Zukunftstipp: In den nächsten 2 Minuten anfangen die Dinge anders zu machen

Die besten Zeiten Ihres Lebens erleben Sie möglicherweise in diesen Minuten. Jetzt, da Sie diesen Text lesen. Das glauben Sie nicht? Mag sein. Irgendwann werden Sie – wir alle – aber daran glauben. Müssen! Es wird nichts nützen den Gedanken daran zu verdrängen. Soviel sollten wir seit unserer Kindheit immerhin

Welzer_harald_091107.jpgDie besten Zeiten Ihres Lebens erleben Sie möglicherweise in diesen Minuten. Jetzt, da Sie diesen Text lesen. Das glauben Sie nicht? Mag sein. Irgendwann werden Sie – wir alle – aber daran glauben. Müssen! Es wird nichts nützen den Gedanken daran zu verdrängen. Soviel sollten wir seit unserer Kindheit immerhin gelernt haben: Gewisse Wirklichkeiten lassen sich auch nicht dadurch auslöschen, indem wir einfach die Augen davor verschließen! Warum sie eigentlich nicht endlich öffnen, die Augen? Dazu rät uns jedenfalls allen der Sozialpsychologe Professor Harald Welzer. Von ihm stammt nämlich die Erkenntnis, auf welche der erste Satz dieses Textes zurückgeht. Professor Welzer ist freilich kein Wahrsager. Eher ein realistischer Mahner. Deshalb schreibt er uns allen diesen nüchternen, dabei aber aufrütteln sollenden, Satz ins Stammbuch: Die Gegenwart ist höchstwahrscheinlich die beste Zeit unseres Lebens. Wir hätten im Grunde genommen auch selbst darauf kommen können. Oder entging uns etwa, wie es um unsere Welt bestellt ist? Was aber hindert uns dann daran, derlei Einsichten zu verinnerlichen und dementsprechend unsere Handlungsweisen – unser Leben – darauf ein- bzw. umzustellen? Es ist wohl die Art und Weise, wie – und mit welchem Lebens(vor)bild – wir aufgewachsen und demnach erzogen worden sind.

Wachstum und Fortschritt als Glaube von Anbeginn

Die dazu gehörende, sich mehr und mehr herausbildende, Orientierung kannte vom ersten Augenblick nur ein Nachoben. Was sicherlich mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und den schlimmen Verheerungen, welche er hinterließ, zu tun hatte. Und die man nun unbedingt hinter sich lassen wollte. Vor den Menschen schien somit ausschließlich eine gigantisch gute Zukunft zu liegen. So sahen es beide Gesellschaftsysteme: das Kapitalistische wie das Sozialistische. Nur die Ideologien waren unterschiedlich. Wachstum und Fortschritt waren aber beiden zur Devise geworden. All dies schien scheinbar unendlich fortsetzbar. Mit diesem Glaube wuchsen wir als Kinder in den Fünfzigern, Sechzigern bis hinein in die Siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts – daran hat sich auch für heutige Generationen so gut wie nichts geändert – auf. Wir waren förmlich geimpft damit. In Ost wie in West. Erste Zweifel, das Gesellschaften, die meinten so auf immer und ewig weiter wirtschaften zu können, kamen in den Siebziger Jahren auf, wo ein kritischer Bericht (“Die Grenzen des Wachstums”, 1972) des Club of Rome derlei Denke erstmalig in Frage stellte – gleichermaßen einen empfindlichen Dämpfer versetzte. Das taten auch die Ölkrisen. Denen die damalige Bundesregierung mit einem aktionistischem Sonntagsfahrverbot auf westdeutschen Autobahnen zu trotzen gedachte. Tatsächlich eine Katastrophe für manch Westdeutsche, welchen ja von der Autolobby bis dato bis unters Autodach eingebläut worden war, sie bretterten unter der übrigens wahrlich dümmlich zu nennenden Maxime “Freie Fahrt für freie Bürger” über die Autobahnen. Was war der Schock groß damals! Doch lernte man daraus? Wenig. Zu wenig. Die Grünen, werden Sie nun einwenden, entstanden aber doch und änderten das Bewußtsein der Gesellschaft und in Folge dessen auch die Gesellschaft. Nicht unrichtig. Dennoch: Bis heute wurde ordentlich das Gaspedal durchgedrückt. Das vorn am vorwärts rollenden Gesellschaftsmodells angezeigte Ziel weiterhin: Wachstum und Fortschritt. Nun jedoch nur noch nach kapitalistischer Manier. Das andere System ging ja bekanntlich baden vor nunmehr bereits zwanzig Jahren…

Richtige Antworten auf die Krise?

