Abgesehen vom VfB Stuttgart II, der nach einem 2:1-Erfolg über die Reserve von Borussia Dortmund auf Rang 5 klettern konnte, tun sich die anderen Zweitvertretungen bisher außerordentlich schwer in der 3. Liga und kämpfen alle mit akuten Abstiegssorgen.
So auch Bayern München II, das derzeit mehr durch die Nominierung seiner Problemkinder aus dem Bundesligakader für Schlagzeilen sorgt. Die Truppe von Mehmet Scholl wurde in den letzten zwei Partien von Spielmacher Alexander Baumjohann und Weltmeister Luca Toni verstärkt. Das Resultat liest sich ernüchternd: Zwei Spiele, zwei Pleiten, zunächst ging man vor eigenem Publikum mit 5:0 gegen Regensburg unter, zuletzt folgte die Ernüchterung bei der 2:3-Pleite gegen Aue und die Erkenntnis, dass große Namen alleine noch keine Garantie für Teamerfolg darstellen. Die Bayern rangieren derzeit mit neun Punkten auf Platz 19 und verbreiten längst nicht die Angst und den Schrecken, den allein der Vereinsname mit sich bringen müsste.
Aufsteiger Borussia Dortmund II musste leidvoll erfahren, dass sich das Offensivfeuerwerk, das die Mannschaft noch in der letzten Regionalliga Saison regelmäßig abfackelte, nicht ohne Weiteres auf eine höhere Ebene übertragen lässt. Nach der 2:1-Niederlage in Stuttgart steht man als 16. derzeit nur einen Punkt über dem Strich.
Ähnlich ergeht es Werder Bremen II, das darüber hinaus noch ein stattliches Lazarett an Führungsspielern beklagen muss, am Wochenende allerdings immerhin ein 2:2 beim FC Carl Zeiss Jena ergattern konnte und sich punktgleich mit Dortmund auf Rang 17 wieder findet.
Stiefkinder der 3. Liga
Allen Zweitmannschaften ist gemein, dass sie über überragendes spielerisches Potenzial verfügen, allerdings oft Probleme mit der körperbetonten und aggressiven Spielweise der Gegner haben. Dazu kommt dann meist noch eine Portion Übermotivation beim jeweiligen Gegner. Generell gelten die Zweitteams als eher unbeliebt innerhalb der Liga und werden allenfalls geduldet. Sie würden anderen Traditionsmannschaften die Plätze klauen und verfügen nicht über ausreichend Fans, um die Stadien zu füllen, so der allgemeine Tenor.
Traditionsklubs kämpfen um Konstanz
Bleibt noch der Blick auf die angesprochenen Traditionsteams: Kickers Offenbach scheint sich langsam zu etablieren und hat nach dem 2:1-Erfolg in Unterhaching als 6. wieder Kontakt zur Spitze hergestellt, das spielerische Potenzial sollte gut genug sein, um bis zum Saisonende um den Aufstieg mitzuspielen. Eintracht Braunschweig ist fast wie erwartet nach starkem Saisonstart etwas eingebrochen und steht nach dem 1:1 in Dresden auf Rang 8. Dynamo seinerseits kommt einfach nicht auf Touren und steckt bereits früh in der Saison und trotz neuen Stadions im Tabellenkeller als 15. fest. Der VfL Osnabrück kam nach der Pokalsensation gegen den HSV nun in Wehen mit 0:4 unter die Räder und krebst weiter auf der Suche nach Konstanz im Mittelfeld herum. Der Wuppertaler SV dagegen schöpft nach dem 5:3 gegen Aufsteiger Kiel, wo bisher der einzige Trainerwechsel der Saison stattgefunden hat, wieder Hoffnung im Abstiegskampf. Nach zuletzt vier Heimniederlagen in Folge ohne eigenes Tor besann sich der WSV endlich wieder auf seine kämpferischen Tugenden und unterstrich einmal mehr das Motto: “Totgesagte leben länger!”
Marc Strasser arbeitet in einer Sportredaktion und bloggt für betfair.
Kommentare
Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.