Armut in Deutschland und auf der Welt

1992 erklärten die Vereinten Nationen den 17. Oktober zum internationalen Tag der Beseitigung der Armut. Bei der Beseitigung der Armut ist noch einiges zu tun. Asien hat durch das Wirtschaftswachstum in China und Indien zwar einen Großteil der extremen Armut beseitigt, doch in einigen Gebieten Asiens beispielsweise auf dem Land

Rike (www.pixelio.de)1992 erklärten die Vereinten Nationen den 17. Oktober zum internationalen Tag der Beseitigung der Armut.

Bei der Beseitigung der Armut ist noch einiges zu tun. Asien hat durch das Wirtschaftswachstum in China und Indien zwar einen Großteil der extremen Armut beseitigt, doch in einigen Gebieten Asiens beispielsweise auf dem Land muss noch einiges getan werden. Die Lage in Afrika ist noch immer kritisch und Deutschland weist eine steigende Kinderarmut auf.

Nach Festlegung der Weltbank gibt es drei unterschiedliche Stufen ökonomischer Armut: Die absolute Armut, die relative Armut und die gefühlte Armut. Gefühlte Armut entspringt dem Gefühl der Ausgrenzung aus einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht. Betroffene Personen sind jedoch ökonomisch gesehen mit genügend Gütern ausgestattet um für den eigenen Lebensunterhalt aufzukommen. Ganz anders sieht es bei der absoluten Armut aus. Betroffenen steht lediglich 1,25 Dollar oder weniger pro Tag zur Verfügung um ihre gesamten Lebensbedürfnisse zu stillen.

Diese absolute Armut ist besonders in Afrika, südlich der Sahara anzutreffen, wo die Hälfte der Bevölkerung absolut arm ist. Äthiopien beispielsweise liegt nach dem durch den “Human Development Index” errechneten Entwicklungsstand auf Rang 171 von 182 Staaten, ist also eines der ärmsten Länder der Erde. Die Äthiopienhilfe von Karlheinz Böhm konnte durch die Stiftung “Menschen für Menschen” in Äthiopien bereits vier Millionen Menschen durch den Bau von Schulen, Polikliniken, Krankenhäusern, Gesundheitsstationen und Wasserstellen ein besseres Leben ermöglichen. Die Stiftung ist auf Spenden angewiesen.

Asien hat durch das Wirtschaftswachstum in China und Indien seit 1990 die absolute Armut reduzieren können, vollkommen verschwunden ist sie jedoch nicht. Naturkatastrophen sind in Asien einer der Faktoren die zur Armut führen. So wurden im September durch das Erdbeben im Westen Javas 100.000 Menschen obdachlos. Das Erdbeben traf besonders die ländlichen Gebiete, in denen die größte Armut zugegen ist. Hier engagierte sich die Caritas oder Aktion Deutschland und rief immer wieder zur Unterstützung durch Spenden auf.

Die absolute Armut ist im Bezug auf Deutschlands Innenpolitik kein Thema.

Hier geht es um relative Armut, die Beschränkung von Lebenschancen und die materielle Unterversorgung Betroffener im Vergleich zu dem durchschnittlichen Wohlstand der Gesellschaft. Relative Armut betrifft in Deutschland momentan zunehmend Kinder. Nach einer Studie des OECD gibt der Spiegel am 1. September an, dass jedes sechste Kind in Deutschland unter relativer Armut lebt. Im OECD-Durchschnitt lebt jedes achte Kind in Armut, in Dänemark sogar nur jedes 37. Kind. Nach dem Spiegel riet OECD Abteilungsleiterin für Sozialpolitik Monika Queisser Deutschland mehr in Betreuungsangebote für Kinder zu investieren.

Das deutsche Institut für Armutsbekämpfung gibt besonders der Bildung auf seiner Internetseite www.armut.de einen wichtigen Stellenwert. “Bildung dient der Entwicklung vieler Bereiche. Sie vermittelt Wissen, das nötig ist, um später anspruchsvolle Jobs ausfüllen zu können. Sie vermittelt Informationen über soziale und politische Zusammenhänge, die zu einer größeren Partizipation an politischen Prozessen und zur Förderung demokratischer Strukturen führen können. Bildung kann den Schülern auch beibringen, wie man Konflikte friedlich löst, was sowohl für das Privatleben, das Berufsleben als auch das politische Leben von Bedeutung ist.”

Photo Quelle/Copyright: RIKE, via pixelio.de

www.infotrier.de

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. In Indien gibt es immer noch einen sehr hohen Anteil an absolut Armen an der Bevölkerung (44%), wirtschaftliches Wachstum wirkt sich dort extrem ungleich aus. Und in Afrika nimmt die Zahl der absolut Armen ja sogar zu …

    Es fehlt noch eine Definition der relativen Armut ;-)

    Viele Grüße aus Trier