Angekommen sind wir unterdessen in einer nicht unerheblichen Weltfinanzkrise mit möglicherweise schweren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen. Haben wir daraus gelernt? Das darf getrost bezweifelt werden, denn: Machen die Verursacher der Krise nicht teilweise schon wieder weiter wie zuvor? Schaffen sie damit nicht etwa abermals die Grundlagen für die nächsten Krisen? Und die Politik: hat sie die richtigen Antworten auf die Krise gefunden? Wohl kaum.

Die Gegenwart ist besser wie die Zukunft

Professor Harald Welzer vor einiger Zeit zu Gast in der Sendung “quer”, einem ausgezeichnetem politisch-kritischen Magazin des Bayerischen Rundfunks (immer Donnerstags 20.15 Uhr – nebenbei bemerkt ist “quer” für mich mittlererweile unentbehrlich geworden), beklagte dort: Was Deutschland beträfe, habe seiner Meinung nach nicht eine politische Partei die Zeichen der Zeit erkannt. Hätten sie das, dann kämen auch sie auf Welzers eingangs bereits angedeutete Erkenntnis: DIE GEGENWART IST BESSER WIE DIE ZUKUNFT. Was sich zunächst und vorwiegend wohl in den Ohren der Ewig-Wachstumsgläubigen nach einem schlimmen Untergangsszenario anhört, muss nach Ansicht des Sozialpsychologen keinesfalls das Ende der Menschheit bedeuten. Aber, schränkt Harald Welzer gleichzeitig auch ein: Ein WEITERSO führt uns unweigerlich früher oder später ins Verderben. Der Titel seines zusammen mit Claus Leggewie geschriebenen und bei S. Fischer erschienen Buches zeigt unverblümt an, was damit gemeint ist: DAS ENDE DER WELT, WIE WIR SIE KANNTEN. Darin führen die Autoren in eindringlichen Worten aus, “wie Demokratien dabei unter die Räder kommen, wenn sie nicht radikal erneuert werden und den Weg aus der Leitkultur der Verschwendung finden”.

Politik hat die “Zeichen der Zeit” nicht erkannt

In Berlin finden derzeit die Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und FDP statt. Mit – setzte ich einmal voraus – wenig Verwunderung konstatieren wir, dass auch die künftigen Koalitionäre die “Zeichen der Zeit” nicht erkannt haben. Wie deren Vorgängerregierungen wird – so steht es jedenfalls zu befürchten – auch die kommende bürgerliche Regierung die drängendsten Probleme der Zeit nicht in der Art lösen, wie es notwendig wäre. Was nach den Worten Professor Welzers nichts anderes bedeutet, als dass die schon vor 30 Jahren verursachten und mindestens seit den 1970er Jahren bekannten Probleme, unterdessen sogar noch Gelegenheit bekamen, sich verschärft auszuwachsen. Dies wiederum führte neben anderen Ursachen dazu, dass sich das bereits vorhandene Probleme-Konstrukt zur momentanen Krise hat weiter auswachsen können, indem neue Risiken eingegangen wurden, statt an deren Vermeidung zu arbeiten. Was künftighin, muss traurigerweise noch hinzugefügt werden: zu weiteren, vielleicht noch schlimmeren, Krisen führen kann. Schließlich zeigte die Geschichte immer wieder: Die Krise ist dem Kapitalismus immanent.

