen, Pferde, Kaninchen und frei umher laufende Hühner. Hierher kommen Eltern mit ihren Kleinkindern, Tagesmütter mit ihren Schützlingen oder ganze Kita-Gruppen. Kinder und Jugendliche von sechs bis 20 Jahren können den Platz auch allein für sich entdecken oder an einem der zahlreichen pädagogisch betreuten Angebote teilnehmen. Alle anderen Neugierigen sind natürlich auch gern gesehen.

Immer wieder wird hier etwas Neues errichtet

Der Abenteuerspielplatz Panama ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche nicht nur Reiten, Klettern, Buden bauen oder einfach nur toben können, sie können sich hier aktiv an der Gestaltung beteiligen, können kreativ werden, sich selbst einen Platz schaffen, den sie sich vorher erträumt haben. Gerade entsteht ein Lehmofen, den sich die Kinder gewünscht haben. Er wurde zum Teil mit der Hilfe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen errichtet. Als nächstes sind ein Baumhaus und ein Kuscheltierturm geplant. Der Abenteuerspielplatz macht immer wieder Wandlungen durch, die gelegentlichen Gästen nicht entgehen und zu einem erneuten Besuch einladen. Immer wieder wird hier etwas Neues errichtet und dabei vielleicht das Alte als Ersatzteillager verwendet. Denn, wie Ronny Taube, Sozialpädagoge und Vorsitzender des Fördervereins Panama e.V. sagt: “Der Platz lebt von Veränderung! Wenn die Kids eine Bude bauen, müssen sie sie auch in Betrieb halten oder sie wird abgebaut und neu verwendet.”

Teilnahme ist auf dem Abenteuerspielplatz Panama ein wichtiges Thema.

Die Kinder, die regelmäßig vorbei kommen, beteiligen sich auch an den Tierpflegearbeiten oder je nach Wunsch und Neigung auch an anderen Arbeiten, die auf dem Gelände anfallen. Auch bei der Planung und der Gestaltung des Platzes werden die Kinder und Jugendlichen mit einbezogen. Dabei werden sie von Sozialpädagogen wie Ronny Taube unterstützt und arbeiten auch mit ehrenamtlichen Helfern zusammen, ohne die die Freien Angebote und alles was über eine In-Betrieb-Haltung hinaus geht nicht möglich wäre.

Eine Art von Freiwilligen sind die zwei FÖJlerinnen, die seit 1. September dieses Jahres auf dem Abenteuerspielplatz Panama ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren. Aline Wild ist eine von ihnen. Sie hat sich nach ihrem Fachabitur Richtung Umweltschutz dafür entschieden, sich freiwillig in diesem Bereich zu engagieren, weil sie nach der Schule endlich mal arbeiten wollte. Die Arbeit mache viel Spaß, so Aline, da sie sehr abwechslungsreich sei. Es sei schon ein geregelter Tagesablauf vorhanden, zum Beispiel durch das Füttern und Pflegen der Tiere aber es ist eben jeden Tag was anderes los. Wichtig bei ihrer Arbeit sei, dass Aline die Kinder mit einbeziehe, bei dem was sie macht. Sie sollen beim Füttern ruhig mit anpacken und so schließlich auch Verantwortung für die Tiere übernehmen. Gerne möchte sie auf dem handwerklichen Sektor etwas dazulernen, wie sie sagt. Träger für die FÖJlerinnen ist das Jugendamt Dresden, das Seminare organisiert, bei denen sich die FÖJler kennen lernen können und das auch den Großteil der Kosten übernimmt.

