Göringgeschütze und Hitlerkanonen

Neun Monate hat es gedauert nach der Amteinführung. Und was ist rausgekommen? Ein Friedensnobelpreis! Freude bei Mutti und Vati Obama, ganz große Sorge aber beim Zentralrat der Juden. Stephan Kramer, der Generalsekretär des Verbandes, hat fünf Tage angestrengt nachgedacht, nachdem er von den unverantwortlichen, ekelerregenden, betroffenmachenden und völlig falschen Äußerungen

ierw.jpgNeun Monate hat es gedauert nach der Amteinführung. Und was ist rausgekommen? Ein Friedensnobelpreis! Freude bei Mutti und Vati Obama, ganz große Sorge aber beim Zentralrat der Juden. Stephan Kramer, der Generalsekretär des Verbandes, hat fünf Tage angestrengt nachgedacht, nachdem er von den unverantwortlichen, ekelerregenden, betroffenmachenden und völlig falschen Äußerungen des ehemaligen Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin gehört hatte.

Was, so fragte sich Kramer, können wir jetzt noch draufsetzen auf das, was bisher an Empörung geheuchelt, an Verdammnis gewünscht und an monströsen Vergleichen an den Haaren herbeigezogen wurde? Selbst im Zentralrat glaubten viele nicht, dass es Kramer gelingen werde, aus der inzwischen schon ein wenig kalt riechenden Skandalasche um die Sarrazinschen Kopftuchmädel noch einmal Flämmchen zu blasen.

Aber siehe da, es war doch möglich, allen Unkenrufen zum Trotz.

Kramer bläst nicht nur Flämmchen, er schlägt Flammen, er schießt nicht nur zielsicher auf Sarrazin, sondern auch mit dem größten vorstellbaren Geschütz von allen: Die Hitlerkanone ballert wieder! Und Göringgeschütze dazu! Flankiert von Goebbelsgewehren! Sarrazin, erweise “mit seinem Gedankengut Göring, Goebbels und Hitler große Ehre“, hat sich Kramer als provokativen Leadsatz seiner Äußerungen ausgedacht, denn “er steht in geistiger Reihe mit den Herren.”

Soweit, die Analyse Sarrazins über Probleme der “Unterschichten” falsch zu nennen, geht Kramer dann aber nicht. Nein, sie sei bloß “perfide, infam und volksverhetzend” und erinnere an die Untermenschen-Terminologie der Nazis.

Leider springt diesmal nicht einmal die renommierte Zeitschrift “Die Zeit” freudig an auf die Vorlage.

Lieber macht das Blatt unverantwortlicherweise gemeinsame Sache mit dem Mann, der sich nicht scheut, wie Hitler Bart zu tragen und wie Goebbels Anzüge: Der Zentralrat, der eine sehr ernste Einrichtung ist, mache sich “lächerlich” hetzt das Magazin aus Hamburg und wird dafür mit Sicherheit den “Applaus von der falschen Seite” (Claudia Roth) bekommen, auf den die Redaktion offensichtlich schielt. Stephan Kramer hat sich zurückgezogen, um entsprechende Maßnahmen gegen die Postille zu überdenken. Es könnte sein, dass er schon in der kommenden Woche nachweist, dass es sich bei den Formulierungen um verbalen Völkermord oder “Hamburger Holocaust” handelt. Damit dürfte die ehemals so angesehene Zeitung bereits jetzt als “perfide, infam und volksverhetzend” gelten. Zeit für ein “Zeit”-Abo.

Quelle: politplatschquatsch.com

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  1. Lieber Holger Finn, was Sie da schreiben wird aber einem roten Agit-Prop Experten wie Menschinski garnicht gefallen. Mir jedoch gefällt ihre Mischung aus Intellekt und Satire ausgezeichnet. Im Übrigen bestätigt sich auch im Falle Sarrazin : “Wer die Dummköpfe gegen sich hat verdient Vertrauen “.