Seit Jahren hört das Gerede um die angebliche Begünstigung der Gesundheit durch Nano-Produkte nicht auf, obwohl von berufener Seite immer wieder klar herausgestellt wurde, dass es sich bei diesen Produkten um reine Roßtäuschung handelt. Mancher wird sich noch daran erinnern, dass Bayern München sich ““ bestimmt im Glauben an die behauptete Wirksamkeit ““ auf diesem Sektor stark engagiert hatte.
Der Betreiber, die Neosino Nanotechnologies AG war offizieller Lieferant des erfolgreichen Fußballklubs. Die Bayern stellten ihren sympathischer Leistungsträger Roy Mackaay als persönlichen Werbeträger für die neuen Produkte ab. Weiterer Vorzeigeathlet von Neosino war das bekannte österreichische Ski-As Hans Enn. Vermittelt wurde die Partnerschaft zwischen den Bayern und Neosino durch den Vereinsarzt Müller-Wohlfahrt, der auch als Berater für Neosino tätig ist. Auch der Deutsche Sportbund schloss mit Neosino (2005) einen Kooperationsvertrag, der aber wohl nicht verlängert wurde.
Ende September 2006 zwang der Verband sozialer Wettbewerb aus Berlin Neosino in gerichtlichem Verfahren, die vielfachen Wirkaussagen über die angeblichen gesundheitlichen oder Heilwirkungen durch ihre Nanoprodukte zu unterlassen.
Im Internet wird seither dann eben von Dritten und vorzugsweise aus dem Ausland heftig weiter für die Nano-Produkte getrommelt, sodass die Verbraucher jede Menge Gelegenheit haben, sich von den falschen Heilsversprechen der Hersteller und Vertreiber einfangen zu lassen.
Siehe hierzu:
http://www.amavida.at/page/index.php?option=com_content&task=view&id=88&Itemid=134
http://www.therapeuten-netz.com/nanosilizium/
http://www.bnw-mineral.com/produkte/DynamSi.htm
http://www.bnw-mineral.com/feedback/seefeedback2.htm
Es gibt inzwischen auch ein ganz Europa umspannendes Therapeutennetzwerk, das sinnigerweise von einem Herrn Matthias Petereit in der Calle 33 in 7150 Andratx auf Mallorca gesteuert wird.
In allen deutschen  Bundesländern gibt es die mit Nanoprodukten arbeitenden “Meridian-Energie-Therapeuten“, in NRW fünf, in Belin einen, in Baden Württemberg sechs. Im Bayern-Fan-Shop findet man die Produkte wenigstens nicht mehr.
Die Nano-Produkte sind nichts als Steinmehl!
Der Hersteller behauptete (1), dass er durch mechanische Zermahlung von Mineralstoffen ““ schlicht gesagt: von Steinen ““ Nanoteilchen mit einer Partikelgröße von nur drei bis zehn Nanometern, also millonstel Metern herstelle und (2) dass diese als Teil einer Nahrungsergänzung oder in Kosmetika vom Körper leichter als größere Partikel aufbenommen werden und verwertet werden könnten. Das sollte praktisch bei jeder Krankheit von der Depression bis zum Krebs heilsame Wirkungen haben.
Das Erste, was mir schon beim ersten Hören der Neuigkeit vor Jahren dazu einfiel, war: Was kann der Körper denn mit solchen Teilchen anfangen, die von der Größe und Beschaffenheit her gar nicht zu den Bausteinen des Körpers und zu seinen Funktionszusammenhängen passen? Fallen sie vielleicht einfach zwischen den uns am Leben erhaltenden Teilen durch oder werden sie sogar als Fremdkörper angegriffen? Mit ersten Antworten zu diesem Thema ist gerade in der renommierten Fachzeitschrift Nature Nanotechnology (4,577/2009) Professor Gerd Ulrich Nienhaus vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hervorgetreten.