Hinter dem Abenteuerspielplatz Panama stehen der Förderverein Panama e.V., der sich eben mit der finanziellen Umsetzung neuer Ideen und Vorhaben auseinandersetzt, die Offene Arbeit fördert und außerdem die Ehrenamtlichen zusammenhält, der educatio e.V., der auf dem Gelände bzw. in der Freizeitwerkstatt Bildungsangebote für die Kleinen bis sechs Jahre offeriert und der Trägerverein Treberhilfe e.V., der die laufenden Kosten deckt und Ganztagsangebote auf dem Abenteuerspielplatz organisiert. Dann gibt es da noch den Naturschutz und Freizeitreiten e.V., der sich um alles was mit den Tieren in Zusammenhang steht kümmert und der die Tiere auch dem ASP Panama zur Verfügung stellt.

Die Ganztagsangebotsvorschläge für das Jahr 2009 zeigen auf, dass von Handwerk und kreativem Arbeiten über dem Arbeiten mit Tieren und Gartenarbeit bis hin zu Spiel und Abenteuer verschiedentliche Bereiche abgedeckt werden. Darüber hinaus haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeiten ein Freies GTA nach eigenen Wünschen zu gestalten. Da schießen sie schon mal mit Pfeil und Bogen, wobei vielleicht die eine oder andere Pfeilspitze selbst gemacht ist. Auch die Freie Arbeit, die so Ronny Taube “kostenfrei, freiwillig und veränderbar ist”, bietet für Kinder und Jugendliche in vier Bereichen, die sich aus dem Tierbereich, Altes Handwerk, Spiel, Sport und Kletterbereich und dem Gartenbereich zusammensetzen, unterschiedlichste Möglichkeiten die eigene Freizeit zu gestalten.

Der Abenteuerspielplatz Panama ist nicht der einzige seiner Art in Deutschland auch ist er nicht der erste.

Die Idee einen Erlebnisraum für Kinder und Jugendliche zu gestalten, der ihnen die Möglichkeit bietet sich selbst in einem völlig neuem, weil freiem Umfeld zu erfahren, in dem gebaut, geklettert und gespielt werden konnte, stammt ursprünglich aus Dänemark, wo schon 1943 so genannte “Skrammellegeplads”, die Gerümpelspielplätze, eröffnet wurden. Weitere Vorbilder sind die “Byggelegepladser”, die Bauspielplätze und die “Robinsonspielplätze” der Schweiz aber auch die “adventure playgrounds” aus England. Ende der 60er fanden dann auch in Deutschland die so genannten Abenteuerspielplätze, als Teil der Entstehung offener Kinder- und Jugendarbeit Verbreitung.

Die Initiative “Spielen in der Stadt” des Jugendamtes Dresden machte im Sommer 1992 aus einem Schulgarten einen Platz für Kinder. Erst langsam entwickelte sich daraus der Abenteuerspielplatz, wie er heute gestaltet ist. Tiere kamen hinzu, ein Pferdestall entstand, die Freizeitwerkstatt wurde eröffnet. Auch in Zukunft wird der “Platz für Kinder” Wandlungen unterworfen sein, die einen Besuch immer wieder lohnenswert machen oder vielleicht auch einladen selbst mit Hand anzulegen und sich einen Ort zu gestalten, an den man sich träumen möchte und das in der Stadt, wo Raum an sich kostbar ist.

Quellen: Interview mit Ronny Taube und Aline Wild vom ASP Panama, http://wapedia.mobi/de/Abenteuerspielplatz, http://www.asp-panama.de/

Kommentare

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  1. Solche Aktivitäten wecken Energien in den Kindern. Leider ist die Verbreitung der
    guten Dinge so schrecklich schwer, wenn man in einem Nachtwächterstaat mit einer
    sturen Bürokratie lebt, in dem alle Initiative der Wirtschaft überlassen bleibt.

    Phantasie und Empathie ist gefragt! Im Kampf gegen eine Verwaltungsmaschinerie
    und ohne Förderung durch die Länder gelingt ein so tolles Prijekt wie Panama nur alle zehn Jahre einmal! Jetzt ist ohnhin erst mal der Förderstopp angesagt, nachdem die Banken alles Geld verzockt haben und die Politik sie aus dem Steuersäckel für ihre großen Taten belohnt hat.