Die bekannte Hamburger Band “Emmy Moll” ist am 23. Oktober zu Gast im Wasserhaus
Mit einer Doppel-Veranstaltung der besonderen Art wartet die Hammelburger Musikinitiative e.V. bereits eine Woche nach ihrem traditionellen Federweißerabend im Bocksbeutelkeller auf. Diesmal auf dem hauseigenen “Fahrplan”: Ein Workshop mit jeder Menge Wissenswertem rund um das Thema E-Gitarre sowie gleich im Anschluss ein Konzert mit “Emmy Moll” und “Other Generation’s Anthem“, das soeben Gelerntes auf eindrucksvolle Weise umzusetzen weiß.
“Es ist ein spannendes Experiment”, freut sich Jens Schneider, Gitarrist der Wasserhaus-Formation “Other Generation’s Anthem” und Organisator des Abends. Mit “Emmy Moll”, die einige Musikfreunde sicherlich aus dem Würzburger Jugendkulturhaus Café Cairo kennen, sei es nicht nur gelungen, musikalische Vielfalt in die Weinstadt zu bringen, sondern dank Ingo Hassenstein einen Dozenten zu verpflichten, der während des MainPop BandCamps an der hiesigen Bayerischen Musikakademie schon so einigen Nachwuchskünstlern zum letzten Schliff an der Rock- oder Rhythmusgitarre verholfen hat.
Nach dem äußerst erfolgreichen IG Rock Szenetalk im vergangenen Juli wird das Vereinsgebäude am Rande der Stadt also bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr zu einem waschechten “Hörsaal”. Diesmal richtet sich das Augenmerk jedoch auf alle Fortgeschrittenen, die sich und ihrem Saiteninstrument weiterführendes Knowhow in Sachen Basics, Improvisation und Technik angedeihen lassen möchten. Von 17.00 bis 19.00 Uhr steht ihnen hierzu Ingo Hassenstein, Gitarrist bei “Emmy Moll” und Lehrkraft an der Rock und Pop Schule Kiel, zur Verfügung, um mit neuen Tricks und Kniffs für seine “Schüler” aufzuwarten.
Treibendem Indie-Rock folgen “melancholisch-wattige” Harmoniegebilde
Doch der Workshop-Pflicht folgt – wie schon im letzten Sommer – auch diesmal die wohlverdiente Bühnenkür. Ab 21.00 Uhr heißt es “Kleinstadtpoesie” trifft auf leise Nordlichter. Nach dem Support durch Melvin Beck, Jonas Hofmann, Jonas Heinkel, Marius Stuerzenberger und eben Jens Schneider, die mit poetischen Texten verpackt in treibenden Indie-Rock einstimmen, betreten dann die Hamburger die Bühne. “Es ist eine sehr ruhige, skandinavisch angehauchte Pop-Musik à la Sigur Rós, die dennoch sehr spannend sein kann”, erklärt Jens den außergewöhnlichen Mix der Band, deren Debüt-Album “All the monsters are small and soft and scared” (2008) gerade wegen seiner “Entschleunigung und Reduziertheit” immer noch hochgelobt wird. Derzeit befänden sich die “leisen Musiker” auf Tour durch Deutschland und die Schweiz. “Der Halt in Hammelburg ist da nicht selbstverständlich”, betont der junge Gitarrist. Umso mehr fiebern er und das gesamte Wasserhaus-Team nun dieser ungewöhnlichen Erweiterung im Vereins-Programm entgegen. “Das Publikum erwartet ein Konzert, bei dem man auch ruhig einmal auf dem Boden sitzen, die Augen schließen und ganz einfach zuhören kann”, beschreibt er die Atmosphäre, welche die seit 2004 gemeinsam agierenden Künstler verbreiten.
Unbeirrter Wille zur Eigenständigkeit und ganz viel künstlerisches Feingefühl
Es biete sich damit, so sagt er, die Möglichkeit, ein bisschen über den eigenen Tellerrand zu schauen und sich von Klängen, die alles andere als “durchschlagend” sind, einfangen zu lassen. Denn eines steht fest: diese Truppe ist nicht brachial, sie braucht keine großen Showeffekte, keine dröhnenden Bässe und schon gar keine Provokation, um ihre Zuhörer zu fesseln. Nein, Hassenstein und seine Bandkollegen stehen für die zurückhaltenden Töne. Getragen von Nadja Rüdebuschs Stimme, die zum Träumen anregt und durch “sanft gezupfte Beats, zart gegniedelte Indie-Gitarren, melancholisch-wattige Harmoniegebilde” erhält das Publikum hier die einmalige Gelegenheit, sich im wahrsten Sinne des Wortes berauschen zu lassen. “Öffnen Sie Ihr Herz! Emmy Moll wird Sie beschenken. Mit einer Musik, die man allein wegen des unbeirrten Willens zur Eigenständigkeit und zum künstlerischen Feingefühl wunderbar finden soll”, empfiehlt da auch Jörn Schlüter, Autor beim Rolling Stone Magazine. Und als ausgewiesener Musik-Experte muss er es schließlich wissen.
Die Musikinitiative Hammelburg e.V. hat der Redakteur offensichtlich schon überzeugt. Und die “Kleinstadtpoesie mit Großstadtambitionen”, die die ruhigste der Wasserhausbands aufzubieten hat, ergänzt hier, so Jens weiter, auf harmonische Weise. Jetzt gilt es, den Gästen diesen einzigartigen Zauber näherzubringen. Erleben können ihn alle, die sich an einem ruhigen Herbstabend entführen und vor allem tief berühren lassen wollen, am kommenden Freitag ab 20.30 Uhr.
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