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Wirtschaft + Internetkultur

Mythos vom Reichtum durch neuestes Gutachten vernichtet

Dienstag, den 27. Oktober 2009 um 11:53 Uhr von Scilla Alecci
Von Flickr id: Ushio Shugo

Der neueste Bericht [en] des Wohlfahrtsministeriums gibt bekannt, dass einer von sechs Japanern in Armut lebt. Die OECD Zahlen [en] geben an, dass Japan in den entwickelten Welt eine der höchsten Armutsraten hat und nach Mexico, der Türkei und der USA an 4. Stelle steht.

Im September hatte Makoto Yuasa, der Generalsekretär des Anti Poverty Network (反貧困 Han Hinkon) [ja], bereits auf das Problem hingewiesen und das japanische Armutsproblem wie folgt erklärt [en]:

“Seit dem Wirtschaftswachstum der 60er Jahre gab es in Japan immer den Mythos, dass alle Japaner der Mittelklasse angehören. Das typisch japanische Arbeitsverhältnis, welches diesem Mythos zugrunde liegt, ist jedoch durch das Wachstum von nicht-regulären Beschäftigungen und anderen Faktoren verwandelt worden, und eine zunehmende Anzahl von Japanern lebt heute in Armut.”

In vielen Blogs wird darüber diskutiert, dass die Einkommenskluft in Japan heute nichts Neues mehr sei. Als Anfang der 90er Jahre die Wirtschaftsblase barst, wurde diese Schwachstelle im japanischen System enthüllt, und Fachleute behaupten, dass sich das Land seitdem von der Rezession nie richtig erholt hätte.

Ysaki deutet an, dass dieses Problem schon immer bestanden hatte, aber von den meisten Japanern als das Problem der anderen angesehen wurde.

“Als ich diese Nachrichten las, hatte ich das Gefühl, dass dieses Problem den Schwierigkeiten anderer Gruppen in Japan, gegen die diskriminiert wurde, sehr ähnlich sei.
Obgleich hier sicherlich ein Problem besteht, welches uns auch sehr Nahe liegt, geben wir vor es nicht zu sehen, und dadurch haben wir uns allmählich davon überzeugt, dass es uns nichts angeht.”

Miyabi-tale zieht in Betracht, dass diese Frage eine lange Vergangenheit hat, und die Verantwortung hierfür auf politische Unbeweglichkeit zurückzuführen sei.

“Überraschend sind die Daten, die ein paar Jahre zurückliegen, und die zeigen, dass eine Person von Sieben in Armut lebte. Es gibt Leute, welche dies als positiv betrachten, weil trotz der tiefen Rezession, die infolge des Zusammenbruchs der Lehmann Brothers die gesamte Welt betroffen hat, heutzutage nur noch fünf Leute arm sind.
Unter der LDP-Regierung gab es Slogans wie ‘In Japan gibt es keine Armut’ oder ‘Insgesamt Hundert Millionen Mittelklasse Haushalte’. Es ist aber ganz offensichtlich, dass dies von der Wahrheit weit entfernt war.”

Von Flickr id: caribb

Es gibt aber andere, die lieber die Kehrseite der Medaille betrachten möchten. Ukkii hofft, dass diese schwarze Periode aus der sozialen und wirtschaftlichen Vergangenheit die Kraft des Geisten, für den die Japaner so berühmt sind, zurückbringen könnte.

“A B E R
ist es richtig die DInge so weiterlaufen zu lassen, bis sich die Wirtschaft des Landes wieder erholt hat?
Als die japanischen Menschen nach dem Krieg arm waren, strengten sie sich ohne zu zögern an und schafften es die Lage so zu verbessern, wie wir sie heute kennen.
Wenn wir nur wieder den gleichen HUNGRIGEN DRANG jener Zeit hätten, so bin ich sicher, selbst wenn wir das ganze Land nicht sofort verändern können, es doch möglich wäre, unsere Unternehmen stark und wettbewerbsfähig zu halten.
Zwar bin ich ein Angestellter, doch versuche ich die Dinge aus dem Blickwinkel eines Geschäftsführers zu sehen. Wenn wir vorausschauen, gibt es viele Entdeckungen und Verbesserungen, die man bei zahlreichen Dingen anwenden kann.
Heute ist der Ausdruck ‘hungriger Drang’ vielleicht vergessen, doch ich möchte ihn gern wieder bekannt machen.”

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Global Voices. Die Übersetzung erfolgte durch Hans H. Knauf, Teil des “Project Lingua“. Die Veröffentlichung auf der Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehmigung von Global Voices.

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