“Mein Mio” – Astrid Lindgren und das Klavier von Frank Farian

Die Berliner Band Mein Mio formierte sich im Sommer 2006 rund um den Sänger und Songwriter Sebastian Bock. Doch schon nach wenigen Probetagen holte man sich das altehrwürdige Klavier von Frank Farian (Yamaha CP-70) mitsamt seinem Musiker Daniel Darius in den Proberaum. Auch auf dem aktuellen Album prägt nun dieses

mmio.jpgDie Berliner Band Mein Mio formierte sich im Sommer 2006 rund um den Sänger und Songwriter Sebastian Bock. Doch schon nach wenigen Probetagen holte man sich das altehrwürdige Klavier von Frank Farian (Yamaha CP-70) mitsamt seinem Musiker Daniel Darius in den Proberaum. Auch auf dem aktuellen Album prägt nun dieses legendäre Tasteninstrument maßgeblich den Sound der Truppe.

Mit ihrer ersten EP-Veröffentlichung entwickelte sich das Quintett zu einem der Lieblinge von Radio Fritz (rbb) und wurde deshalb mitten in den Aufnahmen zur aktuellen LP für den RadioawARD nominiert. Zum Sieger hat es leider nicht gereicht, doch gegen Bonaparte verlieren ist keine Schande.

Es passt ganz gut, dass die fünf Berliner den Bandnamen einem Astrid Lindgren Buch entnommen haben. Denn genau so verträumt und fantastisch wie die Geschichten dieser Autorin sind auch die elf Songs auf dem Album: “Irgendwo in dieser großen Stadt” (VÖ: 28.08.2009).

Das Indie-Herz schlägt höher

Mit “Wenn wir wüssten” setzen Mein Mio gleich ein gutes Stück handgeschmiedeten Gitarrenpop auf die Pole Position. “Wir müssten wenn. Wir wüssten was wir wollten/Nicht länger das tun was wir sollten”, lautet die Parole, mit der die Berliner gekonnt auf das Albums einstimmen. Auch Songs wie “Nichts was hilft”, “Freitag” oder der Titelsong des Albums “Irgendwo in dieser großen Stadt” lassen das Indie-Herz höher schlagen und überzeugen mit einer außerordentlichen Leichtigkeit in der musikalischen Umsetzung und geradezu poetischen Texten.

Doch der erste Eindruck trügt!

Mit ihrem Song “Vorsicht an den Türen” geben die Künstler ihren Hörern am Ende jedoch einen fast schon aus dem musikalischen Rahmen fallenden Song und Ratschlag mit auf den Weg. Er kommt gitarrenlastiger und treibender als seine zehn Brüder daher, passt aber textlich voll ins Konzept des Albums.

Alles in allem wirken die Songs beim ersten Anspielen etwas eintönig und langweilig. Doch der erste Eindruck trügt. Denn spätestens in der zweiten Runde wird klar: Das sind allesamt echte Hits! Wer die Lieder intensiv auf sich wirken lässt, bekommt sie so schnell nicht mehr aus dem Ohr. “Irgendwo in dieser großen Stadt” hat damit den Beweis angetreten, dass deutscher Indie nicht immer wie Tocotronic klingen muss um Freude zu machen.

Doch was helfen alle geschriebenen Worte. Hört Euch doch einfach selbst an, wovon hier gesprochen wird. Mein Mio live in concert:

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*