KiK-Skandal – ist Ihre Wäsche WIRKLICH sauber?

Wie verschiedene Medien berichteten, häufen sich die bekannt gewordenen Skandale um den Textildiscounter KiK. Laut einem gestern erschienen Artikel auf SPIEGEL-ONLINE sollen beispielsweise mehrere Tausend der äußerst schlecht entlohnten Mitarbeiter hinsichtlich ihrer Bonität überprüft worden sein, angebotene Textilien und andere Waren seien zudem reich an Giftstoffen. Gegenfinanziert wird die Preiskampf-Garderobe

sfrasdfg1.jpgWie verschiedene Medien berichteten, häufen sich die bekannt gewordenen Skandale um den Textildiscounter KiK. Laut einem gestern erschienen Artikel auf SPIEGEL-ONLINE sollen beispielsweise mehrere Tausend der äußerst schlecht entlohnten Mitarbeiter hinsichtlich ihrer Bonität überprüft worden sein, angebotene Textilien und andere Waren seien zudem reich an Giftstoffen. Gegenfinanziert wird die Preiskampf-Garderobe unter anderem durch Kinderarbeit in Bangladesch. Was Verbraucher oft nicht wissen: dies gilt nicht nur für Jeans vom Billigheimer. Mit dem was wir am Leib tragen, finanzieren wir häufig Lohndumping, Folterarbeit, Umweltzerstörung ““ und Milliardenumsätze.  

Am 3-Euro-T-Shirt klebt fast immer Blut

Was hierzulande ein Schnäppchen ist, kann dort wo es herkommt eigentlich nur sehr teuer sein. Während Discounter wie KiK, Lidl und Metro sich dank der in der Krise sich verstärkenden Geiz-ist-Geil-Mentalität über wachsende Milliardenumsätze freuen können, sind die Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern in der Regel katastrophal: selbst Kinder müssen 12 ““ 14 Stunden täglich arbeiten, der Monatslohn übersteigt in der Regel 25 Euro nicht. Von sozialen Sicherungssystemen wie Mindestlohn, Krankengeld und Rente oder gar Gewerkschaften können die geschundenen Arbeitnehmer nur träumen. Die Umwelt und die Luft um sie herum wird massiv durch chemische Abfälle belastet, für deren Entsorgung es häufig keine ernstzunehmenden Vorschriften gibt. Billige Zulieferer, vor allem dank Kinderarbeit, sind Regionen in Asien, Südafrika und Südamerika.

Leben am blauen Fluss ““ dank LEVI´S

Doch auch große Marken mit normalen oder gar überdurchschnittlichen Preisen sind kein Garant für saubere Kleidung. In der Hauptstadt Maseru im südafrikanischen Königreich Lesotho beträgt der Mindestlohn für Textilarbeiter etwa 75 Euro im Monat. Durch die dort ansässige Textilindustrie wird unter anderem der Jeanshersteller LEVI´S beliefert. Der Fluss Caledon ist tiefblau von Jeansfarbstoffen, auf den Giftmüllhalden wühlen obdachlose Kinder mit brennender Haut und geschädigten Lungen nach Stoffresten, die sie als wiederum sehr umweltschädlichen, aber erschwinglichen Brennstoff verkaufen. Selbst Marken wie JOOP beziehen einen Teil ihrer Textilien aus Kinderarbeit.

Großhändler müssten aktiver werden ““ das allerdings funktioniert nur bei Druck durch die Kunden

Solchen Arbeitsbedingungen könnte entgegen gewirkt werden, wenn die großen Handelsketten ihre Zulieferer zu einem ethisch wie umweltbezogen sauberen Verhalten verpflichten und die Lieferantenketten regelmäßig auf die Einhaltung bestimmter Standards prüfen würden – wie beispielsweise Barbara Küppers, terre des hommes-Referentin zu Kinderarbeit und Sozialstandards im Interview feststellt. Ergänzt werden könnten solche Maßnahmen durch unabhängig geprüfte Gütesiegel. Die Unternehmen werden allerdings für einen solchen Aufwand nur dann einen echten Grund sehen, wenn Druck durch die Kunden erfolgt. Die jedoch scheinen im Moment in der Mehrzahl nicht wissen zu wollen, wo ihre Kleidung herkommt. Und freuen sich lieber über das Schnäppchen.

Die Kampagne Saubere Kleidung

Die Kampagne Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign = CCC) ist eine in den 90er Jahren in den Niederlanden begründete Initiative, die inzwischen in 12 Ländern in Europa aktiv ist und aus einem Netzwerk von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen besteht. Neben der Unterstützung der Arbeitnehmer vor Ort versucht die Organisation auch auf das EU-Parlament Einfluss zu nehmen und informiert die Verbraucher auf ihrer Homepage über aktuelle Aktionen. Diese ist einen Blick wert ““ bevor man das nächste Mal ein nur vermeintlich billiges Kleidungsstück erwirbt.

Bildquelle: pixelio (Random-HH)

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*