Zuverdienst für HartzIV-Empfänger – ein zweischneidiges Schwert

Gruppe FDP: Die jüngsten Ergebnisse der Koalitionsgespräche mögen sich auf den ersten Blick gar nicht so schlecht anhören. Erhöhung des Schonvermögens und 400 Euro monatlicher Zuverdienst, der nicht auf HartzIV angerechnet würde. Die StudiVZler diskutieren – mit Bezug auf den zweiten Punkt – die andere Seite der Medaille. So meint

Gruppe FDP: Die jüngsten Ergebnisse der Koalitionsgespräche mögen sich auf den ersten Blick gar nicht so schlecht anhören. Erhöhung des Schonvermögens und 400 Euro monatlicher Zuverdienst, der nicht auf HartzIV angerechnet würde. Die StudiVZler diskutieren – mit Bezug auf den zweiten Punkt – die andere Seite der Medaille.

So meint der Thread-Eröffner: “Also was sich die Damen und Herren da gedacht haben bleibt mir ein Rätsel. Wenn ichs richtig verstanden haben dürfen HartzIV Empf. zukünftig 400 Euro jobs anrechnungsfrei hinzuverdienen.. Wenn das so kommt geht die Nummer sicher nach hinten los. Es kommt zu einem Rückgang ‘normaler’ Beschäftigungsverhältnisse und zu einem sprunghaften Anstieg von 400 Euro Jobs.. so sehe ich das.. kann man alles nachrechnen.”

Ein Kommentator gibt ihm Recht und schreibt: “Ja, das kapieren die klugen Köpfe der FDP und CDU nicht. Das die Unternehmer da Beifall klatschen, dürfte klar sein. Jetzt zahlen sich endlich die Parteispenden aus.” Doch ein weiterer Nutzer, selbst Unternehmer, sieht das ein wenig anders und gibt zu bedenken:”(…) das Ergebnis dürfte sein das keiner mehr ne Vollzeitstelle haben will, weil ja mit der 400 Euro Teilzeit fast genauso viel rumkommt.. Damit wurde HartzIV erst richtig attraktiv gemacht.. Da werden wohl Tausende um die Kündigung bitten und nur noch auf 400 Euro-Basis arbeiten wollen. Die Einzigen die profitieren, sind Unternehmen die 400 € Jobber suchen (Gastronomie , Einzelhandel etc). Abgesehen davon kann ich mir vorstellen das die Schwarzarbeit noch richtig zunimmt, weil dann nicht mehr kontrollierbar ist wer wie lange auf ner Baustelle oder so arbeitet.”

Dem stimmt auch folgender VZ-Nutzer zu, der sagt: “Wieder stirbt ein Argument sich einen Vollzeit Arbeitsplatz zu suchen, klevere Entscheidung muss ich schon sagen!” Es wird jedoch eingeworfen: “(…) Überdies darf man auch nicht vergessen, dass im Moment – soweit ich weiß – bisher auch noch keinen konkreten Details über die genaue Umsetzung der Pläne bekannt ist. Ob hier z.B. eventuell pro-/degressive Besteuerung, anderswertige Anrechnung des zuverdienten Geldes zum ausgezahlten ALGII, eine Verpflichtung der Einnahmenverwendung (s.o., z.B. für priv. Rentenversicherung, (anteilige) Krankenkassenzuzahlung, …) erfolgt etc. ist nicht bekannt. Von daher ist fraglich, ob tatsächlich ein Anreiz für viele geschaffen wird, den Job zu schmeißen und sich in ALGII+400-Euro-Job zu flüchten.”

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