Prof. Welzer: Die Parteien haben die ZUKUNFT nicht wirklich auf dem Zettel

Keine bundesdeutsche Partei, so Prof. Welzer sinngemäß, hat die ZUKUNFT wirklich auf dem Zettel. Was freilich in erster Linie mit der platten, wie aber gleichwohl unumstößlich wahren, Feststellung zutun haben dürfte, dass die Zukunft eben niemand kennt. Die Crux jedoch ist, dass wir heute dringender denn je Übergangstechnologien brauchen, für die wir eigentlich keine Zeit haben. Wer also wird uns aus diesem Dilemma herausführen? Auf die Parteien, meint der Sozialpsychologe Harald Welzer, werden wir uns in dem Punkte nicht verlassen können. Denn sie buhlen um unsere Wähler-Stimmen. Wenn es sein muß auch mit Lügen oder Halbwahrheiten. Wird man uns Wählern in diesem System also unbequeme Wahrheiten sagen? Wohl kaum. Wollen wir sie denn überhaupt hören? Haben die Parteien dann erst einmal unsere Wähler-Stimmen im Sack werden sie nicht selten über kurz oder lange zu Bütteln der Macht an der sie süchtig danach kleben bleiben wollen, wie wir es oft genug erleben mussten. Oder sie mutieren vom anfänglichen Kämpfer für eine bessere Gesellschaft zum willfährigen Handlanger der immer zahlreicher und dreister auftretenden Lobbyisten. Ein wahrer Teufelskreis! Wie aber wäre dieser zu durchbrechen?

Bürger müssen politischer werden – Fortschritt neu definieren

Für Welzer führt daran kein Weg vorbei: Wir selbst – jeder für sich – muss es tun. Heißt konkret: den Anfang machen. Und zwar jetzt, wie der Professor in “quer” vehement einforderte, anzufangen die Dinge anders zu machen: “In den nächsten 2 Minuten!” Unumwunden ist Harald Welzer ebenfalls beizupflichten, wenn er von uns BÜRGERN (In der Tat: Wir sind die Bürger! Wieso lassen wir denen da in Berlin eigentlich die Unverschämtheit durchgehen, die bildeteten da eine bürgerliche Regierung?) verlangt, wir müssten politischer werden. Ohne Zweifel hieße dies zugleich: Wir müssen die Ignoranz von Politik gegenüber einer möglichen Schaffung einer lebenswerten und möglichst gerechten Gesellschaft mit einer lebenswerten Zukunft für alle Menschen auf der Welt bekämpfen und die Arroganten unter den Politikern stoppen, die genau das immer wieder verhindern. Das mag für den Moment wie eine über die Maßen gewaltige, schier unlösbare, Aufgabe anmuten. Was sie sicherlich ein Stück weit momentan auch noch ist. Professor Welzer zeigt sich aber unverwüstlich sicher in der Annahme, das die Aufgabe zu lösen sei. Anfänglich nämlich besonders dadurch, dass wir BÜRGERINNEN und BÜRGER erst einmal daran gehen, in kleinem regionalen Kreis aktiv zu werden, indem wir unsere eigene Lebenspraxis umstellen, auch in dem wir uns anderen Kulturen öffen, um von und mit ihnen zu lernen. Politischer werden, nach Welzer, muss auch einschließen, dass wir auch den Arbeitsplatz von diesem Engagement nicht ausnehmen dürfen.

Leicht dürfte das in diesen Tagen ganz sicher nicht werden, da arbeitende Menschen von ihren Chefs wegen einer gegessenen Frikadelle des Arbeitgebers, einem halben Wurstbrötchen, oder gar deswegen, weil sie im Betriebsrat die Angelegenheiten ihrer Kolleginnen und Kollegen vertraten, aus durchsichtigen, an den Haaren herbei gezogenen Kündigungsgründen, entlassen werden, um sich so unliebiger oder älterer Menschen auf billige Art und Weise zu entledigen. Aber die Forderung nach einem Politischer Werden scheint dringend geboten. Jedenfalls sieht Prof. Welzer darin eine Chance auf Zukunft. Dazu gehört seines Erachtens, dass sich die Politik von der Aufrechterhaltung bestimmter festgefahrener Ideologien endlich verabschiedet. Hierzu wäre es ganz sicher hilfreich, sich vom Irrglaube frei zu machen, uns könnte ein ewig währendes und immer wieder neu angefachtes Wachstum als Weltgemeinschaft nachhaltig von Nutzen sein. Ist dieser Irrglaube nicht bereits jetzt diskreditiert, da uns das Kapital und deren politische Handlanger auf einem Holzweg schnurstracks in die Krise manöviert haben? Und es wäre für die Zukunft anders zu definieren, was wir unter Fortschritt verstehen wollen. Könnte und müsste nicht eine möglichst gerechte und friedliche Welt als ein solcher gelten?

