Es war ein Geheimobjekt, von dem nicht einmal die unmittelbaren Nachbarn wussten, was hinter seinen schwerbewachten Mauern vor sich ging. Im so genannten Schulungsobjekt, streng militärisch abgekürzt “SO”, kasernierte das Innenministerium der DDR eine Volkspolizeieinheit, die nichts weiter zu tun hatte als das so genannte “Ausbildungsobjekt” (AO) zu bewachen.
In dem, vor Nato-Ohren und -Augen hinter dem Tarnnamen “Blumberg” notdürftig versteckt, befand sich der Krisenausweichsitz des Innenministers Friedrich Dickel, ein Atombunker, der eigentlich in die Tiefe des märkischen Sandes getrieben werden sollte. Allerdings fehlte der DDR-Volkswirtschaft zu diesem Zeitpunkt bereits die Kraft, mehrere hundert Millionen DDR-Mark zu mobiliseren, um einen richtigen Bunker zu bauen.
So musste denn eine Art Tiefgarage für den altgedienten Genossen reichen.
Zwei langgestreckte, von einem Elektrozaun geschützte Verließe im Keller, die mühevoll mit Anpflanzungen getarnt wurden. Zwei Neubaublocks Marke WBS70 wurden aus dem Wohnungsbauprogramm abgezweigt, um die Bunkerverwaltung unterzubringen. Zwanzig Kilometer entfernt vom Geheimobjekt lagerte die Wacheinheit in zugigen Holzbaracken mitten im Wald: Wehrpflichtige, die gar nicht wussten, was sie zu bewachen hatten. Selbst die Postadresse der Einheit war nur Tarnung: Das wirkliche “Blumberg” liegt einige Kilometer entfernt und beherbergte das Blasorchester der Volkspolizei.
Nach dem Mauerfall schlossen Ausbildungs- und Schulungsobjekt ihre Pforten, über dem Bunker in Freudenberg entstand ein Gewerbegebiet, das Investoren mit null Prozent Gewerbesteuer lockt. Das Schulungsobjekt hingegen dient weiterhin Ausbildugszwecken: Die örtliche Jugend frönt hier dem Paintball-Spielen.
Quelle: politplatschquatsch.com
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