Gruppe Piratenpartei: Ein VZ-Nutzer macht darauf aufmerksam, dass auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse einige Autoren und auch ganze Stände – angeblich auf Grund der Wirtschaftskrise – nicht vertreten seien. Er glaubt jedoch an einen Zusammenhang mit der Einladung von exilchinesischen Autoren, denen Proteste Angehöriger der chinesischen Regierung folgten. Die StudiVZler diskutieren das Geschehen in Frankfurt.
Der Thread-Eröffner hält fest: “So wird in einem freiheitlich-demokratischen Rechtstaat also die Meinungsfreiheit beschnitten und die Zensur eines Autoritärregimes mittelbar übernommen, nur weil man die Handelsbeziehungen zu letzterem nicht gefährden oder beeinträchtigen müssen…Trauriges Deutschland!” Ein Diskutant stimmt ihm zu. Er schreibt: “klar wegen der Wirtschaftskrise. China Handelspartner und unsere wirtschaftshörige Regierung eben. Ich denk mal, dass weitere ähnliche Dinge folgen. Es lebe schwarz-gelb und die Lobbyisten.”
Andere finden das Vorgehen geradezu beschämend. Erst würde China von allen Seiten kritisiert. Als dann jedoch die Chance bestehe, eine breite Öffentlichkeit zu informieren, würden die Autoren “mundtot” gemacht. “die denken sich auch gerade, zumindestens gibts hier noch keine todesstrafe sonst ist hier genauso.”
Es gibt jedoch auch User, die Zweifel an den Aussagen des Eröffners haben. So fragt ein VZ-Nutzer: “steht denn überhaupt fest, dass die Stände und Autoren die nicht dabei sind auch tatsächlich die China-kritischen sind?” Ein weiterer ergänzt mit folgendem Link und schreibt: “Ist doch eher unwahrscheinlich, dass rot/grün/links dafür verantwortlich sind, oder?”
Pragmatisch beleuchtet ein anderer StudiVZler die Situation. “Es braucht nicht einmal viel Wirtschaftslobbyismus zum ‘ausladen’ einiger Autoren, es dürfte der Einfluss von China als Themenland auf der Buchmesse reichen. Umgekehrt hat der Veranstalter die Fäden in der Hand und könnte im Worst Case China rauskicken, was für die natürlich ein Gesichtsverlust wäre, also gabs eine Einigung irgendwo in der Mitte…” Er mahnt: Der Veranstalter hätte eigentlich damit rechnen müssen. Es sei klar gewesen, dass die offiziellen Vertreter Chinas ihren Einfluss nutzen würden, um ihr Land so zu vertreten, wie sie es wünschten. Gleichzeitig wird jedoch zu bedenken gegeben. “(…) man (muss) anmerken (…), dass China in den deutschen Medien auch einer einseitigigen Berichterstattung unterliegt, was ja auch kein Wunder ist, da Medien ja eben jene sind die in diesem Land vornehmlich Nachteile zu spüren bekommen. Persönliche Kontakte zeichnen da schon ein deutlich differenzierteres Bild. In sofern haben wir in D zwar keine Zensur, aber trotz allem eine sehr einseitige Berichterstattung, die unser Bild von China verzerrt. “
Kommentare
Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.