Gruppe Bündnis 90/Die Grünen: Die VZ-Nutzer wagen sich heute an ein heißes Eisen. Ein Kommentator hat einen Beitrag aus der Frauenzeitschrift “Emma” aufgegriffen. Der Titel: “Mobbing gegen kopftuchfreie Mädchen“.
Der Eröffner der Runde wirft sogleich einige markige Eckpunkte des Artikels in den Raum: “So weit ist es inzwischen schon, klagt die Islamwissenschaftlerin Rita Breuer. Für sie ist die ‘Freiheit zum Kopftuch’ längst zur Bedrohung für alle Mädchen geworden, die keines tragen”, ist ebenso zu lesen, wie von einem ganz konkreten Fall eines jungen türkischen Mädchens, das aus Angst nicht mal mehr die Schule besuchen wollte: “‘Willst Du aussehen wie eine Deutsche?’ Oder: ‘Das Kopftuch ist unsere Ehre – hast Du keine?’ Und: ‘Deinen Eltern ist es wohl egal, wie über Dich geredet wird.’ Die darauf angesprochene Aylin kämpfte mit den Tränen und sagte schließlich: ‘Es wird immer schlimmer. Und seit ich neulich im Ramadan mein Schulbrot ausgepackt habe, ist es ganz aus. Die Kopftuch-Mädels mobben mich total.’ Das also war der Grund für die Schulmüdigkeit der 14-Jährigen.” Der VZ-Nutzer verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Regelung in Frankreich. An dortigen Schulen gilt ein striktes Verbot religiöser Symbole.
Ein Mit-Diskutant sieht das Problem weniger religiös, sondern bezeichnet das, was dem Mädchen zugestoßen ist schlicht als “reines Mobbing”, wie es überall – auch innerhalb von Familien – vorkommen kann. Er schreibt: “Solange es bei eben solchen Taten bleibt, ist die Gesellschaft und vor allem der Gesetzgeber kaum in der Lage hiergegen etwas zu unternehmen, da die Erziehung den Eltern überlassen bleibt. Die Folgen psychischer Schäden durch asoziales Verhalten den Betroffenen gegenüber lässt sich leider nicht so einfach feststellen, wie ein blaues Auge. Grundsätzlich gibt es hier jedoch die Möglichkeit, dass sich die Jugendfürsorge einschaltet.” Andere dagegen fordern, hier endlich einzuschreiten und ein Kopftuchverbot an Schulen zu erlassen.
Wozu sollen diese betont meinungsfreien “”Artikel”" hier sein.
Machen wir uns nichts vor: entweder ist alles interessengesteuert, oder man hat es mit der Meinung eines Autors zu tun. Letzteres war vor kurzer Zeit als lasche Abwiegelungstechnik zu bewundern. Bleibt nur die Meinungsmache.
Ansonsten: wer – wenn nicht hyperdisorientiert – macht aus einer Kopftuchbefindlichkeit eine Hysteriegeschichte???