Die Zukunft beginnt jetzt

Manche “führende” Wirtschaftsinstitute avisieren, wie man sieht, schon wieder einen ganz anderen Kurs: Ihr Herbstgutachten wird auch vom ZDF als positiv angesehen. Alles nur Psychologie? Auf der ZDFtext-Seite 799 wird derzeit gefragt: “Positives Herbstgutachten – Ist die Krise bald vorbei?” Der Stand der TED-Umfrage am Samstag 13.41 Uhr: 26, 28 % der Anrufer antworten darauf mit Ja. 73, 72 % entschieden sich mit Nein zu stimmen. Es ist nicht abwegig, das Letztere richtig liegen. So leicht lassen sich die Menschen augenscheinlich nun doch nicht mehr manipulieren.

Ist das schon politisch genug? Wer weiß. Vielleicht kündet es von einem zarten Wandel, welcher die Menschen in die richtige Richtung führen und politischer werden lassen könnte. Professor Harald Welzer untersucht den Zusammenhang von politischen und sozialen Ordnungen in weiten Teilen der Welt. Er warnt vor einem “Dauerkrieg”, wenn wir Menschen unseren Konsumstil nicht ändern. Anfangen dahingehend tätig zu werden können wir jetzt: Und zwar in den nächsten zwei Minuten. Wir wissen allerdings auch dann noch nicht, wie die Zukunft aussehen wird. Niemand weiß das. Doch Nichtstun wäre sträflich. Auch wenn die Gegenwart frei nach Welzer besser wie die Zukunft ist. Aber die beginnt unmittelbar jetzt, da Sie die diese Zeilen zuendegelesen haben…

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  1. Bürger geht in die Parteien!

    - Wählt alle Parteibonzen/Innen bis hinunter zum Ortsverein ab.

    - Beantragt Parteiauschlussverfahren für alle Angehörige des öffentlichen Dienstes.

    - Wählt nur solche Leute in die Parteigremien, die nie vorher ein politisches Amt innehatten und persönliche nachvollziehbare Erfolge im Beruf und in der Gesellschaft vorweisen können.

    - Verdreifacht die Einkommen von Abgeordneten und Ministern

    - Führt die persönliche Haftung für Politiker bei Fehlentscheidungen ( z.b bei Verfehlungen die durch den Bundesrechnungshof festgestellt wurden) ein.

    - Reduzierung der Ministerien/ Minister und Behörden um 50 Prozent.

    - Reduziert die Staatsquote auf 40 Prozent ( heute ca 65 Prozent) d.h. keine Subventionen mehr an Multinationale Konzerne und die Agrarlobby, Bundeswehr um 50 Prozent reduzieren, Reparationszahlungen sofort einstellen ( W1 Zahlungen wurden z.b.letztes Jahr, nach über 80 Jahren abgeschlossen !!!!!!!) Keine Zahlungen an Verwandte ( z.B. Kinder ) von Holocaust Überlebenden die nicht selbst betroffen waren.

    - Auflösung des Kartellamtes und aller Bundesregulierungsbehörden sowie der Bundesbank wg. Ineffizienz und hoher Eigenkosten.

    - Reduziert die Europäische Union auf eine Freihandelszone von max 15 Staaten

    - Löst die Nato auf und bildet eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft unter Einbindung Russlands

    - Zahlt kein Geld mehr an Israel und den Weltrat der Juden, damit der Krieg in Palästina endlich zu Ende gehen kann.

    Ich fange morgen damit an! Und Sie ?