Gelangt danach ein Nanopartikel ins Blut, wird er umgehend von einer dünnen Schicht aus Biomolekülen umhüllt, die noch sehr viel kleiner sind als die Nanopartikel. Diese als Proteinkorona bezeichnete biologische Oberflächenbeschichtung bestimmt maßgeblich, ob er einfach ausgeschieden wird oder ins Innere einer Körperzelle gelangen kann. Nienhaus: “Nanopartikel, die fälschlicherweise in den Körper eindringen, möchte man schnell wieder loswerden. Wenn sie aber zum Beispiel therapeutisch eingesetzt werden, sollen sie von bestimmten Zelltypen gezielt aufgenommen werden. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, wie körpereigene Moleküle an Nanopartikeln anbinden, denn über die Biomolekül-Schicht tritt ein Nanopartikel mit der Zelloberfläche in Kontakt.”
Dass feines Steinmehl für sich im Körper irgendetwas Positives bewirken könnte, ist ziemlich sicher eine Schnapsidee. Darauf weist ganz aktuell auch der unabhängige Informationsdienst “Gute Pillen, schlechte Pillen” (GPSP) hin.
In mehreren unabhängigen Studien stellte sich auch prompt heraus, dass die Nanoprodukte gegenüber Placebo absolut keine andere, also gar keine, Wirkung hatten. Es fanden sich auch keine Partikel, die wirklich nur nanometerklein waren. Was man fand, war alles mindestens tausendmal größer. Das im Produkt enthaltene Silizium ist dabei angeblich nicht für Lebensmittelergänzungsstoffe zugelassen und auch eine Sondergenehmigung wurde weder beantragt noch erteilt.
Siehe hierzu:
http://www.toxcenter.de/artikel/NANO-MINERALIEN-wirkungslos.php
http://mobil.pz-o.de/index.php?id=1730&type=0
Neosino-Adinotec ““Geschäfte trotz Niedergangs
Vorstandsvorsitzender des Herstellers all dieser wundersamen Produkte ist ein Edmund Krix. Gegründet wurde das Unternehmen im Dezember 2004 in Griesheim bei Darmstadt, wo auch heute der Sitz des Unternehmens ist. Die Produktion soll angeblich durch eine Firma Sanalife Ltd. auf Malta erfolgen, die aber bei der Nachsuche durch Reporter des NDR dort nicht gefunden wurde.
Der Börsengang erfolgte am 4. Januar 2006. Im ersten Halbjahr 2005 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 347.000 Euro und erwirtschaftete einen Verlust von 193.000 Euro. Im 1. Halbjahr 2006 erwirtschaftete Neosino einen Fehlbetrag von 800.000 Euro, bei knapp 900.000 Euro Umsatz. Auf der Hauptversammlung am 18. April 2008 wurde die Änderung der Firma in adinotec AG beschlossen.
Der Adinotec-Ausgabekurs war 55 Euro und Höchstkurs schnellte auf 170 Euro hoch. Nach TV-Sendungen zur Firma brach der Kurs ein und stand zuletzt bei rund sechs Euro.
Siehe hierzu:
http://de.wikipedia.org/wiki/Adinotechttp://www.esowatch.com/index.php?title=Neosino
Adinotec ficht das angeblich nicht an. Nach der letzen Jahreshauptversammlung, als der Absturz des Unternehmens ins Nichts absolut sicher schien, erklärte ein Unternehmenssprecher der Adinotec AG, dass kein Anlass zur Besorgnis gegeben sei.
Jetzt, ein Jahr später zeigt die ins Ausland und auf Therapeuten verlagerte Aktivität, was der Sprecher damit gemeint hatte. Niemand kann rechtens daran zweifeln, dass der von Neosino/Adinotec ausgelöste Hype ein übler Betrug war und ist, mit dem Leichtgläubige bis hin zu den Therapeuten überrumpelt wurden und werden. Leider ist es auch im vereinten Europa noch immer so, dass unsere Ermittlungsbehörden, Wettbewerbsschützer und auch die Gerichte passen, wenn Rechtsbrecher sich ins Ausland verziehen. Produktion in Malta? Können wir nichts machen! Unzulässige Werbung in Österreich? Wir sind nicht zuständig! Adresse in Mallorca? Leider nichts für uns!
Und Homöopathische Mittel sind nichts als Wasser….